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Solarmodule Preise 2026: +28 % – warum sie jetzt steigen

Hendrik Stotz

Hendrik Stotz

Zertifizierter Energieeffizienz-Experte

Stand: 24. August 202616 Minuten

Solarmodule auf einem Hausdach in Deutschland – die Modulpreise steigen 2026 erstmals wieder

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Das Wichtigste in Kürze

  • Die Trendwende ist da: Nach über einem Jahrzehnt sinkender Preise sind die Großhandelspreise für Solarmodule 2026 erstmals wieder gestiegen, laut pvXchange-Modulpreisindex um 23–30 % zwischen Januar und August 2026. Standardmodule kletterten von 0,105 auf 0,135 €/Wp (+28,6 %), Hochleistungsmodule von 0,115 auf 0,150 €/Wp (+30,4 %). Der Satz „Module werden immer billiger" stimmt damit nicht mehr.
  • Zwei Treiber: China hat zum 1. April 2026 die Mehrwertsteuer-Rückerstattung auf PV-Exporte (zuletzt 9 %) vollständig gestrichen – bei rund 88 % China-Anteil an den deutschen Modulimporten verteuert das die Einfuhr um etwa 9 %. Parallel stieg der Silberpreis um über 130 %; Silber ist mit 15–17 % der Modulkosten zum größten Einzelkostenfaktor geworden.
  • Aber ehrlich: Der Anstieg hat Tempo verloren. Im Juli 2026 kam die Preisrallye laut pvXchange weitgehend zum Erliegen, und der August 2026 bestätigt das Bild: Mainstream- und Full-Black-Module blieben unverändert, Low-Cost-Ware gab um 6,7 % nach. Nur das knappe High-Efficiency-Segment über 23,5 % Wirkungsgrad zog noch einmal um 3,4 % an. Der Trend zeigt weiter nach oben, aber nicht mehr steil.
  • Für die Gesamtanlage kleiner als gedacht: Module machen nur 15–25 % der Anlagenkosten aus, die Installation ist mit 37–40 % der größte Posten (Fraunhofer ISE). Der Modulaufschlag von 3,0–3,5 ct/Wp hebt eine 10-kWp-Anlage nur um rund 300–500 € (etwa +3–5 % Systempreis), nicht um 30 %.
  • Das eigentliche Warterisiko ist die Vergütung: Wer 2026 in Betrieb nimmt, sichert sich den bei Inbetriebnahme geltenden Satz für 20 Jahre (Bestandsschutz). Seit dem 1. August 2026 sind das 7,70 ct/kWh bei Überschusseinspeisung bis 10 kWp, davor waren es 7,78 ct/kWh. Ab 2027 soll die feste Einspeisevergütung entfallen, so steht es im Regierungsentwurf, den das Kabinett am 29.07.2026 beschlossen hat; der Bundestag berät ab September 2026.
  • 0 % Mehrwertsteuer bleibt: Für Anlagen auf Wohngebäuden gilt weiter der Nullsteuersatz (§ 12 UStG), und zwar ohne Ablaufdatum. Die genannten Preise sind für Privathaushalte bereits Bruttopreise.

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Über ein Jahrzehnt lang kannten die Preise für Solarmodule nur eine Richtung: nach unten. Zum Jahreswechsel 2025/2026 lag der Großhandelspreis für Standardmodule bei rund 0,105 €/Wp und damit auf einem Rekordtief. 2026 hat sich das gedreht. Der viel beachtete Modulpreisindex des Handelsplatzes pvXchange zeigt zwischen Januar und August 2026 einen Anstieg von 23–30 % über alle Modulklassen. Zwei Ursachen stecken dahinter, und beide haben nichts mit den Modulen selbst zu tun: das Ende einer chinesischen Steuervergünstigung und ein historischer Sprung beim Silberpreis. Welche Module technisch führen, ordnet der Vergleich der besten Solarmodule 2026 ein; hier geht es um die Preise.

