Fassadendämmung Altbau 2026: Lohnt sie sich nach Baujahr?
Lohnt sich Fassadendämmung im Altbau? Nach Baujahr entscheiden: vor 1978 spart sie rund 1.120 EUR/Jahr, ab 1983 oft nicht mehr. Mit U-Wert-Tabelle & Förderung 2026.

Das Wichtigste in Kürze
- Das Baujahr entscheidet: In unsanierten Häusern vor 1978 gehen rund ein Drittel (ca. 35 %) der Heizwärme über die ungedämmten Außenwände verloren – hier lohnt sich die Dämmung in fast allen Fällen.
- Rechenbeispiel Altbau: Eine ungedämmte Ziegelmauer (U-Wert 1,5) sinkt durch ein WDVS mit 16 cm auf 0,19 W/(m²K) – das spart rund 1.120 EUR pro Jahr und amortisiert sich in 14–15 Jahren.
- Sowieso-Kosten als Hebel: Wird die Dämmung mit einer ohnehin anstehenden Fassadensanierung kombiniert, kostet sie nur noch 90–100 EUR/m² und amortisiert sich in etwa 8 Jahren.
- 80er-Häuser (nach 1983): Bei bereits leicht gedämmten Wänden (U-Wert ~0,50) werden nur noch ~170 EUR/Jahr gespart – die Amortisation dauert über 70 Jahre und lohnt sich finanziell kaum.
- Förderung 2026: BAFA/BEG zahlt 15 % plus 5 % iSFP-Bonus (bis 20 %) auf förderfähige Kosten bis 30.000 EUR bzw. 60.000 EUR pro Wohneinheit – Voraussetzung ist ein U-Wert ≤ 0,20 W/(m²K).
Was kostet eine Fassadendämmung inklusive Einbau?
Erhalten Sie kostenlos und unverbindlich bis zu 5 Angebote von geprüften Fachbetrieben aus Ihrer Region.
100 % kostenlos & unverbindlich · In 2 Minuten angefragt
Ob sich eine Fassadendämmung im Altbau lohnt, hängt fast vollständig vom Baujahr ab – genauer gesagt vom U-Wert der bestehenden Außenwand, und der wird vom Baujahr bestimmt. Die kurze Antwort: Bei Häusern vor 1978 (also den meisten Bauten aus den 1960er- und 1970er-Jahren) lohnt sich die Dämmung in fast allen Fällen, weil die ungedämmten Außenwände mit U-Werten von 1,4–2,0 W/(m²K) enorme Mengen Heizwärme verlieren. Bei Häusern, die nach dem 31.12.1983 unter der ersten Wärmeschutzverordnung errichtet wurden, ist die Wand oft schon leicht gedämmt – hier rechnet sich eine zusätzliche Fassadendämmung finanziell meist nicht mehr.
Dieser Ratgeber trifft die Lohnt-sich-Entscheidung systematisch nach Baujahr – mit U-Wert-Tabelle, echten Rechenbeispielen der Verbraucherzentrale und dem entscheidenden Sowieso-Kosten-Hebel. Wenn Sie zuerst die reinen Preise vergleichen wollen, lesen Sie Fassadendämmung Kosten 2026: 4 Methoden ab 20 €/m² im Vergleich. Für das technische Grundverständnis hilft U-Wert einfach erklärt, und die häufigsten Sorgen klärt Fassadendämmung Risiken 2026: Schimmel & Algen.
Lohnt sich Fassadendämmung nach Baujahr?
Die zentrale Kennzahl ist der U-Wert der bestehenden Außenwand: Je höher er ist, desto mehr Wärme verliert die Wand – und desto mehr lässt sich durch eine Dämmung einsparen. Gut gedämmte Wände (U-Wert 0,10–0,20) geben fünf- bis fünfzehnmal weniger Wärme ab als ungedämmte Altbauwände (U-Wert 1,5–2,0), wie Zukunft Altbau zusammenfasst. Genau diese Spreizung erklärt, warum sich die Dämmung bei alten Häusern lohnt und bei jüngeren oft nicht.
