Jolywood Test 2026: Erfahrungen mit 460 Wp Niwa Black
Jolywood im Praxis-Check 2026: 435-460 Wp, bis 23,0 % Wirkungsgrad, 25/30 Jahre Garantie, ab 0,17 €/Wp. Stärken, Schwächen und Preise im Überblick.

Das Wichtigste in Kürze
- Leistung: Das Niwa-Black-Modul JW-HD108N-R3 liefert 435-460 Wp bei bis zu 23,0 % Wirkungsgrad, das Großformat JW Plus (JW-HD132N-R2) kommt auf 595-625 Wp und bis 23,1 %.
- Garantie: Das Niwa-Black-Datenblatt nennt 25 Jahre Produkt- und 30 Jahre Leistungsgarantie mit 87,4 % Restleistung, das JW-Plus-Datenblatt nur 12 Jahre Produktgarantie. Jolywoods allgemeine Garantiebedingungen sehen für alle Module 12 Jahre vor. Lassen Sie sich die 25 Jahre schriftlich bestätigen.
- Alterung: 1,0 % Degradation im ersten Jahr, danach 0,40 % pro Jahr, Temperaturkoeffizient -0,280 %/°C laut Datenblatt.
- Preis: Full-Black-Module notierten im August 2026 bei rund 0,160 €/Wp (pvXchange), ein Jolywood 435 Wp Full Black kostete im EU-Onlinehandel etwa 74 € pro Modul (~0,17 €/Wp).
- TOPCon-Pionier: n-TOPCon-Serienfertigung bereits 2016-2018, heute ein 16-GW-TOPCon-Zellwerk in Shanxi. Gegründet 2008, börsennotiert (SZ300393), inzwischen Teil des Zhejiang-Provincial-Energy-Konzerns.
- Kein Testsiegel: Stiftung Warentest hat keinen vergleichenden Solarmodul-Test veröffentlicht, weder zu Jolywood noch zu einer anderen Marke (Stand 08/2026).
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Jolywood ist in Deutschland eine dieser Marken, die fast jeder Installateur kennt, aber kaum ein Hausbesitzer. Das liegt an der Firmengeschichte: Der Konzern ist zuerst einer der weltweit führenden Hersteller von Modul-Backsheets und erst danach Modulbauer geworden. Wer heute ein Angebot mit Jolywood-Modulen auf dem Tisch hat, bekommt in der Regel ein bifaziales n-type-TOPCon-Glas-Glas-Modul mit 435-460 Wp und einer der längsten Leistungsgarantien am Markt.
Dieser Artikel prüft, was hinter den Datenblattwerten steckt, wo die Serien sich unterscheiden und ob der Preis stimmt. Wenn Sie noch ganz am Anfang stehen, hilft der Marken-Überblick zu den besten Solarmodulen 2026 bei der Vorauswahl. Und falls Sie sich fragen, warum praktisch alle Hersteller inzwischen auf dieselbe Zelltechnik setzen: Der Vergleich TOPCon oder HJT ordnet das ein.
Jolywood auf einen Blick: Serien, Leistung, Garantie
Jolywood führt laut offiziellem Download-Center vier Modulfamilien: JW Series (Großformat), NIWA Series (Standardformat für Wohngebäude), Windproof Series für sturmexponierte Standorte und eine PVT Series, die Strom und Wärme kombiniert. Für Ein- und Zweifamilienhäuser sind praktisch nur die ersten beiden relevant.
| Serie | Typmodell | Leistung | Wirkungsgrad max. | Produktgarantie | Leistungsgarantie |
|---|---|---|---|---|---|
| NIWA Black | JW-HD108N-R3 | 435-460 Wp | 23,0 % | 25 Jahre | 30 Jahre / 87,4 % |
| JW Plus | JW-HD132N-R2 | 595-625 Wp | 23,1 % | 12 Jahre | 30 Jahre / 87,4 % |
| Windproof | JW-HD132N-R2(S) | Großformat | k. A. | k. A. | k. A. |
| PVT | JW PVT-HT144N-R0 | Hybrid Strom/Wärme | k. A. | k. A. | k. A. |
Der wichtigste Unterschied steht in der vorletzten Spalte, nicht bei der Leistung: Das Niwa-Datenblatt nennt 25 Jahre Produktgarantie, das der leistungsstärkeren JW-Plus-Serie nur 12. Das ist ein handfestes Argument, das in Angeboten selten auftaucht, weil dort meist nur die Wattzahl fett gedruckt wird.