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Was bedeutet das für Ihre Kaufentscheidung? Weniger, als die reißerischen Schlagzeilen suggerieren, und zugleich mehr, als der reine Modulpreis vermuten lässt. Denn Module sind nur ein Viertel der Anlagenkosten, während der größere Hebel gegen das Warten woanders liegt: bei der geplanten Reform der Einspeisevergütung. Dieser Artikel erklärt die Modulpreis-Mechanik 2026 im Detail; die vollständige Preisprognose für das Gesamtsystem im Jahr 2027 finden Sie im Ratgeber zur PV-Anlagen-Kosten-Prognose 2027, und warum sich der Start noch dieses Jahr lohnt, dort.

„Module werden immer billiger" – dieser Satz stimmt 2026 nicht mehr

Fast jede Kaufberatung der letzten Jahre enthielt denselben Rat: Warten lohnt sich, Module werden ständig günstiger. Für die Zeit von 2011 bis Ende 2025 stimmte das auch. Zwischen 2010 und 2020 fielen die Modulpreise um rund 90 % (Fraunhofer ISE), und die Modulschwemme der Jahre 2023 bis 2025 drückte die Großhandelspreise auf ein Niveau, das kaum noch die Herstellungskosten deckte.

Genau dieses Niveau war der Wendepunkt. Zu Verlustpreisen kann kein Hersteller dauerhaft produzieren. Als Anfang 2026 zwei externe Kostenschübe hinzukamen, kippte der Markt. Der folgende Verlauf zeigt die Trendwende nach Modulklasse:

Modulklasse (Index-Segment) Januar 2026 Juli 2026 August 2026 Jul→Aug Veränderung Jan→Aug
High Efficiency (HJT, n-Typ-TOPCon oder xBC, über 23,5 %) 0,115 0,145 0,150 +3,4 % +30,4 %
Full Black 0,130 0,160 0,160 0,0 % +23,1 %
Mainstream (bis 23,5 %) 0,105 0,135 0,135 0,0 % +28,6 %
Low Cost (Restposten, B-Ware, Insolvenzware, ohne oder mit eingeschränkter Garantie) 0,059 0,080 0,075 −6,7 % +27,3 %

Alle Werte in €/Wp. Quelle: pvXchange-Modulpreisindex, Stand August 2026. Maßgeblich sind die August-Notierungen und die vom Index ausgewiesenen Veränderungsraten; die Januar-Werte und der Juli-Wert im Low-Cost-Segment sind daraus zurückgerechnet und auf drei Nachkommastellen gerundet, weshalb es zu geringfügigen Rundungsdifferenzen kommen kann. Ein Hinweis zur Quellenlage, der viele Falschwerte im Netz erklärt: pvXchange veröffentlicht die Indextabelle ausschließlich als Grafik, nicht als auslesbaren Text. Zweitverwerter geben deshalb häufig veraltete oder falsch abgeschriebene Werte weiter. Wichtig: Das sind Großhandels- bzw. Beschaffungspreise pro Wattpeak, nicht der Preis, den Sie als Endkunde pro Watt installiert zahlen; im Angebot eines Fachbetriebs stecken Montage, Marge und weitere Komponenten. Wie sich eine einzelne Marke in dieses Gefüge einordnet, zeigen die ZNShine-Module im günstigen Standardsegment: rund 10 ct/Wp im Großhandel und seit 2015 Tier-1-gelistet, dafür aber nur 12 Jahre Produktgarantie.