Da der Wärmeschutz der Außenwände in Deutschland über die Jahrzehnte schrittweise vorgeschrieben wurde, lässt sich aus dem Baujahr recht zuverlässig auf den U-Wert schließen. Die folgende Tabelle ordnet die typischen Außenwand-Konstruktionen den Baujahr-Epochen zu:
| Baujahr-Epoche | Typische Außenwand | U-Wert ungedämmt (W/m²K) | U-Wert nach GEG-Dämmung | Einsparpotenzial |
|---|---|---|---|---|
| Vor 1978 | Vollziegel / Hochlochziegel, massiv | 1,4–2,0 | 0,24 | Sehr hoch |
| 1960er | Massiv, ungedämmt | ca. 1,5 | 0,24 | Sehr hoch |
| 1970er | Massiv, oft ungedämmt | 1,2–1,5 | 0,24 | Hoch |
| Ab 1979 (1. WSchV) | Erste Dämmung | ca. 0,8–1,0 | 0,24 | Mittel |
| 1980er (nach 1983) | Leicht gedämmt | ca. 0,50 | 0,24 | Gering |
Quellen: Zukunft Altbau, Verbraucherzentrale.
Daraus ergibt sich eine klare Drei-Klassen-Logik, mit der Sie Ihr Haus einordnen können:
Vor 1978 / 1960er–1970er: lohnt sich fast immer
Die Häuser dieser Epochen sind die klassische Zielgruppe für eine Fassadendämmung. Die Außenwände wurden ohne nennenswerten Wärmeschutz errichtet und erreichen U-Werte von 1,4 bis 2,0 W/(m²K). In unsanierten Häusern vor 1978 geht dadurch rund ein Drittel (ca. 35 %) der gesamten Heizwärme allein über die Außenwände verloren – mehr als über jedes andere Bauteil. Besonders relevant: Etwa zwei Drittel der in den 1970er-Jahren gebauten Häuser sind bis heute ungedämmt, wie die Verbraucherzentrale feststellt. Hier ist das Einsparpotenzial am größten – und die Dämmung lohnt sich in fast allen Fällen.
Ab 1979 (1. Wärmeschutzverordnung): mittleres Potenzial
Mit der ersten Wärmeschutzverordnung von 1977/1979 kamen erste Mindestanforderungen an den Wärmeschutz. Wände aus dieser Zeit haben oft U-Werte um 0,8 bis 1,0 W/(m²K) – also deutlich besser als reine Altbauwände, aber noch weit vom heutigen Standard entfernt. Hier ist das Einsparpotenzial mittel: Die Dämmung kann sich lohnen, sollte aber im Einzelfall durchgerechnet werden, idealerweise im Zusammenhang mit anstehenden Sanierungsarbeiten.
Nach 1983/1984: lohnt sich oft nicht mehr
Bei Häusern, die nach dem 31.12.1983 unter Einhaltung der damaligen Vorschriften errichtet wurden, ist die Außenwand bereits leicht gedämmt und erreicht U-Werte um 0,50 W/(m²K). Eine zusätzliche Fassadendämmung bringt hier nur noch eine geringe Verbesserung – und rechnet sich finanziell meist nicht. Das bestätigt sogar der Gesetzgeber: Das Gebäudeenergiegesetz nimmt diese Wände ausdrücklich von der Nachrüstpflicht aus (mehr dazu im Abschnitt zur Dämmpflicht).
Rechenbeispiele: Wie viel spart die Dämmung wirklich?
Theorie ist gut, konkrete Zahlen sind besser. Die Verbraucherzentrale hat reale Rechenbeispiele veröffentlicht, die den Unterschied zwischen Altbau und 80er-Haus eindrücklich zeigen. Beide Beispiele gehen von einem Gaspreis von 0,12 EUR/kWh aus – die Ersparnis skaliert direkt mit dem Energiepreis, ein wichtiger Punkt, auf den wir gleich zurückkommen.
| Szenario | U-Wert vorher | U-Wert nachher | Einsparung/Jahr | Investition nach Förderung | Amortisation |
|---|---|---|---|---|---|
| Ungedämmte Altbau-Ziegelmauer (vor 1978) | 1,5 | 0,19 | 1.120 EUR (9.370 kWh) | 16.360 EUR | 14–15 Jahre |
| Dämmung bei ohnehin anstehender Putzsanierung | 1,5 | 0,19 | wie oben | nur Mehrkosten 90–100 EUR/m² | ca. 8 Jahre |
| 1980er-Wand (nach 1983) | 0,50 | 0,18 | 170 EUR (1.870 kWh) | 12.655 EUR | über 70 Jahre |
Quelle: Verbraucherzentrale – Rechenbeispiele Fassadendämmung.
