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Ratgeber17 Min. Lesezeit

Dreifachverglasung nachrüsten 2026: nur Glas oder ganzes Fenster?

Dreifachverglasung nachrüsten 2026: reiner Glastausch ab Ug <0,7 W/m²K, aber Förderung erst ab Uw ≤0,95. Wann sich nur Glas lohnt – ehrlich erklärt.

Monteur setzt eine neue Dreifachverglasung in einen bestehenden Fensterrahmen ein

Das Wichtigste in Kürze

  • Zwei Wege: Entweder nur die Verglasung gegen Dreifachglas tauschen (Ertüchtigung, Rahmen bleibt) oder das ganze Fenster ersetzen. Der reine Glastausch ist günstiger und erhält die Optik – aber nur bei intaktem Rahmen, intakten Beschlägen und ausreichender Statik sinnvoll.
  • U-Werte: Dreifach-Wärmeschutzglas erreicht einen Ug-Wert unter 0,7 W/(m²K), Zweifach-Wärmeschutzglas liegt bei ≈1,1, altes Einfachglas bei ≈5,8 W/(m²K).
  • Förder-Falle: Die BAFA-Förderung verlangt Uw ≤ 0,95 W/(m²K) fürs ganze Fenster – ein alter Rahmen zieht den Wert hoch, sodass reines Dreifachglas im Altrahmen die Schwelle oft verfehlt.
  • GEG-Pflicht: Beim Fenstertausch fordert das GEG Uw ≤ 1,3 W/(m²K) (Dachfenster ≤ 1,4), beim reinen Verglasungstausch Ug ≤ 1,1 W/(m²K) – GEG Anlage 7.
  • BAFA-Zuschuss 2026: 15 % Grundförderung plus 5 % iSFP-Bonus = bis zu 20 %, auf maximal 30.000 € förderfähige Kosten je Wohneinheit und Jahr; Energieeffizienz-Experte ist Pflicht.
  • Schimmel-Warnung: Neue dichte Fenster in ungedämmten Wänden verschieben den Taupunkt auf die kalte Wand. Ab Erneuerung von einem Drittel der Fensterfläche ist ein Lüftungskonzept gesetzlich vorgeschrieben.

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Sie wollen die alten Fenster nicht komplett rauswerfen, sondern nur das schlechte Glas durch modernes Dreifachglas ersetzen? Das ist technisch möglich und nennt sich Verglasungstausch oder Ertüchtigung – der Rahmen bleibt, nur die Scheibe wird getauscht. Der reine Glastausch ist deutlich günstiger als ein kompletter Fensteraustausch und erhält die vorhandene Optik. Es gibt aber zwei harte Haken: Erstens funktioniert er nur, wenn Rahmen, Beschläge und Statik mitspielen – und Dreifachglas ist spürbar schwerer als Zweifachglas. Zweitens verfehlt der reine Glastausch in alten Rahmen fast immer die Förderschwelle, weil die staatliche Förderung Uw ≤ 0,95 W/(m²K) für das gesamte Fenster verlangt, nicht nur fürs Glas.

Dieser Ratgeber zeigt Ihnen ehrlich, wann sich das Nachrüsten von Dreifachverglasung lohnt und wann der komplette Fensteraustausch (Kosten & Förderung 2026) die klügere Wahl ist. Wir erklären die U-Werte, die Voraussetzungen am Rahmen, die Förderlogik der BAFA und die unterschätzte Schimmelgefahr. Wer zuerst grundsätzlich entscheiden will, findet im direkten Vergleich Dreifach- vs. Zweifachverglasung die passende Grundlage.

Nur Glas tauschen oder ganzes Fenster? Die Entscheidungsmatrix

Das ist die zentrale Frage – und die Antwort hängt vor allem vom Zustand Ihrer bestehenden Fenster ab. Beim reinen Verglasungstausch (von der BAFA als „Ertüchtigung" bezeichnet) wird eine neue Dreifachverglasung in den bestehenden Fensterrahmen eingesetzt. Beim Komplettaustausch fliegt das gesamte Fenster inklusive Rahmen heraus.

