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Technologie14 Min. Lesezeit

Transparente Solarmodule 2026: 173 Wp/m² im Realitätscheck

Transparente Solarmodule liefern rund 173 Wp/m² bei 20 % Lichtdurchlass. Preise pro m², Hersteller mit Zulassung und Anwendungen: So planen Sie realistisch.

Reihen von Photovoltaikmodulen vor einem Wohnhaus mit rotem Ziegeldach, Bäumen und blauem Himmel

Das Wichtigste in Kürze

  • Faustregel Licht gegen Leistung: 20 % lichtdurchlässige Fläche bedeuten ca. 173 Wp/m², nur 7,4 % dagegen ca. 198 Wp/m² (verifiziertes Solarwatt-Datenblatt-Paar). Opake Standardmodule erreichen 200–240 Wp/m².
  • Wirklich durchsichtig ist nichts: Kristalline Zellen sind opak, Licht fällt nur durch die Zellzwischenräume; marktüblich sind 16–38 % Lichtdurchlass. Homogen getöntes Solarglas aus amorphem Silizium schafft bis 30 % Lichttransmission, liefert aber nur rund ein Drittel der kristallinen Leistung (grob 30–60 Wp/m²).
  • Preise: Hersteller nennen kaum Listenpreise. Als Einordnung gelten 1,00–1,60 €/Wp nur für das Modul, grob 170–280 €/m²; ein belegtes Händler-Einzelstück lag bei 255 € brutto für 325 Wp (rund 150 €/m², allerdings mit nur rund 10 % Lichtdurchlass).
  • Zulassung: Über Kopf (Terrassendach, Carport, Wintergarten) brauchen Module eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung. Das DIBt listet exakt 25 abZ für PV-Module als Überkopfverglasung und kein einziges als absturzsichernde Verglasung (Stand: 11. August 2026).
  • Ehrliches Fazit: Eine komplette Standard-Aufdachanlage kostet mit 900–1.500 €/kWp netto pro Watt etwa so viel wie das transparente Modul allein. Transparente Module lohnen sich vor allem dort, wo ohnehin Glas verbaut würde und Licht unter der Fläche erwünscht ist.

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Ein Solarmodul, das aussieht wie klares Fensterglas und trotzdem volle Leistung liefert, existiert nicht. Was der Markt 2026 als transparente Solarmodule verkauft, sind fast immer semitransparente Glas-Glas-Module: opake kristalline Zellen mit Lücken dazwischen, durch die Tageslicht fällt. Der Kompromiss ist physikalisch zwingend. Bei 20 % lichtdurchlässiger Fläche sinkt die Flächenleistung auf rund 173 Wp/m², während opake Standardmodule 200–240 Wp/m² erreichen. Wie bei jeder gebäudeintegrierten Photovoltaik ist das Modul hier Bauprodukt und Stromerzeuger zugleich.

Dieser Ratgeber zeigt, welche Bauarten es wirklich gibt, was jeder Prozentpunkt Transparenz an Leistung kostet, welche Hersteller belastbare Datenblätter und deutsche Zulassungen vorweisen und in welchen Anwendungen sich der Aufpreis trägt. Am Ende steht eine ehrliche Antwort auf die Frage, wann normale Module mit einem geeigneten Zelltyp plus Lichtband die bessere Lösung sind.

Was „transparent“ bei Solarmodulen wirklich bedeutet

Unter dem Begriff laufen 2026 drei technisch sehr unterschiedliche Produktgruppen. Gemeinsam ist ihnen nur eines: Licht, das durch das Modul fällt, kann nicht mehr zu Strom werden. Gemessen wird die Durchlässigkeit entweder als Anteil unbelegter Modulfläche oder als sichtbare Lichttransmission (VLT). Die Übersicht zeigt die Spannbreite:

Bauart Lichtdurchlass Flächenleistung Typischer Einsatz
Semitransparente kristalline Glas-Glas-Module (Zellabstand) 16–38 % ca. 138–173 Wp/m² Terrassendach, Carport, Wintergarten
Kristallines PV-Glas nach Maß (Zellbelegung frei wählbar) ca. 0–75 % VLT 100–180 Wp/m² Fassaden, Projekt-BIPV
Amorphes Dünnschicht-Solarglas (homogen getönt) bis 30 % VLT ca. 30–60 Wp/m² Fenster, Fassade, Oberlichter
Opakes Standardmodul (Referenz) ca. 0 % 200–240 Wp/m² Aufdachanlage

Quellen: Hersteller-Datenblätter Solarwatt, Premium Solarglas und Onyx Solar, Fachhändler-Listungen (easyfenster.de), Fraunhofer ISE Photovoltaics Report; abgerufen im August 2026.