Beispiel A: Altbau vor 1978
Die ungedämmte Ziegelmauer mit einem U-Wert von 1,5 W/(m²K) wird mit einem Wärmedämmverbundsystem (16 cm) gedämmt und sinkt auf 0,19 W/(m²K) – das sind 87 % weniger Wärmeverlust über diese Wand. Konkret werden 9.370 kWh bzw. rund 1.120 EUR Heizkosten pro Jahr eingespart. Bei einer Investition von 16.360 EUR (nach 15 % Förderung) amortisiert sich die Maßnahme in 14–15 Jahren – und das bei einer Lebensdauer der Dämmung von 40 Jahren und mehr. Über die gesamte Nutzungsdauer ist die Dämmung also klar wirtschaftlich.
Beispiel B: 80er-Haus nach 1983
Hier liegt der Ausgangs-U-Wert bei nur 0,50 W/(m²K), die Wand ist also schon leicht gedämmt. Nach der Dämmung auf 0,18 W/(m²K) werden lediglich 1.870 kWh bzw. rund 170 EUR pro Jahr gespart. Bei einer Investition von 12.655 EUR ergibt das eine Amortisationszeit von über 70 Jahren – also weit jenseits der Lebensdauer der Dämmung. Rein finanziell lohnt sich diese Maßnahme nicht. Das ist der quantitative Beleg dafür, warum die Lohnt-sich-Grenze ungefähr beim Baujahr 1983/1984 verläuft.
Was die Durchschnittswerte sagen
Über alle Fälle gerechnet spart eine Fassadendämmung laut co2online bei einem typischen Einfamilienhaus (130 m², Baujahr 1983) bis zu 19 % der Heizenergie bzw. rund 440 EUR pro Jahr – wobei auch hier wieder rund 35 % der Heizenergie über die Außenwände verloren gehen. Die Fassade ist damit aber nur ein Baustein: Wird die gesamte Gebäudehülle eines Altbaus saniert, lässt sich der Heizenergiebedarf laut Zukunft Altbau insgesamt um etwa 30 bis 70 % senken.
Hinweis zum Energiepreis: Alle genannten Euro-Beträge basieren auf den jeweils unterstellten Energiepreisen (im Verbraucherzentrale-Beispiel 0,12 EUR/kWh Gas). Steigt der Energiepreis, sinkt die Amortisationszeit entsprechend. Da der CO₂-Preis über den europäischen Emissionshandel ETS2 ab 2027 voraussichtlich deutlich anzieht, dürfte sich die Wirtschaftlichkeit der Dämmung in den kommenden Jahren eher verbessern.
Der entscheidende Hebel: Sowieso-Kosten
Der wichtigste Punkt für die Lohnt-sich-Frage ist nicht der U-Wert allein, sondern der richtige Zeitpunkt. Ein großer Teil der Fassadendämmungskosten entfällt auf Arbeiten, die bei jeder Fassadensanierung anfallen: Gerüst aufbauen, alten Putz abschlagen, Untergrund vorbereiten. Diese sogenannten Sowieso-Kosten fallen nur einmal an.
Steht der Putz Ihres Hauses ohnehin zur Renovierung an, sollten Sie die Dämmung unbedingt gleich mit ausführen. Dann werden nur noch die reinen Dämm-Mehrkosten von 90–100 EUR/m² fällig – statt der vollen 160–200 EUR/m² für ein eigenständiges WDVS. Dadurch sinkt die Amortisationszeit im Altbau-Beispiel von 14–15 Jahren auf etwa 8 Jahre, wie die Verbraucherzentrale vorrechnet.
Die praktische Konsequenz: Wer in den nächsten Jahren ohnehin die Fassade streichen oder neu verputzen lassen muss, sollte die Dämmung jetzt mitdenken. Eine getrennte Ausführung später bedeutet, das Gerüst und die Grundarbeiten ein zweites Mal zu bezahlen. Wie sich die Reihenfolge der Maßnahmen optimal planen lässt, zeigt Altbau sanieren 2026: Reihenfolge, Kosten & Fehler.
Was kostet die Fassadendämmung pro Quadratmeter?
