Growatt Speicher Test 2026: ARK und APX bis 30 kWh im Check
Growatt ARK und APX im Test: 2,56 gegen 5 kWh je Modul, bis 15 kW Leistung, IP66 und 10 Jahre Garantie. So finden Sie den passenden Heimspeicher.

Das Wichtigste in Kürze
- Zwei Baureihen, zwei Bauprinzipien: Der ARK stapelt Module mit 2,56 kWh in Reihe, der APX koppelt Module mit 5 kWh über einen Optimierer auf Modulebene. Für beide APX-Generationen erlaubt Growatt laut Herstellerangabe ausdrücklich den Mischbetrieb alter und neuer Module und unterschiedliche Ladezustände.
- Die kWh bestimmen nicht die Leistung: Beim ARK XH deckelt das Leistungsmodul BDC 95045-A1 den Dauerstrom auf 21 A, beim APX der P-Serie das Leistungsmodul auf 6,2, 7,5 oder 15 kW, beim APX 2.0 das Mastermodul auf 10 kW einphasig und 15 kW dreiphasig.
- Nutzbar sind 90 %: Alle ARK-Varianten und der APX der P-Serie nennen im Datenblatt eine Entladetiefe von 90 %, aus 25,6 kWh werden also 23,04 kWh. Das Datenblatt des APX 2.0 nennt keine Entladetiefe.
- Kälte trennt die Baureihen: Die ARK-Module lädt Growatt laut Datenblatt erst ab 0 °C, der APX 2.0 arbeitet dank serienmäßiger Heizfolie im gesamten Bereich von -20 bis 55 °C.
- Garantie 10 Jahre, mit einer Ausnahme: ARK XH, ARK HV und alle APX kommen auf 10 Jahre, der Niedervolt-ARK LV nur auf 5 Jahre Standardgarantie, 10 Jahre sind dort optional.
- Keine Wirkungsgradangabe: Kein einziges Growatt-Speicherdatenblatt nennt einen Batterie- oder Round-Trip-Wirkungsgrad, und in der HTW-Stromspeicher-Inspektion 2026 ist Growatt nicht vertreten.
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Growatt verkauft in Deutschland zwei völlig unterschiedliche Heimspeicher-Familien unter zwei kurzen Kürzeln, und genau das führt beim Angebotsvergleich regelmäßig zu Fehlkäufen. Der ARK ist ein Stapelspeicher aus 2,56-kWh-Modulen, die elektrisch in Reihe liegen; der APX besteht aus 5-kWh-Modulen mit einem Energieoptimierer je Modul. Beide Familien nutzen kobaltfreie LiFePO4-Zellen, beide gibt es in Hochvolt-Ausführungen, und beide hängen zwingend an einem passenden Growatt-Hybridwechselrichter. Nicht zu verwechseln sind sie mit dem Balkonspeicher NOAH 2000, der eine andere Produktlinie für Steckersolargeräte ist und in diesem Test keine Rolle spielt. Wie sich die Growatt-Wechselrichter selbst schlagen, habe ich im Growatt-Wechselrichter-Test und im direkten Vergleich mit GoodWe aufgeschlüsselt.
Für die Kaufentscheidung sind vier Zahlen entscheidend: die nutzbare Kapazität, die tatsächlich abrufbare Leistung, das Spannungsfenster des Wechselrichters und die Ladegrenze bei Kälte. Alle vier stehen in den Datenblättern, werden aber in Angeboten selten sauber getrennt. Dieser Artikel legt sie nebeneinander. Wo die Growatt-Unterlagen schweigen, sage ich das ausdrücklich, statt Werte zu schätzen. Wie Sie die Preisangaben aus Angeboten einordnen, zeigt der Preisvergleich für Stromspeicher; die Systematik hinter Hochvolt und Niedervolt erklärt der Ratgeber zu Hochvolt- und Niedervolt-Speichern.
Growatt ARK und APX im Überblick
| Merkmal | ARK XH | ARK HV | ARK LV | APX HV (P-Serie) | APX HV 2.0 (M-S3) |
|---|---|---|---|---|---|
| Modulgröße | 2,56 kWh | 2,56 kWh | 2,56 kWh | 5 kWh | 5 kWh |
| Kapazität gesamt | 5,12–25,6 kWh | 7,68–25,6 kWh | 2,56–25,6 kWh | 5–30 kWh | 5–30 kWh |
| Modulzahl | 2–10 | 3–10 | 1–10 | 1–6 (ab 25 kWh zwei Säulen) | 1 Master + max. 5 Module |
| Spannungsebene | 400 V / 650 V nominal | 153,6–512 V nominal | 51,2 V nominal | 385 V je Modul; System 450 V einphasig, 650 V dreiphasig | 400 V bzw. 750 V nominal |
| Entladetiefe (DoD) | 90 % | 90 % | 90 % | 90 % | keine Angabe |
| Schutzart | IP65 | IP65 | IP65 | IP66 | IP66 |
| Temperaturbereich | -10 bis 50 °C | -10 bis 50 °C | -10 bis 50 °C | -10 bis 50 °C | -20 bis 55 °C |
| Garantie | 10 Jahre | 10 Jahre | 5 Jahre, 10 optional | 10 Jahre | 10 Jahre |
Quellen: Growatt-Datenblätter ARK XH, ARK HV, ARK LV, APX HV und APX 2.0.