Die folgende Tabelle stellt beide Wege gegenüber, damit Sie sofort sehen, welche Option zu Ihrer Ausgangslage passt:

Kriterium Nur Verglasung tauschen (Ertüchtigung) Komplettes Fenster tauschen
Kosten Günstiger – nur Glas, kein neuer Rahmen Höher – Rahmen, Glas, Beschläge, Einbau
Erreichbarer Uw-Wert Begrenzt durch alten Rahmen, oft > 0,95 0,6–0,9 W/(m²K) mit warmer Kante möglich
Förderfähigkeit (BAFA Uw ≤ 0,95) Meist nicht erreichbar; nur mit Pflicht-Begleitmaßnahmen Ja, bei Uw ≤ 0,95 W/(m²K)
Voraussetzung Rahmen/Beschlag/Statik Rahmen muss intakt, dicht und tragfähig sein Keine – alles wird neu
Optik bleibt erhalten Ja, Rahmen unverändert Nein, neues Fenster
Wärmebrücke am Rahmen Bleibt bestehen Wird beseitigt (gedämmter Rahmen)
Lebensdauer Durch Altrahmen begrenzt Volle Lebensdauer eines Neufensters

Quellen: Verbraucherzentrale – Fenster sanieren oder austauschen, BAFA – Technische FAQ BEG EM (TFAQ 4.05/4.06).

Die Kernerkenntnis: Der reine Glastausch ist nur dann eine echte Option, wenn das Fenster dicht schließt, der Rahmen intakt und stabil genug ist und die Beschläge intakt sind. Sind diese Bedingungen erfüllt, ist die Ertüchtigung günstiger als ein kompletter Fensteraustausch. Sind sie es nicht, hilft auch das beste Dreifachglas nichts – dann führt am Komplettaustausch kein Weg vorbei.

Faustregel zur schnellen Orientierung

  • Rahmen jünger als ~20 Jahre, dicht, intakt, kein Förderwunsch: Verglasungstausch kann sinnvoll sein.
  • Rahmen alt, undicht, Beschläge ausgeschlagen oder Förderung gewünscht: Komplettaustausch ist meist die bessere Wahl.
  • Denkmalschutz oder besondere Optik: Ertüchtigung des Bestandsrahmens prüfen – hier ist der Glastausch oft die einzige zulässige Lösung.

U-Werte verstehen: Ug vs. Uw, 2-fach vs. 3-fach

Bevor Sie eine Entscheidung treffen, müssen Sie zwei Kennwerte auseinanderhalten. Beide werden in W/(m²K) angegeben, und ein niedrigerer Wert bedeutet weniger Wärmeverlust – also bessere Dämmung.

  • Ug-Wert (g für „glazing", Glas): beschreibt nur die Verglasung, also die reine Scheibe.
  • Uw-Wert (w für „window", Fenster): beschreibt das gesamte Fenster inklusive Rahmen und Glasrandverbund (der „warmen Kante").

Genau diese Unterscheidung ist beim Nachrüsten entscheidend: Sie können mit Dreifachglas einen hervorragenden Ug-Wert erreichen – aber der für Förderung und Gesetz relevante Uw-Wert wird vom alten Rahmen mitbestimmt und oft nach oben gezogen.

Die folgende Tabelle zeigt, wie weit die Verglasungsgenerationen auseinanderliegen:

Verglasungstyp Ug-Wert Glas (W/m²K) Typischer Uw-Wert ganzes Fenster (W/m²K) Innenscheiben-Temperatur Winter
Einfachglas (alt, unbeschichtet) ≈ 5,8 ≈ 5,0+ sehr kalt
Zweifach-Isolierglas (alt, 1980er) ≈ 3,0 ≈ 2,8 kühl
Zweifach-Wärmeschutzglas ≈ 1,1 ≈ 1,2 mittel
Dreifach-Wärmeschutzglas < 0,7 0,6–0,9 ca. 16 °C, angenehm warm

Quellen: ift Rosenheim – Fragen zum Fenstertausch, Verbraucherzentrale – Fenster sanieren oder austauschen, Zukunft Altbau – Fenster.

