Wärmepumpe Kreis Viersen: Welche Förderung Ihr Wohnort bringt
Im Kreis Viersen entscheidet die Gemeinde über die Förderung: Willich hat ein eigenes Stadtwerke-Paket.
Aggregierte Gebäudedaten für Kreis Viersen – 9 Gemeinden, rund 89.849 Wohngebäude.
55 %
Gebäude vor 1979
oft mit Sanierungsbedarf
17,9 kW
Ø Heizlast EFH
unsaniert, geschätzt
139
kWh/m²·a Wärmebedarf
Median, unsaniert
43 %
Freistehende EFH
günstig für Aufstellort
Gebäudebestand in Kreis Viersen: Baualter entscheidet
Das Baujahr ist der wichtigste Hinweis auf die nötige Vorlauftemperatur und damit die Eignung für eine Wärmepumpe. In Kreis Viersen wurden rund 55 % der Wohngebäude vor 1979 – also vor der ersten Wärmeschutzverordnung – errichtet:
Baujahr und Heizträger sind modellierte Schätzwerte auf Basis der Gebäudedaten.
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Heizlast & Auslegung im Einfamilienhaus
Ein typisches Einfamilienhaus in Kreis Viersen hat eine geschätzte Heizlast von rund 17,9 kW (mittlere 50 %: 12,1–24,7 kW) im unsanierten Zustand. Als grobe Orientierung passt dazu eine Wärmepumpe der Leistungsklasse um 18 kW – die genaue Auslegung hängt vom Sanierungszustand ab.
Heizträger in Kreis Viersen heute
Die geschätzte Verteilung der Energieträger zeigt, wie groß das Umstellungspotenzial auf eine Wärmepumpe ist:
Energieträger modelliert; der heutige Wärmepumpen-Bestand wird tendenziell unterschätzt.
Im Kreis Viersen entscheidet Ihr Wohnort darüber, welche Wärmepumpen-Förderung Sie bekommen – und das ist im Kreisvergleich ungewöhnlich. Wer in Willich lebt, kann auf ein echtes kommunales Paket der Stadtwerke zugreifen. Wer in einer der acht übrigen Gemeinden wohnt – Viersen, Kempen, Nettetal, Tönisvorst, Grefrath, Brüggen, Niederkrüchten oder Schwalmtal –, ist auf regionale Contracting-Angebote und die bundesweite BEG-Förderung angewiesen. Diese Zersplitterung ist der wichtigste Punkt, den Sie vor jeder Angebotseinholung verstehen sollten.
Willich: das kommunale Stadtwerke-Extra
Nur in Willich legen die Stadtwerke oben auf die Bundesförderung noch etwas Eigenes drauf. Kernstück ist ein Wärmepumpen-Stromrabatt von 5 ct/kWh brutto bei Abschluss eines Wartungsvertrags – gedeckelt auf 10.000 kWh pro Jahr, also bis zu 500 € Ersparnis pro Jahr. Dazu bieten die Stadtwerke eine 0-%-Finanzierung über eine feste Laufzeit oder 8 % Skonto bei Direktkauf (Gerät: Vaillant aroTHERM plus). Die Stadtwerke verweisen darüber hinaus auf eigene Fördermöglichkeiten, nennen dafür aber keine feste Summe – die Höhe hängt vom Einzelfall ab und sollte direkt erfragt werden. Wichtig: Dieses Paket gilt ausschließlich im Netzgebiet Willich – für die anderen Gemeinden lässt es sich nicht übertragen.
Willich betreibt zusätzlich sechs kleine Fernwärmenetze in einzelnen Stadtteilen – Pater-Delp-Straße, Kehner Straße, Wekeln, Klimaschutzsiedlung, Schiefbahner Dreieck und Am schwarzen Pfuhl – mit einem Arbeitspreis ab 8,02 ct/kWh in den Tarifen I–V (Preisstand 01.10.2025–30.09.2026). Liegt Ihr Haus in einem dieser Gebiete, kann ein Anschluss die Alternative zur eigenen Wärmepumpe sein. Für die überwiegende Mehrheit der Willicher Adressen außerhalb dieser Netze bleibt die Wärmepumpe der Weg.
Die anderen acht Gemeinden: NEW plus BEG
In der Kreisstadt Viersen selbst und den übrigen Gemeinden übernimmt der regionale Versorger NEW die Rolle. Mit NEWwärme gibt es ein Wärmepumpen-Contracting ab 225 € im Monat bei 0 € Anschaffung – inklusive Wartung, Reparatur und Demontage der Altheizung. Alternativ ist der Kauf möglich (Gesamtkosten für ein Einfamilienhaus grob 20.000–40.000 €). In beiden Fällen ist die bundesweite BEG-Heizungsförderung der eigentliche Hebel: Bis zu 70 % Zuschuss auf maximal 30.000 € förderfähige Kosten ergeben höchstens 21.000 €. Diese Summe setzt sich aus Grundförderung (30 %), Klimageschwindigkeitsbonus (20 %), Einkommensbonus (30 %) und Effizienzbonus (5 %) zusammen, gedeckelt auf 70 %. Prüfen Sie vor Vertragsabschluss immer zuerst, ob Ihre eigene Stadt ein lokales Extra bietet – im Kreis Viersen ist das derzeit nur in Willich der Fall.