Eine Einschränkung gehört allerdings dazu, und sie ist wichtig: Jolywoods allgemeines Garantiedokument Limited Warranty (JW-STD-2024-V3, Stand 05.02.2024) gilt ausdrücklich für alle Module und sagt 12 Jahre Produkt- sowie 30 Jahre Leistungsgarantie zu. Die 25 Jahre stehen bislang nur auf dem produktspezifischen Niwa-Datenblatt (Version 02/2025). Wer wegen der langen Produktgarantie kauft, sollte sich die 25 Jahre im Kaufvertrag bestätigen lassen.
Wer ist Jolywood? Vom Backsheet-Weltmarktführer zum TOPCon-Pionier
Jolywood wurde 2008 gegründet und ging 2014/15 an die Börse Shenzhen (Kürzel SZ300393). Laut Unternehmensdarstellung gehörte der Konzern zwischen 2016 und 2018 zu den ersten chinesischen Herstellern, die n-TOPCon-Zellen überhaupt in Serie fertigten, damals mit rund 2,1 GW Zellkapazität. Für 2023/24 nennt die Chronik weltweite Auslieferungen von über 5 GW an Zellen und Modulen sowie den Baustart eines 16-GW-Zellwerks in der Provinz Shanxi.
Der Konzern ist in vier Einheiten gegliedert: Jolywood Suzhou Sunwatt für PV-Materialien, Shanxi Jolywood für Zellen, Jolywood Taizhou für Module und Jolywood Shanghai für Systeme. Das Materialgeschäft ist dabei kein Nebenschauplatz: Mit 320 Mio. m² Backsheet-Kapazität pro Jahr und kumuliert über 260 GW ausgelieferter Rückseitenfolie bezeichnet sich Jolywood selbst als weltweit führender Anbieter von PV-Materialien. Im Februar 2023 stieg Zheneng Electric Power als strategischer Investor ein, seither gehört Jolywood zum staatlichen Zhejiang Provincial Energy Group.
Für Sie als Käufer heißt das zweierlei. Erstens: Der Hersteller versteht die Materialseite eines Moduls besser als viele reine Modulmontierer, was bei Glas-Glas-Aufbauten und Laminatqualität durchaus zählt. Zweitens: Die Module entstehen bei Jolywood (Taizhou) Solar Technology in der Provinz Jiangsu, also in China. Wer bewusst europäische Fertigung sucht, ist hier falsch.
Wie stabil ist der Hersteller?
Eine 30-jährige Leistungsgarantie ist nur so viel wert wie das Unternehmen, das dahintersteht. Die gesamte chinesische Modulbranche steckt seit 2024 in einer harten Konsolidierungsphase mit Preisen teils unter den Herstellkosten. Für Jolywood spricht in dieser Lage der Einstieg des staatlichen Zhejiang-Provincial-Energy-Konzerns, der die Kapitaldecke deutlich verbreitert. Eine Garantie über drei Jahrzehnte bleibt trotzdem ein Versprechen mit Restrisiko, keine Sicherheit. Details dazu, wie Modulgarantien überhaupt funktionieren, stehen im Beitrag zu Produkt- und Leistungsgarantie bei Solarmodulen.
