Wärmepumpe im Landkreis Vorpommern-Greifswald: Förderung & Check
In Vorpommern-Greifswald sind 80 % der Wohngebäude Einfamilienhäuser und 75 % heizen mit Gas. Wir zeigen, wann sich die Wärmepumpe lohnt – jetzt kostenlos prüfen.
Aggregierte Gebäudedaten für Landkreis Vorpommern-Greifswald – 138 Gemeinden, rund 58.524 Wohngebäude.
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Hendrik Stotz
Stand: Juli 2026
Aktualisiert: 9. August 2026
Hendrik ist zertifizierter Energieeffizienz-Experte und bringt durch seinen Bachelor of Engineering und Master of Science tiefe Expertise in den Bereichen Sanierung und Gebäudeenergiesysteme mit sich. Seit fast 7 Jahren beschäftigt er sich angefangen bei Bosch Building Technologies mit Gebäudetechnik und verfolgt mit Reduco die Mission, so viele Eigentümer, Berater und Installateure wie möglich bei der Planung von wirtschaftlich sinnvollen Sanierungen zu unterstützen.
65 %
Gebäude vor 1979
oft mit Sanierungsbedarf
18,0 kW
Ø Heizlast EFH
unsaniert, geschätzt
190
kWh/m²·a Wärmebedarf
Median, unsaniert
64 %
Freistehende EFH
günstig für Aufstellort
Gebäudebestand in Landkreis Vorpommern-Greifswald: Baualter entscheidet
Das Baujahr ist der wichtigste Hinweis auf die nötige Vorlauftemperatur und damit die Eignung für eine Wärmepumpe. In Landkreis Vorpommern-Greifswald wurden rund 65 % der Wohngebäude vor 1979 – also vor der ersten Wärmeschutzverordnung – errichtet:
Baujahr und Heizträger sind modellierte Schätzwerte auf Basis der Gebäudedaten.
Heizlast & Auslegung im Einfamilienhaus
Ein typisches Einfamilienhaus in Landkreis Vorpommern-Greifswald hat eine geschätzte Heizlast von rund 18,0 kW (mittlere 50 %: 12,4–26,1 kW) im unsanierten Zustand. Als grobe Orientierung passt dazu eine Wärmepumpe der Leistungsklasse um 18 kW – die genaue Auslegung hängt vom Sanierungszustand ab.
Heizträger in Landkreis Vorpommern-Greifswald heute
Die geschätzte Verteilung der Energieträger zeigt, wie groß das Umstellungspotenzial auf eine Wärmepumpe ist:
Energieträger modelliert; der heutige Wärmepumpen-Bestand wird tendenziell unterschätzt.
Ob sich für Ihr Haus eine Wärmepumpe lohnt, entscheidet in Vorpommern-Greifswald vor allem eine Zahl: Ihre Postleitzahl. Der Landkreis ist wärmepolitisch zweigeteilt. In der Universitäts- und Hansestadt Greifswald liegt eines der leistungsfähigsten Fernwärmenetze Norddeutschlands – rund 70 % der Stadt sind bereits angeschlossen. In den übrigen 137 Gemeinden dagegen gibt es keinerlei Netzperspektive: freistehende Einfamilienhäuser, Gas- und Ölkessel, alte Bausubstanz. Für Sie heißt das: Die ehrliche Frage lautet je nach Wohnort entweder „Fernwärme oder Wärmepumpe?" oder „Wärmepumpe – ja, aber mit welcher Vorarbeit?".
Greifswald: erst die Fernwärme prüfen, dann die Wärmepumpe
Wenn Ihr Haus in Greifswald steht, prüfen Sie zuerst den Fernwärmeanschluss. Das Netz der Stadtwerke Greifswald umfasst 99,7 km Leitung, 1.457 Anschlussstationen und versorgt rund 25.000 Wohneinheiten. Der zertifizierte Primärenergiefaktor liegt bei 0,28 – ein Wert, den eine einzelne Wärmepumpe im Altbau kaum erreicht – bei einem CO₂-Emissionsfaktor von 0,0 g/kWh. Der Wärmemix bleibt mit 83,58 % Erdgas (2024) zwar noch überwiegend fossil, enthält aber bereits 9,47 % Biomethan und 3,56 % Solarenergie bei einem KWK-Anteil von 78 %; die Stadtwerke erstellen derzeit einen geförderten Transformationsplan hin zu einer vollständig treibhausgasneutralen Wärmeversorgung. Die Bürgerschaft hat für Greifswald insgesamt das Ziel Klimaneutralität bis 2035 beschlossen.
