Wärmepumpe Ennepe-Ruhr-Kreis: Ihr Straßenzug im Wärmeplan
Im Ennepe-Ruhr-Kreis heizen 91 % der Wohngebäude mit Gas, Fernwärme fehlt fast ganz – Ihr Straßenzug wird der Wärmepumpe zugeordnet. Jetzt Wärmepumpen-Check machen.
Aggregierte Gebäudedaten für Ennepe-Ruhr-Kreis – 9 Gemeinden, rund 70.813 Wohngebäude.
75 %
Gebäude vor 1979
oft mit Sanierungsbedarf
25,2 kW
Ø Heizlast EFH
unsaniert, geschätzt
172
kWh/m²·a Wärmebedarf
Median, unsaniert
44 %
Freistehende EFH
günstig für Aufstellort
Gebäudebestand in Ennepe-Ruhr-Kreis: Baualter entscheidet
Das Baujahr ist der wichtigste Hinweis auf die nötige Vorlauftemperatur und damit die Eignung für eine Wärmepumpe. In Ennepe-Ruhr-Kreis wurden rund 75 % der Wohngebäude vor 1979 – also vor der ersten Wärmeschutzverordnung – errichtet:
Baujahr und Heizträger sind modellierte Schätzwerte auf Basis der Gebäudedaten.
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Heizlast & Auslegung im Einfamilienhaus
Ein typisches Einfamilienhaus in Ennepe-Ruhr-Kreis hat eine geschätzte Heizlast von rund 25,2 kW (mittlere 50 %: 17,3–34,1 kW) im unsanierten Zustand. Als grobe Orientierung passt dazu eine Wärmepumpe der Leistungsklasse um 25 kW – die genaue Auslegung hängt vom Sanierungszustand ab.
Heizträger in Ennepe-Ruhr-Kreis heute
Die geschätzte Verteilung der Energieträger zeigt, wie groß das Umstellungspotenzial auf eine Wärmepumpe ist:
Energieträger modelliert; der heutige Wärmepumpen-Bestand wird tendenziell unterschätzt.
Wer im Ennepe-Ruhr-Kreis auf ein Wärmenetz wartet, wartet in den meisten Lagen auf etwas, das nie kommt. Der entscheidende Befund für Ihre Heizungsentscheidung ist die Kombination zweier Zahlen: 91 % der Wohngebäude heizen hier heute mit Gas (modelliert), und der Fernwärmeanteil im Bestand liegt bei praktisch null. Ein kreisweites Fernwärmenetz existiert schlicht nicht. Für die laufende kommunale Wärmeplanung bedeutet das: Sie kann die überwiegende Mehrheit der gasbeheizten Straßenzüge gar nicht anders einordnen als „dezentrale Versorgung" – und dezentral heißt in der Praxis fast immer Wärmepumpe.
Warum der Wärmeplan bei Ihnen mit hoher Wahrscheinlichkeit „Wärmepumpe" sagt
Alle neun Städte des Kreises liegen unter 100.000 Einwohnern und haben damit bis zum 30. Juni 2028 Zeit für ihren kommunalen Wärmeplan (WPG) – doch einige sind schon deutlich weiter. Hattingen hat seine Planung so weit abgeschlossen, dass Abschlussbericht, FAQ und Anlaufstellen online stehen (Stadt Hattingen, Kommunale Wärmeplanung). Witten hat nach Zwischenbericht und Öffentlichkeitsbeteiligung am 22. April 2026 seine Eignungsgebiete-Karte vorgestellt – also die Aufteilung in „Wärmenetz-Prüfgebiet" versus „dezentrale Wärmepumpe" (Stadt Witten, Kommunale Wärmeplanung).
Genau diese Karte sollten Sie lesen, bevor Sie irgendetwas unterschreiben. Nur einzelne, dicht bebaute Quartiere kommen realistisch für ein neues Netz in Frage; für den typischen Reihen- oder Einfamilienhaus-Straßenzug wird die eigene Wärmepumpe die einzige realistische GEG-Lösung bleiben. Auf einen Netzanschluss zu spekulieren, der in Ihrer Straße nie geplant ist, kostet nur Zeit – und die 65-%-Erneuerbaren-Pflicht läuft parallel weiter.
