Wann ist Strom am günstigsten? Uhrzeiten & Daten 2026
Börsenstrom kostete 2025 um 13 Uhr 4,60 ct/kWh, um 19 Uhr 13,62 ct/kWh. Alle Uhrzeiten, Monate und Wochentage im Datencheck: Wann Sie wirklich günstig laden.
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Hendrik Stotz
31. August 2026
Hendrik ist zertifizierter Energieeffizienz-Experte und bringt durch seinen Bachelor of Engineering und Master of Science tiefe Expertise in den Bereichen Sanierung und Gebäudeenergiesysteme mit sich. Seit fast 7 Jahren beschäftigt er sich angefangen bei Bosch Building Technologies mit Gebäudetechnik und verfolgt mit Reduco die Mission, so viele Eigentümer, Berater und Installateure wie möglich bei der Planung von wirtschaftlich sinnvollen Sanierungen zu unterstützen.

Das Wichtigste in Kürze
- Günstigste Stunde 2025: 13 Uhr mit 4,60 ct/kWh an der Strombörse, teuerste Stunde 19 Uhr mit 13,62 ct/kWh. Das ist Faktor 2,96, also knapp das Dreifache.
- Mittag schlägt Nacht: An 245 von 365 Tagen (67 %) lag das Tagesminimum 2025 zwischen 10 und 16 Uhr. Von April bis September waren es 181 von 183 Tagen.
- Saison entscheidet: Im Sommerhalbjahr kostete die Stunde ab 13 Uhr im Schnitt 0,95 ct/kWh, im Winterhalbjahr war 3 Uhr nachts mit 7,87 ct/kWh die günstigste Stunde.
- Günstigster Slot der Woche: Sonntag zwischen 12 und 15 Uhr mit 1,82 ct/kWh gegenüber rund 5,8 ct/kWh an einem Werktagsmittag.
- Auf der Rechnung schrumpft alles: Nur die Beschaffung folgt der Börse. Netzentgelt, Messentgelt, Konzessionsabgabe, Stromsteuer und Umlagen fallen beim normalen Haushaltsverbrauch unabhängig von der Uhrzeit an, dazu 19 % Umsatzsteuer.
- Technik ist zweitrangig: Eine simple Zeitschaltuhr auf 12 bis 15 Uhr holte 2025 rund 79 % dessen heraus, was eine vollautomatische Optimierung erreichte.
Die verbreitete Antwort auf die Frage lautet immer noch „nachts". Sie stammt aus der Zeit der Nachtspeicherheizungen und ist seit dem Solarausbau schlicht falsch. Wer 2025 und 2026 Strom an der Börse kauft, zahlt am wenigsten kurz nach 13 Uhr und am meisten zwischen 18 und 20 Uhr. Zwischen diesen beiden Punkten liegt im Jahresschnitt der Faktor 3, im Sommerhalbjahr sogar der Faktor 15.
Dieser Artikel beantwortet nur eine Frage, dafür vollständig: wann. Welche Stunde, welcher Monat, welcher Wochentag, welche Viertelstunde. Ob sich ein Wechsel für Sie überhaupt rechnet, klären wir separat im Ratgeber zu der Frage, ob sich ein dynamischer Stromtarif lohnt.
Die günstigste Stunde des Tages: 13 Uhr
Grundlage der folgenden Auswertung sind alle 8.760 Stundenpreise des Jahres 2025 sowie die 5.807 Stundenpreise vom 1. Januar bis 30. August 2026 für den Day-Ahead-Großhandelspreis im Marktgebiet Deutschland/Luxemburg. Die Daten stammen aus der Marktdatenplattform SMARD der Bundesnetzagentur und wurden nach Ortszeit Berlin ausgewertet.
Ein Wort zur Belastbarkeit: Unsere Auswertung reproduziert die amtlich veröffentlichten Jahreswerte exakt. Die Bundesnetzagentur meldet für 2025 ein Jahresmittel von 89,32 €/MWh (8,9 ct/kWh), 573 Stunden mit negativem Preis und 40 Stunden über 300 €/MWh (Bundesnetzagentur, Strommarkt 2025). Genau diese drei Zahlen kommen aus dem Datensatz heraus. Das Stundenprofil selbst veröffentlicht die Behörde nicht, es ist unsere eigene Auswertung.