Der Sprung ist enorm: Altes Einfachglas verliert mit Ug ≈ 5,8 W/(m²K) rund das Achtfache an Wärme wie modernes Dreifachglas mit Ug unter 0,7. Konkret heißt das: Alte Fenster verlieren bis zu fünfmal so viel Wärme wie moderne Wärmeschutzfenster, und je nach Flächenanteil gehen rund 20 % der Raumwärme über die Fenster verloren.

Was bedeutet der g-Wert?

Neben dem U-Wert gibt es den g-Wert (Gesamtenergiedurchlassgrad). Er beschreibt, wie viel der Sonnenenergie durch das Glas in den Raum gelangt – ein höherer g-Wert bringt im Winter mehr kostenlose Sonnenwärme. Beim wirtschaftlichen Optimum erreicht Dreifach-Wärmeschutzglas einen Ug unter 0,7 W/(m²K) bei gleichzeitig einem g-Wert über 55 %. So bleibt der Dämmwert top, ohne die solaren Gewinne im Winter unnötig zu opfern. Mehr Grundlagen erklärt unser Beitrag U-Wert einfach erklärt.

Ein angenehmer Nebeneffekt der besseren Dämmung: Die innere Scheibenoberfläche bleibt bei Dreifachverglasung mit warmer Kante im Winter mit ca. 16 °C angenehm warm. Es zieht nicht mehr vom Fenster, und das Kondenswasser-Risiko an der Scheibe selbst sinkt deutlich.

Wann lohnt sich Dreifachverglasung nachrüsten?

Die ehrliche Antwort: Dreifachglas nachzurüsten lohnt sich vor allem dann, wenn die alten Scheiben energetisch wirklich schlecht sind – also bei Einfachglas oder altem Zweifach-Isolierglas aus den 1980ern. Hier ist der Sprung im U-Wert riesig, und der spürbare Komfortgewinn (warme Scheibe, kein Zugluftgefühl) kommt obendrauf.

Weniger eindeutig ist die Lage, wenn bereits modernes Zweifach-Wärmeschutzglas verbaut ist. Der Unterschied zwischen Ug ≈ 1,1 und Ug < 0,7 ist real, aber kleiner – ob sich das Nachrüsten dann noch lohnt, hängt von Heizkosten, Förderzugang und Komfortanspruch ab. Den nüchternen Zahlenvergleich liefert unser Beitrag Dreifachverglasung vs. Zweifachverglasung im direkten Vergleich.

Wichtig: Erst die Fassade, dann die Fenster?

Ein häufiger und teurer Denkfehler ist, bei ungedämmten Außenwänden zuerst die Fenster anzugehen. Die Verbraucherzentrale ist hier eindeutig: Bei ungedämmten Außenwänden aus Ziegeln, Beton oder Kalksandstein ist eine Fassadendämmung finanziell und energetisch meist lohnender als der Fenstertausch.

Das hat zwei Gründe. Erstens hat die Außenwand in der Regel eine viel größere Fläche als die Fenster – jeder verbesserte Quadratmeter Wand spart mehr. Zweitens – und das ist der gefährlichere Punkt – kann der Fenstertausch bei ungedämmten Wänden sogar Schimmel begünstigen (dazu unten mehr). Wer die Reihenfolge richtig plant, sollte deshalb prüfen, ob nicht die Fassadendämmung (Kosten & Methoden 2026) der bessere erste Schritt ist.