Zur Einordnung hilft der lange Rückblick. Er zeigt, wie außergewöhnlich die Bewegung 2026 ist:

Jahr Modulpreis (€/Wp) Trend
2023 ~0,20 fallend (Modulschwemme)
2024 ~0,13 fallend
2025 ~0,11 Rekordtief erreicht
Januar 2026 0,105–0,115 Trendwende beginnt
August 2026 0,135–0,150 +23–30 % ggü. Januar, Anstieg flacht ab

Jahreswerte: gerundete Marktbeobachtung, keine Indexnotierung. Monatswerte: pvXchange-Modulpreisindex. Hinweis: Jahresmittelwerte glätten den Anstieg des ersten Halbjahres und können der Monatsreihe widersprechen; für die Trendwende ist der monatliche Index aussagekräftiger.

Der Anstieg kam nicht auf einen Schlag, sondern in mehreren Schritten über das erste Halbjahr: Die Hersteller hoben ihre Listenpreise nach übereinstimmender Marktbeobachtung mehrfach um einstellige Prozentbeträge an. Bis August 2026 summiert sich das im Mainstream-Segment auf +28,6 %. Und die Branche kommuniziert offen ihr Ziel: Bis Ende 2026 soll der durchschnittliche Verkaufspreis auf 0,17–0,18 €/Wp steigen. Das ist allerdings eine Zielmarke der Hersteller, kein Indexwert. Ob sie erreicht wird, ist offen; die Richtung aber ist klar.

Warum die Modulpreise 2026 steigen: zwei Treiber

Der Preisanstieg wirkt auf den ersten Blick wie Marktlaune. Tatsächlich lässt er sich sauber auf zwei belegbare Kostenschübe zurückführen. Beide treffen die gesamte Lieferkette, nicht einzelne Hersteller.

China streicht die Export-Steuererstattung (1. April 2026)

Der erste Treiber ist steuerpolitisch. China hat jahrelang den Export von Solarprodukten über eine teilweise Mehrwertsteuer-Rückerstattung subventioniert. Diese Rückerstattung wurde bereits Ende 2024 von 13 % auf 9 % gekürzt – und ist zum 1. April 2026 vollständig auf 0 % gestrichen worden. Angekündigt hatte das chinesische Finanzministerium den Schritt am 9. Januar 2026, was den ersten Preissprung im Januar zusätzlich befeuerte.

Für den deutschen Markt ist das kein Randthema. Rund 88 % der hier verbauten Module stammen aus China. Fällt die Rückerstattung weg, verteuert sich die Ware an der Grenze um die entsprechenden rund 9 %, die die Hersteller nun nicht mehr erstattet bekommen und zumindest teilweise weitergeben. Wichtig zur korrekten Einordnung: Das ist chinesische Fiskalpolitik, kein neuer EU-Zoll und keine Anti-Dumping-Maßnahme – die Kosten entstehen im Herstellerland, nicht durch europäische Handelspolitik.

Ein verwandter Punkt betrifft die Speicher: Für Batterieprodukte sinkt dieselbe Rückerstattung zum 1. April 2026 zunächst von 9 % auf 6 % und entfällt erst zum 1. Januar 2027 ganz. Anders als die Module werden Stromspeicher unter dem Strich trotzdem weiter günstiger – die Preisentwicklung dort verläuft gegenläufig (Details zur Stromspeicher-Preisentwicklung 2026).

Der Silberpreis explodiert

Der zweite Treiber ist ein Rohstoff. Jede kristalline Solarzelle nutzt Silber, um den erzeugten Strom aus der Zelle zu leiten. Und der Silberpreis ist 2025 und Anfang 2026 regelrecht durchgestartet: um über 130 % im Verlauf des Jahres 2025, nach einer Quelle sogar +180 % zwischen April 2024 und Jahresende 2025, mit einem Höchststand von 83,29 US-Dollar je Feinunze am 29. Dezember 2025.

Das schlägt direkt auf die Modulkosten durch, weil Silber inzwischen der größte Einzelkostenfaktor ist und damit sogar das Polysilizium überholt hat. Die Größenordnungen unterscheiden sich je nach Bezugsbasis – hier ist Präzision wichtig:

  • Silber macht rund 15–17 % der gesamten Modulkosten aus.
  • Bezogen allein auf die Zellproduktion kann die Silberpaste bis zu 30 % der Kosten ausmachen.