Das Niwa Black JW-HD108N-R3 im Detail
Das Niwa Black in der Ausführung "Transparent Black" ist das Modul, das in deutschen Wohnhaus-Angeboten am häufigsten auftaucht. Es ist ein bifaziales n-type-Doppelglasmodul mit 108 Halbzellen und 1,6 mm Glas auf beiden Seiten.
| Kennwert | Wert laut Datenblatt (V202502) |
|---|---|
| Leistungsklassen | 435-460 Wp |
| Modulwirkungsgrad | 21,8-23,0 % |
| Leistungstoleranz | 0 bis +3 % |
| Maße | 1.762 x 1.134 x 30 mm |
| Gewicht | 21,2 kg |
| Zellen | 108 Halbzellen, n-type TOPCon |
| Aufbau | Glas-Glas, 1,6/1,6 mm |
| Bifazialität | 80 % (±5 %) |
| Temperaturkoeffizient Pmax | -0,280 %/°C |
| Statische Last | 5.400 Pa vorn / 2.400 Pa hinten |
| Produktgarantie | 25 Jahre |
| Leistungsgarantie | 30 Jahre, Endwert 87,4 % |
Die Herstellerangaben zum JW-HD108N-R3 nennen eine Degradation von 1,0 % im ersten Jahr und 0,40 % pro Jahr danach. Die Rechnung geht auf: 100 % minus 1,0 % ergibt 99 %, minus 29 weitere Jahre à 0,40 % ergibt exakt die garantierten 87,4 %.
Was die Zahlen praktisch bedeuten
Ein paar Werte lohnen die Übersetzung in Alltagsgrößen:
- Flächenleistung: 1,762 x 1,134 m sind knapp 2,0 m² Modulfläche. Bei 460 Wp entspricht das rund 230 W pro Quadratmeter. Für 10 kWp brauchen Sie also grob 22 Module und etwa 44 m² belegbare Dachfläche.
- Dachlast: 21,2 kg auf 2,0 m² sind rund 10,6 kg/m² reines Modulgewicht, dazu kommt die Unterkonstruktion. Für die meisten Sparrendächer unkritisch, im Zweifel gehört das trotzdem geprüft.
- Hitzeverhalten: Der Temperaturkoeffizient von -0,280 %/°C ist ein typischer, guter TOPCon-Wert. Bei 65 °C Zelltemperatur im Hochsommer, also 40 Kelvin über Testbedingung, verliert das Modul rechnerisch rund 11 % Leistung. Ältere p-type-Module mit -0,35 %/°C lägen bei rund 14 %.
- Schneelast: 5.400 Pa Frontlast entsprechen etwa 550 kg/m². Damit ist das Modul auch für schneereiche Lagen ausgelegt, sofern die Montage entsprechend zertifiziert erfolgt.
Auf dem Datenblatt führt Jolywood zusätzlich das Bloomberg-NEF-Tier-1-Logo, die Auszeichnung kiwa-PVEL "Top Performer 2024" aus der PV Module Reliability Scorecard, ein Munich-RE-Logo sowie TÜV-SÜD- und TÜV-NORD-Prüfzeichen nach IEC 61215 (2021) und IEC 61730 (2023). Das sind Herstellerangaben, keine unabhängige Bestätigung durch uns. Tier 1 ist außerdem eine reine Bankability-Einstufung von Bloomberg und sagt nichts über Modulqualität aus, was ein verbreitetes Missverständnis ist.
Bifazial: Wann bringt die Rückseite etwas?
Mit 80 % Bifazialität nimmt die Rückseite vier Fünftel der Einstrahlung mit, die auch die Vorderseite verwerten würde. Das Datenblatt rechnet den Rückseitengewinn in einer eigenen Tabelle über 10 bis 30 % durch: Aus einem 450-Wp-Modul werden dort je nach Rückseiten-Einstrahlung 495 bis 585 Wp. Auf einem klassischen, dicht aufliegenden Schrägdach kommt davon fast nichts an. Relevant wird der Effekt bei Aufständerung im Garten, bei Flachdach, Fassade, Carport oder hellen Dachflächen. Wie groß der Zusatzertrag realistisch ausfällt, rechnet der Beitrag bifaziale Solarmodule durch.