Semitransparente kristalline Module: Licht fällt durch die Lücken

Die marktgängigste Bauart nutzt gewöhnliche monokristalline Zellen und setzt sie mit Abstand zwischen zwei Glasscheiben. Beispiel Solarwatt Vision 36M glass: 36 PERC-Zellen à 157 × 157 mm zwischen zwei 4-mm-Gläsern, laut Datenblatt sind 20 % der Modulfläche lichtdurchlässig. Die Rechenprobe bestätigt das: 36 Zellen dieser Größe ergeben 0,89 m² aktive Fläche auf 1,10 m² Modul, also 80,6 % Belegung und rund 19,4 % freie Fläche. Transparenz ist hier schlicht Geometrie, mehr Zellabstand bedeutet mehr Licht und weniger Watt.

Das Licht kommt dabei nicht gleichmäßig, sondern als Muster: Die Zellen werfen harte Schlagschatten, zwischen ihnen fällt volles Tageslicht durch. Unter einem Terrassendach entsteht ein gesprenkeltes Licht, ähnlich einem Blätterdach. Wer diffuse, gleichmäßige Helligkeit erwartet, sollte sich vor dem Kauf ein reales Referenzdach ansehen.

Kristallines PV-Glas nach Maß: Transparenz als Bestellparameter

Projektanbieter fertigen PV-Glas mit frei gewähltem Zellabstand. Onyx Solar etwa stellt die Lichttransmission zwischen nahezu 0 und 75 % VLT ein; die Leistung liegt je nach Belegung bei 100–180 Wp/m², wobei das Maximum für die opake Ausführung gilt. Premium Solarglas aus Erfurt liefert kundenspezifisches Solarglas mit 20 bis 50 % Transparenz und Sondermodule bis 1.300 Watt. Auch ertex solar aus Österreich zeigt in Referenzprojekten reale Transparenzgrade von 16 bis 35 %, je nach gewünschtem Schattenbild.

Homogen getöntes Solarglas: Dünnschicht ohne sichtbare Zellen

Echtes, gleichmäßig getöntes Solarglas ohne Zellenmuster gibt es mit amorphem Silizium. Onyx Solar nennt für dieses PV-Glas bis zu 30 % Lichttransmission, eine Filterwirkung von bis zu 99 % der UV- und IR-Strahlung sowie gute Erträge bei Diffuslicht und senkrechtem Einbau. Der Haken: Die Erzeugung liegt bei etwa einem Drittel des kristallinen PV-Glases, grob 30–60 Wp/m². Für ein Wohnhaus-Terrassendach ist das zu wenig, in großen Fenster- und Fassadenflächen kann es sich trotzdem rechnen.

Und komplett klare „Solarfenster“?

Hochtransparente Module mit nennenswerter Leistung sind Forschungsthema, unter anderem rund um Perowskit-Solarzellen, aber kein Serienprodukt mit deutscher Bauzulassung. Seriöse Anbieter nennen deshalb immer ein Zahlenpaar aus Transparenz und Leistung. Fehlt eine der beiden Angaben, ist das ein Warnsignal.

Die Faustregel: Jeder Prozentpunkt Licht kostet Leistung

Bei kristallinen Modulen sind die Zellen selbst undurchsichtig. Strom entsteht nur auf belegter Fläche, Licht fällt nur durch unbelegte Fläche, und beides konkurriert um denselben Quadratmeter. Deshalb skaliert die Leistung fast eins zu eins mit der Zellbelegung. Zwei Datenblätter desselben Herstellers machen das messbar: Das nahezu opake Überkopfmodul Solarwatt GM 3.0 construct mit ca. 7,4 % lichtdurchlässiger Fläche erreicht rund 198 Wp/m² (370 Wp auf 1,87 m²), das Terrassendachmodul Vision 36M glass mit 20 % transparenter Fläche noch ca. 173 Wp/m² (190 Wp auf 1,10 m²).

