Solarmodule Preise 2026: +28 % – warum sie jetzt steigen
Solarmodule werden 2026 erstmals wieder teurer: +28 % seit Januar. Warum China und der Silberpreis die Preise treiben und wann sich der Kauf für Sie lohnt.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Trendwende ist da: Nach über einem Jahrzehnt sinkender Preise sind die Großhandelspreise für Solarmodule 2026 erstmals wieder gestiegen – laut pvXchange-Modulpreisindex um rund 25–30 % im ersten Halbjahr. Standardmodule kletterten von 0,105 auf 0,135 €/Wp (+28 %), Hochleistungsmodule von 0,115 auf 0,145 €/Wp (+26 %). Der Satz „Module werden immer billiger" stimmt damit nicht mehr.
- Zwei Treiber: China hat zum 1. April 2026 die Mehrwertsteuer-Rückerstattung auf PV-Exporte (zuletzt 9 %) vollständig gestrichen – bei rund 88 % China-Anteil an den deutschen Modulimporten verteuert das die Einfuhr um etwa 9 %. Parallel stieg der Silberpreis um über 130 %; Silber ist mit 15–17 % der Modulkosten zum größten Einzelkostenfaktor geworden.
- Aber ehrlich: Der Anstieg stockt. Im Juli 2026 kam die Preisrallye laut pvXchange weitgehend zum Erliegen. TOPCon-Module stabilisieren sich oder geben leicht nach, nur knappe Back-Contact-Module über 24 % Wirkungsgrad ziehen noch an. Von einer eskalierenden Preisspirale kann keine Rede sein.
- Für die Gesamtanlage kleiner als gedacht: Module machen nur 15–25 % der Anlagenkosten aus – die Installation ist mit 37–40 % der größte Posten (Fraunhofer ISE). Der Modulaufschlag hebt eine 10-kWp-Anlage nur um rund 400–700 € (+6–8 %), nicht um 30 %.
- Das eigentliche Warterisiko ist die Vergütung: Wer 2026 in Betrieb nimmt, sichert sich 7,78 ct/kWh für 20 Jahre (Bestandsschutz). Zum 1. August 2026 sinkt die Vergütung um 1 %, und ab 2027 soll die feste Einspeisevergütung laut EEG-Entwurf schrittweise entfallen – geplant, aber noch nicht beschlossen.
- 0 % Mehrwertsteuer bleibt: Für Anlagen bis 30 kWp auf Wohngebäuden gilt weiter der Nullsteuersatz (§ 12 UStG) – ohne Ablaufdatum. Die genannten Preise sind für Privathaushalte bereits Bruttopreise.
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Über ein Jahrzehnt lang kannten die Preise für Solarmodule nur eine Richtung: nach unten. Ende 2025 fiel der Großhandelspreis auf ein Rekordtief von rund 0,10–0,11 €/Wp. 2026 hat sich das gedreht. Der viel beachtete pvXchange-Modulpreisindex zeigt für das erste Halbjahr einen Anstieg von 25–30 % über alle Modulklassen. Zwei Ursachen stecken dahinter, und beide haben nichts mit den Modulen selbst zu tun: das Ende einer chinesischen Steuervergünstigung und ein historischer Sprung beim Silberpreis. Welche Module technisch führen, ordnet der Vergleich der besten Solarmodule 2026 ein – hier geht es um die Preise.
Was bedeutet das für Ihre Kaufentscheidung? Weniger, als die reißerischen Schlagzeilen suggerieren – und zugleich mehr, als der reine Modulpreis vermuten lässt. Denn Module sind nur ein Viertel der Anlagenkosten, während der größere Hebel gegen das Warten woanders liegt: bei der geplanten Reform der Einspeisevergütung. Dieser Artikel erklärt die Modulpreis-Mechanik 2026 im Detail; die vollständige Preisprognose für das Gesamtsystem im Jahr 2027 finden Sie im Ratgeber zur PV-Anlagen-Kosten-Prognose 2027, und warum sich der Start noch dieses Jahr lohnt, dort.