Gibt es einen Stiftung-Warentest zu Jolywood?
Nein, und diese Antwort gilt für jede Modulmarke. Die Themenseite Solaranlagen bei Stiftung Warentest listet mit Stand 24.08.2026 Balkonkraftwerk-Tests (22.05.2025), Speichertests (23.04.2026 und 19.03.2026), einen Renditerechner sowie den Wirtschaftlichkeitsartikel "Photovoltaik 2026" vom 01.08.2026. Ein vergleichender Marken-Test klassischer Dachmodule ist nicht darunter.
Wenn ein Onlineshop also mit "Testsieger" wirbt, stammt das Siegel nicht von Stiftung Warentest. Meist handelt es sich um Herstellerangaben, um Laborprogramme wie die PVEL-Scorecard oder um Portalauszeichnungen ohne Prüfaufwand.
Eine Warentest-Veröffentlichung ist trotzdem relevant, und zwar die zu den Garantiebedingungen: Die Verbraucherzentrale NRW prüfte die Garantiebedingungen von 30 Herstellern und mahnte fünf davon wegen unzulässiger Klauseln ab. Warentest fasst das unter dem Titel Solarmodule: Garantien sind oft wertlos zusammen. Der Beitrag stammt aus dem Jahr 2011 und nennt Hersteller, die es teils nicht mehr gibt. Die kritisierten Klauselmuster sind aber unverändert üblich. Übersetzt: Die Zahl "30 Jahre" auf dem Datenblatt ist der Anfang der Prüfung, nicht das Ende.
Was Sie in den Garantiebedingungen prüfen sollten
- Wer trägt Aus- und Einbaukosten im Garantiefall, und wer die Fracht? Häufig nur das Modul selbst.
- Gilt Ersatz gleichwertig oder gleichartig? Nach 15 Jahren gibt es das exakte Modell nicht mehr.
- Wann beginnt die Frist? Bei Jolywood startet sie laut Garantiedokument spätestens 180 Tage nach Auslieferung ab Werk, nicht mit Ihrer Inbetriebnahme. Lagerware kostet Sie also Garantiezeit.
- Ist die Garantie an eine Registrierung oder an bestimmte Montagesysteme gebunden?
- Welcher Gerichtsstand gilt, und gibt es eine deutsche oder europäische Niederlassung als Ansprechpartner?
- Wird die Leistungsmessung nur unter Laborbedingungen anerkannt, und wer zahlt sie?
Was kosten Jolywood-Module 2026?
2026 ist kein normales Preisjahr. Der pvXchange-Modulpreisindex zeigt für den europäischen Spotmarkt im August 2026 einen kräftigen Anstieg über alle Technologieklassen seit Januar 2026: High Efficiency 0,150 €/Wp (+30,4 %), Full Black 0,160 €/Wp (+23,1 %), Mainstream 0,135 €/Wp (+28,6 %) und Low Cost 0,075 €/Wp (+27,3 %). Alle Prozentwerte beziehen sich auf den Jahresbeginn, nicht auf den Vormonat. Die Phase extrem billiger Module ist damit vorerst vorbei. Der Index weist Nettopreise für zollverzollte Ware im europäischen Spot- und Handelsmarkt aus.
| Position | Wert |
|---|---|
| Jolywood JW-HD108N 435 Wp Full Black (EU-Onlinehändler, 08/2026) | 74,16 € brutto/Modul |
| entspricht | ca. 0,17 €/Wp |
| Indexpreis Full Black (pvXchange, 08/2026) | 0,160 €/Wp netto |
| Indexpreis High Efficiency (pvXchange, 08/2026) | 0,150 €/Wp netto |
| Modulkosten für 10 kWp (gerechnet mit 0,17 €/Wp) | ca. 1.700 € |
| Schlüsselfertige Aufdachanlage ca. 10 kWp (Fraunhofer ISE) | ca. 900-1.500 €/kWp netto |
| Speicher schlüsselfertig (Fraunhofer ISE) | 270-420 €/kWh |
Der konkrete Endkundenpreis von 74,16 € für das JW-HD108N 435 Wp Full Black, den ein EU-Onlinehändler im August 2026 aufrief, liegt leicht über dem Full-Black-Index. Für ein Glas-Glas-Modul im Einzelbezug ist das plausibel: Der Index bildet Großhandelsmengen ab, nicht den Kauf einzelner Paletten.