Der Silberbedarf hängt stark von der Zelltechnik ab: HJT-Zellen benötigen etwa 75 mg, TOPCon rund 86 mg und Back-Contact-Zellen bis zu 135 mg Silber pro Zelle. Das erklärt, warum ausgerechnet das silberintensive High-Efficiency-Segment mit HJT-, n-Typ-TOPCon- und xBC-Modulen im August 2026 als einziges noch einmal zulegte, und zwar um 3,4 % auf 0,150 €/Wp. Ein Hoffnungsschimmer für die Zukunft: Hersteller wie LONGi starten ab dem zweiten Quartal 2026 die Serienfertigung von kupfermetallisierten Zellen, um Silber zu ersetzen. Gelingt das im Volumen, könnte ein Teil des Kostendrucks mittelfristig wieder verschwinden.

Neben Silber zog auch das Polysilizium an – um rund 60 %, von etwa 4 auf 6,39 €/kg. Kein so dramatischer Treiber wie Silber, aber ein zusätzlicher Baustein, der die Preise nach oben schob.

Ehrlich eingeordnet: Der Anstieg hat an Tempo verloren

An dieser Stelle ist Redlichkeit wichtiger als eine gute Schlagzeile. Wer aus den obigen Zahlen ableitet, die Preise würden nun Monat für Monat weiter explodieren, liegt falsch. Bereits im Juli 2026 kam der Anstieg laut pvXchange weitgehend zum Erliegen, und der August 2026 bestätigt dieses Bild: Mainstream- und Full-Black-Module blieben exakt auf ihrem Juli-Niveau von 0,135 bzw. 0,160 €/Wp, Low-Cost-Ware verbilligte sich sogar um 6,7 % auf 0,075 €/Wp. Nur das knappe High-Efficiency-Segment über 23,5 % Wirkungsgrad legte noch einmal um 3,4 % auf 0,150 €/Wp zu. Von einer eskalierenden Preisspirale kann keine Rede sein.

Für Ihre Entscheidung heißt das: Rechnen Sie nicht mit einem Preissturz nach unten, aber auch nicht mit einer Dauerrallye nach oben. Realistisch bleibt eine Trendwende nach oben ohne steilen Anstieg, mit dem von den Herstellern angepeilten Zielkorridor von 0,17–0,18 €/Wp als Orientierung. Die Zeit der jährlich fallenden Preise ist vorbei; ein Warten auf das nächste Rekordtief dürfte ins Leere laufen.

Was der Anstieg für den Preis einer 10-kWp-Anlage bedeutet

Jetzt zur entscheidenden Übersetzung: Was macht ein Modulpreis-Plus von rund 30 % mit dem Preis Ihrer konkreten Anlage? Weit weniger, als die Prozentzahl vermuten lässt, und zwar aus einem einfachen Grund. Module sind nur ein Teil der Rechnung. Die Kostenstruktur einer typischen Aufdachanlage sieht so aus:

Komponente Anteil an den Gesamtkosten
Installation & Handwerk (Gerüst, Montage, Elektrik, Inbetriebnahme) ~37–40 % (größter Posten)
Module inkl. Montagesystem ~30–40 %
Module allein ~15–25 %
Wechselrichter ~10 %

Quellen: Fraunhofer ISE (Modulanteil rund ein Fünftel der Investition); ergänzt durch Marktübersichten. Anteile gerundet, variieren je nach Anlagengröße und Anbieter.

