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Wärmepumpe · Baden-Württemberg · Landkreis

Wärmepumpe Alb-Donau-Kreis: geplanter Standard, kein Notnagel

Bei rund 0 % Fernwärme im Alb-Donau-Kreis führt die Wärmeplanung fast jede Adresse zur Wärmepumpe. 2026 sichern Sie bis zu 70 % KfW-Förderung – jetzt prüfen.

Aggregierte Gebäudedaten für Alb-Donau-Kreis55 Gemeinden, rund 57.270 Wohngebäude.

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Hendrik Stotz

Hendrik Stotz

Stand: Juli 2026
Aktualisiert: 9. August 2026

Hendrik ist zertifizierter Energieeffizienz-Experte und bringt durch seinen Bachelor of Engineering und Master of Science tiefe Expertise in den Bereichen Sanierung und Gebäudeenergiesysteme mit sich. Seit fast 7 Jahren beschäftigt er sich angefangen bei Bosch Building Technologies mit Gebäudetechnik und verfolgt mit Reduco die Mission, so viele Eigentümer, Berater und Installateure wie möglich bei der Planung von wirtschaftlich sinnvollen Sanierungen zu unterstützen.

40 %

Gebäude vor 1979

oft mit Sanierungsbedarf

19,0 kW

Ø Heizlast EFH

unsaniert, geschätzt

125

kWh/m²·a Wärmebedarf

Median, unsaniert

85 %

Freistehende EFH

günstig für Aufstellort

Gebäudebestand in Alb-Donau-Kreis: Baualter entscheidet

Das Baujahr ist der wichtigste Hinweis auf die nötige Vorlauftemperatur und damit die Eignung für eine Wärmepumpe. In Alb-Donau-Kreis wurden rund 40 % der Wohngebäude vor 1979 – also vor der ersten Wärmeschutzverordnung – errichtet:

vor 19198%1919–19482%1949–19575%1958–19689%1969–197815%1979–199010%1991–200032%2001–20115%2012–20151%ab 201612%
Baualtersstruktur der Wohngebäude in Alb-Donau-Kreis (Anteil je Baujahrsklasse) · Basis: amtliche 3D-Gebäudedaten, Baujahr modelliert.

Baujahr und Heizträger sind modellierte Schätzwerte auf Basis der Gebäudedaten.

Heizlast & Auslegung im Einfamilienhaus

Ein typisches Einfamilienhaus in Alb-Donau-Kreis hat eine geschätzte Heizlast von rund 19,0 kW (mittlere 50 %: 12,826,9 kW) im unsanierten Zustand. Als grobe Orientierung passt dazu eine Wärmepumpe der Leistungsklasse um 19 kW – die genaue Auslegung hängt vom Sanierungszustand ab.

< 10 kW12%
10–15 kW24%
15–20 kW19%
20–30 kW28%
≥ 30 kW18%

Heizträger in Alb-Donau-Kreis heute

Die geschätzte Verteilung der Energieträger zeigt, wie groß das Umstellungspotenzial auf eine Wärmepumpe ist:

Gas52%
Öl45%
Fernwärme0%
Holz2%

Energieträger modelliert; der heutige Wärmepumpen-Bestand wird tendenziell unterschätzt.

Im Alb-Donau-Kreis ist die Wärmepumpe keine Verlegenheitslösung, sondern die absehbare Regel. Der Grund steckt in der Struktur des Kreises: 55 überwiegend ländliche Gemeinden rund um Ulm, und ein Wärmemix, in dem Fernwärme praktisch keine Rolle spielt (modelliert rund 0 %). Wo kein Wärmenetz liegt und – bei dieser Siedlungsdichte – auch keines wirtschaftlich neu gebaut wird, bleibt für eine erneuerbare Wärmeversorgung im Bestand nur eine dezentrale Lösung – und nur eine solche erfüllt die 65-%-Erneuerbaren-Voraussetzung der Bundesförderung (eine gesetzliche Einbaupflicht dazu ist mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz entfallen). Für die große Mehrheit der Haushalte heißt das: Wärmepumpe.