Ob Ihr Quartier überhaupt am Netz bleibt oder auf eine eigene Wärmepumpe angewiesen ist, klärt die kommunale Wärmeplanung Greifswald. Bestands- und Potenzialanalyse sind abgeschlossen (vorgestellt am 15.09.2025 bzw. 22.04.2026), der Abschlussbericht soll bis 31.12.2026 vorliegen. Die Planung unterscheidet drei Pfade: Fernwärmegebiete, zu prüfende Wasserstoff-Optionen und ausdrücklich als „dezentral" ausgewiesene Quartiere – nur dort ist die Wärmepumpe in Greifswald wirklich die erste Wahl. Konkrete Anschlussbedingungen und Vorlaufzeiten erfragen Sie am besten direkt bei den Stadtwerken. Auch die Stadt Wolgast hat ihren Wärmeplan bereits beschlossen (Februar 2026 veröffentlicht) – er ist strategische, rechtlich unverbindliche Orientierung, kein Anschluss- oder Technikzwang.
Die anderen 137 Gemeinden: die Wärmepumpe ist der realistische Pfad
Außerhalb Greifswalds gibt es keine Netzalternative – hier ist die dezentrale Wärmepumpe faktisch der einzige realistische Weg zu einer erneuerbaren Heizung. Eine gesetzliche 65-%-Erneuerbaren-Pflicht beim Heizungstausch besteht seit dem GModG (dem umbenannten Gebäudeenergiegesetz) zwar nicht mehr, für die Bundesförderung bleibt ein Erneuerbaren-Anteil von 65 % aber Voraussetzung. Die Ausgangslage ist eindeutig: 80 % der Wohngebäude sind Einfamilienhäuser, 64 % davon freistehend, und rund 75 % der Wohngebäude heizen heute mit Gas, weitere 19 % mit Öl. Das ist ein großes Umstellungspotenzial, aber kein Selbstläufer.
Der Knackpunkt ist die Bausubstanz. 65 % der Gebäude stammen aus der Zeit vor 1979, der modellierte Heizwärmebedarf liegt im Kreisschnitt bei rund 190 kWh/m²a, der geschätzte U-Wert der Außenwand bei 1,3 W/m²K – weit vom heutigen Zielwert um 0,20 entfernt. 78 % der Wohngebäude fallen (modelliert) in die Effizienzklassen F bis H. In solchen Häusern erreicht eine Wärmepumpe ihre gute Jahresarbeitszahl (allgemein etwa 3) nur mit niedriger Vorlauftemperatur. Prüfen Sie deshalb zuerst die Gebäudehülle: Dämmung der Außenwand, neue Fenster, größere Heizflächen. Ein unsanierter Altbau mit 55 °C Vorlauf und ein teilsanierter mit 40 °C trennen wirtschaftlichen Erfolg von einer enttäuschenden Stromrechnung. Der Netzanschluss selbst ist selten das Problem: In weiten Teilen des Kreises meldet die E.DIS Netz GmbH die Wärmepumpe an, und nach § 14a EnWG darf ein neuer Anschluss nicht mehr mit Verweis auf lokale Netzengpässe verweigert werden.
Förderung: nur die KfW 458 – kein Kreis-, kein Landeszuschuss
Das ist der wichtigste Punkt für Ihre Kalkulation, und er wird selten ehrlich benannt: In Vorpommern-Greifswald gibt es weder ein Kreisförderprogramm noch einen Landeszuschuss von Mecklenburg-Vorpommern für private Wärmepumpen. Selbst die Klimaschutz-Förderrichtlinie der Stadt Greifswald (in Kraft seit 12.06.2024) kennt nachweislich nur drei Fördergegenstände: Lastenräder, Gründächer bzw. Fassadenbegrünung und Bildungsarbeit – Heizungen, Wärmepumpen und PV sind kein Fördergegenstand. Wer Ihnen einen „regionalen Wärmepumpen-Bonus" verspricht, erfindet ihn.