| Uhrzeit | Ø-Preis 2025 (ct/kWh) | Tage mit negativem Preis | Einordnung |
|---|---|---|---|
| 00 | 8,89 | 2 | Nachttal |
| 01 | 8,36 | 3 | Nachttal |
| 02 | 8,08 | 3 | Nachttal |
| 03 | 7,95 | 4 | günstigste Nachtstunde |
| 04 | 8,11 | 5 | Nachttal |
| 05 | 8,70 | 4 | Anstieg |
| 06 | 10,12 | 3 | Morgenanstieg |
| 07 | 11,40 | 3 | Morgenspitze |
| 08 | 11,07 | 5 | Morgenspitze |
| 09 | 9,06 | 14 | Solar setzt ein |
| 10 | 7,16 | 35 | Solardelle |
| 11 | 5,93 | 64 | Solardelle |
| 12 | 5,05 | 87 | Solardelle |
| 13 | 4,60 | 99 | günstigste Stunde des Tages |
| 14 | 4,98 | 92 | Solardelle |
| 15 | 6,32 | 83 | Solardelle |
| 16 | 7,90 | 52 | Solar lässt nach |
| 17 | 10,30 | 10 | Anstieg |
| 18 | 12,42 | 2 | Abendspitze |
| 19 | 13,62 | 0 | teuerste Stunde des Tages |
| 20 | 13,06 | 0 | Abendspitze |
| 21 | 11,54 | 1 | Rückgang |
| 22 | 10,46 | 1 | Rückgang |
| 23 | 9,29 | 1 | Rückgang |
Quelle: eigene Auswertung der SMARD-Stundenwerte der Bundesnetzagentur, Marktgebiet Deutschland/Luxemburg, Kalenderjahr 2025.
Warum das Profil so aussieht
Der Verlauf hat zwei Treiber, die gegeneinander arbeiten. Der eine ist die Nachfrage: Sie steigt ab 6 Uhr steil an, wenn Betriebe hochfahren und Haushalte aufstehen, und erreicht abends einen zweiten Gipfel, wenn gekocht, geheizt und geladen wird. Der andere ist die Solareinspeisung: 2025 speiste Photovoltaik in Deutschland 74,1 TWh ein nach 63,2 TWh im Vorjahr, und erneuerbare Energien deckten insgesamt 58,8 % der Erzeugung (Bundesnetzagentur, Strommarkt 2025).
Solarstrom hat keine Brennstoffkosten. Er drückt die teuren Gas- und Kohlekraftwerke aus dem Markt, und weil der Preis an der Börse vom letzten benötigten Kraftwerk bestimmt wird, sackt er mittags ab. Genau dann ist die Nachfrage aber gar nicht am niedrigsten. Diese Kombination erzeugt die charakteristische Solardelle um die Mittagszeit und die Abendspitze ab 18 Uhr, wenn die Einspeisung wegbricht, während der Verbrauch noch hoch ist.
Die Morgenspitze um 7 und 8 Uhr fällt dabei deutlich schwächer aus als die Abendspitze. Sie ist außerdem ein Winterphänomen: Von April bis September steht die Sonne um 8 Uhr bereits hoch genug, um den Anstieg abzufangen.
2026 wird die Spreizung größer, nicht kleiner
Die ersten acht Monate 2026 zeigen denselben Verlauf, nur gedehnt. Das Preisniveau liegt insgesamt höher, aber die Mittagsstunden sind noch billiger geworden, während die Abendstunden deutlich teurer wurden.
| Uhrzeit | Jan bis Aug 2026 (ct/kWh) | 2025 (ct/kWh) | Veränderung |
|---|---|---|---|
| 03 | 10,60 | 7,95 | +2,65 |
| 13 | 3,57 | 4,60 | −1,03 |
| 14 | 3,96 | 4,98 | −1,02 |
| 18 | 13,43 | 12,42 | +1,01 |
| 19 | 15,53 | 13,62 | +1,91 |
| 20 | 16,30 | 13,06 | +3,24 |
Quelle: eigene Auswertung der SMARD-Stundenwerte, 1. Januar bis 30. August 2026 (unterjähriger Wert, kein Jahresmittel).
Das Verhältnis zwischen teuerster und günstigster Stunde ist damit von 2,96 auf 4,57 gestiegen. Der Mittelwert der ersten acht Monate 2026 liegt bei 103,10 €/MWh gegenüber 89,32 €/MWh im Gesamtjahr 2025. Wichtig: Das ist ein Zwischenstand ohne die teuren Monate November und Dezember, kein Jahreswert.