Der größte Posten ist also nicht das Modul, sondern die Arbeit, und Handwerkerkosten in Deutschland reagieren träge und eher nach oben. Das relativiert die Modulpreis-Aufregung erheblich. Rechnen wir es für eine 10-kWp-Anlage (also 10.000 Wp) konkret durch:

Rechenbasis Effekt auf die 10-kWp-Anlage
Reine Modulkosten Mainstream (10.000 Wp × +0,030 €/Wp) ~+300 €
Reine Modulkosten High Efficiency (10.000 Wp × +0,035 €/Wp) ~+350 €
Modulaufschlag inkl. Handelsspanne und Puffer +300–500 € = etwa +3–5 % Systempreis
Komplettangebot inkl. Speicher, Wechselrichter, Marge (Brancheneinschätzung) +10–20 %
Wirkung auf die Amortisation rund +2–4 Monate

Eigene Beispielrechnung auf Basis des pvXchange-Index (Januar bis August 2026), gerundet; Systempreis-Basis 10.000–16.000 € brutto. Die Amortisationswirkung unterstellt einen jährlichen Nutzen von rund 1.500 € aus Eigenverbrauch und Einspeisung. Die Spanne für das Komplettangebot ist eine Brancheneinschätzung aus Marktbeobachtung, keine nachgerechnete Größe.

Die reine Modul-Mathematik ergibt bei einem Anstieg von 0,105 auf 0,135 €/Wp nur rund +300 €, bei einer fünfstelligen Investition kaum spürbar. Wer auf High-Efficiency-Module setzt, zahlt mit +0,035 €/Wp rund +350 € mehr. Selbst mit Handelsspanne und Sicherheitspuffer bleibt es bei +300–500 € oder etwa +3–5 % Systempreis. Die häufig zitierten +10–20 % beziehen sich dagegen auf das komplette Angebot inklusive Speicher, Wechselrichter, Marge und Sicherheitspuffer. Das ist eine Brancheneinschätzung, keine reine Modulrechnung, und sie schließt Komponenten ein, die vom China-Wegfall ebenfalls betroffen sind.

Zur Orientierung die aktuellen Gesamtpreise einer 10-kWp-Anlage im Jahr 2026:

Konfiguration Preisspanne (brutto, 0 % USt)
Ohne Speicher ~10.000–16.000 €
Mit 10-kWh-Speicher ~13.000–23.000 € (Faustregel ~17.000 €)
10-kWh-Speicher allein ~3.000–8.000 €

Quellen: Fraunhofer ISE (schlüsselfertige Aufdachanlage rund 1.015 €/kWp im Frühjahr 2026, historischer Tiefstand); ergänzt durch Marktübersichten.

Interessant ist der Zeitversatz: Fraunhofer ISE beziffert den schlüsselfertigen Systempreis im Frühjahr 2026 noch auf rund 1.015 €/kWp, einen historischen Tiefstand und −4,25 % gegenüber dem Vorjahr. Dieser Wert stammt aus der frühen Jahresphase; der Modulpreisanstieg wirkt sich mit Verzögerung auf die Endkundenpreise aus. Wie sich der Gesamtsystempreis 2027 voraussichtlich entwickelt, prognostiziert im Detail der Ratgeber zur PV-Anlagen-Kosten-Prognose 2027; dieser Artikel bleibt bei der Modulpreis-Mechanik.

Ein Detail bleibt trotz aller Preisbewegung unverändert wirtschaftlich: Solarstrom vom eigenen Dach kostet über die Lebensdauer nur 6–14 ct/kWh (Stromgestehungskosten, Fraunhofer ISE), gegenüber einem Netzstrompreis von rund 37 ct/kWh. Diese Spreizung ist der eigentliche Renditemotor und wird von einem Modulaufschlag von wenigen Hundert Euro nicht ausgehebelt. Die vollständige Wirtschaftlichkeitsrechnung dazu steht im Ratgeber, ob sich Photovoltaik 2026 lohnt.

Kaufen oder warten? Das Kauffenster im 2. Halbjahr 2026

Fassen wir die Argumente zusammen. Für einen Kauf im zweiten Halbjahr 2026 sprechen zwei voneinander unabhängige Gründe, und der wichtigere ist nicht der Modulpreis.