„Module werden immer billiger" – dieser Satz stimmt 2026 nicht mehr
Fast jede Kaufberatung der letzten Jahre enthielt denselben Rat: Warten lohnt sich, Module werden ständig günstiger. Für die Zeit von 2011 bis Ende 2025 stimmte das auch. Zwischen 2010 und 2020 fielen die Modulpreise um rund 90 % (Fraunhofer ISE), und die Modulschwemme der Jahre 2023 bis 2025 drückte die Großhandelspreise auf ein Niveau, das kaum noch die Herstellungskosten deckte.
Genau dieses Niveau war der Wendepunkt. Zu Verlustpreisen kann kein Hersteller dauerhaft produzieren. Als Anfang 2026 zwei externe Kostenschübe hinzukamen, kippte der Markt. Der folgende Verlauf zeigt die Trendwende nach Modulklasse:
| Modulklasse | Tief Ende 2025 | Januar 2026 | Mai 2026 | Juli 2026 | Veränderung Jan→Jul |
|---|---|---|---|---|---|
| Hochleistung (>23 %, TOPCon/HJT/Back-Contact) | ~0,11 | 0,115 | 0,150 | 0,145 | +26 % |
| All-Black | ~0,12 | 0,130 | 0,165 | 0,160 | +23 % |
| Mainstream (mono/bifazial ≤23 %) | ~0,10–0,11 | 0,105 | 0,130 | 0,135 | +28 % |
| Low-Cost | ~0,05 | 0,055 | 0,070 | 0,075 | +36 % |
Alle Werte in €/Wp. Quellen: pvXchange-Modulpreisindex (über Solarserver, Juli 2026); Januar-/Mai-Werte über EMA Energiewelt; Tief Ende 2025 über Memodo. Wichtig: Das sind Großhandels- bzw. Beschaffungspreise pro Wattpeak, nicht der Preis, den Sie als Endkunde pro Watt installiert zahlen – im Angebot eines Fachbetriebs stecken Montage, Marge und weitere Komponenten.
Zur Einordnung hilft der lange Rückblick. Er zeigt, wie außergewöhnlich die Bewegung 2026 ist:
| Jahr | Modulpreis (€/Wp) | Trend |
|---|---|---|
| 2023 | ~0,20 | fallend (Modulschwemme) |
| 2024 | ~0,13 | fallend |
| 2025 | ~0,11 | Rekordtief erreicht |
| Januar 2026 | 0,105–0,115 | Trendwende beginnt |
| Juli 2026 | 0,135–0,145 | +25–30 % ggü. Januar, dann Seitwärtsbewegung |
Quellen: Jahresdurchschnitte über Aroundhome (nach Fraunhofer ISE); Monatswerte pvXchange-Index. Hinweis: Jahresmittelwerte glätten den H1-Anstieg und können dem monatlichen Index widersprechen – für die Trendwende ist die Monatsreihe aussagekräftiger.
Der Sprung im Januar kam nicht auf einen Schlag, sondern in drei aufeinanderfolgenden Schritten. Ausgehend von rund 0,11 €/Wp im Dezember 2025 hoben die Hersteller die Preise binnen weniger Wochen um etwa +10 %, +5 % und +7 % an – zusammen rund +22 % auf 0,13–0,14 €/Wp. Und die Branche kommuniziert offen ihr Ziel: Bis Ende 2026 soll der durchschnittliche Verkaufspreis auf 0,17–0,18 €/Wp steigen. Ob dieses Ziel erreicht wird, ist eine andere Frage – aber die Richtung ist klar.
Warum die Modulpreise 2026 steigen: zwei Treiber
Der Preisanstieg wirkt auf den ersten Blick wie Marktlaune. Tatsächlich lässt er sich sauber auf zwei belegbare Kostenschübe zurückführen. Beide treffen die gesamte Lieferkette, nicht einzelne Hersteller.