Entscheidend ist die letzte Zeile der Tabelle. Laut Fraunhofer ISE kostet eine schlüsselfertige 10-kWp-Aufdachanlage rund 900-1.500 €/kWp netto, also 9.000-15.000 €. Die Module machen darin mit etwa 1.700 € nur 11 bis 19 Prozent aus. Wer beim Modulpreis 10 % herausverhandelt, spart 170 € an einer Anlage für 12.000 €. Wer dagegen bei Montage, Gerüst, Elektrik und Speicherdimensionierung sauber vergleicht, bewegt Tausende. Die Modulmarke sollten Sie deshalb nach Qualität und Garantie auswählen, nicht nach dem letzten Cent. Wie sich die Preise über die Jahre entwickelt haben, zeigt der Beitrag zur Entwicklung der Modulpreise 2026.
Förderung und Steuern 2026: Was Sie konkret bekommen
Für Jolywood-Module gelten dieselben Rahmenbedingungen wie für jedes andere Modul. Vier Punkte bestimmen Ihre Rendite.
1. Nullsteuersatz auf Anschaffung und Installation. Seit dem 01.01.2023 gilt nach § 12 Abs. 3 UStG ein Umsatzsteuersatz von 0 % auf Lieferung und Installation von PV-Anlagen auf und an Wohngebäuden. Rechenbeispiel: Eine Anlage für 12.000 € netto hätte früher 14.280 € gekostet, Sie sparen also 2.280 € ohne Antrag, ohne Frist, ohne Formular.
2. Einkommensteuerbefreiung. Nach § 3 Nr. 72 EStG sind Einnahmen aus PV-Anlagen bis 30 kWp seit dem Veranlagungszeitraum 2022 einkommensteuerfrei. Auf Ihre Einspeiseerträge zahlen Sie damit 0 € Einkommensteuer.
3. Einspeisevergütung. Für Inbetriebnahmen zwischen dem 01.08.2026 und dem 31.01.2027 zahlt die Bundesnetzagentur bei Teileinspeisung 7,70 ct/kWh bis 10 kWp und 6,66 ct/kWh im Bereich 10-40 kWp. Volleinspeisung bis 10 kWp wird mit 12,22 ct/kWh vergütet. Rechenbeispiel Teileinspeisung: Wer 5.000 kWh im Jahr ins Netz gibt, erhält 385 € jährlich, und zwar 20 Jahre lang plus Inbetriebnahmejahr. Wichtig für die Zeitplanung: Ein Regierungsentwurf vom 29.07.2026 sieht vor, die feste Vergütung für neue Anlagen zum 01.01.2027 durch eine auf 36 Monate befristete Übergangszahlung von rund 5,2 ct/kWh zu ersetzen. Beschlossen ist das noch nicht, aber eine Inbetriebnahme sollte ohne Not nicht ins neue Jahr rutschen.
4. KfW-Kredit statt Zuschuss. Einen bundesweiten Zuschuss für private PV-Anlagen gibt es nicht. Das Programm KfW 270 "Erneuerbare Energien Standard" ist ein Kredit mit effektivem Jahreszins ab rund 3,98-4,91 % (Stand 06.08.2026), das frühere Programm 442 für Solarstrom und E-Autos ist beendet. Ob sich der KfW-Weg gegenüber Eigenkapital oder Hausbank lohnt, klärt der Überblick zur KfW-Förderung für Photovoltaik 2026. Zusätzlich lohnt der Blick auf kommunale und landeseigene Programme, die es punktuell noch gibt.