Ist Strom nachts günstiger? Nur von November bis Februar
Hier trennt sich die Antwort. Über das Jahr gemittelt ist die Mittagsstunde 42 % günstiger als die beste Nachtstunde. Aber der Jahresmittelwert verdeckt zwei völlig verschiedene Preiswelten.
| Sommerhalbjahr 2025 (April bis September) | Winterhalbjahr 2025 (Januar bis März, Oktober bis Dezember) | |
|---|---|---|
| Günstigste Stunde | 13 Uhr: 0,95 ct/kWh | 3 Uhr: 7,87 ct/kWh |
| Zweitgünstigste Stunde | 14 Uhr: 1,03 ct/kWh | 4 Uhr: 8,01 ct/kWh |
| Teuerste Stunde | 20 Uhr: 14,34 ct/kWh | 18 Uhr: 14,60 ct/kWh |
| Spreizung teuerste/günstigste | 15,1-fach | 1,85-fach |
| 13 Uhr negativ an | 86 von 183 Tagen (47,0 %) | 13 von 182 Tagen (7,1 %) |
Quelle: eigene Auswertung der SMARD-Stundenwerte, Halbjahresmittel 2025.
Im Sommerhalbjahr ist die Frage nach der günstigsten Uhrzeit trivial beantwortet: Es ist die Mittagszeit, und der Abstand zum Rest des Tages ist gewaltig. In den Spitzenmonaten Mai bis Juli lag der Mittelwert der Stunde ab 14 Uhr bei 0,50 ct/kWh, und an 53,3 % der Tage war die 13-Uhr-Stunde negativ.
Im Winterhalbjahr kippt das Bild. Die Sonne liefert zu wenig, um mittags eine Delle zu erzeugen, und der Preis folgt fast nur noch dem Lastverlauf. Dann ist tatsächlich die tiefe Nacht am günstigsten. Aber der Vorteil ist klein: Zwischen der teuersten und der günstigsten Stunde liegen im Winterhalbjahr nur rund 85 % Aufschlag, im Sommerhalbjahr dagegen mehr als 1.400 %. In den drei Kernmonaten Dezember, Januar und Februar war 3 Uhr mit 8,41 ct/kWh am günstigsten, während die Stunden ab 12 und 13 Uhr bei 10,26 und 10,31 ct/kWh lagen. Eine Solardelle gibt es im Hochwinter faktisch nicht.
Die kurze Antwort lautet also: Von März bis Oktober laden Sie mittags. Von November bis Februar nachts. Wer ganzjährig starr nachts lädt, verschenkt zwei Drittel des Jahres.
Monat für Monat: wann die günstigste Stunde umspringt
Der Umschaltpunkt liegt nicht bei der Zeitumstellung, sondern beim Sonnenstand. In den Daten springt die günstigste Stunde zwischen Februar und März von der Nacht auf den Mittag und zwischen Oktober und November wieder zurück.
| Monat | Monatsmittel (ct/kWh) | günstigste Stunde | teuerste Stunde | Stunden mit Negativpreis |
|---|---|---|---|---|
| Januar 2025 | 11,41 | 3 Uhr: 8,04 | 17 Uhr: 16,22 | 14 |
| Februar 2025 | 12,85 | 3 Uhr: 10,45 | 18 Uhr: 17,30 | 0 |
| März 2025 | 9,47 | 13 Uhr: 3,17 | 18 Uhr: 16,18 | 30 |
| April 2025 | 7,79 | 13 Uhr: 0,30 | 20 Uhr: 14,44 | 75 |
| Mai 2025 | 6,73 | 13 Uhr: −1,21 | 20 Uhr: 14,52 | 129 |
| Juni 2025 | 6,40 | 14 Uhr: −1,05 | 21 Uhr: 14,32 | 141 |
| Juli 2025 | 8,78 | 14 Uhr: 3,50 | 21 Uhr: 13,77 | 12 |
| August 2025 | 7,70 | 13 Uhr: 1,24 | 20 Uhr: 14,45 | 64 |
| September 2025 | 8,35 | 13 Uhr: 2,55 | 19 Uhr: 19,64 | 60 |
| Oktober 2025 | 8,44 | 13 Uhr: 5,80 | 19 Uhr: 14,42 | 48 |
| November 2025 | 10,19 | 3 Uhr: 7,30 | 17 Uhr: 14,82 | 0 |
| Dezember 2025 | 9,35 | 3 Uhr: 6,95 | 16 Uhr: 11,95 | 0 |
| Januar 2026 | 11,01 | 3 Uhr: 8,44 | 17 Uhr: 14,55 | 2 |
| Februar 2026 | 9,66 | 13 Uhr: 8,06 | 18 Uhr: 12,50 | 7 |
| März 2026 | 9,93 | 13 Uhr: 2,83 | 18 Uhr: 17,50 | 33 |
| April 2026 | 7,85 | 13 Uhr: −1,95 | 20 Uhr: 14,73 | 123 |
| Mai 2026 | 9,75 | 13 Uhr: 0,30 | 20 Uhr: 18,18 | 77 |
| Juni 2026 | 10,95 | 13 Uhr: 3,16 | 20 Uhr: 23,34 | 49 |
| Juli 2026 | 10,54 | 14 Uhr: 1,95 | 21 Uhr: 17,41 | 79 |
| August 2026 | 12,74 | 13 Uhr: 3,43 | 20 Uhr: 20,46 | 50 |
Quelle: eigene Auswertung der SMARD-Stundenwerte; 2026 bis einschließlich 30. August.