China streicht die Export-Steuererstattung (1. April 2026)
Der erste Treiber ist steuerpolitisch. China hat jahrelang den Export von Solarprodukten über eine teilweise Mehrwertsteuer-Rückerstattung subventioniert. Diese Rückerstattung wurde bereits Ende 2024 von 13 % auf 9 % gekürzt – und ist zum 1. April 2026 vollständig auf 0 % gestrichen worden. Angekündigt hatte das chinesische Finanzministerium den Schritt am 9. Januar 2026, was den ersten Preissprung im Januar zusätzlich befeuerte.
Für den deutschen Markt ist das kein Randthema. Rund 88 % der hier verbauten Module stammen aus China. Fällt die Rückerstattung weg, verteuert sich die Ware an der Grenze um die entsprechenden rund 9 %, die die Hersteller nun nicht mehr erstattet bekommen und zumindest teilweise weitergeben. Wichtig zur korrekten Einordnung: Das ist chinesische Fiskalpolitik, kein neuer EU-Zoll und keine Anti-Dumping-Maßnahme – die Kosten entstehen im Herstellerland, nicht durch europäische Handelspolitik.
Ein verwandter Punkt betrifft die Speicher: Für Batterieprodukte sinkt dieselbe Rückerstattung zum 1. April 2026 zunächst von 9 % auf 6 % und entfällt erst zum 1. Januar 2027 ganz. Anders als die Module werden Stromspeicher unter dem Strich trotzdem weiter günstiger – die Preisentwicklung dort verläuft gegenläufig (Details zur Stromspeicher-Preisentwicklung 2026).
Der Silberpreis explodiert
Der zweite Treiber ist ein Rohstoff. Jede kristalline Solarzelle nutzt Silber, um den erzeugten Strom aus der Zelle zu leiten. Und der Silberpreis ist 2025 und Anfang 2026 regelrecht durchgestartet: um über 130 % im Verlauf des Jahres 2025, nach einer Quelle sogar +180 % zwischen April 2024 und Jahresende 2025, mit einem Höchststand von 83,29 US-Dollar je Feinunze am 29. Dezember 2025.
Das schlägt direkt auf die Modulkosten durch, weil Silber inzwischen der größte Einzelkostenfaktor ist und damit sogar das Polysilizium überholt hat. Die Größenordnungen unterscheiden sich je nach Bezugsbasis – hier ist Präzision wichtig:
- Silber macht rund 15–17 % der gesamten Modulkosten aus.
- Bezogen allein auf die Zellproduktion kann die Silberpaste bis zu 30 % der Kosten ausmachen.
Der Silberbedarf hängt stark von der Zelltechnik ab: HJT-Zellen benötigen etwa 75 mg, TOPCon rund 86 mg und Back-Contact-Zellen bis zu 135 mg Silber pro Zelle. Das erklärt, warum ausgerechnet die hocheffizienten Back-Contact-Module im Juli 2026 noch am stärksten unter Preisdruck standen. Ein Hoffnungsschimmer für die Zukunft: Hersteller wie LONGi starten ab dem zweiten Quartal 2026 die Serienfertigung von kupfermetallisierten Zellen, um Silber zu ersetzen. Gelingt das im Volumen, könnte ein Teil des Kostendrucks mittelfristig wieder verschwinden.
Neben Silber zog auch das Polysilizium an – um rund 60 %, von etwa 4 auf 6,39 €/kg. Kein so dramatischer Treiber wie Silber, aber ein zusätzlicher Baustein, der die Preise nach oben schob.
Ehrlich eingeordnet: Der Anstieg stockt bereits
An dieser Stelle ist Redlichkeit wichtiger als eine gute Schlagzeile. Wer aus den obigen Zahlen ableitet, die Preise würden nun Monat für Monat weiter explodieren, liegt falsch. Im Juli 2026 kam der Anstieg laut pvXchange weitgehend zum Erliegen – bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr stiegen die Preise nicht auf breiter Front. Full-Black- und Low-Cost-Module veränderten sich nur marginal, für TOPCon werden im weiteren Jahresverlauf keine weiteren Preiserhöhungen erwartet, eher eine Stabilisierung oder ein leichter Rückgang. Nur die knappen Back-Contact-Module über 24 % Wirkungsgrad blieben angebotsseitig eng.