Warum die kommunale Wärmeplanung Sie hier kaum überraschen wird

Die Große Kreisstadt Ehingen fällt unter die frühe Wärmeplanungspflicht des Klimaschutzgesetzes Baden-Württemberg, die kleineren der 55 Kreisgemeinden unter das Bundes-Wärmeplanungsgesetz mit Frist 30.06.2028. Viele Eigentümer warten deshalb ab. Das ist im Alb-Donau-Kreis meist unnötig: Bei einem Fernwärmeanteil von etwa null wird ein kommunaler Wärmeplan für nahezu jede Adresse „dezentrale Versorgung" ausweisen. Ein rechnerisch geprüftes Wärmenetzgebiet bedeutet zudem nicht, dass ein Netz auch gebaut wird. Die Wärmepumpe ist unabhängig vom Wärmeplan förderfähig und erfüllt die 65-%-Erneuerbaren-Voraussetzung der BEG – wer jetzt tauscht, muss die Entscheidung nicht in zwei Jahren nachholen.

Der Gebäudebestand ist ungewöhnlich wärmepumpentauglich

Anders als in vielen Altbau-Regionen spricht die Bausubstanz hier für die Technik. Rund 85 % der Wohngebäude sind freistehende Einfamilienhäuser (nach Gebäudeanzahl) – also mit eigener Fläche für Außeneinheit und, falls sinnvoll, eine Erdsonde. Nur etwa 40 % des Bestands stammen aus der Zeit vor 1979, der Rest ist jünger und damit im Schnitt besser gedämmt. Die modellierte Heizlast eines typischen Einfamilienhauses liegt bei rund 19 kW, ein erheblicher Teil der Häuser darunter. Das ist der Bereich, in dem eine gut geplante Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Vorlauftemperaturen um 55 °C und einer Jahresarbeitszahl von etwa 3 sauber arbeitet – ohne dass zwingend erst eine Vollsanierung vorausgehen muss.

Wichtig bleibt die Einzelbetrachtung: Die geschätzte Spanne der Heizlast reicht vom komfortablen unteren Bereich bis über 30 kW bei unsanierten, großen Häusern. Genau hier lohnt der Blick auf die konkrete Adresse statt auf den Kreisdurchschnitt.

Die Förderung: fast alles kommt vom Bund – und der Kreis zahlt nichts dazu

Das ist der Punkt, an dem im Alb-Donau-Kreis am meisten Geld liegen bleibt oder falsch geplant wird. Drei Dinge sollten Sie wissen:

1. Der einzige echte Zuschuss ist die Bundesförderung. Über die KfW-Heizungsförderung (KfW-458, BEG) sind bis zu 70 % der förderfähigen Kosten möglich – 30 % Grundförderung, ein gestaffelter Einkommensbonus für selbstnutzende Eigentümer (40 % bis 30.000 €, 30 % bis 40.000 €, 10 % bis 50.000 € zu versteuerndes Haushaltseinkommen) und 16 % Klimageschwindigkeitsbonus beim Austausch einer fossilen Altheizung. Bei einem zu versteuernden Einkommen bis 30.000 € liegt der Deckel bei 80 %. Den früheren Effizienzbonus von 5 % gibt es seit dem 21.07.2026 nicht mehr. Die maximal förderfähigen Kosten liegen für die erste Wohneinheit bei 28.000 €. Der Antrag läuft über die KfW und muss vor der Beauftragung bewilligt sein; die genauen Boni prüfen Sie tagesaktuell auf kfw.de.

2. Der Kreis selbst fördert keine private Wärmepumpe. Der Landkreis betreibt Klimaschutz über Solaratlas, PV-Freiflächenleitlinie, das Wasserstoffprojekt Ehingen und den European Energy Award – aber es gibt keinen kommunalen Barzuschuss für den Heizungstausch. Rechnen Sie also nicht mit einem Kreis- oder Gemeindeanteil obendrauf.

3. Kommunale Programme der Nachbarstadt Ulm gelten hier nicht. Fördertöpfe der Stadt Ulm sind grundsätzlich auf den Stadtkreis Ulm begrenzt; Bürgerinnen und Bürger der 55 Alb-Donau-Kreis-Gemeinden können sie nicht in Anspruch nehmen. Verlassen Sie sich für den Heizungstausch daher auf die Bundesförderung und rechnen Sie nicht mit einem kommunalen Zuschuss aus Ulm.

Als neutrale Anlaufstelle vor Ort gibt es die Regionale Energieagentur Ulm gGmbH, die für die Region – inklusive Alb-Donau-Kreis – eine anbieterunabhängige und in der Erstberatung kostenlose Beratung zu Heiztechnik, Wärmepumpe und Fördermitteln anbietet. Ein sinnvoller erster Schritt, bevor Angebote eingeholt werden.