Die Tabelle zeigt bereits den wichtigsten Unterschied: Der ARK ist ein reiner Stapel, der APX ein System mit eigener Leistungselektronik. Daraus folgen alle weiteren Abweichungen bei Erweiterbarkeit, Aufstellort und Kälteverhalten.
ARK: 2,56-kWh-Module in Reihe
Alle ARK-Varianten nutzen dasselbe Batteriemodul. Das ARK 2.5H-A1 hat 2,56 kWh Nennenergie, 51,2 V Nennspannung und wiegt 28 kg. Weil die Module in Reihe geschaltet werden, ergibt sich die Systemspannung direkt aus der Modulzahl, und alle Module tragen denselben Strom.
ARK XH: der Hochvolt-Stapel für die XH-Hybridwechselrichter
Der ARK XH skaliert von 5,12 bis 25,6 kWh aus zwei bis zehn Modulen. Wie viele Module zulässig sind, hängt an der Phasenzahl: Einphasige Systeme nutzen zwei bis sieben Module bei 400 V Nennspannung und einem Betriebsbereich von 360–550 V, bei sieben Modulen 400–550 V. Dreiphasige Systeme nehmen drei bis zehn Module bei 650 V nominal und 560–950 V Betriebsbereich, bei voller Bestückung mit 25,6 kWh verschiebt sich das Fenster auf 640–950 V.
| Kapazität | Module | Lade-/Entladeleistung | Spitzenleistung (10 s) | Maße (B/T/H) | Gewicht |
|---|---|---|---|---|---|
| 5,12 kWh | 2 | 2,5 kW | 5 kW | 650/260/630 mm | 72,5 kg |
| 12,8 kWh | 5 | 6,25 kW | 12,5 kW | 650/260/1185 mm | 156,5 kg |
| 25,6 kWh | 10 | 12,5 kW | 25 kW | 650/260/2110 mm | 296,5 kg |
Maße und Gewichte jeweils inklusive Leistungsmodul, Quelle: ARK-XH-Datenblatt.
Die Leistung steigt hier also mit der Kapazität, allerdings nur bis zur Grenze des Leistungsmoduls. Das BDC 95045-A1 verträgt 21 A Dauerstrom und kurzzeitig 41 A für 10 Sekunden, arbeitet mit 400 oder 650 V nominal in einem Bereich von 360–950 V, wiegt 16,5 kg und kommuniziert über CAN und RS485. Der Speicher trägt Schutzart IP65, eine Entladetiefe von 90 % und 10 Jahre Garantie. Der Betriebstemperaturbereich reicht von -10 bis 50 °C, geladen wird aber erst ab 0 °C. An Zertifizierungen führt das Datenblatt IEC 62619 für Zelle und Pack, CE, CEC, RCM und UN 38.3 auf; VDE 2510-50 ist dort nicht gelistet.
ARK HV: der Hochvolt-Stapel für die SPH-Hybride
Der ARK HV verwendet dieselben Module, arbeitet aber in einem anderen Spannungsfenster. Aus drei bis zehn Modulen entstehen 7,68 bis 25,6 kWh mit einer Nennspannung von 153,6 V bis 512 V und einem Betriebsbereich von 141,6–568 V. Statt eines Leistungsmoduls sitzt ein BMS-Controller HVC 60050-A1 mit 8 kg am Stapel. Der Standard-Lade- und Entladestrom liegt bei 25 A beziehungsweise 0,5 C, die Entladetiefe bei 90 %, die Schutzart bei IP65, die Garantie bei 10 Jahren. Auch hier gilt: Betrieb ab -10 °C, Laden erst ab 0 °C. Die Vollausbaustufe mit 25,6 kWh wiegt 280 kg.
ARK LV: Niedervolt mit hartem Leistungsdeckel
Der ARK LV ist die einzige Niedervolt-Variante. Er besteht aus einem bis zehn Modulen ARK 2.5L-A1 mit je 2,56 kWh, 51,2 V Nennspannung, einem Betriebsbereich von 47,2–56,8 V und 28 kg Gewicht, in Summe also 2,56 bis 25,6 kWh. Entscheidend ist hier eine Eigenheit, die in Angeboten selten auftaucht: Die Nennleistung steigt nur bis zum vierten Modul auf 5 kW und bleibt danach konstant. Wer zehn Module stapelt, bekommt zwar 25,6 kWh, aber keine höhere Leistung als bei vier Modulen. Der maximale Lade- und Entladestrom liegt bei 100 A. Auch die Garantie weicht ab: Das Datenblatt nennt 5 Jahre Standard und 10 Jahre als Option, während ARK XH, ARK HV und sämtliche APX pauschal 10 Jahre führen. Entladetiefe (90 %), Schutzart IP65 und Zellchemie entsprechen den Hochvolt-Geschwistern. Wie stark Zellchemie und Zyklenangaben die Lebensdauer wirklich bestimmen, ordnet der Ratgeber zu LiFePO4 und NMC ein.
APX: 5-kWh-Module mit Optimierer
Der APX bricht mit dem Reihenprinzip. Jedes Modul bekommt eine eigene Leistungselektronik, sodass Module mit unterschiedlichem Ladezustand nebeneinander arbeiten können. Growatt beschreibt das für beide APX-Generationen ausdrücklich: Das Datenblatt der P-Serie nennt die „Kombination von neuen und alten Batteriemodulen in einem System“, das Datenblatt der 2.0-Generation den „Mischbetrieb neuer und älterer Batteriemodule“. Für die spätere Erweiterung ist das der zentrale Unterschied zum ARK.