Die gesamte Förderung stammt aus der Heizungsförderung für Privatpersonen (KfW-Programm 458): seit der neuen Förderrichtlinie vom 21.07.2026 sind das 30 % Grundförderung, +16 % Klimageschwindigkeitsbonus und ein Einkommensbonus von bis zu 40 %, gedeckelt auf maximal 70 % – bei einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis 30.000 € auf 80 % – von bis zu 28.000 € förderfähigen Kosten für die erste Wohneinheit. Der Einkommensbonus ist hier der eigentliche regionale Hebel: Er beträgt 40 % bis 30.000 €, 30 % bis 40.000 € und 10 % bis 50.000 € zu versteuerndem Haushaltseinkommen (mit mindestens einem minderjährigen Kind jeweils 10.000 € höher), und bei einem Medianeinkommen von 2.683 € im Kreis erreichen ihn überdurchschnittlich viele Haushalte. Wichtig: Der Klimageschwindigkeitsbonus liegt seit dem 21.07.2026 bei 16 % statt 20 %, der frühere Effizienzbonus von 5 % ist entfallen, und ab dem 01.02.2027 sinkt der Klimageschwindigkeitsbonus halbjährlich um vier Prozentpunkte, bis er zum 01.08.2028 ausläuft. Prüfen Sie die zum Antragszeitpunkt gültigen Sätze direkt auf kfw.de. Eine kostenlose und neutrale Einordnung bietet die Landesenergie- und Klimaschutzagentur Mecklenburg-Vorpommern (LEKA MV) in Stralsund.
reduco ist kein lokales Büro, sondern die Datengrundlage plus ein Netzwerk geprüfter Fachbetriebe und Energieberater, die Vorpommern-Greifswald bedienen. Den kostenlosen Wärmepumpen-Check für Ihr konkretes Haus – mit realistischer Vorlauftemperatur, Heizlast und Förderhöhe – finden Sie weiter oben auf dieser Seite.
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Häufige Fragen
Das hängt vom Quartier ab. Rund 70 % der Stadt sind bereits an ein Netz mit Primärenergiefaktor 0,28 angeschlossen – dort ist der Fernwärmeanschluss meist die einfachere Lösung. Nur in den Quartieren, die die Wärmeplanung ausdrücklich als „dezentral" ausweist, ist die eigene Wärmepumpe erste Wahl. Prüfen Sie zuerst, ob ein Anschluss verfügbar ist.
Nein. Es existiert weder ein Kreisprogramm noch ein Landeszuschuss von Mecklenburg-Vorpommern. Auch Greifswalds kommunale Klimaschutz-Förderrichtlinie fördert keine Heizungen. Die komplette Förderung läuft über die bundesweite KfW 458.
Seit dem 21.07.2026 gelten über die KfW 458 bis zu 70 % der förderfähigen Kosten – bei einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis 30.000 € bis zu 80 % – auf eine Bemessungsgrenze von 28.000 € beim Einfamilienhaus. Der Einkommensbonus ist nach Einkommen gestaffelt (40 % bis 30.000 €, 30 % bis 40.000 €, 10 % bis 50.000 € zu versteuerndes Jahreseinkommen); bei einem Kreis-Medianeinkommen von 2.683 € erreichen ihn viele Haushalte. Prüfen Sie die aktuellen Sätze vorab auf kfw.de.
Grundsätzlich ja, aber selten ohne Vorarbeit. 65 % der Gebäude im Kreis stammen aus der Zeit vor 1979, der geschätzte Wand-U-Wert liegt bei 1,3 W/m²K. Erst mit gedämmter Hülle und niedriger Vorlauftemperatur (ideal um 40 °C statt 55 °C) arbeitet die Wärmepumpe wirtschaftlich. Der Wärmepumpen-Check bewertet genau das für Ihr Haus.
Nein. Die Wärmepläne in Greifswald und Wolgast sind strategische, rechtlich unverbindliche Orientierung – kein Anschluss- oder Technikzwang. Sie zeigen nur, welche Gebiete voraussichtlich Netzwärme bekommen und welche dauerhaft auf dezentrale Lösungen wie die Wärmepumpe setzen.
Nein. In weiten Teilen des Kreises ist die E.DIS Netz GmbH zuständig. Nach § 14a EnWG darf ein neuer Wärmepumpen-Anschluss nicht mehr unter Verweis auf mögliche lokale Netzüberlastung verweigert werden; im Gegenzug kann der Betreiber die Leistung im Bedarfsfall netzdienlich steuern.
reduco unterhält kein eigenes Büro vor Ort, sondern vermittelt über ein Netzwerk geprüfter Fachbetriebe und Energieberater, die den Kreis bedienen. Starten Sie mit dem kostenlosen Wärmepumpen-Check oben auf dieser Seite – daraus ergeben sich Heizlast, Förderhöhe und passende Angebote für Ihr Gebäude.