Voraussetzungen für den reinen Glastausch: Rahmen, Beschlag, Statik

Der reine Verglasungstausch klingt verlockend günstig – aber er stellt drei technische Bedingungen, die viele Altfenster nicht erfüllen.

1. Der Rahmen muss dicht, intakt und stabil sein. Ein reiner Glastausch ist nur sinnvoll, wenn das Fenster dicht schließt, der Rahmen unbeschädigt und tragfähig ist. Verzogene, morsche oder undichte Rahmen ziehen den Uw-Wert nach oben und bleiben eine Schwachstelle – dann bringt das beste Glas wenig.

2. Die Beschläge müssen das Mehrgewicht tragen. Hier liegt der am meisten unterschätzte Punkt: Dreifachglas ist deutlich schwerer als Zweifachglas. Alte und dünne Rahmen sowie die vorhandenen Beschläge sind oft nicht für dieses Mehrgewicht ausgelegt. Die Folge: Beschläge können ausschlagen, der Flügel hängt durch, das Fenster schließt nicht mehr sauber. Ohne fachliche Prüfung von Statik und Beschlag ist der reine Glastausch deshalb riskant.

3. Die Falztiefe muss passen. Dreifachglas ist nicht nur schwerer, sondern auch dicker als Zweifachglas. Der bestehende Glasfalz im Rahmen muss die größere Bautiefe überhaupt aufnehmen können – sonst passt die neue Scheibe schlicht nicht in den alten Rahmen.

Die Pflicht-Begleitmaßnahmen der BAFA

Wer die Ertüchtigung fördern lassen will, muss noch mehr tun. Die BAFA definiert in ihrer Technischen FAQ klar: „Unter der Ertüchtigung eines Fensters ist etwa der Einbau einer neuen Verglasung in den bestehenden Fensterrahmen zu verstehen." Und sie verlangt dafür eine ganze Reihe von Pflicht-Begleitmaßnahmen:

  • Überarbeitung der Rahmen und Flügel
  • Herstellung von Gang- und Schließbarkeit
  • Erneuerung bzw. Einbau von Dichtungen
  • Dämmung der Einbaufuge
  • luftdichter Anschluss innen
  • schlagregendichter Anschluss außen

Das ist deutlich mehr als „nur schnell die Scheibe tauschen" – und es verteuert den vermeintlich günstigen Glastausch erheblich. Wer all diese Arbeiten ohnehin durchführen muss, sollte ehrlich kalkulieren, ob ein kompletter Fensteraustausch nicht das bessere Gesamtpaket ist.

Kosten: nur Glas vs. ganzes Fenster

Belastbare, herstellerunabhängige Preisangaben speziell für den reinen Glastausch sind öffentlich schwer zu verifizieren – wir nennen hier deshalb keine vermeintlich exakten Eurobeträge als gesicherte Fakten. Stattdessen die belastbare Logik:

  • Der reine Glastausch ist günstiger als ein kompletter Fensteraustausch, weil Rahmen, Beschläge und Einbau des Rahmens entfallen.
  • Die Pflicht-Begleitmaßnahmen (Rahmenüberarbeitung, neue Dichtungen, Einbaufuge dämmen, luft- und schlagregendichte Anschlüsse) schmälern diesen Kostenvorteil, sobald Förderung im Spiel ist.
  • Der Komplettaustausch ist teurer, liefert dafür aber den vollen Uw-Wert, beseitigt die Wärmebrücke am Rahmen und ist klar förderfähig.

Belastbare, intern abgesicherte Preisspannen für den kompletten Fenstertausch – nach Rahmenmaterial, inklusive Einbau und Gesamtkosten fürs Einfamilienhaus – finden Sie in unserem Ratgeber Fenster austauschen: Kosten, Förderung & Vergleich 2026. Wer noch grundsätzlich zwischen Reparatur und Tausch schwankt, sollte zuerst die Entscheidungshilfe Fenster sanieren oder tauschen lesen.