Für Ihre Entscheidung heißt das: Rechnen Sie nicht mit einem Preissturz nach unten, aber auch nicht mit einer Dauerrallye nach oben. Realistisch ist eine Seitwärtsbewegung auf dem neuen, höheren Niveau – mit dem von den Herstellern angepeilten Zielkorridor von 0,17–0,18 €/Wp als Orientierung nach oben. Die Zeit der jährlich fallenden Preise ist vorbei; ein Warten auf das nächste Rekordtief dürfte ins Leere laufen.
Was der Anstieg für den Preis einer 10-kWp-Anlage bedeutet
Jetzt zur entscheidenden Übersetzung: Was macht ein Modulpreis-Plus von rund 30 % mit dem Preis Ihrer konkreten Anlage? Weit weniger, als die Prozentzahl vermuten lässt – und zwar aus einem einfachen Grund. Module sind nur ein Teil der Rechnung. Die Kostenstruktur einer typischen Aufdachanlage sieht so aus:
| Komponente | Anteil an den Gesamtkosten |
|---|---|
| Installation & Handwerk (Gerüst, Montage, Elektrik, Inbetriebnahme) | ~37–40 % (größter Posten) |
| Module inkl. Montagesystem | ~30–40 % |
| Module allein | ~15–25 % |
| Wechselrichter | ~10 % |
Quellen: Fraunhofer ISE (Modulanteil rund ein Fünftel der Investition); ergänzt durch Marktübersichten. Anteile gerundet, variieren je nach Anlagengröße und Anbieter.
Der größte Posten ist also nicht das Modul, sondern die Arbeit – und Handwerkerkosten in Deutschland reagieren träge und eher nach oben. Das relativiert die Modulpreis-Aufregung erheblich. Rechnen wir es für eine 10-kWp-Anlage (also 10.000 Wp) konkret durch:
| Rechenbasis | Effekt auf die 10-kWp-Anlage |
|---|---|
| Reine Modulkosten (10.000 Wp × +0,030 €/Wp) | ~+300 € |
| Realistischer Modulaufschlag inkl. Puffer | +400–700 € = +6–8 % Systempreis |
| Komplettangebot inkl. Speicher, Wechselrichter, Marge (Brancheneinschätzung) | +10–20 % |
| Wirkung auf die Amortisation | +6–12 Monate |
Quellen: EMA Energiewelt (Modulaufschlag +6–8 %); enerix (Komplettsystem +10–20 %). Beispielrechnung, gerundet.
Die reine Modul-Mathematik ergibt bei einem Anstieg von 0,105 auf 0,135 €/Wp nur rund +300 € – bei einer fünfstelligen Investition kaum spürbar. Selbst mit Sicherheitspuffer landen belastbare Fachquellen bei +400–700 € oder +6–8 % Systempreis. Die häufig zitierten +10–20 % beziehen sich dagegen auf das komplette Angebot inklusive Speicher, Wechselrichter, Marge und Sicherheitspuffer – das ist eine Brancheneinschätzung, keine reine Modulrechnung, und sie schließt Komponenten ein, die vom China-Wegfall ebenfalls betroffen sind.
Zur Orientierung die aktuellen Gesamtpreise einer 10-kWp-Anlage im Jahr 2026:
| Konfiguration | Preisspanne (brutto, 0 % USt) |
|---|---|
| Ohne Speicher | ~10.000–16.000 € |
| Mit 10-kWh-Speicher | ~13.000–23.000 € (Faustregel ~17.000 €) |
| 10-kWh-Speicher allein | ~3.000–8.000 € |
Quellen: Fraunhofer ISE (schlüsselfertige Aufdachanlage rund 1.015 €/kWp im Frühjahr 2026, historischer Tiefstand); ergänzt durch Marktübersichten.