Unter dem Strich heißt das: Die Förderkulisse ist schlank, aber verlässlich. Der größte Hebel bleibt der Eigenverbrauch, weil jede selbst genutzte Kilowattstunde rund 30 Cent Netzstrom ersetzt statt 7,70 Cent Vergütung zu bringen.
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Jolywood, Trina oder Jinko: Der Datenblatt-Vergleich
Die spannendste Frage im Angebotsvergleich lautet meist: Ist die vorgeschlagene Marke schlechter als der bekannte Name? Ein Blick auf die Herstellerdaten vergleichbarer Standardmodule:
| Kennwert | Jolywood Niwa Black JW-HD108N-R3 | Trina Vertex S+ Shield TSM-NED9R.28 |
|---|---|---|
| Leistung | 435-460 Wp | 445-470 Wp |
| Wirkungsgrad max. | 23,0 % | 23,5 % |
| Maße | 1.762 x 1.134 x 30 mm | 1.762 x 1.134 x 30 mm |
| Gewicht | 21,2 kg | 27,0 kg |
| Temperaturkoeffizient Pmax | -0,280 %/°C | -0,29 %/°C |
| Produktgarantie | 25 Jahre | 15 Jahre, bis 25 Jahre möglich |
| Leistungsgarantie | 30 Jahre / 87,4 % | 30 Jahre / 87,4 % |
| Degradation | 1,0 % / 0,40 % p. a. | 1,0 % / 0,40 % p. a. |
Abmessungen und Garantiekurve sind identisch, der Temperaturkoeffizient unterscheidet sich um ein Hundertstel. Interessant sind die beiden Zeilen, die in Angeboten nie auftauchen: Das Trina-Modul wiegt fast 6 kg mehr, weil es auf sehr hohe Lastreserven ausgelegt ist, und seine Standard-Produktgarantie liegt bei 15 statt 25 Jahren. Auch JinkoSolars Tiger Neo bewegt sich technisch in derselben Liga und erreicht bei den 66-Halbzellen-Großformaten bis 650 W und 24,06 % Wirkungsgrad, allerdings in einer Baugröße, die auf normalen Einfamilienhausdächern selten sinnvoll ist.
Das ist die ehrliche Kernaussage zu TOPCon im Jahr 2026: Die Datenblätter der großen Anbieter unterscheiden sich kaum noch. Der Unterschied liegt bei Verfügbarkeit, Lieferzeit, Preis, Erfahrung Ihres Installateurs mit dem Klemmbereich und der Frage, wer im Reklamationsfall erreichbar ist. Genau dieselbe Beobachtung machen wir bei anderen Zweitmarken, etwa im Test zu Risen-Solarmodulen oder bei Suntech.
Praxis: Für wen passen Jolywood-Module?
Gut geeignet, wenn:
- Sie ein Glas-Glas-Modul mit langer Garantie zum Preis eines guten Standardmoduls wollen. 25 Jahre Produktgarantie sind in dieser Preisklasse überdurchschnittlich.
- Ihr Dach hell eingedeckt, aufgeständert oder als Flachdach ausgeführt ist, sodass die 80 % Bifazialität tatsächlich Ertrag bringen.
- Sie ein Angebot mit Jolywood bekommen, das preislich klar unter einem Angebot mit Premiummarke liegt. Technisch geben Sie dabei nach Datenblatt nichts auf.
- Ihr Installateur die Module regelmäßig verbaut und Ersatz im Lager hat.
Eher nicht geeignet, wenn:
- Ihnen europäische Fertigung wichtig ist. Produktionsstandort ist Taizhou in der Provinz Jiangsu.
- Sie eine deutsche Anlaufstelle mit langer Historie für Garantiefälle brauchen. Hier haben etablierte Marken mit deutscher Niederlassung Vorteile.
- Ihnen ein Angebot die JW-Plus-Serie unter dem Argument "mehr Watt pro Modul" verkaufen will. Prüfen Sie dann die Produktgarantie: 12 statt 25 Jahre laut Datenblatt ist ein echter Rückschritt, der die höhere Modulleistung selten aufwiegt.