Die versteckte Rechnung beim Glastausch

Auf dem Papier sieht der reine Glastausch günstig aus. In der Praxis kommen aber oft hinzu: die Verstärkung oder Erneuerung der Beschläge wegen des Mehrgewichts, die Anpassung des Glasfalzes, die geforderten Dichtungen und Anschlüsse – und im Zweifel ein Lüftungskonzept. Rechnen Sie diese Posten von Anfang an mit, sonst ist die scheinbar günstige Lösung am Ende kaum billiger als ein neues Fenster mit deutlich besserem Uw-Wert und voller Förderfähigkeit.

Förderung 2026: Uw ≤ 0,95 und BAFA-Zuschuss

Hier liegt für viele die größte Überraschung – und die häufigste Falle beim Nachrüsten.

Die Förderschwelle: Uw ≤ 0,95 W/(m²K)

Für die staatliche Förderung darf der Uw-Wert neuer Fenster 0,95 W/(m²K) nicht überschreiten. Diese Schwelle ist praktisch nur mit Dreifachverglasung erreichbar – Zweifachglas reicht dafür nicht.

Der entscheidende Punkt für den Glastausch: Die Uw-Anforderung gilt fürs ganze Fenster (Rahmen + Verglasung + Glasrandverbund), nicht nur fürs Glas. Ein schlecht dämmender Altrahmen zieht den Uw-Wert nach oben – sodass trotz hochwertigem Dreifachglas der Förder-Uw von 0,95 oft verfehlt wird und keine Förderung möglich ist. Genau das ist der Grund, warum der reine Glastausch und die staatliche Förderung sich häufig ausschließen.

Gesetzliche Mindestanforderungen (GEG)

Unabhängig von der Förderung gelten die Mindestwerte des Gebäudeenergiegesetzes. Die folgende Tabelle fasst alle relevanten Schwellen für 2026 zusammen:

Schwelle U-Wert Quelle
GEG – Fenstertausch (ganzes Fenster) Uw ≤ 1,3 W/(m²K) GEG Anlage 7
GEG – nur Verglasung getauscht Ug ≤ 1,1 W/(m²K) GEG Anlage 7
GEG – Dachflächenfenster Uw ≤ 1,4 W/(m²K) GEG Anlage 7
BAFA-Förderung Fenster Uw ≤ 0,95 W/(m²K) Verbraucherzentrale / ift

Quellen: GEG Anlage 7 (gesetze-im-internet.de), Verbraucherzentrale.

Wichtig zu verstehen: Das GEG setzt die gesetzliche Untergrenze (Uw ≤ 1,3 bzw. Ug ≤ 1,1), die Förderung verlangt deutlich mehr (Uw ≤ 0,95). Sie können also gesetzeskonform sanieren, ohne förderfähig zu sein – aber nicht umgekehrt.

Der BAFA-Zuschuss im Detail

Fenster zählen zur Einzelmaßnahme „Gebäudehülle". Die Konditionen 2026:

Position Wert
Grundförderung 15 %
iSFP-Bonus + 5 %
Maximale Gesamtförderung bis zu 20 %
Max. förderfähige Kosten 30.000 € pro Wohneinheit/Jahr (60.000 € mit iSFP)
Mindestinvestition 300 € brutto
Pflicht Energieeffizienz-Experte (EEE)

Quelle: BAFA – Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle.

Mit dem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) steigt nicht nur der Fördersatz von 15 auf 20 %, auch der Förderdeckel verdoppelt sich von 30.000 auf 60.000 € pro Wohneinheit und Jahr. Pflicht ist in jedem Fall die Einbindung eines Energieeffizienz-Experten. Welche Wege es neben dem BAFA-Zuschuss noch gibt, erklärt unser Überblick zur Fenster-Förderung 2026: BAFA, KfW & Steuerbonus.

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Schimmel- und Taupunkt-Warnung: Fenster nie isoliert tauschen

Das ist der wichtigste, aber am häufigsten übersehene Punkt beim Fenster-Nachrüsten – und er kann teuer werden.