APX HV der P-Serie: das Leistungsmodul entscheidet
Das Batteriemodul APX 5.0P-B1 liefert 5 kWh bei 385 V Nennspannung in einem Bereich von 330–450 V, wiegt 50 kg und misst 690/185/295 mm. In der dreiphasigen Systemvariante liegt die Nennspannung bei 650 V mit einem Betriebsbereich von 600–980 V, in der einphasigen Variante mit dem Leistungsmodul S0 bei 450 V und 380–550 V. Die Obergrenze der Systemleistung setzt das Leistungsmodul:
| Leistungsmodul | Dauerstrom | Spitzenstrom (60 s) | Max. Leistung | Gewicht |
|---|---|---|---|---|
| APX 55027-P0 (einphasig, S0) | 17 A | 27 A | 6,2 kW | 10 kg |
| APX 98020-P1 (S1) | 13 A | 20 A | 7,5 kW | 15 kg |
| APX 98034-P2 (S2) | 26 A | 34 A | 15 kW | 15 kg |
Quellen: APX-HV-Datenblatt und APX HV S0.
Diese Obergrenzen erreicht das System erst mit genügend Kapazität. Mit dem Leistungsmodul P1 steigt die maximale Ausgangsleistung über 2,5 und 5 kW auf 7,5 kW bei 15 kWh und bleibt dort stehen. Mit dem P2 geht es weiter: 10 kW bei 20 kWh, 12,5 kW bei 25 kWh und 15 kW erst im Vollausbau mit 30 kWh.
Die P-Serie trägt IP66, eine Entladetiefe von 90 %, einen Temperaturbereich von -10 bis 50 °C, kobaltfreie LFP-Zellen, eine Freigabe bis 4.000 m Aufstellhöhe und 10 Jahre Garantie. Bemerkenswert ist der Prüfumfang: Das Datenblatt listet neben IEC 62619, IEC 60730, CE, CEC, RCM und UN 38.3 auch VDE 2510-50, UL 1973 und UL 9540A. Bei den Abmessungen gilt (jeweils mit Leistungsmodul P1 oder P2 und Sockel): 5 kWh messen 690/185/660 mm bei 68 kg, 20 kWh kommen auf 690/185/1545 mm und 218 kg. Ab 25 kWh verteilt Growatt das System auf zwei Säulen mit 690 mm Breite je Turm; die 30-kWh-Ausbaustufe wiegt 321 kg.
APX HV Battery 2.0: alles in einer Säule
Die zweite Generation APX 5.0-30.0M-S3 deckt 5, 10, 15, 20, 25 und 30 kWh ab. Der Aufbau ist neu: Ein Mastermodul APX 5.0M-B3 trägt bis zu fünf Batteriemodule APX 5.0P-B3 mit je 5 kWh, alles in einer Säule statt in zwei Türmen. Dasselbe Mastermodul dient ein- und dreiphasigen Anlagen.
| Merkmal | Einphasig | Dreiphasig |
|---|---|---|
| Nennspannung | 400 V | 750 V |
| Betriebsbereich | 350–550 V | 660–980 V |
| Max. Ausgangsleistung | 10 kW | 15 kW |
| Spitzenleistung (10 s) | 14 kW | 21 kW |
| Strom Mastermodul | 28,6 A (Spitze 40 A) | 22,73 A (Spitze 31,82 A) |
Quelle: APX-2.0-Datenblatt, Stand Juli 2026.
Diese Maximalwerte gelten erst ab einer bestimmten Kapazität. Bei 5 kWh liegt die Leistung bei 2,5 kW, bei 15 kWh bei 7,5 kW. Einphasig sind die 10 kW ab 20 kWh erreicht, dreiphasig die 15 kW erst im Vollausbau mit 30 kWh. Wer also einen kleinen Speicher kauft und später hohe Entladeleistung für Wärmepumpe oder Wallbox braucht, muss die Kapazität mitwachsen lassen. Das Mastermodul wiegt 51 kg bei 590/365/255 mm, ein Batteriemodul 45 kg. Der 5-kWh-Ausbau misst inklusive Sockel 590/425/255 mm bei 53,2 kg, der 30-kWh-Ausbau 590/1750/255 mm bei 278,2 kg.
Der APX 2.0 trägt IP66, kobaltfreie LFP-Zellen, natürliche Kühlung, eine Freigabe bis 4.000 m Aufstellhöhe und 10 Jahre Garantie. Der Temperaturbereich von -20 bis 55 °C ist der weiteste im Growatt-Programm, weil eine Heizfolie serienmäßig verbaut ist. Zertifiziert ist er nach IEC 62619 für Zelle und Pack, IEC 60730, IEC 62477-1, IEC 62040-1, CE nach EN 61000, UN 38.3, IEC 60529, REACH und CEC. VDE 2510-50 führt das Datenblatt der 2.0-Generation nicht auf, anders als das der P-Serie.
Eine zweite Lücke ist für die Auslegung wichtiger: Das APX-2.0-Datenblatt nennt weder eine Entladetiefe noch eine Zyklenzahl noch einen Wirkungsgrad. Die nutzbare Kapazität lässt sich daraus also nicht ableiten. Wer eine Zusicherung braucht, sollte sie sich vor Vertragsschluss schriftlich geben lassen.