Drei Fragen an Ihren Installateur
- Welche exakte Typbezeichnung steht im Angebot? "Jolywood 440 W" reicht nicht. Der Zusatz HD108N-R3 gegenüber HD132N-R2 entscheidet laut Datenblatt über 13 Jahre Produktgarantie.
- Glas-Glas oder Glas-Folie? Die Kernserien sind Doppelglas, es gibt aber auch HT-Varianten. Glas-Glas ist schwerer und langlebiger, das ändert die Statikbetrachtung.
- Wer wickelt Garantiefälle ab, der Installateur oder Sie selbst mit dem Hersteller? Diese Antwort gehört schriftlich ins Angebot.
Wie stark die Alterung Ihre Rendite über 25 Jahre tatsächlich beeinflusst, rechnet der Artikel zu Lebensdauer und Degradation von PV-Anlagen vor. Die kurze Fassung: Der Unterschied zwischen 0,40 % und 0,55 % Degradation pro Jahr ist über die Laufzeit größer als der Unterschied zwischen 440 und 460 Wp Anfangsleistung.
Häufige Fragen (FAQ)
Wie gut sind Jolywood-Solarmodule?
Technisch liegen sie auf Höhe der großen TOPCon-Anbieter. Das Niwa-Black-Modul JW-HD108N-R3 leistet 435-460 Wp bei bis zu 23,0 % Wirkungsgrad, mit 1,0 % Anfangsdegradation, danach 0,40 % pro Jahr und einem Temperaturkoeffizienten von -0,280 %/°C. Jolywood war einer der ersten Serienfertiger von n-TOPCon-Zellen überhaupt. Schwächen liegen weniger in der Technik als in der geringeren Bekanntheit und der Frage, wie gut Garantiefälle in Deutschland abgewickelt werden.
Gibt es einen Stiftung-Warentest zu Jolywood-Solarmodulen?
Nein. Stiftung Warentest hat keinen vergleichenden Marken-Test von Solarmodulen veröffentlicht, weder zu Jolywood noch zu anderen Herstellern. Getestet wurden zuletzt nur Balkonkraftwerke (05/2025), Speicher (2026) und die Wirtschaftlichkeit von PV-Anlagen (08/2026). Wer mit einem Warentest-Siegel für Module wirbt, führt Sie in die Irre.
Welche Garantie gibt Jolywood auf seine Module?
Je nach Serie unterschiedlich. Das Datenblatt der Niwa-Serie, etwa zum JW-HD108N-R3, nennt 25 Jahre Produkt- und 30 Jahre lineare Leistungsgarantie mit 87,4 % Restleistung. Für die Großformat-Serie JW Plus (JW-HD132N-R2) sind es nur 12 Jahre Produktgarantie bei ebenfalls 30 Jahren Leistungsgarantie. Wichtig: Jolywoods allgemeines Garantiedokument gilt laut Titel für alle Module und sagt einheitlich 12 Jahre Produktgarantie zu. Lassen Sie sich die 25 Jahre deshalb schriftlich im Kaufvertrag bestätigen.
Was kosten Jolywood-Solarmodule?
Im EU-Onlinehandel kostete das JW-HD108N 435 Wp Full Black im August 2026 rund 74 € pro Modul, also etwa 0,17 €/Wp. Zum Vergleich: Der pvXchange-Index notierte Full-Black-Module im August 2026 bei 0,160 €/Wp netto. Für eine 10-kWp-Anlage machen die Module damit nur einen kleinen Teil der schlüsselfertigen 900-1.500 €/kWp aus, grob 11 bis 19 Prozent.
Wer steckt hinter Jolywood?