Zwei Beobachtungen fallen auf. Erstens wandert die teuerste Stunde mit der Jahreszeit: Im Hochsommer liegt sie bei 20 oder 21 Uhr, weil die Sonne bis 20 Uhr noch einspeist, im Winter schon bei 16 oder 17 Uhr, weil es dann längst dunkel ist. Zweitens hatte der Februar 2026 als erster Februar dieser Auswertung eine mittägliche Bestzeit, allerdings mit einem Vorsprung von nur 0,13 ct/kWh gegenüber der besten Nachtstunde.
Der günstigste Slot der Woche: Sonntagmittag
Der Wochentag wird in Ratgebern fast nie erwähnt, obwohl der Effekt größer ist als der Unterschied zwischen zwei benachbarten Stunden. Industrie und Gewerbe pausieren am Wochenende, die Sonne nicht.
| Wochentag | Tagesmittel (ct/kWh) | 12 bis 15 Uhr (ct/kWh) |
|---|---|---|
| Montag | 9,51 | 5,69 |
| Dienstag | 9,89 | 5,97 |
| Mittwoch | 10,03 | 6,38 |
| Donnerstag | 9,44 | 5,56 |
| Freitag | 9,24 | 5,50 |
| Samstag | 7,65 | 3,19 |
| Sonntag | 6,75 | 1,82 |
Quelle: eigene Auswertung der SMARD-Stundenwerte, Kalenderjahr 2025.
Ein Sonntagmittag war 2025 rund 3,2-mal günstiger als ein Werktagsmittag. Von Mai bis August lag der Durchschnitt am Wochenende zwischen 12 und 15 Uhr sogar bei −1,56 ct/kWh, war also im Mittel negativ. Auch die Negativpreise konzentrieren sich stark: 311 der 573 negativen Stunden des Jahres 2025 (54 %) fielen auf Samstag oder Sonntag, obwohl das Wochenende nur 28,6 % aller Stunden stellt.
Praktisch heißt das: Wenn Sie ohnehin flexibel sind, verschieben Sie große Verbräuche nicht nur in die Mittagszeit, sondern nach Möglichkeit auf den Sonntagmittag. Das gilt für die Ladung des E-Autos ebenso wie für Waschmaschine, Trockner und Spülmaschine.
Seit Oktober 2025 wechselt der Preis viertelstündlich
Am 1. Oktober 2025 hat der europäische Day-Ahead-Markt umgestellt: Statt 24 Stundenblöcken werden seither 96 Viertelstunden pro Tag gehandelt. Die Zeitauflösung des Preises ist damit viermal so fein, und der Tiefpunkt liegt nicht mehr dort, wo man ihn vermutet.
| Viertelstunde | Ø-Preis Jan bis Aug 2026 (ct/kWh) |
|---|---|
| 12:00 bis 12:15 | 5,01 |
| 12:45 bis 13:00 | 3,74 |
| 13:00 bis 13:15 | 3,87 |
| 13:45 bis 14:00 | 3,33 |
| 14:00 bis 14:15 | 3,34 |
| 15:45 bis 16:00 | 6,81 |
| 19:45 bis 20:00 | 17,16 |
| 20:30 bis 20:45 | 16,41 |
Quelle: eigene Auswertung von 23.228 SMARD-Viertelstundenwerten, 1. Januar bis 30. August 2026.