Die Kosten hängen stark von der Methode ab – und welche Methode überhaupt infrage kommt, entscheidet die Wandkonstruktion. Zweischaliges Mauerwerk mit Hohlraum lässt sich kostengünstig per Einblasdämmung füllen; bei einschaligem Massivmauerwerk bleibt meist nur das teurere WDVS.
| Methode | Kosten EUR/m² | Geeignet für | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Kerndämmung / Einblasdämmung | 25–60 | Zweischaliges Mauerwerk mit Hohlraum | Günstigste Variante |
| WDVS (Wärmedämmverbundsystem) | 160–200 | Einschaliges Massivmauerwerk | Häufigste Methode |
| Vorgehängte hinterlüftete Fassade | 180–300 | Hochwertige Optik, Feuchteschutz | Teuerste Variante |
| Innendämmung | 100–200 | Denkmalschutz, Außendämmung nicht möglich | Feuchterisiko beachten |
Quelle: co2online – Fassadendämmung Übersicht.
Die mit Abstand günstigste Variante ist die Kerndämmung bzw. Einblasdämmung für 25–60 EUR/m² – allerdings nur möglich, wenn Ihr Haus über zweischaliges Mauerwerk mit Hohlraum verfügt. Das ist vor allem in Norddeutschland verbreitet. Welche Methode für Ihre Wand geeignet ist, vergleicht der Beitrag WDVS vs. Einblasdämmung im Vergleich im Detail. Die häufigste Methode für massive Altbauwände bleibt das WDVS. Eine Innendämmung kommt nur als Ausweichlösung infrage, etwa bei Denkmalschutz – sie ist weniger effektiv und bauphysikalisch heikler.
Welche Dämmdicke und welcher U-Wert sind nötig?
Wie dick die Dämmung sein muss, hängt vom angestrebten U-Wert ab – und hier gibt es zwei unterschiedliche Zielwerte, die man nicht verwechseln darf:
- Gesetzlicher Mindestwert (GEG): Bei nachträglicher Dämmung schreibt das Gebäudeenergiegesetz (Anlage 7) einen höchstzulässigen U-Wert von 0,24 W/(m²K) für Außenwände vor. Dafür reichen bei Häusern vor 1984 etwa 12–14 cm Polystyrol.
- Förderwert (BAFA/BEG): Wer die Förderung in Anspruch nehmen will, muss strenger dämmen – auf einen U-Wert von ≤ 0,20 W/(m²K). Dafür sind laut Zukunft Altbau über 16 cm Dämmstoff nötig.
In der Praxis lohnt es sich fast immer, gleich die dickere Variante für den Förderwert 0,20 zu wählen: Die Mehrkosten für ein paar Zentimeter mehr Dämmstoff sind gering, der zusätzliche Einspareffekt und der Zugang zur Förderung wiegen sie deutlich auf. Mehr zur Bedeutung dieser Kennzahl erklärt U-Wert einfach erklärt.
Förderung & Steuer für die Fassadendämmung 2026
Die Förderung kann die Wirtschaftlichkeit deutlich verbessern – wie die Rechenbeispiele oben zeigen, sind die Investitionssummen bereits nach Abzug der Förderung angegeben. Für 2026 stehen zwei Hauptwege offen, die sich gegenseitig ausschließen: die BAFA/BEG-Förderung oder der Steuerbonus nach § 35c EStG.
| Programm | Fördersatz | Max. Basis | Bedingung |
|---|---|---|---|
| BAFA BEG Einzelmaßnahme | 15 % + 5 % iSFP = bis 20 % | 30.000 EUR / 60.000 EUR pro WE | U-Wert ≤ 0,20; Gebäude ≥ 5 Jahre |
| § 35c EStG Steuerbonus | 20 % über 3 Jahre (7+7+6 %) | 40.000 EUR pro Objekt | Selbstgenutzt; Gebäude ≥ 10 Jahre |
| KfW 261 Kredit | Tilgungszuschuss bei Effizienzhaus-Stufe | – | Alternativ zur BAFA |
Quellen: BAFA, co2online – energetische Sanierung & Steuer.