Ein Hinweis zur Dringlichkeit: Nach dem Regierungsentwurf zur Reform der Heizungsförderung ist der Klimageschwindigkeitsbonus (20 %) ab 2027 gefährdet. Das ist ein Entwurf, noch kein Gesetz – wer ohnehin plant, sollte den Zeitpunkt aber im Blick behalten.
Warten auf ein Wärmenetz lohnt selten
Alle neun Gemeinden im Kreis liegen unter 100.000 Einwohnern – bei rund 297.857 Einwohnern im gesamten Kreis bleibt auch die größte Stadt Viersen deutlich unter dieser Schwelle. Damit fallen sie unter die spätere Frist des Wärmeplanungsgesetzes. Für die klare Mehrheit der Eigentümerinnen und Eigentümer ist es keine realistische Option, auf ein künftiges Wärmenetz zu warten. Bei rund 89.849 Wohngebäuden im Kreis, von denen 56 % Einfamilienhäuser sind (nach Anzahl der Wohngebäude), bleibt die Wärmepumpe der Standardweg zur 65-%-Erneuerbare-Pflicht des GEG. Den konkreten Stand der kommunalen Wärmeplanung sollten Sie für Ihre Stadt direkt bei Kreis oder Kommune erfragen – die offiziellen Portale waren zuletzt schwer zugänglich.
Ist Ihr Haus im Kreis Viersen wärmepumpen-tauglich?
Zwei Zahlen sprechen klar für die Wärmepumpe: Der Bestand ist modelliert zu 92 % gasbeheizt – ein riesiges Umstellungspotenzial – und mit 55 % der Wohngebäude mit Baujahr vor 1979 vergleichsweise jung. Viele Häuser sind ohne große Hüllsanierung direkt wärmepumpen-tauglich. Die modellierte mittlere Heizlast eines Einfamilienhauses liegt bei rund 17,9 kW (mittleres Viertel etwa 12,1–24,7 kW), was gut in den Leistungsbereich marktüblicher Luft-Wasser-Geräte passt. Als grobe Faustregel gelten eine Arbeitszahl (JAZ) um 3 und Vorlauftemperaturen um 55 °C als solide erreichbar; ob Ihr Haus dorthin kommt, hängt vom Einzelfall ab.
Ein lokaler Planungshinweis: Nur 43 % der Einfamilienhäuser im Kreis sind freistehend. Aufstellort und Schallschutz zur Nachbarbebauung sind hier überdurchschnittlich oft ein Thema – das gehört früh in die Planung, nicht erst zur Montage.
reduco ist kein lokales Büro, sondern die Datenanalyse plus ein Netzwerk geprüfter Fachbetriebe und Energieberater, die den Kreis Viersen bedienen. Für eine belastbare Ersteinschätzung – Heizlast, passende Förderung für Ihre Gemeinde und realistische Kosten – nutzen Sie den kostenlosen Wärmepumpen-Check für genau Ihr Gebäude.
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Häufige Fragen
Nein. Der 5-ct-Stromrabatt, die Finanzierungskonditionen und die Fernwärmenetze der Stadtwerke Willich gelten nur im Netzgebiet Willich. Die anderen acht Gemeinden – auch die Kreisstadt Viersen – nutzen NEW-Angebote plus die bundesweite BEG-Förderung. Prüfen Sie die Konditionen immer für Ihre konkrete Stadt.
Über die bundesweite BEG-Heizungsförderung sind bis zu 70 % der förderfähigen Kosten möglich, maximal 21.000 € (30.000 € Kostendeckel). Diesen Deckel bestätigt auch NEW. In Willich kann das Stadtwerke-Paket zusätzlich obendrauf kommen.
Das hängt von Ihrer Adresse ab. Fernwärme gibt es nur in sechs bestehenden Willicher Netzgebieten; liegt Ihr Haus darin, kann ein Anschluss sinnvoll sein. Außerhalb dieser Gebiete und in den anderen Gemeinden bleibt die Wärmepumpe der Weg.
Oft ja. Mit 55 % der Wohngebäude mit Baujahr vor 1979 ist der Bestand vergleichsweise jung, viele Häuser laufen ohne große Hüllsanierung. Die modellierte Heizlast eines Einfamilienhauses liegt im Mittel bei rund 17,9 kW. Sicherheit gibt nur eine Einzelfallprüfung mit Heizlastberechnung.
Für die meisten Eigentümer nein. Alle neun Gemeinden liegen unter 100.000 Einwohnern und damit in der späteren Wärmeplanungsfrist. Ein flächendeckendes Netz ist für Einfamilienhäuser meist keine realistische Option – die Wärmepumpe erfüllt die 65-%-Pflicht des GEG sofort.
Möglicherweise. Nur 43 % der Einfamilienhäuser im Kreis stehen frei; bei enger Nachbarbebauung sind Aufstellort und Schallabstand oft heikler als im Durchschnitt. Das lässt sich mit der richtigen Geräteauswahl und Platzierung fast immer lösen – planen Sie es früh ein.
Nichts. Der Check ist kostenlos und liefert für Ihre konkrete Adresse eine Ersteinschätzung zu Heizlast, passender Förderung für Ihre Gemeinde und realistischen Kosten – als Grundlage, bevor Sie Angebote von Fachbetrieben einholen.