Der tatsächliche Tagestiefpunkt ist das Fenster 13:45 bis 14:15 Uhr, nicht „die Mittagszeit". Innerhalb einer einzigen Stunde lagen 2026 im Mittel 2,41 ct/kWh zwischen der teuersten und der günstigsten Viertelstunde, im Median 1,52 ct/kWh und im Extremfall 46,00 ct/kWh. In den ersten acht Monaten 2026 gab es 1.692 negative Viertelstunden. Der tiefste Wert lag bei −50,00 ct/kWh am 1. Mai 2026 um 13:15 Uhr, der höchste bei 74,71 ct/kWh am 24. Juni 2026 um 20:45 Uhr.
Damit diese Feinauflösung bei Ihnen ankommt, brauchen Sie ein intelligentes Messsystem mit Smart-Meter-Gateway. Eine moderne Messeinrichtung ohne Gateway genügt nicht, wie wir im Ratgeber zur Smart-Meter-Pflicht und ihren Kosten im Detail aufschlüsseln.
Was davon auf Ihrer Rechnung ankommt
Jetzt der ehrliche Teil. Alle bisher genannten Zahlen sind Großhandelspreise, also der reine Rohstoff. Auf Ihrer Rechnung ist das nur einer von mehreren Blöcken, und die anderen bewegen sich überhaupt nicht.
Uhrzeitunabhängig fallen an: Netzentgelt, Messstellenentgelt, Konzessionsabgabe, die Stromsteuer von 20,50 € je Megawattstunde (§ 3 StromStG), also 2,05 ct/kWh, sowie Umlagen und Aufschläge, darunter der Aufschlag für besondere Netznutzung von 1,56 ct/kWh im Jahr 2026 und die Offshore-Netzumlage von 0,941 ct/kWh. Auf all das kommen 19 % Umsatzsteuer. Größter Einzelposten ist das Netzentgelt in der Größenordnung von rund 9 ct/kWh. Für den normalen Haushaltsverbrauch ist es nicht zeitabhängig. Nur wer eine steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG betreibt, also Wärmepumpe, Wallbox oder Speicher, kann schon heute ein zeitvariables Netzentgelt wählen, das sogenannte Modul 3. Als Orientierung für die Gesamtgröße: Zum Stichtag 1. April 2025 wies die Bundesnetzagentur einen durchschnittlichen Haushaltsstrompreis von 40,05 ct/kWh aus.
Die folgende Tabelle rechnet das durch. Modellannahme: konstanter Block von rund 16 ct/kWh netto plus ein Anbieteraufschlag von 1,5 ct/kWh netto, alles multipliziert mit 1,19. Das ist eine Beispielrechnung, kein Angebot; Ihr konkreter Wert hängt von Netzgebiet, Kommune und Tarif ab.
| Situation | Börsenpreis (ct/kWh) | Endpreis im Beispiel (ct/kWh brutto) |
|---|---|---|
| Sommer-Wochenende 12 bis 15 Uhr (Mai bis August) | −1,56 | rund 19 |
| Sommerhalbjahr, Stunde ab 13 Uhr | 0,95 | rund 22 |
| August 2026, Stunde ab 13 Uhr | 3,43 | rund 25 |
| Jahresmittel 2025 | 8,9 | rund 31 |
| Winterhalbjahr, 3 Uhr nachts | 7,87 | rund 30 |
| Winterhalbjahr, 18 Uhr | 14,60 | rund 38 |
| August 2026, 20 Uhr | 20,46 | rund 45 |
Beispielrechnung auf Basis der eigenen SMARD-Auswertung und der oben genannten Modellannahmen.
Der zentrale Satz dieses Artikels: An der Börse liegen zwischen dem Sommermittag und dem Winterabend Faktor 15. Auf der Stromrechnung schrumpft das auf Faktor 1,7, weil rund 16 ct/kWh netto plus Umsatzsteuer unabhängig von der Uhrzeit anfallen. Wer mit „Strom für einen Cent" wirbt, meint den Rohstoff, nicht die Rechnung.
Daran wird sich vorerst auch nichts ändern. Im Entwurf ihrer Netzentgeltreform AgNes, der seit August 2026 in der Konsultation ist, hält die Bundesnetzagentur ausdrücklich fest, dass sie von dynamischen Netzentgelten für Letztverbraucher zunächst absieht (Bundesnetzagentur, AgNes). Verpflichtend werden solche Entgelte zuerst für Stromspeicher, und zwar nicht vor dem 1. Januar 2030, danach für Erzeugungsanlagen nicht vor dem 1. Januar 2032. Der zeitabhängige Teil Ihrer Rechnung bleibt also auf absehbare Zeit der Beschaffungsanteil.