BAFA/BEG-Förderung: bis zu 20 % Zuschuss
Über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gewährt das BAFA als Einzelmaßnahme 15 % Grundförderung plus 5 % iSFP-Bonus, wenn die Maßnahme Teil eines individuellen Sanierungsfahrplans ist – zusammen also bis zu 20 % Zuschuss. Die förderfähigen Kosten betragen 30.000 EUR pro Wohneinheit ohne iSFP bzw. 60.000 EUR mit iSFP. Das Gebäude muss bei Antragstellung mindestens fünf Jahre alt sein. Wichtig: Für die Förderung gilt der strengere U-Wert von ≤ 0,20 W/(m²K), nicht der gesetzliche Mindestwert von 0,24. Welche Zuschüsse für Ihre Dämmmaßnahmen konkret in Betracht kommen, fasst Förderung Dämmung 2026: bis zu 12.000 € Zuschuss zusammen.
Steuerbonus § 35c EStG: einfache Alternative
Wer das eigene Haus selbst bewohnt und keine größere Förderbürokratie möchte, kann alternativ den Steuerbonus nach § 35c EStG nutzen: 20 % der Kosten über drei Jahre (7 % + 7 % + 6 %), maximal 40.000 EUR pro Objekt. Das Gebäude muss mindestens zehn Jahre alt sein. Diese Variante ist für selbstgenutztes Eigentum oft der einfachere Weg, lässt sich aber nicht mit der BAFA-Förderung kombinieren. Die Details erklärt Sanierung steuerlich absetzen: §35c EStG erklärt.
Was kostet eine Fassadendämmung inklusive Einbau?
Erhalten Sie kostenlos und unverbindlich bis zu 5 Angebote von geprüften Fachbetrieben aus Ihrer Region.
Jetzt Preise vergleichen100 % kostenlos & unverbindlich · In 2 Minuten angefragt
Gesetzliche Dämmpflicht: Wann müssen Sie dämmen?
Neben der freiwilligen Lohnt-sich-Entscheidung gibt es Fälle, in denen das GEG eine Dämmung erzwingt. Die wichtigste Regel ist die 10-%-Regel: Werden im Zuge einer Instandsetzung mehr als 10 % der Außenwandfläche erneuert – etwa durch einen neuen Außenputz –, muss die Wand laut co2online auf einen U-Wert von maximal 0,24 W/(m²K) gedämmt werden. Kleine Reparaturen lösen keine Pflicht aus, aber bei einer Vollsanierung des Putzes wird die Dämmung faktisch erzwungen. Genau hier zahlt sich der Sowieso-Kosten-Effekt aus: Wer ohnehin den Putz erneuern muss, dämmt mit relativ geringen Mehrkosten gleich mit.
Es gibt jedoch eine wichtige Ausnahme, die die Lohnt-sich-Grenze auch juristisch bestätigt: Außenwände, die nach dem 31.12.1983 unter Einhaltung der damals geltenden Vorschriften errichtet oder erneuert wurden, müssen die Anforderung bei einer nachträglichen Bekleidung oder Putzerneuerung nicht einhalten (Fußnote 2 zu Anlage 7 GEG). Das ist die gesetzliche Bestätigung dafür, dass sich Dämmung bei 80er-Häusern in der Regel weder finanziell lohnt noch verpflichtend ist – nachzulesen direkt im Gesetzestext zu GEG Anlage 7.
Welche Nachteile und Risiken gibt es?
Eine ehrliche Lohnt-sich-Bewertung muss auch die Schattenseiten nennen. Die Fassadendämmung ist eine bewährte Maßnahme, aber kein Selbstläufer:
- Lange Amortisation bei jüngeren Häusern: Bei Wänden nach 1983 (U-Wert ~0,50) lohnt sich die Dämmung kaum – im Verbraucherzentrale-Beispiel dauert die Amortisation über 70 Jahre.
- Hohe Investition ohne Sowieso-Kosten: Ein eigenständiges WDVS für 160–200 EUR/m² ist eine langfristige Investition. Ohne anstehende Fassadensanierung und ohne Förderung kann sie unwirtschaftlich werden.
- Algenbildung: Gedämmte Fassaden trocknen an der Außenoberfläche langsamer ab, wodurch sich Algen bilden können. Laut co2online ist das ein rein optisches Problem ohne Einfluss auf die Haltbarkeit, kann aber Nachstreichkosten verursachen.
- Schimmelgefahr bei Fehlern: Bei unsachgemäßer Ausführung oder unzureichendem Lüften kann sich Schimmel bilden. Nach der Dämmung muss das Lüftungsverhalten oft angepasst werden.