Timing: warum 2026 zählt

Der Klimageschwindigkeitsbonus von 16 % ist der größte einzelne Hebel für viele Öl- und Gas-Haushalte – und im Kreis sind das die allermeisten (modelliert rund 45 % Öl, 52 % Gas). Seit der BEG-Reform vom 21.07.2026 steht fest, dass er ausläuft: Ab dem 01.02.2027 sinkt er halbjährlich um 4 Prozentpunkte und beträgt ab dem 01.08.2028 null. Auch die förderfähigen Höchstkosten sinken ab 01.02.2027 halbjährlich um 750 €. Maßgeblich ist das Datum der Antragstellung – wer den Austausch noch 2026 auf den Weg bringt, sichert sich den vollen Satz.

reduco betreibt keine Niederlassung im Alb-Donau-Kreis. Wir liefern die Datenanalyse für Ihr Gebäude und vermitteln an ein Netzwerk geprüfter Fachbetriebe und Energieberater, die den Kreis bedienen. Ob sich die Wärmepumpe an Ihrer Adresse rechnet – bei Ihrer Heizlast, Ihrem Baujahr, Ihrem Dämmstand – zeigt Ihnen der kostenlose Wärmepumpen-Check in wenigen Minuten. Danach wissen Sie, welche Förderung realistisch ist und welche Vorlauftemperatur Ihr Haus braucht.

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Häufige Fragen

In vielen Fällen ja. Da nur etwa 40 % der Wohngebäude vor 1979 gebaut wurden, ist der Bestand im Schnitt jünger und besser gedämmt als in typischen Altbau-Kreisen. Entscheidend ist Ihre individuelle Heizlast und die erreichbare Vorlauftemperatur – der Wärmepumpen-Check klärt das für Ihre Adresse, bevor Sie in eine Sanierung investieren.

Nein. Kommunale Fördertöpfe der Stadt Ulm sind auf den Stadtkreis Ulm begrenzt und für die 55 Gemeinden des Alb-Donau-Kreises nicht zugänglich. Ihr Zuschuss kommt praktisch vollständig vom Bund über die KfW-Heizungsförderung.

Nein. Der Alb-Donau-Kreis hat kein eigenes Förderprogramm für private Wärmepumpen. Seine Klima- und Energieangebote zielen auf Photovoltaik (Solaratlas), Freiflächen-PV, das Wasserstoffprojekt Ehingen und den European Energy Award – nicht auf den Heizungstausch. Planen Sie also nur mit der Bundesförderung.

In der Regel nicht. Bei einem Fernwärmeanteil von rund 0 % wird die Wärmeplanung für fast jede Adresse im Kreis eine dezentrale Lösung ausweisen. Die Wärmepumpe ist unabhängig vom Wärmeplan förderfähig und erfüllt die 65-%-Erneuerbaren-Voraussetzung der Bundesförderung, auch wenn Ihre Gemeinde ihre Planung erst bis zur Frist 30.06.2028 abschließt.

Bis zu 70 % der förderfähigen Kosten: 30 % Grundförderung plus mögliche Boni (bis 40 % Einkommensbonus, 16 % Klimageschwindigkeitsbonus), gedeckelt bei 70 % – bei einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis 30.000 € bei 80 %. Maximal förderfähig sind 28.000 € für die erste Wohneinheit. Die für Sie geltende Summe hängt von Einkommen und Altheizung ab – prüfen Sie die aktuellen Sätze auf kfw.de und lassen Sie sich vorab neutral beraten.

Weil der Klimageschwindigkeitsbonus von 16 % nach der seit 21.07.2026 geltenden BEG-Richtlinie ab dem 01.02.2027 halbjährlich um 4 Prozentpunkte sinkt und zum 01.08.2028 ausläuft. Da im Kreis rund 45 % der Häuser mit Öl und rund 52 % mit Gas heizen, betrifft dieser Bonus die meisten Eigentümer direkt. Wer den Austausch 2026 anstößt, sichert ihn sich tendenziell noch.

An die Regionale Energieagentur Ulm gGmbH. Sie berät für die Region inklusive Alb-Donau-Kreis anbieterneutral und in der Erstberatung kostenlos zu Heizung, Wärmepumpe und Förderung. Für die Frage, ob und wie sich die Wärmepumpe an Ihrer konkreten Adresse rechnet, starten Sie am besten mit dem kostenlosen Wärmepumpen-Check.

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