Jolywood wurde 2008 gegründet, ist seit 2014/15 an der Börse Shenzhen notiert (SZ300393) und gehört mit über 260 GW kumuliert ausgelieferter Rückseitenfolie zu den weltweit führenden Backsheet-Herstellern. Die Module entstehen bei Jolywood (Taizhou) Solar Technology in der Provinz Jiangsu, die Zellfertigung umfasst ein 16-GW-TOPCon-Werk in Shanxi. Seit dem Einstieg von Zheneng Electric Power im Februar 2023 gehört Jolywood zum staatlichen Zhejiang Provincial Energy Group.
Was ist das Besondere an Jolywoods TOPCon-Technik?
Jolywood zählte 2016-2018 zu den ersten chinesischen Herstellern mit n-TOPCon-Serienfertigung und vermarktet die aktuelle Generation als J-TOPCon ohne Polysilizium-Wraparound und ohne Leckströme. n-type-Zellen haben systembedingt keine lichtinduzierte Degradation (LID), was die niedrige Anfangsdegradation von 1,0 % erklärt.
Jolywood oder Jinko und Trina: Welche Module sind besser?
Die Datenblattwerte liegen eng beieinander. Trinas Vertex S+ Shield (445-470 Wp, bis 23,5 %) und Jolywoods Niwa Black (435-460 Wp, bis 23,0 %) garantieren beide 87,4 % nach 30 Jahren, bei identischen Maßen und identischer Degradationskurve. Unterschiede gibt es beim Gewicht (27,0 gegenüber 21,2 kg) und bei der Standard-Produktgarantie (15 gegenüber 25 Jahre). Jinkos Tiger Neo erreicht bei Großformaten bis 24,06 %. Ansonsten entscheiden Verfügbarkeit, Preis und Installateurs-Erfahrung mehr als die Technik.
Sind Jolywood-Module bifazial?
Ja, die Kernserien sind bifaziale Glas-Glas-Module mit 80 % Bifazialität. Beim transparenten Niwa Black sind laut Datenblatt je nach Rückseiten-Einstrahlung 10-30 % Mehrertrag möglich. Relevant ist das vor allem bei Aufständerung, Fassade, Flachdach oder hellen Dächern, auf einem dicht belegten Schrägdach kaum.
Wie lange halten Jolywood-Module?
Der Hersteller legt 30 Jahre Lebensdauer zugrunde. Die lineare Leistungsgarantie sichert nach 30 Jahren noch 87,4 % der Nennleistung zu, bei 1,0 % Degradation im ersten Jahr und danach 0,40 % pro Jahr. Glas-Glas-Aufbau und n-type-Zellen ohne LID stützen diese Auslegung. Praktisch bedeutet das: Ein 460-Wp-Modul liefert nach 30 Jahren rechnerisch noch rund 402 Wp.
Nächster Schritt: Erst das Dach, dann das Modul
Die Modulmarke ist bei einer Photovoltaikanlage die Entscheidung mit dem geringsten Hebel. Ob Jolywood, Trina oder Jinko auf Ihrem Dach liegt, verschiebt die Wirtschaftlichkeit um wenige Prozent. Ob Sie 8 oder 14 kWp installieren, ob ein Speicher sinnvoll ist, ob Wärmepumpe oder Wallbox später den Eigenverbrauch heben und ob Ihre Dachfläche überhaupt die geplante Belegung trägt, verschiebt sie um Tausende Euro.
Genau dort setzt die Gebäudeanalyse von reduco an: Wir schauen uns Ihr Haus als Gesamtsystem an, von der nutzbaren Dachfläche über den realistischen Eigenverbrauch bis zur Frage, welche Maßnahme in welcher Reihenfolge den größten Effekt bringt. Auf dieser Basis lassen sich Angebote dann sachlich vergleichen, statt sich an Wattzahlen im Datenblatt festzuhalten.
Wenn Sie ein konkretes Angebot mit Jolywood-Modulen vorliegen haben: Prüfen Sie die exakte Typbezeichnung, die Produktgarantie der jeweiligen Serie und den Preis pro kWp inklusive Montage. Diese drei Werte sagen mehr über die Qualität des Angebots aus als jede Marke im Kopf des Dokuments.
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