- Brandschutz: EPS/Styropor-Dämmstoffe sind brennbar (Klasse B1, schwer entflammbar). Mineralische Dämmstoffe sind nicht brennbar, aber teurer.
- Entsorgung: Alte WDVS-Dämmstoffe mit dem verbotenen Flammschutzmittel HBCD müssen in Sonderverbrennungsanlagen entsorgt werden.
Die Themen Algen und Schimmel beleuchtet Fassadendämmung Risiken 2026: Schimmel & Algen ausführlich. Diese Risiken sind beherrschbar, wenn die Dämmung fachgerecht geplant und ausgeführt wird – sie sind kein Grund, bei einem ungedämmten Altbau auf die Dämmung zu verzichten.
Häufige Fragen (FAQ)
Lohnt sich eine Fassadendämmung bei einem Haus aus den 1960er- oder 1970er-Jahren?
Ja, in fast allen Fällen. Die Außenwände dieser Epochen sind in der Regel ungedämmt und haben U-Werte von 1,4–2,0 W/(m²K), über die rund ein Drittel der Heizwärme verloren geht. Im Verbraucherzentrale-Rechenbeispiel spart die Dämmung einer ungedämmten Ziegelmauer rund 1.120 EUR pro Jahr und amortisiert sich in 14–15 Jahren – bei einer ohnehin anstehenden Fassadensanierung sogar in etwa 8 Jahren. Etwa zwei Drittel der 70er-Jahre-Häuser sind noch ungedämmt und damit die ideale Zielgruppe.
Ab welchem Baujahr lohnt sich eine Fassadendämmung nicht mehr?
Etwa ab Baujahr 1983/1984. Wände, die nach dem 31.12.1983 unter den damaligen Vorschriften errichtet wurden, sind bereits leicht gedämmt (U-Wert ~0,50 W/(m²K)). Eine zusätzliche Dämmung spart dann nur noch etwa 170 EUR pro Jahr, was zu einer Amortisationszeit von über 70 Jahren führt. Auch das GEG nimmt diese Wände ausdrücklich von der Nachrüstpflicht aus – ein klares Signal, dass sich die Maßnahme hier kaum lohnt.
Welchen U-Wert hat die Außenwand meines Hauses nach Baujahr?
Als Faustregel: Häuser vor 1978 haben U-Werte von 1,4–2,0 W/(m²K), die 1960er liegen bei rund 1,5, die 1970er bei 1,2–1,5. Ab 1979 (erste Wärmeschutzverordnung) sinkt der Wert auf etwa 0,8–1,0, und Häuser nach 1983 erreichen schon rund 0,50 W/(m²K). Der genaue Wert hängt von der Wandkonstruktion ab – ein Energieberater kann ihn exakt bestimmen.
Wie viel Heizkosten spare ich pro Jahr durch eine Fassadendämmung?
Das hängt stark vom Ausgangs-U-Wert und vom Energiepreis ab. Im Verbraucherzentrale-Beispiel einer ungedämmten Altbauwand werden rund 1.120 EUR pro Jahr gespart (bei 0,12 EUR/kWh Gas). Bei einem typischen Einfamilienhaus von 130 m² (Baujahr 1983) nennt co2online bis zu 19 % der Heizenergie bzw. rund 440 EUR pro Jahr. Bei bereits gedämmten 80er-Wänden sind es nur noch etwa 170 EUR.
In wie vielen Jahren amortisiert sich eine Fassadendämmung beim Einfamilienhaus?
Bei einem ungedämmten Altbau amortisiert sich eine eigenständige Fassadendämmung in 14–15 Jahren. Wird sie mit einer ohnehin anstehenden Putz- oder Fassadensanierung kombiniert, sinkt die Amortisationszeit auf etwa 8 Jahre, weil dann nur noch die reinen Dämm-Mehrkosten von 90–100 EUR/m² anfallen. Bei bereits gedämmten Wänden aus den 1980ern kann die Amortisation dagegen über 70 Jahre dauern.
Warum lohnt sich Dämmen besonders, wenn der Putz ohnehin erneuert werden muss?
Weil dann ein großer Teil der Kosten als sogenannte Sowieso-Kosten ohnehin anfällt: Gerüst, Putzabschlag und Untergrundvorbereitung sind für die Fassadensanierung notwendig, egal ob gedämmt wird oder nicht. Die reinen Dämm-Mehrkosten betragen dann nur 90–100 EUR/m² statt 160–200 EUR/m² für ein eigenständiges WDVS – und die Amortisation halbiert sich nahezu auf etwa 8 Jahre.