Lichtdurchlässige Fläche Flächenleistung Beleg
ca. 0 % (Standard-Aufdachmodul) 200–240 Wp/m² Serienmodule mit 20–24 % Wirkungsgrad
ca. 7,4 % ca. 198 Wp/m² Solarwatt GM 3.0 construct, 370 Wp
20 % ca. 173 Wp/m² Solarwatt Vision 36M glass bzw. Premium Solarglas PS, 180–190 Wp
27–38 % ca. 138–163 Wp/m² Fachhändler-Listungen als überkopftauglich beworbener Glas-Glas-Module, 210–240 Wp
bis 30 % VLT (homogen, amorph) ca. 30–60 Wp/m² Onyx Solar, ca. ein Drittel der kristallinen Leistung

Quellen: Solarwatt-Datenblätter, Premium Solarglas, Onyx Solar, Fachhändler-Listungen (easyfenster.de), Fraunhofer ISE; abgerufen im August 2026.

Für die Einordnung wichtig: Der Modulwirkungsgrad semitransparenter Module wirkt mit 16,6–17,3 % (Vision 36M glass) auf dem Papier schwach gegen die 20–24 % aktueller Standardmodule. Die Zellen selbst sind ähnlich gut, die Differenz steckt fast vollständig in der absichtlich freigelassenen Fläche. Für Ihre Planung zählt deshalb die Flächenleistung in Wp/m² und nicht der Wirkungsgrad.

Preise 2026: Womit Sie rechnen müssen

Transparente Module sind ein Projektgeschäft. Solarwatt, ertex solar und Premium Solarglas veröffentlichen keine Listenpreise, und Fachhändler zeigen Preise teils erst nach Anmeldung oder ab Mindestmengen. Das macht den Preisvergleich mühsam, aber nicht unmöglich.

Als Einordnung liegen öffentlich einsehbare Händlerlistungen für semitransparente Glas-Glas-Module überwiegend bei 1,00–1,60 €/Wp nur für das Modul; bei ca. 173 Wp/m² entspricht das grob 170–280 €/m², ohne Unterkonstruktion und Elektrik. Eine vollständige Rechnung inklusive Statik und Montage finden Sie im Beitrag zu den Kosten eines Solar-Terrassendachs. Dass es punktuell günstiger geht, zeigt ein belegtes Händlerbeispiel: Ein 60-Zellen-Glas-Glas-Modul der Sonnenstromfabrik mit transparenter Rückseite (325 Wp, 1.700 × 1.000 mm) stand bei einem Münchner Fachhändler für 255 € brutto im Shop (214 € zum 0-%-Steuersatz für private PV-Anlagen), also 0,78 €/Wp oder rund 150 €/m². Das war allerdings ein Einzelposten zur Selbstabholung, kein Marktpreis für ganze Dächer, und bei 60 Zellen in diesem Format nennt der Hersteller nur rund 10 % Lichtdiffusion, also deutlich weniger Licht als bei den 20-%-Modulen.

Position Preis Einordnung
Semitransparentes Glas-Glas-Modul (ca. 20–30 % Licht) 1,00–1,60 €/Wp grob 170–280 €/m², nur das Modul
Belegtes Händler-Einzelstück (325 Wp, transparente Rückseite, ca. 10 % Licht) 255 € brutto (0,78 €/Wp) rund 150 €/m², Einzelposten, nur Abholung
Komplette 10-kWp-Standard-Aufdachanlage 900–1.500 €/kWp netto schlüsselfertig inkl. Montage und Wechselrichter

Quellen: reduco-Auswertung von Händlerlistungen (August 2026), Münchner Solarmarkt (Shop-Angebot, abgerufen im August 2026), Sonnenstromfabrik-Produktangaben, Fraunhofer ISE Photovoltaics Report (Datenstand Ende 2025).

Zur Einordnung der Gesamtkosten: Eine schlüsselfertige 10-kWp-Aufdachanlage kostet laut Fraunhofer ISE 900–1.500 €/kWp netto, inklusive Montage, Wechselrichter und Anschluss. Pro Watt gerechnet kostet die fertige Standardanlage damit etwa so viel wie das transparente Modul allein, bevor auch nur eine Schraube gesetzt ist. Genau deshalb braucht jede Anwendung ihre eigene Rechnung.