Kapazität ist nicht Leistung
Die häufigste Fehlannahme in Angeboten lautet, ein größerer Speicher liefere automatisch mehr Leistung. Tatsächlich begrenzen drei Bauteile nacheinander: das Batteriesystem selbst, das Leistungs- beziehungsweise Mastermodul und der Wechselrichter. Maßgeblich ist immer der kleinste Wert.
| System | Kapazität | Systemleistung | Begrenzendes Bauteil |
|---|---|---|---|
| ARK XH | 5,12 kWh | 2,5 kW | Kapazität |
| ARK XH | 25,6 kWh | 12,5 kW | BDC 95045-A1 (21 A) |
| ARK LV | 10,24 kWh und mehr | 5 kW | Systemgrenze bleibt konstant |
| APX P-Serie (S1) | 15–30 kWh | 7,5 kW | APX 98020-P1 |
| APX P-Serie (S2) | 20 kWh | 10 kW | Kapazität |
| APX P-Serie (S2) | 30 kWh | 15 kW | APX 98034-P2 |
| APX 2.0 einphasig | 30 kWh | 10 kW | Mastermodul APX 5.0M-B3 |
| APX 2.0 dreiphasig | 30 kWh | 15 kW | Mastermodul APX 5.0M-B3 |
Ein Beispiel macht die Folge greifbar: Ein APX der P-Serie mit 20 kWh und dem Leistungsmodul S1 gibt trotz großer Kapazität nur 7,5 kW ab. Für einen Haushalt mit Wärmepumpe und Wallbox, die zeitgleich laufen sollen, ist das die eigentliche Auslegungsgrenze, nicht die Kilowattstundenzahl.
Nutzbare Kapazität: was von den kWh übrig bleibt
Angebote nennen fast immer die Nennkapazität. Bezahlt wird aber die Energie, die tatsächlich aus dem Speicher kommt. Für ARK und APX der P-Serie steht die Entladetiefe von 90 % im Datenblatt, daraus ergibt sich die nutzbare Kapazität durch Multiplikation mit 0,90.
| System | Nennkapazität | Entladetiefe | Nutzbar (rechnerisch) |
|---|---|---|---|
| ARK-Modul 2.5H-A1 | 2,56 kWh | 90 % | 2,30 kWh |
| ARK XH Vollausbau | 25,6 kWh | 90 % | 23,04 kWh |
| APX-P-Modul 5.0P-B1 | 5 kWh | 90 % | 4,50 kWh |
| APX 30.0P Vollausbau | 30 kWh | 90 % | 27,00 kWh |
| APX 2.0 (M-S3) | 5–30 kWh | keine Angabe | nicht ableitbar |
Zusätzlich zur Entladetiefe zieht die Umwandlung im Wechselrichter Energie ab, und im Teillastbetrieb fällt dieser Verlust deutlich höher aus als der Datenblattwert vermuten lässt. Warum die Prozentzahl aus dem Datenblatt für den Alltag wenig aussagt, rechnet der Ratgeber zum Stromspeicher-Wirkungsgrad und SPI im Detail durch.
Kompatibilität: welcher Growatt-Wechselrichter nimmt welchen Speicher
Growatt-Speicher sind nicht frei kombinierbar. Maßgeblich ist das Batteriespannungsfenster des Wechselrichters, das zur Nennspannung des Speichers passen muss. Die folgende Übersicht fasst die aktuellen Datenblätter zusammen.
| Wechselrichter | Batterie laut Datenblatt | Spannungsfenster | Max. Ladeleistung | Max. Wirkungsgrad |
|---|---|---|---|---|
| MIN 2500-6000TL-XH2 (1-phasig) | APX 5.0-30.0P-S0, APX 5.0-30.0M-S3 | 360–500 V bzw. 360–550 V je Modell | 6.000 W | 98,2–98,4 % |
| MOD 3000-10000TL3-XH(-BP) | APX 5.0-30.0P-S2, APX 5.0-30.0M-S3 | 600–950 V | 6.000 W bzw. 10.000 W | 98,3–98,6 % |
| MOD 10-15KTL3-HU | APX 5.0-30.0P-S2, APX 5.0-30.0M-S3 | 600–980 V | 15 kW | 98,60 % |
| MID 11-30KTL3-XH | APX 5.0-30.0P-S2, APX 5.0-30.0M-S3, bis 60 kWh | 600–980 V | 15 kW je Port, 30 kW an zwei Ports | 98,75 bzw. 98,80 % |
| SPH 3000-6000TL BL-UP (1-phasig) | „Lithium/Blei“, ohne Typenliste | 42–59 V | bis 85 A | 97,2–97,6 % |
| SPH 4000-10000TL3 BH-UP | „Lithium/Blei“, ohne Typenliste | 100–550 V | bis 25 A | 97,6–98,2 % |
Quellen: die Datenblätter zu MIN TL-XH2, MOD TL3-XH-BP, MOD 10-15KTL3-HU, MID 11-30KTL3-XH, SPH BL-UP und SPH BH-UP.
Wichtig zur Lesart der letzten beiden Zeilen: Die SPH-Datenblätter nennen keine freigegebenen Growatt-Batterietypen, sondern nur das Spannungsfenster und die Batterieart. Dass der ARK LV mit 51,2 V zum BL-UP und der ARK HV mit 153,6–512 V zum BH-UP passt, folgt aus diesen Fenstern, nicht aus einer namentlichen Freigabeliste.