Grund 1 (Modulpreise): Sie steigen erstmals seit Jahren wieder, und die Hersteller peilen offen 0,17–0,18 €/Wp bis Jahresende an. Ein Warten auf günstigere Module ist damit die schwächere Wette geworden. Einzelne Tier-1-Marken liegen allerdings weiterhin darunter: Im Fachhandel finden sich etwa Risen-Module unter dem Mainstream-Spotpreis bei rund 0,11–0,12 €/Wp. Aber, und das gehört zur Ehrlichkeit dazu, der reine Modulaufschlag bewegt den Anlagenpreis nur um etwa 3–5 %. Als alleiniges Kaufargument wäre er schwach.

Grund 2 (Einspeisevergütung): Hier liegt der eigentliche Hebel. Wer eine Anlage 2026 in Betrieb nimmt, sichert sich den heute gültigen Vergütungssatz für 20 Jahre (Bestandsschutz). Und dieser Satz sinkt planmäßig weiter. Die aktuellen Werte für Anlagen bis 10 kWp:

Zeitraum (Inbetriebnahme) Überschusseinspeisung Volleinspeisung
1. Feb – 31. Juli 2026 7,78 ct/kWh 12,34 ct/kWh
seit 1. Aug 2026 (bis 31. Jan 2027) 7,70 ct/kWh 12,22 ct/kWh

Quelle: Bundesnetzagentur. Zum 1. August 2026 hat die halbjährliche Degression von −1 % gegriffen (§ 49 EEG). Alle Sätze und Größenklassen im Detail: Einspeisevergütung 2026: aktuelle Sätze.

Zur laufenden Degression kommt die eigentliche Unbekannte: die geplante EEG-Reform. Nach dem Regierungsentwurf, den das Kabinett am 29. Juli 2026 beschlossen hat (BMWE), soll die klassische feste Einspeisevergütung für neue Dachanlagen ab 2027 entfallen und durch eine auf 36 Monate befristete Übergangszahlung ersetzt werden: Sie liegt nach § 53 Abs. 1 um 1 ct/kWh unter dem künftig einheitlichen anzulegenden Wert von 6,2 ct/kWh, rechnerisch also bei 5,2 ct/kWh. Danach folgt ein Direktvermarktungsbonus von 1,5 ct/kWh über längstens 48 Monate für Anlagen unter 25 kW. Die Leistungsschwelle für den Zugang zur Übergangszahlung sinkt gestaffelt: Inbetriebnahme 2027 bis unter 50 kW, 2028 bis unter 25 kW, 2029 und 2030 bis unter 7 kW. Wichtig: Das ist geplant, nicht geltendes Recht. Der Bundestag berät ab September 2026 – bis dahin kann sich vieles ändern. Bundeswirtschaftsministerin Reiche ist von der ursprünglich geplanten Komplettabschaffung bereits auf dieses gestufte Modell zurückgerückt. Was genau im Entwurf steht und welche Szenarien realistisch sind, ordnet der Ratgeber zur EEG-Novelle 2027 ein.

Genau hier liegt das eigentliche Warterisiko: Nicht der Modulpreis, sondern der drohende Verlust der planbaren 20-Jahres-Vergütung ist das teure Argument gegen das Aufschieben. Wer 2026 in Betrieb nimmt, ist von der Reform nicht betroffen – der bei Inbetriebnahme fixierte Satz gilt unabhängig davon zwei Jahrzehnte. Die vollständige Frist- und Zeitplan-Logik dazu steht im Ratgeber Photovoltaik noch 2026 installieren.

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Häufige Fragen (FAQ)

Werden Solarmodule 2026 teurer oder billiger?