Hersteller und Module mit belegten Datenblatt-Werten

Die folgenden Werte stammen aus technischen Datenblättern, Hersteller-Produktseiten und dem offiziellen Zulassungsverzeichnis des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt), nicht aus Händler-Werbetexten:

Hersteller / Produkt Nennleistung Lichtdurchlass Format Überkopf-Zulassung
Solarwatt Vision 36M glass 180–190 Wp (16,6–17,3 %) 20 % der Modulfläche 1.550 × 710 × 9 mm, ca. 25 kg abZ Z-70.3-199
Solarwatt Panel vision GM 3.0 construct (opak) 360–370 Wp (19,4–19,9 %) ca. 7,4 % 1.780 × 1.052 × 40 mm, ca. 25 kg abZ Z-70.3-199
Premium Solarglas PS 180M/185M/190M 180–190 Wp 20 %, kundenspezifisch 20–50 % 1.550 × 710 × 10 mm, 25 kg abZ Z-70.3-255
ertex solar (VSG-Maßanfertigung) projektabhängig 16–35 % (Referenzprojekte) bis ca. 1,1 × 5,0 m abZ Z-70.3-321
Onyx Solar, kristallines PV-Glas 100–180 Wp/m² ca. 0–75 % VLT projektabhängig projektbezogen
Onyx Solar, amorphes PV-Glas ca. 30–60 Wp/m² bis 30 % VLT projektabhängig projektbezogen
Sonnenstromfabrik (CS Wismar), Serie „DIBt“ (Glas-Glas, transparente Rückseite) 165–445 Wp je nach Zellzahl ca. 3–51 % Lichtdiffusion (108 bis 32 Zellen), 10 % bei 60 Zellen z. B. 1.693 × 993 × 7,5 mm rahmenlos oder 1.740 × 1.145 × 35 mm gerahmt abZ Z-70.3-280
DMEGC Greenhouse Series Serienmodul für Gewächshäuser k. A. k. A. abZ Z-70.3-309

Quellen: Datenblatt Premium Solarglas PS-Serie (PDF), ertex solar Referenzen Überdachungen, Sonnenstromfabrik Serie DIBt, Solarwatt- und Onyx-Solar-Produktunterlagen, DIBt-Verzeichnis Glas im Bauwesen (Stand: 11.08.2026).

Solarwatt: das dokumentierte Zahlenpaar

Solarwatt führt beide Welten im Programm. Das Vision 36M glass (Variante sky mit 4 + 4 mm Glas-Glas-Aufbau) ist laut Hersteller für Terrassenüberdachung, Parkdeck und Carport-Überdachung vorgesehen und kommt mit 30 Jahren Produkt- und Leistungsgarantie. Das Panel vision GM 3.0 construct ist das nahezu opake Gegenstück mit 120 bifazialen PERC-Halbzellen; es ist laut Hersteller für Carports, Überdachungen und Fassaden konzipiert und wie das 36M glass über Kopf ohne Zusatzsicherung einsetzbar.

Premium Solarglas: VSG-Aufbau nach DIN 18008

Die PS-Serie (180–190 Wp bei 20 % Transparenz) ist als echtes Verbundsicherheitsglas aufgebaut: 3 mm gehärtetes Frontglas, 1,52 mm PVB-Folie, 5 mm gehärtetes Rückglas, bauaufsichtlich zugelassen als Überkopfverglasung gemäß DIN 18008 (abZ Z-70.3-255, erteilt im Februar 2026). Optional gibt es die Module bifazial mit rund 80 % Rückseitenleistung; laut Hersteller sind so bis zu 30 % Mehrertrag möglich, unter optimalen Bedingungen nennt er ca. 150 kWh Strom pro m² und Jahr. Solche Angaben sollten Sie als Bestwerte lesen, nicht als Planungsgarantie.

ertex solar: Maßanfertigung bis fünf Meter Länge

Der österreichische VSG-Spezialist fertigt Sonderformate in TVG-Verbundglas (6/6 bzw. 6/8 mm) bis rund 5 m Länge, etwa 853 × 4.997 mm oder 1.080 × 5.000 mm. Damit ersetzt ein einziges Modul die Glaseindeckung von Sparren zu Sparren, das Terrassendach kommt ohne sichtbaren Modulstoß aus. Die Referenzprojekte zeigen reale Transparenzgrade von 16 % (Ladepark) über ca. 28 % (Carport) bis 35 % (Terrassendächer). Seit Mai 2026 hält ertex eine eigene deutsche abZ.

Onyx Solar: PV-Glas als Fassaden-Bauprodukt

Onyx Solar denkt vom Gebäude her: Kristallines PV-Glas gibt es mit frei wählbarer Transparenz, amorphes Solarglas homogen getönt. Als Isolierglas verbaut erreicht das PV-Glas U-Werte bis 0,70 W/m²K im Dreifachaufbau mit doppelter 12-mm-Argon-Kammer. Damit wird das Modul zum Fensterersatz, der nebenbei Kühllasten senkt, weil es Sonneneinstrahlung filtert.