Neue, dichte Fenster sind energetisch gut, verändern aber das Feuchteverhalten im ganzen Raum. Solange die Wände schlechter gedämmt sind als die neuen Fenster, schlägt sich Feuchte an den kühleren Wänden nieder – und dieses Kondensat begünstigt Schimmel. Anders gesagt: Beim alten, undichten Fenster war oft das Fenster selbst der kälteste Punkt im Raum, an dem das Wasser ausfiel. Nach dem Austausch ist das neue Fenster warm – jetzt ist die ungedämmte Wand der kälteste Punkt. Der Taupunkt verschiebt sich vom Fenster auf die Wand.

Hinzu kommt: Neue dichte Fenster unterbinden den unkontrollierten Luftwechsel, der bei alten undichten Fenstern für ständigen Feuchteabtransport sorgte. Ohne bewusstes Lüften steigt die Raumfeuchte – und damit das Schimmelrisiko spürbar.

Das Lüftungskonzept ist Pflicht

Der Gesetzgeber hat darauf reagiert: Bei Erneuerung von mindestens einem Drittel der Fensterfläche schreibt das Gesetz ein Lüftungskonzept vor. Dieses prüft, ob die nutzerunabhängige Lüftung (zum Beispiel durch eine Lüftungsanlage oder definierte Lüftungselemente) ausreicht, um Feuchteschäden zu vermeiden. Wer hier spart, riskiert Schimmel – und im schlimmsten Fall eine Schimmelsanierung mit Kosten und Ursachenforschung, die jede Einsparung beim Glastausch zunichtemacht.

Die saubere Lösung ist fast immer, Fenster und Fassade gemeinsam zu betrachten. Mit einer gedämmten Fassade sinkt das Schimmelrisiko nahezu auf null, weil die Wände dann nicht mehr der kälteste Punkt sind. Genau das ist auch der wirtschaftliche Grund, warum die Fassadendämmung bei ungedämmten Wänden oft Vorrang vor dem Fenstertausch hat.

Häufige Fragen (FAQ)

Kann man bei einem bestehenden Fenster nur die Verglasung gegen Dreifachglas tauschen?

Ja, das ist technisch möglich und wird als Ertüchtigung oder Verglasungstausch bezeichnet: Eine neue Dreifachverglasung wird in den bestehenden Fensterrahmen eingebaut. Sinnvoll ist das aber nur, wenn das Fenster dicht schließt, der Rahmen intakt und stabil genug ist und die Beschläge in Ordnung sind. Außerdem muss der Glasfalz die größere Bautiefe des Dreifachglases aufnehmen können.

Was kostet es, Dreifachverglasung nachzurüsten – nur Glas vs. ganzes Fenster?

Der reine Glastausch ist günstiger als ein kompletter Fensteraustausch, weil Rahmen, Beschläge und Rahmeneinbau entfallen. Allerdings verteuern Pflicht-Begleitmaßnahmen wie Rahmenüberarbeitung, neue Dichtungen und gedämmte Anschlüsse den vermeintlich günstigen Glastausch deutlich. Belastbare Preisspannen für den kompletten Fenstertausch nach Material finden Sie in unserem Ratgeber zu den Fensterkosten 2026.

Welchen U-Wert braucht ein Fenster für die BAFA-Förderung 2026?

Für die Förderung darf der Uw-Wert des gesamten Fensters 0,95 W/(m²K) nicht überschreiten. Diese Schwelle ist praktisch nur mit Dreifachverglasung erreichbar. Entscheidend ist, dass die Anforderung fürs ganze Fenster gilt – also Rahmen, Glas und Randverbund zusammen, nicht nur die Scheibe.

Lohnt sich Dreifachverglasung im Altbau überhaupt, oder reicht Zweifachverglasung?