Drei Punkte aus dieser Tabelle verdienen besondere Aufmerksamkeit.
Erstens der Sortimentswechsel. Ein älteres MOD-XH-Datenblatt führte ausdrücklich das ARK XH Battery System mit 7,68 bis 25,6 kWh als kompatible Batterie. Im aktuellen Datenblatt mit Stand Juli 2026 steht der ARK XH nicht mehr, dort sind nur noch APX 5.0-30.0P-S2 und APX 5.0-30.0M-S3 gelistet. Passend dazu führt die Produktübersicht auf growatt.com unter den Heimspeichern nur noch APX HV Battery und APX HV Battery 2.0. Für Neuanlagen heißt das schlicht: Planen Sie mit dem APX. Für Bestandsanlagen ist es ein Anlass, die Verfügbarkeit passender Ersatzmodule und die Garantiebedingungen vor einer Erweiterung schriftlich klären zu lassen.
Zweitens die Spannungsfenster. Der ARK HV reicht bis 568 V, das Batteriefenster des SPH 4000-10000TL3 BH-UP endet bei 550 V. Die Fenster überlappen also nur teilweise, und die zulässige Modulzahl ergibt sich aus der Freigabe des Wechselrichters, nicht aus dem Maximum des Speichers. Beim einphasigen APX HV S0 mit 450 V Nennspannung und 380–550 V Betriebsbereich weist Growatt zusätzlich darauf hin, dass für den Betrieb am MIN 2500-6000TL-XH ein Firmware-Update nötig ist.
Drittens die EU-Modelle. Die Datenblätter enthalten den Hinweis, dass es von ARK und APX jeweils ein EU-Modell und ein General-Modell gibt und in Europa verkaufte Speicherwechselrichter ausschließlich mit dem EU-Modell arbeiten. Prüfen Sie die exakte Typbezeichnung im Angebot.
Notstrom: wann Sie eine Zusatzbox brauchen
Notstrom ist bei Growatt keine Eigenschaft des Speichers, sondern des Wechselrichters, und die Umsetzung unterscheidet sich erheblich.
| Wechselrichter | Notstrom | Zusatzbox |
|---|---|---|
| MIN 2500-6000TL-XH2 | 2.500–6.000 VA bei 230 V | SYN 50-XH-10 erforderlich |
| MID 11-30KTL3-XH | 11–30 kVA | SYN 100-XH-30 erforderlich |
| MOD 3000-10000TL3-XH-BP | nur in der BP-Version mit „Backup“-Label | SYN 100-XH-30 erforderlich |
| MOD 10-15KTL3-HU | 10–15 kW, Spitze bis 18 kVA für 10 min | integriert, keine Box nötig |
| SPH 3000-6000TL BL-UP | einphasig, Umschaltzeit unter 10 ms | EPS-Ausgang am Gerät |
| SPH 4000-10000TL3 BH-UP | dreiphasig über EPS-Ausgang | EPS-Ausgang am Gerät |
Wer eine Ersatzstromversorgung will, sollte die Box also von Anfang an im Angebot sehen. Ein Notstromausgang ist zudem etwas anderes als eine unterbrechungsfreie Versorgung, und beides erfordert eine passende Unterverteilung. Die Unterschiede zwischen Ersatzstrom, Notstrom und echtem Inselbetrieb erklärt der Ratgeber zu Notstrom mit Photovoltaik und Speicher.
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Aufstellort, Schutzart und Kälteverhalten
Growatt-Speicher tragen IP65 (ARK) oder IP66 (APX) und sind damit grundsätzlich für die Außenaufstellung freigegeben. Das Handbuch des APX 2.0 macht daraus jedoch klare Auflagen: Außen ist ein Sonnen- und Regenschutz zwingend, oben müssen mindestens 300 mm Freiraum bleiben, seitlich 150 mm, zur Wand 15–30 mm. Als empfohlener Betriebsbereich nennt Growatt 10 bis 30 °C, obwohl das Datenblatt -20 bis 55 °C zulässt. Je Säule sind maximal sechs Module erlaubt, also ein Master plus fünf Batteriemodule. Für größere Anlagen sieht das Handbuch eine Doppel-Cluster-Aufstellung mit 150 mm Abstand zwischen den Türmen und 25–40 mm Wandabstand vor; bis zu drei APX-M-S3-Systeme lassen sich kaskadieren, oberhalb von 30 kWh Gesamtkapazität ist das laut Handbuch sogar zwingend.
Praktisch entscheidend ist das Kälteverhalten, denn Garage, Carport und unbeheizter Keller fallen im Winter regelmäßig unter den Gefrierpunkt:
| System | Betrieb | Ladegrenze laut Datenblatt | Heizfolie |
|---|---|---|---|
| ARK XH (Modul 2.5H-A1) | -10 bis 50 °C | Laden erst ab 0 °C | nein |
| ARK HV (Modul 2.5H-A1) | -10 bis 50 °C | Laden erst ab 0 °C | nein |
| ARK LV (Modul 2.5L-A1) | -10 bis 50 °C | Laden erst ab 0 °C | nein |
| APX HV (P-Serie) | -10 bis 50 °C | keine gesonderte Angabe | keine Angabe |
| APX HV 2.0 (M-S3) | -20 bis 55 °C | keine gesonderte Angabe | ja, serienmäßig |
Die ARK-Datenblätter trennen ausdrücklich zwischen Entladen ab -10 °C und Laden ab 0 °C. Die beiden APX-Datenblätter nennen dagegen nur einen Betriebsbereich ohne eigene Ladegrenze, beim APX 2.0 also -20 bis 55 °C mit serienmäßiger Heizfolie. Eine ausdrückliche Zusage, dass der APX 2.0 bei -20 °C auch lädt, steht dort allerdings nicht; wenn der Aufstellort regelmäßig unter null geht, lassen Sie sich das vom Anbieter schriftlich bestätigen.