Weitere Anbieter mit deutscher Überkopfzulassung

Das DIBt-Verzeichnis nennt daneben unter anderem SoliTek, Megasol, Luxor Solar, TommaTech, Bauer Solar, Grenzebach Envelon, Antec Solar und Solar Fabrik als Inhaber gültiger Überkopf-Zulassungen. Wer ein konkretes Angebot prüft, sollte sich die Zulassungsnummer nennen lassen und sie im Verzeichnis gegenchecken.

Anwendungen: Jede braucht ihre eigene Rechnung

Terrassendach: der häufigste Einsatz

Hier konkurrieren transparente Module direkt mit klarem Glas plus separater Dachanlage; den ausführlichen Vergleich beider Wege finden Sie unter Solar-Terrassendach: Glas oder Module. Kurz gefasst: Ein 10-m²-Dach mit Modulen von 20 % Lichtdurchlass liefert rechnerisch etwa 1,7 kWp und spendet zugleich Schatten wie eine Markise. Die gängigen Formate um 1.550 × 710 mm passen auf übliche Sparrenabstände, Maßanfertigungen überspannen bis zu 5 m.

Wintergarten: Licht dosieren statt verdunkeln

Im Wintergarten ist der Schatten der Module oft ausdrücklich erwünscht, weil er den sommerlichen Hitzestau dämpft; 20 % Lichtdurchlass wirken wie ein fest eingebauter Sonnenschutz. Die Überkopf-abZ der Module ist nicht auf Terrassen beschränkt; ob die Konstruktion Ihres Wintergartendachs die Bedingungen des Bescheids zu Lagerung, Neigung und Spannweite erfüllt, prüft der Fachbetrieb. Was bei Planung, Statik und Ertrag zu beachten ist, steht im Ratgeber Photovoltaik auf dem Wintergarten.

Carport und Parkdeck: robust vor repräsentativ

Referenzprojekte arbeiten hier mit rund 28 % Transparenz, Ladeparks auch mit 16 %. Ob sich das gegen ein opakes Carportdach mit knapp 200 Wp/m² rechnet, hängt vor allem davon ab, wie hell es unter dem Dach sein soll. Kostenrahmen und Fördermöglichkeiten liefert der Beitrag Solarcarport: Kosten und Förderung.

Fassade und Fenster: die Domäne des Dünnschicht-Glases

Senkrechte Flächen bekommen weniger Direktstrahlung, dafür viel Diffuslicht, und genau dort spielt amorphes Solarglas seine Stärke aus. Als Isolierglas ersetzt PV-Glas ein ohnehin teures Bauteil und filtert UV-Strahlung gleich mit. Zahlen zu senkrechten Anlagen finden Sie unter Photovoltaik-Fassade: Kosten pro m². Wichtig: Als absturzsichernde Verglasung, etwa für Balkonbrüstungen, ist derzeit kein einziges PV-Modul allgemein zugelassen; solche Projekte laufen über eine Lösung im Einzelfall mit der Bauaufsicht.

Gewächshaus: Zulassung vorhanden, Lichtfrage offen

Mit der DMEGC Greenhouse Series existiert seit Juli 2025 ein Serienmodul mit deutscher Überkopf-abZ speziell für Gewächshäuser. Die Elektrotechnik ist damit geklärt, die gärtnerische Frage nicht: Wie viel Restlicht Ihre Kulturen brauchen, entscheidet über den sinnvollen Belegungsgrad der Dachfläche.

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Zulassung und Statik: Was über Kopf hängt, braucht Papiere

Sobald sich Menschen unter dem Modul aufhalten können, gilt es baurechtlich als Überkopfverglasung nach DIN 18008. Standard-Aufdachmodule haben dafür keine Freigabe. Zulässig sind Module mit allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung (abZ) oder im Einzelfall genehmigte Konstruktionen. Das DIBt-Verzeichnis für Glas im Bauwesen führt aktuell exakt 25 abZ für PV-Module als Überkopfverglasung, von Z-70.3-199 (Solarwatt) bis Z-70.3-322 (Solar Fabrik), Stand: 11. August 2026.