Beim Austausch von altem Einfachglas (Ug ≈ 5,8) oder altem Zweifach-Isolierglas der 1980er ist der Sprung zu Dreifachglas (Ug < 0,7) riesig und lohnt sich klar. Ist bereits modernes Zweifach-Wärmeschutzglas (Ug ≈ 1,1) verbaut, ist der Unterschied kleiner. Für die Förderung ist Dreifachglas jedoch praktisch zwingend, weil nur damit Uw ≤ 0,95 erreichbar ist.

Welcher Ug-Wert ist bei Dreifachverglasung normal und was bedeutet der g-Wert?

Dreifach-Wärmeschutzglas erreicht im wirtschaftlichen Optimum einen Ug-Wert unter 0,7 W/(m²K) bei einem g-Wert über 55 %. Der Ug-Wert beschreibt den Wärmeverlust der reinen Scheibe (niedriger ist besser), der g-Wert den Anteil der Sonnenenergie, der ins Haus gelangt (höher bringt im Winter mehr kostenlose Wärme).

Bekommt man Förderung, wenn man nur die Glasscheibe (Verglasung) austauscht?

Eine Fenster-Ertüchtigung kann gefördert werden, aber nur unter strengen Bedingungen. Die BAFA verlangt umfangreiche Pflicht-Begleitmaßnahmen – Rahmenüberarbeitung, Gang- und Schließbarkeit, neue Dichtungen, Dämmung der Einbaufuge sowie luftdichte und schlagregendichte Anschlüsse. Außerdem muss der Uw-Wert fürs ganze Fenster die Förderschwelle erreichen, was bei einem alten Rahmen oft nicht gelingt.

Verträgt der alte Fensterrahmen das höhere Gewicht von Dreifachglas?

Das ist nicht garantiert. Dreifachglas ist deutlich schwerer als Zweifachglas, und alte oder dünne Rahmen sowie die vorhandenen Beschläge sind häufig nicht für das Mehrgewicht ausgelegt. Beschläge können ausschlagen und der Flügel durchhängen. Ohne fachliche Prüfung von Statik und Beschlag ist der reine Glastausch deshalb riskant – oft müssen Beschläge verstärkt oder erneuert werden.

Bekomme ich Schimmel, wenn ich neue Dreifachfenster in ein ungedämmtes Haus einbaue?

Das Risiko steigt deutlich. Sind die Wände schlechter gedämmt als die neuen Fenster, verschiebt sich der kälteste Punkt auf die Wand, dort schlägt sich Feuchte nieder und das Kondensat begünstigt Schimmel. Zusätzlich unterbinden dichte Fenster den unkontrollierten Luftwechsel. Ab Erneuerung eines Drittels der Fensterfläche ist ein Lüftungskonzept gesetzlich Pflicht; mit gedämmter Fassade sinkt das Risiko nahezu auf null.

Was schreibt das GEG beim Fenstertausch vor – welcher U-Wert ist Pflicht?

Beim Austausch des ganzen Fensters fordert das GEG (Anlage 7) einen Uw-Wert von höchstens 1,3 W/(m²K), bei Dachflächenfenstern höchstens 1,4 W/(m²K). Wird nur die Verglasung getauscht, gilt für das Glas ein Ug-Wert von höchstens 1,1 W/(m²K). Das sind gesetzliche Mindestwerte – für die Förderung ist mit Uw ≤ 0,95 deutlich mehr nötig.

Nächster Schritt: Lassen Sie Ihr Gebäude analysieren

Ob sich bei Ihnen der reine Glastausch lohnt oder der komplette Fensteraustausch die wirtschaftlichere Wahl ist, hängt von vielen Faktoren ab: dem Zustand der Rahmen, dem Dämmstandard der Wände, Ihren Heizkosten und dem Förderzugang. Ein isolierter Fenstertausch ohne Blick auf die Fassade kann sogar kontraproduktiv sein – Stichwort Taupunkt und Schimmel.

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