Erstmals seit Jahren wieder teurer. Nach einem jahrelangen Preisverfall auf ein Rekordtief von rund 0,105 €/Wp im Standardsegment sind die Großhandelspreise laut pvXchange-Index zwischen Januar und August 2026 um 23–30 % gestiegen: Standardmodule (Mainstream) von 0,105 auf 0,135 €/Wp, Hochleistungsmodule von 0,115 auf 0,150 €/Wp. Seit Juli 2026 hat sich der Anstieg allerdings deutlich verlangsamt. Im August 2026 blieben Mainstream und Full Black unverändert, Low-Cost-Ware gab um 6,7 % nach, nur High Efficiency legte um 3,4 % zu.

Warum steigen die Photovoltaik-Modulpreise 2026?

Es gibt zwei Haupttreiber. Erstens hat China zum 1. April 2026 die Mehrwertsteuer-Rückerstattung für den Export von PV-Produkten von zuletzt 9 % vollständig gestrichen (angekündigt am 9. Januar 2026). Da rund 88 % der in Deutschland verbauten Module aus China kommen, verteuert das die Importe um etwa 9 %. Zweitens ist der Silberpreis 2025 und Anfang 2026 um über 130–180 % gestiegen; Silber macht 15–17 % der Modulkosten (bis zu 30 % der Zellproduktionskosten) aus und ist damit zum größten Einzelkostenfaktor geworden. Hinzu kam ein Anstieg beim Polysilizium.

Um wie viel sind die Solarmodulpreise 2026 gestiegen?

Laut pvXchange-Modulpreisindex von Januar bis August 2026: High Efficiency (über 23,5 % Wirkungsgrad) +30,4 % auf 0,150 €/Wp, Full Black +23,1 % auf 0,160 €/Wp, Mainstream (bis 23,5 %) +28,6 % auf 0,135 €/Wp und Low Cost +27,3 % auf 0,075 €/Wp. Gegenüber Juli 2026 bewegte sich im August nur noch High Efficiency (+3,4 %), Low Cost gab um 6,7 % nach. Die Hersteller streben bis Ende 2026 einen durchschnittlichen Verkaufspreis von 0,17–0,18 €/Wp an. Das sind Großhandelspreise, nicht der Endkundenpreis pro installiertem Watt.

Was kostet eine 10-kWp-Photovoltaikanlage 2026?

Schlüsselfertig ohne Speicher rund 10.000–16.000 Euro. Fraunhofer ISE nennt für das Frühjahr 2026 einen Durchschnitt von etwa 1.015 Euro/kWp, einen historischen Tiefstand. Mit einem 10-kWh-Speicher liegen die Gesamtkosten je nach Anbieter bei rund 13.000–23.000 Euro, als Faustregel etwa 17.000 Euro. Dank 0 % Mehrwertsteuer (§ 12 UStG) sind das für Privathaushalte zugleich die Bruttopreise.

Sollte ich 2026 noch eine PV-Anlage kaufen oder auf günstigere Preise warten?

Die meisten Argumente sprechen für einen Kauf im zweiten Halbjahr 2026. Die Modulpreise steigen erstmals wieder, und die Hersteller peilen 0,17–0,18 €/Wp an; gleichzeitig soll die feste Einspeisevergütung ab 2027 durch eine niedrigere Übergangszahlung ersetzt werden (Regierungsentwurf, Kabinettsbeschluss 29.07.2026, parlamentarisches Verfahren läuft). Wer 2026 in Betrieb nimmt, sichert sich die aktuelle Vergütung von 7,70 ct/kWh (seit 01.08.2026) für 20 Jahre. Ehrliches Gegenargument: Module sind nur etwa 15–25 % der Anlagenkosten, der reine Modulaufschlag macht nur rund 3–5 % Systempreis aus. Der größere Hebel gegen das Warten ist die Einspeise-Reform, nicht der Modulpreis selbst.

Wie hoch ist die Einspeisevergütung 2026?