Interessant ist der Zeitversatz: Fraunhofer ISE beziffert den schlüsselfertigen Systempreis im Frühjahr 2026 noch auf rund 1.015 €/kWp – ein historischer Tiefstand und −4,25 % gegenüber dem Vorjahr. Dieser Wert stammt aus der frühen Jahresphase; der Modulpreisanstieg wirkt sich mit Verzögerung auf die Endkundenpreise aus. Wie sich der Gesamtsystempreis 2027 voraussichtlich entwickelt, prognostiziert im Detail der Ratgeber zur PV-Anlagen-Kosten-Prognose 2027 – dieser Artikel bleibt bei der Modulpreis-Mechanik.
Ein Detail bleibt trotz aller Preisbewegung unverändert wirtschaftlich: Solarstrom vom eigenen Dach kostet über die Lebensdauer nur 6–14 ct/kWh (Stromgestehungskosten, Fraunhofer ISE) – gegenüber einem Netzstrompreis von rund 37 ct/kWh. Diese Spreizung ist der eigentliche Renditemotor und wird von einem Modulaufschlag von wenigen Hundert Euro nicht ausgehebelt. Die vollständige Wirtschaftlichkeitsrechnung dazu steht im Ratgeber, ob sich Photovoltaik 2026 lohnt.
Kaufen oder warten? Das Kauffenster im 2. Halbjahr 2026
Fassen wir die Argumente zusammen. Für einen Kauf im zweiten Halbjahr 2026 sprechen zwei voneinander unabhängige Gründe – und der wichtigere ist nicht der Modulpreis.
Grund 1 – die Modulpreise: Sie steigen erstmals seit Jahren wieder, und die Hersteller peilen offen 0,17–0,18 €/Wp bis Jahresende an. Ein Warten auf günstigere Module ist damit die schwächere Wette geworden. Aber – und das gehört zur Ehrlichkeit dazu – der reine Modulaufschlag bewegt den Anlagenpreis nur um 6–8 %. Als alleiniges Kaufargument wäre er schwach.
Grund 2 – die Einspeisevergütung: Hier liegt der eigentliche Hebel. Wer eine Anlage 2026 in Betrieb nimmt, sichert sich den heute gültigen Vergütungssatz für 20 Jahre (Bestandsschutz). Und dieser Satz sinkt planmäßig weiter. Die aktuellen Werte für Anlagen bis 10 kWp:
| Zeitraum (Inbetriebnahme) | Überschusseinspeisung | Volleinspeisung |
|---|---|---|
| 1. Feb – 31. Juli 2026 | 7,78 ct/kWh | 12,34 ct/kWh |
| 1. Aug 2026 – 31. Jan 2027 | rund 7,70 ct/kWh | rund 12,22 ct/kWh |
Quelle: Bundesnetzagentur. Zum 1. August 2026 greift die halbjährliche Degression von −1 % (§ 49 EEG); die exakten August-Werte veröffentlicht die Bundesnetzagentur kurz vor dem Stichtag. Alle Sätze und Größenklassen im Detail: Einspeisevergütung 2026: aktuelle Sätze.
Zur laufenden Degression kommt die eigentliche Unbekannte: die geplante EEG-Reform. Nach dem aktuellen Referentenentwurf (Stand Juli 2026) soll die klassische feste Einspeisevergütung für neue Dachanlagen ab 2027 schrittweise entfallen und durch eine niedrigere, auf 36 Monate befristete Übergangszahlung (rund 1 ct/kWh unter den heutigen Sätzen) plus einen vierjährigen Direktvermarktungs-Bonus ersetzt werden. Die Leistungsschwelle, ab der die Regeln greifen, soll in den Folgejahren sinken. Wichtig: Das ist geplant, nicht beschlossen. Ein Kabinettsbeschluss ist für den 29. Juli 2026 vorgesehen, die Lesung im Bundestag erst nach der Sommerpause – bis dahin kann sich vieles ändern. Bundeswirtschaftsministerin Reiche ist von der ursprünglich geplanten Komplettabschaffung bereits auf dieses gestufte Modell zurückgerückt. Was genau im Entwurf steht und welche Szenarien realistisch sind, ordnet der Ratgeber zur EEG-Novelle 2027 ein.
