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Wärmepumpe · Nordrhein-Westfalen · Landkreis

Wärmepumpe Rheinisch-Bergischer Kreis: der Plan sagt Pumpe

Bergisch Gladbachs Wärmeplan prüft nur drei Quartiere für ein Wärmenetz – für 94 % gasbeheizte Wohngebäude bleibt die Wärmepumpe. Jetzt im Check prüfen.

Aggregierte Gebäudedaten für Rheinisch-Bergischer Kreis8 Gemeinden, rund 74.730 Wohngebäude.

67 %

Gebäude vor 1979

oft mit Sanierungsbedarf

21,8 kW

Ø Heizlast EFH

unsaniert, geschätzt

160

kWh/m²·a Wärmebedarf

Median, unsaniert

65 %

Freistehende EFH

günstig für Aufstellort

Gebäudebestand in Rheinisch-Bergischer Kreis: Baualter entscheidet

Das Baujahr ist der wichtigste Hinweis auf die nötige Vorlauftemperatur und damit die Eignung für eine Wärmepumpe. In Rheinisch-Bergischer Kreis wurden rund 67 % der Wohngebäude vor 1979 – also vor der ersten Wärmeschutzverordnung – errichtet:

vor 19197%1919–19482%1949–19579%1958–196819%1969–197831%1979–19907%1991–200015%2001–20118%2012–20152%ab 20161%
Baualtersstruktur der Wohngebäude in Rheinisch-Bergischer Kreis (Anteil je Baujahrsklasse) · Basis: amtliche 3D-Gebäudedaten, Baujahr modelliert.

Baujahr und Heizträger sind modellierte Schätzwerte auf Basis der Gebäudedaten.

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Heizlast & Auslegung im Einfamilienhaus

Ein typisches Einfamilienhaus in Rheinisch-Bergischer Kreis hat eine geschätzte Heizlast von rund 21,8 kW (mittlere 50 %: 14,529,1 kW) im unsanierten Zustand. Als grobe Orientierung passt dazu eine Wärmepumpe der Leistungsklasse um 22 kW – die genaue Auslegung hängt vom Sanierungszustand ab.

< 10 kW10%
10–15 kW17%
15–20 kW17%
20–30 kW33%
≥ 30 kW23%

Heizträger in Rheinisch-Bergischer Kreis heute

Die geschätzte Verteilung der Energieträger zeigt, wie groß das Umstellungspotenzial auf eine Wärmepumpe ist:

Gas94%
Öl5%
Fernwärme1%
Holz0%

Energieträger modelliert; der heutige Wärmepumpen-Bestand wird tendenziell unterschätzt.

Im Rheinisch-Bergischen Kreis ist eine Entscheidung schon gefallen, die anderswo noch offen ist – und die meisten Eigentümer wissen es nicht. Bergisch Gladbach ist die einzige Kommune über 100.000 Einwohnern im Kreis und musste ihre kommunale Wärmeplanung deshalb bis zum 30. Juni 2026 vorlegen. Sie ist längst fertig: Der Rat hat den Wärmeplan bereits im Dezember 2024 beschlossen (Stadt Bergisch Gladbach). Wer darauf wartet, dass „irgendwann die Fernwärme kommt“, wartet in den allermeisten Straßen dieses Kreises auf etwas, das gar nicht vorgesehen ist.

Nur drei Quartiere werden überhaupt auf ein Wärmenetz geprüft

Der Bergisch Gladbacher Wärmeplan ist kein Zwang und kein verbindlicher Umsetzungsplan – niemand wird zum Heizungstausch verpflichtet. Aber er zeigt schwarz auf weiß, wohin ein Wärmenetz überhaupt reichen könnte: Machbarkeitsstudien laufen nur für drei Quartiere – Innenstadt, Frankenforst und Bensberg. Für den gesamten übrigen Teil des Stadtgebiets ist die dezentrale Lösung, also die Wärmepumpe, der eingeplante Weg. Erdgas dominiert heute die Wärmeversorgung, Fernwärme existiert nur punktuell. Übersetzt heißt das: Außerhalb dieser drei Quartiere nimmt der Plan Ihnen die Grundsatzentscheidung faktisch ab. Und für die sieben kleineren Gemeinden – von Overath bis Wermelskirchen –, die erst bis 30. Juni 2028 planen müssen, ist die Ausgangslage nicht anders: kaum Netzinfrastruktur, ganz überwiegend Einzelfeuerung.