Ein Speicher, der erst ab 0 °C lädt, verliert im Winter genau die Vormittagsstunden, in denen die PV-Anlage anfängt zu liefern. Für kalte Aufstellorte ist der APX 2.0 mit Heizfolie deshalb die technisch schlüssigere Wahl. Welche baulichen Anforderungen unabhängig vom Hersteller gelten, steht im Ratgeber zu Brandschutz und Aufstellort von Stromspeichern.
Zellchemie, Zertifizierungen und Garantie
Alle betrachteten Systeme nutzen kobaltfreie LiFePO4-Zellen. Beim Prüfumfang unterscheiden sich die Datenblätter jedoch deutlich.
| System | Zertifizierungen laut Datenblatt | VDE 2510-50 | Garantie |
|---|---|---|---|
| ARK XH | IEC 62619 (Zelle und Pack), CE, CEC, RCM, UN 38.3 | nicht gelistet | 10 Jahre |
| ARK HV | IEC 62619 (Zelle und Pack), CE, CEC, RCM, UN 38.3 | nicht gelistet | 10 Jahre |
| ARK LV | IEC 62619 (Zelle und Pack), CE, CEC, RCM, UN 38.3 | nicht gelistet | 5 Jahre, 10 optional |
| APX HV (P-Serie) | IEC 62619, IEC 60730, CE, CEC, RCM, UN 38.3, UL 1973, UL 9540A, FCC | gelistet | 10 Jahre |
| APX HV 2.0 (M-S3) | IEC 62619, IEC 60730, IEC 62477-1, IEC 62040-1, CE (EN 61000), UN 38.3, IEC 60529, REACH, CEC | nicht gelistet | 10 Jahre |
VDE-AR-E 2510-50 ist die deutsche Anwendungsregel für stationäre Batteriespeicher. Dass sie nur im Datenblatt der APX-P-Serie auftaucht, ist zunächst eine Aussage über den dokumentierten Prüfumfang, nicht über die Sicherheit im Betrieb. Es ist trotzdem eine sinnvolle Frage an den Anbieter, weil manche Versicherer und Netzbetreiber gezielt danach fragen. Bei den Zyklen gilt eine noch klarere Lücke: Kein einziges der hier geprüften Growatt-Speicherdatenblätter nennt eine Zyklenzahl, weder für ARK noch für APX. Was Zyklenzahlen für die reale Nutzungsdauer bedeuten, ordnet der Ratgeber zur Lebensdauer von Stromspeichern ein.
Wirkungsgrad: die größte Lücke im Datenblatt
Bei keinem der geprüften Systeme, also weder ARK XH noch ARK HV, ARK LV, APX HV der P-Serie oder APX 2.0, nennt Growatt einen Batterie-, Lade-, Entlade- oder Round-Trip-Wirkungsgrad. Belegt sind ausschließlich die Wirkungsgrade der Hybridwechselrichter: bis 98,4 % beim MIN TL-XH2, bis 98,6 % beim MOD TL3-XH, 98,60 % beim MOD 10-15KTL3-HU, 98,75 beziehungsweise 98,80 % beim MID 11-30KTL3-XH sowie bis 97,6 % beim SPH BL-UP und bis 98,2 % beim SPH BH-UP. Diese Werte beschreiben die Umwandlung, nicht die Speicherung.
Auch unabhängige Messwerte fehlen. Laut Tabelle 8 im Anhang der HTW-Stromspeicher-Inspektion 2026 hat sich Growatt seit 2018 genau einmal namentlich beteiligt, im Jahr 2021; in den Ausgaben 2022 bis 2026 ist der Hersteller nicht vertreten. Zum Vergleich: In derselben Studie wurden seit 2018 insgesamt 96 PV-Batteriesysteme von 33 Herstellern bewertet, 24 davon namentlich. Den höchsten System Performance Index der Ausgabe 2026 erreicht in der 10-kW-Klasse das System Fox ESS PQ-H3-Ultra-10.0 mit 97,0 %, wie ich im Stromspeicher-Test 2026 einordne. Ein belastbarer Effizienzvergleich zwischen Growatt und Herstellern mit veröffentlichten Messwerten ist auf dieser Datenbasis schlicht nicht möglich. Das ist kein Qualitätsurteil, sondern eine Feststellung zur Datenlage, die Sie beim Angebotsvergleich kennen sollten.
Preisniveau: was sich seriös sagen lässt
Growatt veröffentlicht keine Endkundenpreise, und Fachhandelspreise schwanken je nach Ausbaustufe, Region und Montageaufwand erheblich. Belastbar ist deshalb nur die Marktspanne insgesamt: Heimspeicher liegen 2026 bei etwa 270 bis 420 EUR je kWh, im Mittel rund 315 EUR je kWh, wie die Auswertung im Stromspeicher-Preisvergleich zeigt.