Was kostet eine Fassadendämmung pro Quadratmeter?
Das hängt von der Methode ab: Kerndämmung bzw. Einblasdämmung kostet 25–60 EUR/m² (nur bei zweischaligem Mauerwerk mit Hohlraum möglich), ein WDVS 160–200 EUR/m², eine vorgehängte hinterlüftete Fassade 180–300 EUR/m² und eine Innendämmung etwa 100–200 EUR/m². Bei Sowieso-Kosten reduzieren sich die WDVS-Mehrkosten auf 90–100 EUR/m².
Welchen U-Wert muss die Außenwand nach dem GEG bzw. für die BAFA-Förderung erreichen?
Hier gibt es zwei Werte: Das GEG schreibt bei nachträglicher Dämmung einen höchstzulässigen U-Wert von 0,24 W/(m²K) vor (Anlage 7), wofür etwa 12–14 cm Dämmstoff genügen. Die BAFA/BEG-Förderung verlangt strenger einen U-Wert von ≤ 0,20 W/(m²K), wofür über 16 cm Dämmstoff nötig sind. Wer die Förderung nutzen will, muss also den strengeren Wert erreichen.
Wann besteht eine gesetzliche Dämmpflicht für die Fassade?
Wenn im Zuge einer Instandsetzung mehr als 10 % der Außenwandfläche erneuert werden – etwa durch einen neuen Außenputz –, muss die Wand auf einen U-Wert von maximal 0,24 W/(m²K) gedämmt werden (10-%-Regel des GEG). Kleine Reparaturen lösen keine Pflicht aus. Ausgenommen sind außerdem Wände, die nach dem 31.12.1983 nach den damaligen Vorschriften errichtet wurden.
Nächster Schritt: U-Wert und Einsparpotenzial Ihres Gebäudes ermitteln
Ob sich die Fassadendämmung für Ihr Haus konkret lohnt, hängt von Ihrem individuellen Ausgangs-U-Wert, der Wandfläche, dem Energiepreis und der geplanten Maßnahme ab. Die Rechenbeispiele in diesem Artikel geben die Größenordnung vor – die genaue Entscheidung braucht aber Ihre Gebäudedaten.
Mit der Gebäudeanalyse von reduco.ai ermitteln Sie auf Basis von Baujahr, Wandkonstruktion und Heizsystem das realistische Einsparpotenzial Ihrer Außenwände, ordnen Ihr Gebäude in die Drei-Klassen-Logik ein und sehen sofort, welche Maßnahmen sich für Sie wirtschaftlich rechnen – inklusive der passenden Förderwege für 2026. So treffen Sie die Lohnt-sich-Entscheidung nicht nach Bauchgefühl, sondern auf Basis Ihrer tatsächlichen Gebäudedaten.
Angebot für Ihre Fassadendämmung erhalten
Erhalten Sie kostenlos und unverbindlich Angebote für Ihre Dämmung von geprüften Fachbetrieben.
- 100 % kostenlos & unverbindlich
- Bis zu 5 Angebote von geprüften Fachbetrieben aus Ihrer Region
- Durch Vergleich bis zu 30 % sparen
Noch unsicher, welche Maßnahme sich bei Ihrem Haus lohnt?
Gebäude kostenlos analysierenVerwandte Artikel
Fassadendämmung Angebot prüfen 2026: WDVS-Checkliste je Position
WDVS-Angebot prüfen 2026: 160–190 €/m² sind realistisch. Checkliste je Position, U-Wert 0,20 für 15–20 % Förderung und versteckte Kosten – seriös erkennen.
RatgeberFassadendämmung Risiken 2026: Schimmel & Algen ab U-Wert 0,20
Fassadendämmung Risiken 2026: Verursacht eine WDVS-Dämmung wirklich Schimmel, Algen und Brandgefahr? Was Feuchte, Wärmebrücken und U-Wert 0,20 bedeuten.
RatgeberDämmung bei Denkmalschutz: Möglichkeiten, Auflagen & Förderung
Denkmalgeschütztes Haus dämmen: 6 erlaubte Maßnahmen, Auflagen der Denkmalbehörde und bis zu 150.000 EUR förderfähige Kosten als Effizienzhaus Denkmal.