94 % Gas, gebaut vor 1979 – das ist das Umstellungssegment

Warum das für so viele Häuser gilt, zeigt der Gebäudebestand. Modelliert heizen rund 94 % der Wohngebäude im Kreis mit Gas und nur etwa 5 % mit Öl – ein enormes, direkt umstellbares Potenzial, aber auch der Grund, warum die GEG-65-%-Pflicht hier fast jeden betrifft. Dazu kommt die Struktur: 71 % der Wohngebäude sind Einfamilienhäuser, 65 % davon freistehend – der Gebäudetyp, für den die Wärmepumpe technisch am unkompliziertesten ist. Der Bestand ist allerdings alt: geschätzt 67 % stammen aus der Zeit vor 1979, und nach dem modellierten Effizienzklassen-Mix fallen rund 76 % der Wohngebäude in die schwachen Klassen F bis H. Das ist keine schlechte Nachricht, sondern der Hebel: Gerade diese Häuser sparen nach Dämmung und Heizungstausch am meisten – und sie sind fast durchweg wärmepumpentauglich, wenn man sie richtig plant.

Die eigentliche Frage ist die Auslegung, nicht die Technik

Hier liegt der Knackpunkt für diesen Kreis. Für ein typisches, unsaniertes Einfamilienhaus modelliert reduco eine geschätzte Heizlast von rund 21,8 kW – mit großer Spanne (die mittleren 50 % liegen etwa zwischen 14,5 und 29,1 kW). Das ist eine Modellrechnung aus Baualter, Fläche und Typ, kein Ersatz für eine echte Heizlastberechnung. Genau diese hohe Zahl ist die Falle: Wer sie ungeprüft an den Monteur weitergibt, bekommt eine überdimensionierte, teure und im Betrieb ineffiziente Anlage. Die richtige Reihenfolge ist umgekehrt – erst den realen Bedarf berechnen, wo sinnvoll die Vorlauftemperatur senken (allgemein sind rund 55 °C ein guter Zielwert) und einzelne Hüllen- oder Heizkörpermaßnahmen prüfen, dann die Pumpe auf den gesenkten Bedarf auslegen. Bei einer Jahresarbeitszahl von grob 3 zahlt jede so eingesparte Kilowattstunde dauerhaft in niedrigere Stromkosten ein.

Fördergeld: der Bund zahlt, die Versorger organisieren

Einen eigenen Kreis- oder Gemeindezuschuss für Wärmepumpen gibt es nicht – das ist wichtig, damit Sie nicht auf einen Topf warten, den es nicht gibt. Der einzige echte Investitionszuschuss kommt vom Bund über die BEG-Heizungsförderung (KfW-Zuschuss 458): allgemein 30 % Grundförderung, plus 20 % Klimageschwindigkeitsbonus beim Tausch im selbstgenutzten Bestand, plus 5 % Effizienzbonus und bis zu 30 % Einkommensbonus (bei zu versteuerndem Haushaltseinkommen bis 40.000 €) – gedeckelt auf höchstens 70 % von maximal 30.000 € Kosten im Einfamilienhaus. Der Klimageschwindigkeitsbonus gilt 2026; nach dem Regierungsentwurf (Stand Juli 2026, noch kein Gesetz) soll er ab 2027 auslaufen.