Bei Growatt kommen zur reinen Modulkapazität immer weitere Positionen hinzu, die den Preis je nutzbarer Kilowattstunde nach oben verschieben:
- Leistungs- oder Mastermodul: beim ARK XH das BDC 95045-A1, beim APX das jeweilige Leistungsmodul oder das Mastermodul APX 5.0M-B3
- Sockel, Batteriekabel und Kommunikationsleitung
- Notstrombox, falls Ersatzstrom gewünscht ist, also SYN 50-XH-10 oder SYN 100-XH-30
- Montage, Elektroarbeiten und Inbetriebnahme
Zwei steuerliche und regulatorische Punkte gehören ebenfalls in die Rechnung. Nach § 12 Abs. 3 UStG gilt für die Lieferung und Installation von Solarmodulen einschließlich Speicher für Wohngebäude ein Umsatzsteuersatz von 0 %. Und ein Heimspeicher ist eine steuerbare Verbrauchseinrichtung im Sinne von § 14a EnWG, was netzorientierte Steuerung ermöglicht und im Gegenzug reduzierte Netzentgelte eröffnet. Ob sich ein Speicher überhaupt rechnet, hängt am Ende an Stromverbrauch, PV-Größe und Strompreis; die Verbraucherzentrale liefert dazu eine neutrale Einordnung.
Für wen sich welches System eignet
Der APX 2.0 ist die technisch aktuellste Wahl. Er steht bis 30 kWh in einer einzigen Säule, arbeitet dank Heizfolie von -20 bis 55 °C und ist in allen aktuellen Wechselrichter-Datenblättern als freigegebene Batterie geführt. Der Preis dafür ist eine dünnere Dokumentation: keine Entladetiefe im Datenblatt und damit keine ableitbare nutzbare Kapazität.
Der APX der P-Serie ist die dokumentationsstärkste Variante. Er nennt 90 % Entladetiefe und führt als einziges System VDE 2510-50, UL 1973 und UL 9540A im Datenblatt. Wer Wert auf einen breiten nachgewiesenen Prüfumfang legt, findet ihn hier, muss aber ab 25 kWh mit zwei Säulen und entsprechendem Platzbedarf planen. Den Mischbetrieb alter und neuer Module beschreibt Growatt für beide APX-Generationen.
Der ARK bleibt vor allem für Bestandsanlagen relevant. Wer bereits einen SPH-Hybrid mit ARK HV oder einen XH-Wechselrichter mit ARK XH betreibt, erweitert im bestehenden System. Für Neuanlagen spricht der Sortimentsstand der aktuellen Datenblätter klar für den APX. Und wer über den ARK LV nachdenkt, sollte den Leistungsdeckel bei 5 kW und die abweichende Standardgarantie von 5 Jahren bewusst gegen den niedrigeren Systempreis abwägen.
Growatt bezeichnet sich nach eigenen Angaben unter Berufung auf ein Shipment-Ranking von S&P Global Commodity Insights als einen der drei größten Anbieter von Hybridwechselrichtern im Jahr 2025. Absolute Stückzahlen nennt die Mitteilung nicht. Für die Kaufentscheidung ist die Marktstellung ohnehin zweitrangig gegenüber der Frage, ob Spannungsfenster, Leistung und nutzbare Kapazität zu Ihrem Haus passen.
Häufige Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen Growatt ARK und APX?
Der ARK stapelt Batteriemodule mit je 2,56 kWh elektrisch in Reihe, der APX arbeitet mit 5-kWh-Modulen und einem Energieoptimierer je Modul. Daraus folgt der praktische Unterschied: Für beide APX-Generationen beschreibt Growatt ausdrücklich den gemischten Einsatz alter und neuer Module sowie unterschiedlicher Ladezustände. Beim ARK sind alle Module durch die Reihenschaltung stromtechnisch aneinander gebunden. Der APX trägt zudem IP66 statt IP65.
Welcher Growatt-Speicher passt zu meinem Wechselrichter?
Das entscheidet das Batteriespannungsfenster. Der einphasige MIN 2500-6000TL-XH2 arbeitet je nach Modell mit 360–500 oder 360–550 V und ist für APX P-S0 und APX M-S3 freigegeben. MOD 3000-10000TL3-XH, MOD 10-15KTL3-HU und MID 11-30KTL3-XH liegen bei 600–950 beziehungsweise 600–980 V und nehmen APX P-S2 und APX M-S3. Der SPH 3000-6000TL BL-UP arbeitet mit 42–59 V und passt damit zum Niedervolt-ARK LV, der SPH 4000-10000TL3 BH-UP mit 100–550 V zum ARK HV. Prüfen Sie die exakte Typbezeichnung im Angebot, denn ARK und APX gibt es jeweils als EU- und als General-Modell, und in Europa arbeiten die Wechselrichter nur mit dem EU-Modell.
Wie viele Kilowattstunden sind bei ARK und APX wirklich nutzbar?
Für alle drei ARK-Varianten und den APX der P-Serie nennt Growatt eine Entladetiefe von 90 %. Aus einem 2,56-kWh-Modul werden also rechnerisch 2,30 kWh, aus 25,6 kWh beim ARK XH 23,04 kWh und aus 30 kWh beim APX der P-Serie 27 kWh. Für den APX 2.0 steht im Datenblatt keine Entladetiefe, die nutzbare Kapazität lässt sich daraus also nicht ableiten. Hinzu kommen in jedem Fall die Umwandlungsverluste des Wechselrichters.
Kann ich einen Growatt-Speicher später erweitern?