Der regionale Kostenhebel: der AVU-Wärmepumpentarif
Hier hat der Ennepe-Ruhr-Kreis einen echten Standortvorteil. Regionaler Versorger ist die AVU aus Gevelsberg, und sie bietet einen speziellen Wärmepumpen-Ökostromtarif mit reduzierten Netzentgelten nach § 14a EnWG. Stand 1. März 2026 kostet Modul II mit separatem Wärmepumpenzähler 20,60 ct/kWh brutto plus 90,87 €/Jahr Grundpreis; Modul I (ein gemeinsamer Zähler für Haushalt und Wärmepumpe) liegt bei 28,77 ct/kWh plus 148,31 €/Jahr (AVU Wärmepumpenstrom). Zum Vergleich: Allgemeiner Haushaltsstrom liegt bundesweit eher bei rund 35 ct/kWh. Der separate Zähler (Modul II) lohnt sich ab einem gewissen Verbrauch klar – und genau der ist bei den großen Häusern hier realistisch. Anlagen ab 4,2 kW sind meldepflichtig, ab 12 kW genehmigungspflichtig; die Tarifzahlen sind stichtagsbezogen, prüfen Sie sie vor Vertragsschluss tagesaktuell.
Wenn Sie nicht selbst investieren wollen: Miete und Erdwärme-Landesförderung
Zwei weitere regionale Wege sind einen Blick wert. Erstens bietet die AVU ein Wärmepumpen-Contracting („Heizung mieten"): Planung, Installation durch regionale Fachbetriebe, zehn Jahre Grundlaufzeit, zehn Jahre Vollgarantie und das komplette BEG-Fördermittel-Management in einer festen Monatspauschale zuzüglich Verbrauch (AVU Wärmepumpe mieten). Einen Listenpreis gibt es nicht – die Rate wird individuell berechnet. Zweitens fördert das Land NRW über progres.nrw oberflächennahe Geothermie in Verbindung mit einer Wärmepumpe. Für unsanierte Einfamilienhäuser mit hoher Heizlast kann eine Erd-/Sole-Wärmepumpe effizienter sein als eine Luftwärmepumpe. Wichtig: Die Landesmittel sind ausdrücklich begrenzt, es besteht kein Rechtsanspruch – früh beantragen, nicht fest einplanen.
Der Rahmen für alles ist die bundesweite BEG-Heizungsförderung über die KfW (Zuschuss 458): 30 % Grundförderung, plus 5 % Effizienzbonus für Erdwärme/natürliches Kältemittel, plus bis zu 30 % Einkommensbonus (zu versteuerndes Haushaltseinkommen bis 40.000 €) und 20 % Klimageschwindigkeitsbonus – gedeckelt auf zusammen maximal 70 %. Achtung: Der Klimageschwindigkeitsbonus (20 %) soll laut Regierungsentwurf ab 2027 auslaufen; das ist noch kein geltendes Recht, aber ein Grund, die Zeitschiene 2026 im Blick zu behalten.
Der echte Knackpunkt: hohe Heizlast und enge Bebauung
Der günstige Strompreis nützt nur, wenn die Anlage effizient läuft – und hier liegt die eigentliche Aufgabe. Für ein typisches unsaniertes Einfamilienhaus im Kreis modelliert reduco eine geschätzte Heizlast von rund 25,2 kW, mit großer Spanne (mittlere 50 % etwa 17,3 bis 34,1 kW). Das ist hoch, und es ist eine Modellrechnung aus Baualter, Fläche und Typ – kein Ersatz für eine echte Heizlastberechnung. Rund 81 % der Wohngebäude liegen (modelliert) in den Effizienzklassen F bis H, drei Viertel stammen aus der Zeit vor 1979. Ohne Blick auf Gebäudehülle und Auslegung droht eine überdimensionierte Pumpe mit schlechter Jahresarbeitszahl. Ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) und einzelne Dämmschritte, die die Vorlauftemperatur Richtung 55 °C drücken, entscheiden über die Wirtschaftlichkeit stärker als das Fabrikat. Und weil nur 44 % der Einfamilienhäuser frei stehen, klären Sie Aufstellort, Grenzabstand und Schallschutz zum Nachbarn (TA Lärm) früh – bei einem Reihenhausanteil von 22 % der Wohngebäude ist das oft der heiklere Punkt als die Technik selbst.