Für neue Anlagen bis 10 kWp mit Inbetriebnahme zwischen 1. Februar und 31. Juli 2026 gilt: 7,78 ct/kWh bei Überschusseinspeisung und 12,34 ct/kWh bei Volleinspeisung. Zum 1. August 2026 sind die Sätze im Rahmen der halbjährlichen Degression um 1 % gesunken: Seitdem gelten 7,70 ct/kWh bei Überschusseinspeisung (Volleinspeisung 12,22 ct/kWh). Der bei Inbetriebnahme gültige Satz bleibt für 20 Jahre fest.

Fällt die Einspeisevergütung 2027 komplett weg?

Nein, nicht komplett – und das Gesetz ist noch nicht durch. Der Regierungsentwurf, den das Kabinett am 29.07.2026 beschlossen hat, sieht vor, die klassische feste Einspeisevergütung für neue Dachanlagen ab 2027 durch eine 36-monatige Übergangszahlung zu ersetzen: nach § 53 Abs. 1 um 1 ct/kWh unter dem künftig einheitlichen anzulegenden Wert von 6,2 ct/kWh, rechnerisch also 5,2 ct/kWh. Danach folgt ein Direktvermarktungsbonus von 1,5 ct/kWh über längstens 48 Monate für Anlagen unter 25 kW. Die maßgebliche Leistungsschwelle sinkt gestaffelt: 2027 unter 50 kW, 2028 unter 25 kW, 2029 und 2030 unter 7 kW. Der Bundestag berät ab September 2026. Für bestehende und noch 2026 in Betrieb genommene Anlagen bleibt die 20-jährige Vergütung erhalten (Bestandsschutz).

Wie stark verteuern teurere Module die gesamte Solaranlage?

Weniger als viele denken. Module machen nur etwa 15–25 % der Anlagenkosten aus, die Installation und das Handwerk sind mit rund 37–40 % der größte Posten. Bei einer 10-kWp-Anlage (etwa 10.000 Wp) bedeutet der Anstieg von 0,105 auf 0,135 €/Wp nur rund +300 Euro reine Modulkosten, bei High-Efficiency-Modulen (0,115 auf 0,150 €/Wp) rund +350 Euro. Inklusive Handelsspanne und Puffer sind es +300–500 Euro bzw. etwa +3–5 % Systempreis. Komplette Angebote inklusive Speicher und Wechselrichter könnten laut Brancheneinschätzung um 10–20 % steigen, da auch diese Komponenten vom China-Wegfall und dem Silberpreis betroffen sind.

Welche Rolle spielt der Silberpreis bei den Modulkosten?

Eine zentrale. Silber leitet den Strom in der Solarzelle; sein Preis stieg 2025 und Anfang 2026 um über 130–180 % (Höchststand rund 83 US-Dollar je Unze Ende Dezember 2025). Silber macht etwa 15–17 % der Modulkosten und bis zu 30 % der Zellproduktionskosten aus, mehr als Polysilizium. Deshalb stellen Hersteller wie LONGi ab dem zweiten Quartal 2026 auf Kupfer-Metallisierung um, um Silber zu ersetzen und den Kostendruck mittelfristig zu senken.

Nächster Schritt: den richtigen Zeitpunkt für Ihr Dach bestimmen

Die Preisbotschaft für 2026 lautet: Der jahrelange Abwärtstrend bei Modulen ist vorbei, aber die Trendwende ist moderat und hat im Sommer an Tempo verloren. Ein Grund zur Panik ist sie nicht. Der stärkere Grund, in diesem Jahr zu handeln, ist die planbare 20-Jahres-Vergütung, bevor die geplante EEG-Reform daran rüttelt; die August-Degression ist bereits wirksam. Ob sich der Start für Ihr Dach rechnet, hängt aber weniger von der Schlagzeile ab als von Ihren konkreten Zahlen: Dachfläche, Ausrichtung, Verschattung, Stromverbrauch und wie viel davon Sie selbst nutzen.

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