Wärmepumpe Rems-Murr-Kreis: Der Wärmeplan hat entschieden
Nur rund 2 % der Wohngebäude im Rems-Murr-Kreis heizen mit Fernwärme – der Rest ist Wärmepumpen-Gebiet. So legen Sie richtig aus und fördern über KfW-458.
Aggregierte Gebäudedaten für Rems-Murr-Kreis – 31 Gemeinden, rund 96.035 Wohngebäude.
56 %
Gebäude vor 1979
oft mit Sanierungsbedarf
21,6 kW
Ø Heizlast EFH
unsaniert, geschätzt
151
kWh/m²·a Wärmebedarf
Median, unsaniert
80 %
Freistehende EFH
günstig für Aufstellort
Gebäudebestand in Rems-Murr-Kreis: Baualter entscheidet
Das Baujahr ist der wichtigste Hinweis auf die nötige Vorlauftemperatur und damit die Eignung für eine Wärmepumpe. In Rems-Murr-Kreis wurden rund 56 % der Wohngebäude vor 1979 – also vor der ersten Wärmeschutzverordnung – errichtet:
Baujahr und Heizträger sind modellierte Schätzwerte auf Basis der Gebäudedaten.
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Heizlast & Auslegung im Einfamilienhaus
Ein typisches Einfamilienhaus in Rems-Murr-Kreis hat eine geschätzte Heizlast von rund 21,6 kW (mittlere 50 %: 14,6–27,7 kW) im unsanierten Zustand. Als grobe Orientierung passt dazu eine Wärmepumpe der Leistungsklasse um 22 kW – die genaue Auslegung hängt vom Sanierungszustand ab.
Heizträger in Rems-Murr-Kreis heute
Die geschätzte Verteilung der Energieträger zeigt, wie groß das Umstellungspotenzial auf eine Wärmepumpe ist:
Energieträger modelliert; der heutige Wärmepumpen-Bestand wird tendenziell unterschätzt.
Für die allermeisten der rund 96.000 Wohngebäude im Rems-Murr-Kreis ist die Grundsatzfrage längst beantwortet – und zwar nicht durch Sie, sondern durch die kommunale Wärmeplanung. Baden-Württemberg war hier Vorreiter: Die Großen Kreisstädte mussten ihren Wärmeplan schon bis Ende 2023 vorlegen, lange bevor das bundesweite Wärmeplanungsgesetz am 06.08.2025 über das Änderungsgesetz zum KlimaG BW in Landesrecht überführt wurde. Im Kreis liegen fertige Pläne vor: Waiblingen hat den Kommunalen Wärmeplan am 14.12.2023 einstimmig beschlossen, Fellbach hat 2025 seinen Endbericht zur Kommunalen Wärmeplanung vorgelegt.
Grün oder violett – in welchem Gebiet liegt Ihr Haus?
Diese Pläne teilen das Gemeindegebiet in Zonen. „Grüne" Flächen sind Eignungs- oder Prüfgebiete für Fernwärme, „violette" Flächen sind dezentrale Gebiete, in denen der Planer die Wärmepumpe selbst als Standardlösung einplant. Entscheidend ist: Diese grünen Gebiete sind klein. Fellbach hat ganze 13 Wärmenetz-Prüfgebiete ausgewiesen, davon nur 6 in vertiefter Machbarkeitsprüfung – der weitaus größte Teil der Fläche ist dezentral. Das passt exakt zur heutigen Realität im Kreis, wo modelliert nur etwa 2 % der Wohngebäude an Fernwärme hängen und rund 96 % noch mit Gas (54 %) oder Öl (42 %) heizen.
Bevor Sie investieren, lohnt daher ein Blick ins Wärmeplan-Geoportal Ihrer Gemeinde. Liegt Ihr Haus im grünen Netz-Prüfgebiet, kann ein späterer Fernwärmeanschluss die günstigere Option sein – eine Wärmepumpe wäre dort im Zweifel eine Fehlinvestition. Liegen Sie im violetten Gebiet – und statistisch tun das die allermeisten –, dann ist die Frage nicht mehr ob Wärmepumpe, sondern nur noch, wie sauber sie ausgelegt wird.
Förderung: kein Kreis-Zuschuss, dafür bis zu 80 % vom Bund
Wer auf einen lokalen „Stadt-" oder „Kreis-Bonus" hofft, wird enttäuscht. Ein RMK-weites Wärmepumpen-Förderprogramm existiert nicht, und das städtische Klimaschutz-Förderprogramm der Stadt Waiblingen wurde zum 24.06.2026 vom Gemeinderat geschlossen – es förderte ohnehin keinen Heizungstausch, sondern PV- und Gründach-Beratung für Betriebe sowie Sanierungen im Sanierungsgebiet „Ortsmitte Neustadt". Über eine Fortführung will die Stadt im Rahmen der Haushaltsplanung beraten.
Dort liegt auch das eigentliche Geld: Über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) und den KfW-Zuschuss 458 gibt es seit der neuen Förderrichtlinie vom 21. Juli 2026 30 % Grundförderung, dazu 16 % Klimageschwindigkeitsbonus beim Tausch einer alten Öl- oder Gasheizung und den gestaffelten Einkommensbonus (40 % bis 30.000 €, 30 % bis 40.000 €, 10 % bis 50.000 € zu versteuerndem Haushaltseinkommen) – kumuliert bis zu 70 % der förderfähigen Kosten, bei einem Einkommen bis 30.000 € bis zu 80 %. Förderfähig sind für die erste Wohneinheit 28.000 €, der Höchstzuschuss liegt damit bei 22.400 €. Den früheren Effizienzbonus für Erd- und Wasser-Wärmepumpen gibt es seitdem nicht mehr. Ein echter lokaler Vorteil bleibt Ihnen dennoch: Die Energieagentur Rems-Murr in Waiblingen berät Sie kostenlos sowie hersteller- und produktneutral zu Heizungstausch, Wärmepumpe und Förderung. Für eine vertiefte Vor-Ort-Beratung fällt ein Eigenanteil von 40 € an.