reduco betreibt keine Niederlassung im Ennepe-Ruhr-Kreis. Wir liefern die Datenanalyse für Ihr konkretes Gebäude und vermitteln bei Bedarf an ein Netzwerk geprüfter Fachbetriebe und Energieberater, die den Kreis bedienen.
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Häufige Fragen
Weil es in Ihrer Straße mit hoher Wahrscheinlichkeit keins geben wird. Der Fernwärmeanteil im Ennepe-Ruhr-Kreis liegt heute bei praktisch null, und die Wärmeplanung (Hattingen abgeschlossen, Wittens Karte seit April 2026) ordnet die überwiegende Mehrheit der gasbeheizten Straßenzüge der dezentralen Wärmepumpe zu. Nur einzelne verdichtete Quartiere kommen für ein Netz überhaupt in Betracht.
Er senkt Ihre Betriebskosten. Mit separatem Zähler (Modul II) zahlen Sie Stand 1. März 2026 rund 20,60 ct/kWh statt der bundesweit üblichen etwa 35 ct/kWh für Haushaltsstrom, dazu 90,87 €/Jahr Grundpreis. Bei den hier üblichen großen Häusern mit hohem Wärmebedarf rechnet sich der zweite Zähler meist. Prüfen Sie die Tarifzahlen vor Vertragsschluss tagesaktuell, sie sind stichtagsbezogen.
Ein eigenständiges Kreis-Förderprogramm gibt es nicht. Regional ist die AVU-Dienstleistung – der WP-Ökostromtarif und das Contracting mit Fördermittel-Management. Zusätzlich fördert das Land NRW über progres.nrw Erdwärmepumpen mit oberflächennaher Geothermie, allerdings budgetgedeckelt und ohne Rechtsanspruch. Der finanzielle Kern bleibt die bundesweite BEG-Förderung von bis zu 70 %.
In vielen Fällen ja, aber nicht ungeprüft. Rund 81 % der Wohngebäude im Kreis liegen modelliert in den Klassen F bis H und die geschätzte Heizlast im unsanierten Einfamilienhaus ist mit etwa 25,2 kW hoch. Entscheidend ist, die Pumpe richtig auszulegen und mit einzelnen Dämmschritten die nötige Vorlauftemperatur zu senken – sonst leidet die Effizienz. Ein iSFP zeigt die sinnvolle Reihenfolge.
Das hängt von Ihrem Grundstück und der Heizlast ab. Bei sehr hoher Heizlast im unsanierten Haus kann eine Erd-/Sole-Wärmepumpe effizienter arbeiten, und für die oberflächennahe Geothermie gibt es mit progres.nrw eine NRW-Landesförderung. Erdsonden brauchen aber Platz und Genehmigung. Bei engen Grundstücken – nur 44 % der Einfamilienhäuser stehen frei – ist die Luftwärmepumpe oft die praktikablere Wahl.
Eher nicht. Der Klimageschwindigkeitsbonus von 20 % soll nach dem Regierungsentwurf (Stand Juli 2026, noch kein Gesetz) ab 2027 auslaufen. Wer eine funktionierende Gasheizung freiwillig tauschen möchte, sollte 2026 als Puffer einplanen und die Antragszeitpunkte mit dem Fachbetrieb abstimmen.
Am schnellsten über den kostenlosen Wärmepumpen-Check von reduco. Er schätzt Heizlast, mögliche Vorlauftemperatur und Sanierungsbedarf für Ihre genaue Adresse im Ennepe-Ruhr-Kreis und zeigt, welche Schritte sich vor dem Einbau lohnen.
