Wärmepumpe Alb-Donau-Kreis: geplanter Standard, kein Notnagel
Bei rund 0 % Fernwärme im Alb-Donau-Kreis führt die Wärmeplanung fast jede Adresse zur Wärmepumpe. 2026 sichern Sie bis zu 70 % KfW-Förderung – jetzt prüfen.
Aggregierte Gebäudedaten für Alb-Donau-Kreis – 55 Gemeinden, rund 57.270 Wohngebäude.
40 %
Gebäude vor 1979
oft mit Sanierungsbedarf
19,0 kW
Ø Heizlast EFH
unsaniert, geschätzt
125
kWh/m²·a Wärmebedarf
Median, unsaniert
85 %
Freistehende EFH
günstig für Aufstellort
Gebäudebestand in Alb-Donau-Kreis: Baualter entscheidet
Das Baujahr ist der wichtigste Hinweis auf die nötige Vorlauftemperatur und damit die Eignung für eine Wärmepumpe. In Alb-Donau-Kreis wurden rund 40 % der Wohngebäude vor 1979 – also vor der ersten Wärmeschutzverordnung – errichtet:
Baujahr und Heizträger sind modellierte Schätzwerte auf Basis der Gebäudedaten.
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Heizlast & Auslegung im Einfamilienhaus
Ein typisches Einfamilienhaus in Alb-Donau-Kreis hat eine geschätzte Heizlast von rund 19,0 kW (mittlere 50 %: 12,8–26,9 kW) im unsanierten Zustand. Als grobe Orientierung passt dazu eine Wärmepumpe der Leistungsklasse um 19 kW – die genaue Auslegung hängt vom Sanierungszustand ab.
Heizträger in Alb-Donau-Kreis heute
Die geschätzte Verteilung der Energieträger zeigt, wie groß das Umstellungspotenzial auf eine Wärmepumpe ist:
Energieträger modelliert; der heutige Wärmepumpen-Bestand wird tendenziell unterschätzt.
Im Alb-Donau-Kreis ist die Wärmepumpe keine Verlegenheitslösung, sondern die absehbare Regel. Der Grund steckt in der Struktur des Kreises: 55 überwiegend ländliche Gemeinden rund um Ulm, und ein Wärmemix, in dem Fernwärme praktisch keine Rolle spielt (modelliert rund 0 %). Wo kein Wärmenetz liegt und – bei dieser Siedlungsdichte – auch keines wirtschaftlich neu gebaut wird, bleibt für die Erfüllung der 65-%-Erneuerbare-Pflicht des Gebäudeenergiegesetzes im Bestand nur eine dezentrale Lösung. Für die große Mehrheit der Haushalte heißt das: Wärmepumpe.
Warum die kommunale Wärmeplanung Sie hier kaum überraschen wird
Die Große Kreisstadt Ehingen fällt unter die frühe Wärmeplanungspflicht des Klimaschutzgesetzes Baden-Württemberg, die kleineren der 55 Kreisgemeinden unter das Bundes-Wärmeplanungsgesetz mit Frist 30.06.2028. Viele Eigentümer warten deshalb ab. Das ist im Alb-Donau-Kreis meist unnötig: Bei einem Fernwärmeanteil von etwa null wird ein kommunaler Wärmeplan für nahezu jede Adresse „dezentrale Versorgung" ausweisen. Ein rechnerisch geprüftes Wärmenetzgebiet bedeutet zudem nicht, dass ein Netz auch gebaut wird. Die Wärmepumpe erfüllt die 65-%-Pflicht unabhängig vom Wärmeplan – wer jetzt tauscht, handelt regelkonform und muss die Entscheidung nicht in zwei Jahren nachholen.
Der Gebäudebestand ist ungewöhnlich wärmepumpentauglich
Anders als in vielen Altbau-Regionen spricht die Bausubstanz hier für die Technik. Rund 85 % der Wohngebäude sind freistehende Einfamilienhäuser (nach Gebäudeanzahl) – also mit eigener Fläche für Außeneinheit und, falls sinnvoll, eine Erdsonde. Nur etwa 40 % des Bestands stammen aus der Zeit vor 1979, der Rest ist jünger und damit im Schnitt besser gedämmt. Die modellierte Heizlast eines typischen Einfamilienhauses liegt bei rund 19 kW, ein erheblicher Teil der Häuser darunter. Das ist der Bereich, in dem eine gut geplante Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Vorlauftemperaturen um 55 °C und einer Jahresarbeitszahl von etwa 3 sauber arbeitet – ohne dass zwingend erst eine Vollsanierung vorausgehen muss.
Wichtig bleibt die Einzelbetrachtung: Die geschätzte Spanne der Heizlast reicht vom komfortablen unteren Bereich bis über 30 kW bei unsanierten, großen Häusern. Genau hier lohnt der Blick auf die konkrete Adresse statt auf den Kreisdurchschnitt.
Die Förderung: fast alles kommt vom Bund – und der Kreis zahlt nichts dazu
Das ist der Punkt, an dem im Alb-Donau-Kreis am meisten Geld liegen bleibt oder falsch geplant wird. Drei Dinge sollten Sie wissen:
1. Der einzige echte Zuschuss ist die Bundesförderung. Über die KfW-Heizungsförderung (KfW-458, BEG) sind bis zu 70 % der förderfähigen Kosten möglich – 30 % Grundförderung, 5 % Effizienzbonus, bis zu 30 % Einkommensbonus (bei bis zu 40.000 € Haushaltseinkommen) und 20 % Klimageschwindigkeitsbonus beim Austausch einer fossilen Altheizung, gedeckelt bei 70 %. Die maximal förderfähigen Kosten liegen für die erste Wohneinheit bei 30.000 €. Der Antrag läuft über die KfW und muss vor der Beauftragung bewilligt sein; die genauen Boni prüfen Sie tagesaktuell auf kfw.de.