Genau hier liegt das eigentliche Warterisiko: Nicht der Modulpreis, sondern der drohende Verlust der planbaren 20-Jahres-Vergütung ist das teure Argument gegen das Aufschieben. Wer 2026 in Betrieb nimmt, ist von der Reform nicht betroffen – der bei Inbetriebnahme fixierte Satz gilt unabhängig davon zwei Jahrzehnte. Die vollständige Frist- und Zeitplan-Logik dazu steht im Ratgeber Photovoltaik noch 2026 installieren.
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Häufige Fragen (FAQ)
Werden Solarmodule 2026 teurer oder billiger?
Erstmals seit Jahren wieder teurer. Nach einem jahrelangen Preisverfall auf ein Rekordtief von rund 0,10–0,11 €/Wp Ende 2025 sind die Großhandelspreise laut pvXchange-Index im ersten Halbjahr 2026 um etwa 25–30 % gestiegen: Standardmodule von rund 0,105 auf 0,135 €/Wp, Hochleistungsmodule von 0,115 auf 0,145 €/Wp (Stand Juli 2026). Im Juli 2026 hat sich der Anstieg allerdings deutlich verlangsamt bzw. gestoppt.
Warum steigen die Photovoltaik-Modulpreise 2026?
Es gibt zwei Haupttreiber. Erstens hat China zum 1. April 2026 die Mehrwertsteuer-Rückerstattung für den Export von PV-Produkten von zuletzt 9 % vollständig gestrichen (angekündigt am 9. Januar 2026). Da rund 88 % der in Deutschland verbauten Module aus China kommen, verteuert das die Importe um etwa 9 %. Zweitens ist der Silberpreis 2025 und Anfang 2026 um über 130–180 % gestiegen; Silber macht 15–17 % der Modulkosten (bis zu 30 % der Zellproduktionskosten) aus und ist damit zum größten Einzelkostenfaktor geworden. Hinzu kam ein Anstieg beim Polysilizium.
Um wie viel sind die Solarmodulpreise 2026 gestiegen?
Laut pvXchange-Modulpreisindex von Januar bis Juli 2026: Hochleistungsmodule +26 % (0,115 auf 0,145 €/Wp), All-Black +23 % (0,130 auf 0,160 €/Wp), Mainstream +28 % (0,105 auf 0,135 €/Wp) und Low-Cost +36 % (0,055 auf 0,075 €/Wp). Die Hersteller streben bis Ende 2026 einen durchschnittlichen Verkaufspreis von 0,17–0,18 €/Wp an. Das sind Großhandelspreise, nicht der Endkundenpreis pro installiertem Watt.
Was kostet eine 10-kWp-Photovoltaikanlage 2026?
Schlüsselfertig ohne Speicher rund 10.000–16.000 Euro – Fraunhofer ISE nennt für das Frühjahr 2026 einen Durchschnitt von etwa 1.015 Euro/kWp, einen historischen Tiefstand. Mit einem 10-kWh-Speicher liegen die Gesamtkosten je nach Anbieter bei rund 13.000–23.000 Euro, als Faustregel etwa 17.000 Euro. Dank 0 % Mehrwertsteuer (§ 12 UStG) bis 30 kWp sind das für Privathaushalte zugleich die Bruttopreise.
Sollte ich 2026 noch eine PV-Anlage kaufen oder auf günstigere Preise warten?