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Lastverschiebung: welches Gerät wann laufen sollte
Bleibt die Frage, was die Uhrzeit konkret wert ist. Dafür haben wir 363 vollständige Tage aus 2025 und 241 Tage aus 2026 durchgerechnet und verschiedene Strategien gegen den ungewichteten Stundenmittelwert gestellt. Alle Ersparnisse sind Bruttowerte inklusive Umsatzsteuer und beziehen sich ausschließlich auf den Beschaffungsanteil.
| Strategie | 2025 (ct/kWh) | Ersparnis 2025 | Jan bis Aug 2026 (ct/kWh) | Ersparnis 2026 |
|---|---|---|---|---|
| Beste Stunde des Tages (Idealfall) | 3,51 | 6,50 ct/kWh | 2,96 | 8,76 ct/kWh |
| Bestes 3-Stunden-Fenster (automatisch) | 3,85 | 6,09 ct/kWh | 3,36 | 8,29 ct/kWh |
| Bestes 4-Stunden-Fenster | 4,10 | 5,81 ct/kWh | 3,65 | 7,94 ct/kWh |
| Bestes 6-Stunden-Fenster | 4,64 | 5,17 ct/kWh | 4,37 | 7,09 ct/kWh |
| Starr 12 bis 15 Uhr (Zeitschaltuhr) | 4,91 | 4,84 ct/kWh | 3,97 | 7,56 ct/kWh |
| Starr 2 bis 5 Uhr (Nachtstrom-Logik) | 8,09 | 1,06 ct/kWh | 10,68 | −0,43 ct/kWh |
| Ungesteuert 18 bis 21 Uhr | 13,08 | −4,89 ct/kWh | 15,11 | −5,69 ct/kWh |
Quelle: eigene Simulation auf Basis der SMARD-Stundenwerte; Referenz ist das ungewichtete Stundenmittel des jeweiligen Zeitraums.
Zwei Ergebnisse sind bemerkenswert. Das erste: Die starre Zeitschaltuhr auf 12 bis 15 Uhr holt 79 % (2025) beziehungsweise 91 % (Januar bis August 2026) dessen heraus, was eine vollautomatische Optimierung schafft. Für den größten Teil des Effekts brauchen Sie also kein Energiemanagementsystem, sondern eine Zeitvorwahl in der Wallbox oder der Wärmepumpensteuerung. Das zweite: Die alte Nachtstrom-Gewohnheit ist tot. Starr zwischen 2 und 5 Uhr zu laden brachte 2025 nur noch 1,06 ct/kWh und war in den ersten acht Monaten 2026 sogar ein Minusgeschäft. Weil in diesem Zwischenstand die teuren Monate November und Dezember fehlen, ist der Jahreswert 2026 vermutlich etwas besser, an der Richtung ändert das nichts.
Was das in Euro bedeutet
| Verbraucher | Jahresmenge | Ersparnis auf Niveau 2025 | auf Niveau 2026 |
|---|---|---|---|
| E-Auto | 2.500 kWh | rund 150 € | rund 207 € |
| Wärmepumpe | 5.000 kWh | rund 300 € | rund 415 € |
| je verschobene 1.000 kWh | 1.000 kWh | rund 60 € | rund 83 € |
Basis: bestes 3-Stunden-Fenster gegenüber dem Stundenmittel, brutto, vor Smart-Meter-Entgelt und Grundgebühr.
Umgekehrt gilt: Wer sein E-Auto mit 2.500 kWh Jahresbedarf ungesteuert zwischen 18 und 21 Uhr lädt statt im besten Dreistundenfenster, zahlt auf dem Niveau von 2025 rund 275 € pro Jahr zu viel. Die Uhrzeit ist damit für Wallbox-Besitzer der größte einzelne Stellhebel; wie Sie die Ladung praktisch steuern, zeigt der Ratgeber zum PV-Überschussladen des Elektroautos. Für die Wärmepumpe gilt dieselbe Logik mit einer Besonderheit: Sie läuft im Winter, also genau dann, wenn die Solardelle fehlt. Was davon übrig bleibt, rechnet der Ratgeber zu dynamischen Stromtarifen für Wärmepumpen durch.