2. Der Kreis selbst fördert keine private Wärmepumpe. Der Landkreis betreibt Klimaschutz über Solaratlas, PV-Freiflächenleitlinie, das Wasserstoffprojekt Ehingen und den European Energy Award – aber es gibt keinen kommunalen Barzuschuss für den Heizungstausch. Rechnen Sie also nicht mit einem Kreis- oder Gemeindeanteil obendrauf.
3. Kommunale Programme der Nachbarstadt Ulm gelten hier nicht. Fördertöpfe der Stadt Ulm sind grundsätzlich auf den Stadtkreis Ulm begrenzt; Bürgerinnen und Bürger der 55 Alb-Donau-Kreis-Gemeinden können sie nicht in Anspruch nehmen. Verlassen Sie sich für den Heizungstausch daher auf die Bundesförderung und rechnen Sie nicht mit einem kommunalen Zuschuss aus Ulm.
Als neutrale Anlaufstelle vor Ort gibt es die Regionale Energieagentur Ulm gGmbH, die für die Region – inklusive Alb-Donau-Kreis – eine anbieterunabhängige und in der Erstberatung kostenlose Beratung zu Heiztechnik, Wärmepumpe und Fördermitteln anbietet. Ein sinnvoller erster Schritt, bevor Angebote eingeholt werden.
Timing: warum 2026 zählt
Der Klimageschwindigkeitsbonus von 20 % ist der größte einzelne Hebel für viele Öl- und Gas-Haushalte – und im Kreis sind das die allermeisten (modelliert rund 45 % Öl, 52 % Gas). Nach dem Regierungsentwurf vom Juli 2026 soll dieser Bonus ab 2027 auslaufen. Das ist bislang nur ein Entwurf und kein Gesetz, aber die Richtung ist klar: Wer den Austausch noch 2026 auf den Weg bringt, sichert sich den Bonus tendenziell noch.
reduco betreibt keine Niederlassung im Alb-Donau-Kreis. Wir liefern die Datenanalyse für Ihr Gebäude und vermitteln an ein Netzwerk geprüfter Fachbetriebe und Energieberater, die den Kreis bedienen. Ob sich die Wärmepumpe an Ihrer Adresse rechnet – bei Ihrer Heizlast, Ihrem Baujahr, Ihrem Dämmstand – zeigt Ihnen der kostenlose Wärmepumpen-Check in wenigen Minuten. Danach wissen Sie, welche Förderung realistisch ist und welche Vorlauftemperatur Ihr Haus braucht.
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Häufige Fragen
In vielen Fällen ja. Da nur etwa 40 % der Wohngebäude vor 1979 gebaut wurden, ist der Bestand im Schnitt jünger und besser gedämmt als in typischen Altbau-Kreisen. Entscheidend ist Ihre individuelle Heizlast und die erreichbare Vorlauftemperatur – der Wärmepumpen-Check klärt das für Ihre Adresse, bevor Sie in eine Sanierung investieren.
Nein. Kommunale Fördertöpfe der Stadt Ulm sind auf den Stadtkreis Ulm begrenzt und für die 55 Gemeinden des Alb-Donau-Kreises nicht zugänglich. Ihr Zuschuss kommt praktisch vollständig vom Bund über die KfW-Heizungsförderung.
Nein. Der Alb-Donau-Kreis hat kein eigenes Förderprogramm für private Wärmepumpen. Seine Klima- und Energieangebote zielen auf Photovoltaik (Solaratlas), Freiflächen-PV, das Wasserstoffprojekt Ehingen und den European Energy Award – nicht auf den Heizungstausch. Planen Sie also nur mit der Bundesförderung.
In der Regel nicht. Bei einem Fernwärmeanteil von rund 0 % wird die Wärmeplanung für fast jede Adresse im Kreis eine dezentrale Lösung ausweisen. Die Wärmepumpe erfüllt die 65-%-Erneuerbare-Pflicht des GEG unabhängig vom Wärmeplan, auch wenn Ihre Gemeinde ihre Planung erst bis zur Frist 30.06.2028 abschließt.
Bis zu 70 % der förderfähigen Kosten: 30 % Grundförderung plus mögliche Boni (5 % Effizienz, bis 30 % Einkommen, 20 % Klimageschwindigkeit), gedeckelt bei 70 %. Maximal förderfähig sind 30.000 € für die erste Wohneinheit. Die für Sie geltende Summe hängt von Einkommen und Altheizung ab – prüfen Sie die aktuellen Sätze auf kfw.de und lassen Sie sich vorab neutral beraten.
Weil der Klimageschwindigkeitsbonus von 20 % nach dem Regierungsentwurf vom Juli 2026 ab 2027 auslaufen soll (noch Entwurf, kein Gesetz). Da im Kreis rund 45 % der Häuser mit Öl und rund 52 % mit Gas heizen, betrifft dieser Bonus die meisten Eigentümer direkt. Wer den Austausch 2026 anstößt, sichert ihn sich tendenziell noch.
An die Regionale Energieagentur Ulm gGmbH. Sie berät für die Region inklusive Alb-Donau-Kreis anbieterneutral und in der Erstberatung kostenlos zu Heizung, Wärmepumpe und Förderung. Für die Frage, ob und wie sich die Wärmepumpe an Ihrer konkreten Adresse rechnet, starten Sie am besten mit dem kostenlosen Wärmepumpen-Check.