Die meisten Argumente sprechen für einen Kauf im zweiten Halbjahr 2026. Die Modulpreise steigen erstmals wieder, und die Hersteller peilen 0,17–0,18 €/Wp an; gleichzeitig soll die feste Einspeisevergütung ab 2027 schrittweise durch eine niedrigere Übergangszahlung ersetzt werden (EEG-Entwurf, noch nicht beschlossen). Wer 2026 in Betrieb nimmt, sichert sich die aktuelle Vergütung von 7,78 ct/kWh für 20 Jahre. Ehrliches Gegenargument: Module sind nur etwa 15–25 % der Anlagenkosten – der reine Modulaufschlag macht nur rund 6–8 % Systempreis aus. Der größere Hebel gegen das Warten ist die Einspeise-Reform, nicht der Modulpreis selbst.
Wie hoch ist die Einspeisevergütung 2026?
Für neue Anlagen bis 10 kWp mit Inbetriebnahme zwischen 1. Februar und 31. Juli 2026 gilt: 7,78 ct/kWh bei Überschusseinspeisung und 12,34 ct/kWh bei Volleinspeisung. Zum 1. August 2026 sinken die Sätze im Rahmen der halbjährlichen Degression um 1 % auf rund 7,70 bzw. 12,22 ct/kWh; die exakten Werte veröffentlicht die Bundesnetzagentur kurz vor dem Stichtag. Der bei Inbetriebnahme gültige Satz bleibt für 20 Jahre fest.
Fällt die Einspeisevergütung 2027 komplett weg?
Nein, nicht komplett – und beschlossen ist noch nichts. Der EEG-Entwurf (Stand Juli 2026) sieht vor, die klassische feste Einspeisevergütung für neue Dachanlagen ab 2027 durch eine 36-monatige Übergangszahlung (etwa 1 ct/kWh unter den heutigen Sätzen) plus einen vierjährigen Direktvermarktungs-Bonus zu ersetzen; die maßgebliche Leistungsschwelle soll in den Folgejahren sinken. Ministerin Reiche rückte von der ursprünglich geplanten Komplettabschaffung ab. Für bestehende und noch 2026 in Betrieb genommene Anlagen bleibt die 20-jährige Vergütung erhalten (Bestandsschutz).
Wie stark verteuern teurere Module die gesamte Solaranlage?
Weniger als viele denken. Module machen nur etwa 15–25 % der Anlagenkosten aus – die Installation und das Handwerk sind mit rund 37–40 % der größte Posten. Bei einer 10-kWp-Anlage (etwa 10.000 Wp) bedeutet der Anstieg von 0,105 auf 0,135 €/Wp nur rund +300 Euro reine Modulkosten; inklusive Puffer rechnen Fachquellen mit +400–700 Euro bzw. +6–8 % Systempreis. Komplette Angebote inklusive Speicher und Wechselrichter könnten laut Branche um 10–20 % steigen, da auch diese Komponenten vom China-Wegfall und dem Silberpreis betroffen sind.
Welche Rolle spielt der Silberpreis bei den Modulkosten?
Eine zentrale. Silber leitet den Strom in der Solarzelle; sein Preis stieg 2025 und Anfang 2026 um über 130–180 % (Höchststand rund 83 US-Dollar je Unze Ende Dezember 2025). Silber macht etwa 15–17 % der Modulkosten und bis zu 30 % der Zellproduktionskosten aus – mehr als Polysilizium. Deshalb stellen Hersteller wie LONGi ab dem zweiten Quartal 2026 auf Kupfer-Metallisierung um, um Silber zu ersetzen und den Kostendruck mittelfristig zu senken.
Nächster Schritt: den richtigen Zeitpunkt für Ihr Dach bestimmen
Die Preisbotschaft für 2026 lautet: Der jahrelange Abwärtstrend bei Modulen ist vorbei, aber die Trendwende ist moderat und stockt bereits – ein Grund zur Panik ist sie nicht. Der stärkere Grund, in diesem Jahr zu handeln, ist die planbare 20-Jahres-Vergütung, bevor die geplante EEG-Reform und die August-Degression daran rütteln. Ob sich der Start für Ihr Dach rechnet, hängt aber weniger von der Schlagzeile ab als von Ihren konkreten Zahlen: Dachfläche, Ausrichtung, Verschattung, Stromverbrauch und wie viel davon Sie selbst nutzen.
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