Richtig ausgelegt statt einfach getauscht
Der Bestand im Kreis ist gemischt: Etwa 56 % der Wohngebäude stammen (modelliert) aus der Zeit vor 1979, während ein spürbarer Anteil ab den 1990er-Jahren oft direkt wärmepumpentauglich ist. Genau hier entscheidet sich die Wirtschaftlichkeit. Die geschätzte Heizlast im freistehenden Einfamilienhaus liegt im Kreis-Median bei rund 21,6 kW (unsaniert), mit erheblicher Streuung von etwa 14,6 kW (unteres Viertel) bis 27,7 kW (oberes Viertel). Diese Spanne ist der Grund, warum eine pauschale Anlage selten passt.
Bei einem hohen modellierten Endenergiebedarf – im Kreis liegen 69 % der Wohngebäude geschätzt in den Effizienzklassen F bis H – kann es sinnvoll sein, vor oder mit dem Heizungstausch einzelne Bauteile anzugehen: größere Heizkörper, gedämmte Rohre, gegebenenfalls Fenster oder Dach. Nur so erreicht die Wärmepumpe niedrige Vorlauftemperaturen (Richtwert um 55 °C) und eine gute Jahresarbeitszahl von etwa 3 – sonst zahlen Sie Haushaltsstrom zu rund 35 ct/kWh an eine ineffizient laufende Anlage. Ein separater Wärmepumpentarif liegt meist deutlich darunter, macht eine schlechte Auslegung aber nicht wett.
Ein akuter Zwang besteht nicht: Die 65-%-Erneuerbaren-Pflicht im Gebäudebestand ist mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, dem früheren GEG) zum 29. Juli 2026 ersatzlos gestrichen, und auch die Kopplung an die kommunale Wärmeplanung entfällt. Weil der Klimageschwindigkeitsbonus aber den frühen Tausch belohnt und seit dem 21. Juli 2026 nur noch 16 % beträgt – mit weiteren Vier-Punkte-Schritten nach unten ab 1. Februar 2027 bis auf 0 % ab 1. August 2028 –, spricht wirtschaftlich mehr für früher als für später.
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Häufige Fragen
Für die meisten Häuser ja. Die fertigen Wärmepläne von Waiblingen und Fellbach weisen Fernwärme nur für wenige grüne Gebiete aus; heute nutzen modelliert nur rund 2 % der Wohngebäude Fernwärme. Außerhalb dieser Zonen ist die Wärmepumpe die vom Planer eingeplante Standardlösung.
Nein. Ein Kreis-Programm existiert nicht, und das Waiblinger Klimaschutz-Förderprogramm wurde zum 24.06.2026 geschlossen – es deckte den Heizungstausch ohnehin nicht ab. Die Wärmepumpe selbst fördert der Bund über den KfW-Zuschuss 458 mit bis zu 70 % – und bis zu 80 % bei einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis 30.000 €; ergänzende Effizienzmaßnahmen an der Gebäudehülle laufen über die BAFA-Einzelmaßnahmen der BEG.
Im kommunalen Wärmeplan Ihrer Gemeinde bzw. im zugehörigen Geoportal. Waiblingen und Fellbach stellen ihre Pläne öffentlich bereit; grün steht für Fernwärme-Prüfgebiete, violett für dezentrale Wärmepumpen-Gebiete.
Meist ja, aber die Auslegung ist entscheidend. Bei einer geschätzten EFH-Heizlast von im Median rund 21,6 kW und vielen Gebäuden in den Klassen F bis H sollten Sie Heizlast sauber berechnen lassen und ggf. Heizkörper oder Dämmung mitdenken, um eine gute Jahresarbeitszahl zu erreichen.
Nein. Eine gesetzliche 65-%-Erneuerbaren-Pflicht im Bestand gibt es seit dem 29. Juli 2026 nicht mehr; sie wurde mit dem GModG (dem früheren GEG) gestrichen, ebenso die Kopplung an die kommunale Wärmeplanung. Wegen des Klimageschwindigkeitsbonus, der seit 21. Juli 2026 nur noch 16 % beträgt und bis August 2028 schrittweise auf 0 % sinkt, lohnt der Tausch dennoch eher früher.
Die kommunale Energieagentur Rems-Murr in Waiblingen bietet eine kostenlose, herstellerneutrale Erstberatung; eine vertiefte Vor-Ort-Beratung mit Bericht kostet 40 € Eigenanteil. Das ist ein guter erster Schritt, bevor Sie Angebote von Fachbetrieben einholen.
Sie sind damit nicht allein: Landesweit hatten laut Energieatlas BW Anfang Juli 2026 erst 193 der 1.101 Kommunen in Baden-Württemberg einen abschließend geprüften Wärmeplan, bei weiteren 146 lief die Prüfung. Warten Sie nicht auf einen Plan, sondern fragen Sie den aktuellen Stand bei Ihrer Gemeinde aktiv nach – die Wärmepumpe bleibt in dezentralen Lagen ohnehin die wahrscheinlichste Lösung. Wie hoch die passende Heizlast, die realistische Jahresarbeitszahl und die konkrete Förderung für Ihr Gebäude ausfallen, hängt von Baujahr, Wohnfläche und Dämmzustand ab. Der kostenlose Wärmepumpen-Check von reduco.ai rechnet das für Ihre genaue Adresse durch und verbindet Sie mit geprüften Fachbetrieben und Energieberatern, die den Rems-Murr-Kreis bedienen.