Die Gegenrechnung, die dazugehört
Von diesen Beträgen gehen Kosten ab. Für den Messstellenbetrieb eines intelligenten Messsystems darf Ihnen der Messstellenbetreiber bei einem Verbrauch über 6.000 bis 10.000 kWh höchstens 40 € brutto im Jahr berechnen, bei einer steuerbaren Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG, also Wärmepumpe oder Wallbox, höchstens 50 € brutto (§ 30 MsbG). Dieselben Werte nennt die Verbraucherzentrale. Dazu kommt die Grundgebühr des Tarifs. Die Verbraucherzentrale ordnet dynamische Tarife für normale Haushaltskunden ohne verschiebbare Großverbraucher ausdrücklich als nicht empfehlenswert ein.
Rechnen Sie ehrlich: Ohne E-Auto, Wärmepumpe oder Speicher bleibt von 60 € je verschobener 1.000 kWh nach Abzug der Zählergebühr praktisch nichts übrig. Waschmaschine und Spülmaschine allein tragen keinen Tarifwechsel. Seit dem 1. Januar 2025 muss zwar jeder Stromlieferant Kunden mit intelligentem Messsystem einen dynamischen Tarif anbieten (§ 41a EnWG). Ein Anspruch ist aber kein Vorteil.
Mit eigener Photovoltaik zählt eine andere Rechnung
Für Hauseigentümer mit PV-Anlage dreht sich die Frage um. Sie kaufen mittags nicht günstig ein, sondern haben den Strom bereits auf dem Dach. Und der Selbstverbrauch ist praktisch immer wertvoller als jeder Börsenpreis: Eine selbst verbrauchte Kilowattstunde spart den vollen Endpreis inklusive Netzentgelt, Steuern und Umlagen, also grob 30 bis 40 Cent. Eine an der Börse günstig eingekaufte Kilowattstunde kostet im besten Fenster im Beispiel oben immer noch rund 19 bis 22 Cent.
Der Grund liegt in derselben Mechanik, die die Mittagspreise drückt. Weil Solarstrom zu Mittag im Überfluss vorhanden ist, ist er dann am wenigsten wert, auch Ihrer. Das schlägt sogar auf die Vergütung durch: Für Zeiträume mit negativem Spotmarktpreis verringert sich der anzulegende Wert auf null (§ 51 EEG). Ausgenommen sind Anlagen unter 100 kW, solange sie noch nicht mit einem intelligenten Messsystem ausgestattet sind. Was das für neue Anlagen bedeutet, ordnet der Beitrag zu den Änderungen bei der Einspeisevergütung 2026 und 2027 ein.
Die praktische Konsequenz ist eindeutig. Priorität eins ist, den eigenen Mittagsstrom selbst zu nutzen, statt ihn für wenige Cent einzuspeisen. Wie das ohne Batterie funktioniert, zeigt der Ratgeber zum Eigenverbrauch ohne Speicher. Priorität zwei ist, die teure Abendspitze zwischen 18 und 20 Uhr mit einem Speicher zu überbrücken, statt sie zuzukaufen. Erst danach lohnt der Blick auf die Börse, und zwar vor allem für die Wintermonate, in denen die eigene Anlage wenig liefert. Wie sich beides kombinieren lässt, beschreibt der Ratgeber zum dynamischen Stromtarif mit Photovoltaik und Speicher.
Häufige Fragen (FAQ)
Um welche Uhrzeit ist Strom am günstigsten?
Im Jahresmittel 2025 war die Stunde ab 13 Uhr mit 4,60 ct/kWh an der Börse die günstigste, gefolgt von 14 Uhr mit 4,98 ct/kWh. In den ersten acht Monaten 2026 lag der Wert für 13 Uhr bei 3,57 ct/kWh. Seit der Umstellung auf Viertelstundenpreise ist das exakte Tagesminimum das Fenster zwischen 13:45 und 14:15 Uhr. Von November bis Februar verschiebt sich der günstigste Zeitpunkt auf etwa 3 Uhr nachts.
Ist Strom nachts wirklich günstiger?
Nicht mehr generell. Die günstigste Nachtstunde lag 2025 bei 7,95 ct/kWh, die Mittagsstunde bei 4,60 ct/kWh. Im Sommerhalbjahr ist der Abstand dramatisch: 0,95 ct/kWh mittags gegenüber gut 8 ct/kWh nachts. Nur von November bis Februar ist die Nacht tatsächlich die günstigste Zeit, und selbst dann ist der Vorsprung klein.