Was regional ist, sind Service und Strompreis. Zwei Versorger sind im Kreis aktiv, aber nicht als abgegrenzte Gebietsmonopole: Einen Wärmepumpen-Stromtarif können Sie deutschlandweit frei wählen, unabhängig vom örtlichen Netzbetreiber. Die BELKAW – mit Kundenzentren unter anderem in Bergisch Gladbach, Burscheid und Leichlingen – bietet spezielle Wärmepumpen-Stromtarife und die Wärmepumpe wahlweise als Pacht (monatliche Rate inklusive Einbau, Wartung und Reparatur) oder als Kauf; die verfügbaren Fördermittel beantragt sie nach eigenen Angaben kostenfrei für Sie. Die BEW Bergische Energie hat ebenfalls Wärmepumpen-Stromtarife, darunter „Lokalstrom verbindet“ mit Preisgarantie bis zum 31.12.2027 (ausgenommen staatliche Abgaben und Umsatzsteuer). Für die neutrale Einordnung betreibt der Kreis das Portal AltBauNeu mit ModernisierungsCheck und Handwerker-Datenbank; es verweist auf die geförderte BAFA-Energieberatung für Wohngebäude und die Beratungsangebote der Verbraucherzentrale NRW.

reduco betreibt keine Niederlassung im Rheinisch-Bergischen Kreis. Wir liefern die Datenanalyse für Ihr konkretes Gebäude und vermitteln bei Bedarf an ein Netzwerk geprüfter Fachbetriebe und Energieberater, die den Kreis bedienen.

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Häufige Fragen

Für die allermeisten Adressen im Kreis nein. In Bergisch Gladbach werden nur drei Quartiere – Innenstadt, Frankenforst und Bensberg – überhaupt auf ein mögliches Wärmenetz geprüft; überall sonst ist die dezentrale Wärmepumpe der offiziell eingeplante Weg. Prüfen Sie im Wärmeplan der Stadt, ob Ihre Straße in einem der Prüfquartiere liegt – falls nicht, ist Warten keine sinnvolle Strategie.

Nein. Einen kreis- oder gemeindeeigenen Investitionszuschuss für Wärmepumpen gibt es nicht. Das Geld kommt vom Bund über den KfW-Zuschuss 458 (30 % Grundförderung plus Boni, in Summe bis zu 70 %). Regional sind nur Wärmepumpen-Stromtarife, Pacht- bzw. Contracting-Angebote und Beratungsportale wie AltBauNeu – kein zusätzlicher Fördertopf.

In aller Regel ja. Geschätzt 67 % des Bestands im Kreis stammen aus dieser Zeit, und rund 76 % der Wohngebäude liegen modelliert in den Klassen F bis H – genau diese Häuser profitieren am stärksten. Entscheidend sind eine korrekte Heizlastberechnung, eine gesenkte Vorlauftemperatur und gezielte Einzelmaßnahmen; oft reicht das, ohne die komplette Hülle zu sanieren.

Weil die modellierte Heizlast im unsanierten Einfamilienhaus mit rund 21,8 kW hoch ist und stark streut. Wird dieser Wert ungeprüft übernommen, entsteht eine überdimensionierte Anlage, die mehr kostet und ineffizient läuft. Erst den realen Bedarf ermitteln, dann die Pumpe darauf auslegen – das entscheidet über die Wirtschaftlichkeit.

Beide sind im Kreis aktiv, und keiner ist für Sie „zuständig“: Den Wärmepumpen-Stromtarif können Sie frei wählen, auch bei einem überregionalen Anbieter. Die BELKAW unterhält Kundenzentren unter anderem in Bergisch Gladbach, Burscheid und Leichlingen und bietet die Wärmepumpe zusätzlich als Pacht oder Kauf an; die BEW Bergische Energie hat eigene Wärmepumpen-Stromtarife. Vergleichen Sie Arbeitspreis, Grundpreis und Vertragslaufzeit – beides ist Strom und Service, kein Investitionszuschuss.

Eher nicht. Der Klimageschwindigkeitsbonus von 20 % soll nach dem Regierungsentwurf (Stand Juli 2026, noch kein Gesetz) ab 2027 auslaufen. Wer eine funktionierende Gasheizung ohnehin ersetzen möchte, sichert sich 2026 den vollen Bonus – und bei modelliert 94 % gasbeheizten Wohngebäuden im Kreis ist das für viele die relevante Frist.

Am schnellsten über den kostenlosen Wärmepumpen-Check von reduco. Er schätzt Heizlast, mögliche Vorlauftemperatur und Sanierungsbedarf für Ihre genaue Adresse im Rheinisch-Bergischen Kreis und zeigt, was sich vor dem Einbau lohnt.

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