Bei beiden APX-Generationen ist die Erweiterung vorgesehen, und der Hersteller beschreibt ausdrücklich den Mischbetrieb alter und neuer Module sowie unterschiedlicher Ladezustände. Beim APX 2.0 trägt ein Mastermodul bis zu fünf Batteriemodule mit je 5 kWh in einer Säule; oberhalb von 30 kWh müssen laut Handbuch zwei oder drei Systeme kaskadiert werden. Beim ARK liegen die Module in Reihe, weshalb bei nachträglicher Erweiterung auf zueinander passende Module geachtet werden muss. Wichtig ist außerdem: Mehr Kapazität bringt beim APX 2.0 nur bis zur Grenze des Mastermoduls mehr Leistung, also 10 kW einphasig und 15 kW dreiphasig.
Ist der ARK XH noch aktuell?
Das aktuelle Datenblatt des MOD 3000-10000TL3-XH mit Stand Juli 2026 führt als kompatible Batterien nur noch APX 5.0-30.0P-S2 und APX 5.0-30.0M-S3. Ein älteres Datenblatt derselben Wechselrichterreihe nannte den ARK XH mit 7,68 bis 25,6 kWh noch ausdrücklich. Auch die Produktübersicht auf growatt.com listet unter den Heimspeichern nur noch die beiden APX-Generationen. Für Neuanlagen sollten Sie deshalb mit dem APX planen. Eine förmliche Abkündigung der ARK-Baureihe ist in den öffentlichen Unterlagen nicht zu finden; die alten Datenblätter sind weiterhin abrufbar.
Kann ein Growatt-Speicher draußen stehen, und lädt er auch bei Frost?
Grundsätzlich ja, ARK trägt IP65 und APX IP66. Das Handbuch des APX 2.0 fordert bei Außenaufstellung aber zwingend einen Sonnen- und Regenschutz sowie Mindestabstände von 300 mm nach oben, 150 mm seitlich und 15–30 mm zur Wand; als empfohlener Betriebsbereich sind 10 bis 30 °C angegeben. Beim Laden im Frost unterscheiden sich die Baureihen deutlich: Die ARK-Module arbeiten zwar ab -10 °C, laden lassen sie sich laut Datenblatt aber erst ab 0 °C. Der APX 2.0 hat serienmäßig eine Heizfolie und ist für -20 bis 55 °C freigegeben, ohne dass das Datenblatt eine gesonderte Ladegrenze nennt. Für Garage, Carport und unbeheizten Keller ist das der praxisrelevanteste Unterschied im gesamten Growatt-Programm.
Funktioniert Notstrom, und brauche ich eine Zusatzbox?
Das hängt am Wechselrichter, nicht am Speicher. Der MIN 2500-6000TL-XH2 liefert 2.500 bis 6.000 VA Backup, benötigt dafür laut Datenblatt aber eine SYN 50-XH-10. Beim MID 11-30KTL3-XH ist eine SYN 100-XH-30 vorgesehen. Der MOD 10-15KTL3-HU bringt die Backup-Funktion ohne separate Box mit und liefert 10 bis 15 kW mit Spitzen bis 18 kVA für 10 Minuten. Der SPH 3000-6000TL BL-UP schaltet über seinen EPS-Ausgang in unter 10 Millisekunden um.
Warum steht in keinem Growatt-Datenblatt ein Wirkungsgrad?
Growatt gibt für ARK und APX keinen Batterie- oder Round-Trip-Wirkungsgrad an, veröffentlicht sind nur die Wirkungsgrade der Hybridwechselrichter von bis zu 98,80 %. Unabhängige Messwerte fehlen ebenfalls, weil sich der Hersteller laut Anhang der HTW-Stromspeicher-Inspektion 2026 seit 2018 nur einmal namentlich beteiligt hat, im Jahr 2021. Ein Effizienzvergleich mit Herstellern, deren Systeme gemessen wurden, ist auf dieser Basis nicht möglich.
Was kostet ein Growatt-Speicher pro Kilowattstunde?
Growatt veröffentlicht keine Preise, deshalb lässt sich seriös nur die Marktspanne nennen: Heimspeicher liegen 2026 bei rund 270 bis 420 EUR je kWh, im Mittel etwa 315 EUR je kWh. Beim Growatt-System kommen Leistungs- oder Mastermodul, Sockel, Kabel, eine eventuelle Notstrombox sowie Montage und Inbetriebnahme hinzu. Beim Kauf zusammen mit einer PV-Anlage für ein Wohngebäude fällt nach § 12 Abs. 3 UStG keine Umsatzsteuer an.
Nächster Schritt: Passt ein Growatt-Speicher zu Ihrem Haus?
Datenblätter beantworten, was ein Speicher kann. Sie beantworten nicht, welche Kapazität, welche Entladeleistung und welche Wechselrichterklasse für Ihr Gebäude wirtschaftlich sind. Das hängt an Ihrem Stromverbrauch, der vorhandenen oder geplanten PV-Leistung, an Wärmepumpe oder Wallbox, am Aufstellort und an den winterlichen Temperaturen dort. Mit reduco analysieren Sie Ihr Gebäude in wenigen Minuten und erhalten eine datenbasierte Einschätzung, welche Speichergröße und welche Systemkombination aus PV-Anlage, Wechselrichter und Batterie technisch und wirtschaftlich zu Ihrem Haus passt, inklusive realistischer Kostenrechnung mit Montage und Förderung.
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