Wann ist Strom am teuersten?
Ganzjährig zwischen 18 und 20 Uhr. Die teuerste Stunde 2025 war 19 Uhr mit 13,62 ct/kWh, in den ersten acht Monaten 2026 war es 20 Uhr mit 16,30 ct/kWh. Im Winter rutscht die Spitze auf 16 bis 18 Uhr vor, im Hochsommer auf 20 bis 21 Uhr. Zusätzlich gibt es eine schwächere Morgenspitze um 7 und 8 Uhr, die aber praktisch nur von Oktober bis März auftritt.
An welchem Wochentag ist Strom am günstigsten?
Am Sonntag. Das Tagesmittel lag 2025 bei 6,75 ct/kWh gegenüber 10,03 ct/kWh am Mittwoch. Noch deutlicher wird es zur Mittagszeit: zwischen 12 und 15 Uhr kostete Strom sonntags 1,82 ct/kWh, an einem Werktag rund 5,8 ct/kWh. Über die Hälfte aller negativen Preisstunden des Jahres fiel auf ein Wochenende.
Wie oft ist der Strompreis negativ und bekomme ich dann Geld?
2025 war der Börsenpreis in 573 von 8.760 Stunden negativ, das sind 6,5 % des Jahres; 2024 waren es 457 Stunden. In den ersten acht Monaten 2026 gab es 1.692 negative Viertelstunden. Ausgezahlt bekommen Sie das in der Regel nicht: Die konstanten Bestandteile Ihres Preises bleiben bestehen, sodass der Endpreis auch bei negativer Börse positiv ist. Der Effekt zeigt sich als besonders niedriger, nicht als negativer Arbeitspreis.
Wird mein Strom mittags automatisch billiger oder brauche ich einen speziellen Tarif?
Sie brauchen beides: einen dynamischen Tarif und ein intelligentes Messsystem mit Smart-Meter-Gateway. In einem klassischen Festpreistarif zahlen Sie rund um die Uhr denselben Arbeitspreis, egal was die Börse macht. Seit dem 1. Januar 2025 muss jeder Stromlieferant seinen Kunden mit intelligentem Messsystem einen dynamischen Tarif anbieten.
Wie viel spare ich, wenn ich E-Auto und Waschmaschine in die günstigen Stunden verschiebe?
Auf dem Preisniveau von 2025 rund 60 € brutto je 1.000 verschobener Kilowattstunden, also etwa 150 € bei einem E-Auto mit 2.500 kWh und rund 300 € bei einer Wärmepumpe mit 5.000 kWh. Davon gehen 40 bis 50 € Messstellenentgelt pro Jahr sowie die Grundgebühr des Tarifs ab. Eine Waschmaschine mit vielleicht 200 kWh im Jahr bewegt dagegen nichts.
Brauche ich ein Energiemanagementsystem oder reicht eine Zeitschaltuhr?
Für den Großteil des Effekts reicht eine Zeitvorwahl. Eine starre Ladung zwischen 12 und 15 Uhr erreichte 2025 rund 79 % und in den ersten acht Monaten 2026 rund 91 % dessen, was eine vollautomatische Optimierung auf das jeweils beste Dreistundenfenster erzielte. Ein Energiemanagementsystem lohnt sich vor allem, wenn mehrere Verbraucher, ein Speicher und eine PV-Anlage zusammenspielen sollen.
Nächster Schritt: die teuren Stunden gar nicht erst kaufen
Die Daten zeigen zwei Dinge gleichzeitig. Der Zeitpunkt ist ein echter Hebel, aber ein begrenzter, weil rund zwei Drittel Ihres Arbeitspreises fest sind. Der größere Hebel für Eigentümer liegt darin, die teuren Abendstunden gar nicht erst am Markt zu kaufen, sondern sie mit eigener Erzeugung und Speicherung zu überbrücken. Genau dort liegt auch der Unterschied zwischen 22 Cent aus der günstigsten Börsenstunde und null Cent aus der eigenen Anlage.
Ob sich das an Ihrem Gebäude rechnet, hängt an Dachfläche, Ausrichtung, Verbrauchsprofil und vorhandener Technik. Mit einer Gebäudeanalyse von reduco sehen Sie, welche Kombination aus Photovoltaik, Speicher und Lastverschiebung an Ihrem Objekt den größten Effekt hat, bevor Sie den ersten Tarif vergleichen.
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