Die zugelassenen Produkte unterscheiden sich im Glasaufbau: Premium Solarglas setzt auf klassisches VSG mit PVB-Folie, Solarwatt auf Glas-Glas mit teilvorgespanntem Floatglas und transparenter Polymerverkapselung. Für die Statik zählen die geprüften Lasten. Das Vision 36M glass trägt Auflasten bis 5.400 Pa (Testlast 8.100 Pa) und Soglasten bis 2.400 Pa, das opake construct-Modul sogar 8.100 Pa Auflast, die PS-Serie 6.000 Pa. Mit rund 22,7 kg/m² wiegen die Terrassendachmodule etwa so viel wie eine 8 bis 10 mm dicke VSG-Scheibe; Unterkonstruktion und Sparren müssen das Gewicht plus Schnee- und Windlasten Ihrer Region tragen.

Zwei Punkte gehen in Angeboten gern unter. Erstens deckt die abZ nur das Modul ab, nicht Ihre komplette Konstruktion; die Statik des Dachs bleibt Aufgabe des Fachbetriebs oder Statikers. Zweitens gilt die Zulassung ausschließlich über Kopf, für absturzsichernde Einbauten ist die Liste leer.

Wann normale Module plus Lichtband die bessere Wahl sind

Die nüchterne Rechnung: Das transparente Modul kostet mit 1,00–1,60 €/Wp allein schon so viel wie eine komplette Standard-Aufdachanlage inklusive Montage (900–1.500 €/kWp entsprechen 0,90–1,50 €/Wp). Dazu liefert es pro Quadratmeter weniger Leistung, ca. 173 statt 200–240 Wp. Wer primär günstigen Solarstrom will und ein freies Hausdach hat, belegt deshalb zuerst das Dach.

Auch für das Terrassendach selbst gibt es eine oft übersehene Alternative: opake Überkopfmodule mit knapp 200 Wp/m² auf dem Großteil der Fläche, kombiniert mit einem echten Klarglasfeld genau dort, wo Sie Licht wollen, etwa über dem Sitzplatz. So holen Sie mehr Strom und mehr Licht aus derselben Fläche, statt überall beides nur zur Hälfte zu bekommen.

Transparente Module spielen ihre Stärke aus, wenn drei Bedingungen zusammenkommen:

  • Es würde ohnehin Glas verbaut, etwa beim Neubau von Terrassendach, Wintergarten oder Fassadenfeld. Dann zählt nur der Aufpreis gegenüber Verbundsicherheitsglas, nicht der volle Modulpreis.
  • Gefiltertes Licht unter der Fläche ist ausdrücklich erwünscht, als eingebauter, wartungsfreier Sonnenschutz.
  • Die Optik einer durchgängigen Glasfläche ohne aufgesetzte Technik ist Ihnen den Minderertrag wert.

Fehlt eine dieser Bedingungen, fahren Sie mit Standardmodulen fast immer besser.

Häufige Fragen (FAQ)

Gibt es komplett durchsichtige Solarmodule wie normales Fensterglas?

Nein. Kristalline Zellen sind grundsätzlich opak, Licht kommt nur durch die Zwischenräume. Homogen getöntes Solarglas aus amorphem Silizium wirkt wie eine getönte Sonnenschutzverglasung und erreicht bis zu 30 % Lichttransmission, liefert dafür aber nur rund ein Drittel der kristallinen Leistung. Klare Fenster mit relevanter Solarleistung sind Stand 2026 Forschung, kein kaufbares Serienprodukt mit deutscher Zulassung.

Wie viel Leistung kostet die Transparenz konkret?

Als Faustregel geht jeder Prozentpunkt lichtdurchlässiger Fläche ungefähr eins zu eins von der aktiven Zellfläche ab. Belegt ist das Zahlenpaar von Solarwatt: 7,4 % transparente Fläche ergeben rund 198 Wp/m², 20 % noch ca. 173 Wp/m². Fachhändler-Listungen mit 27–38 % Lichtdurchlass liegen bei 138–163 Wp/m², opake Standardmodule bei 200–240 Wp/m².

Was kostet ein transparentes Solarmodul pro Quadratmeter?

Als Einordnung gelten 1,00–1,60 €/Wp nur für das Modul, bei ca. 173 Wp/m² also grob 170–280 €/m². Ein belegtes Händler-Einzelstück mit 325 Wp lag bei 255 € brutto, rund 150 €/m², allerdings mit nur rund 10 % Lichtdurchlass. Projektpreise gibt es fast nur auf Anfrage, und Unterkonstruktion, Elektrik sowie Montage kommen noch dazu.

Warum veröffentlichen Hersteller kaum Preise für Solarglas?

Transparente Module sind überwiegend Maßanfertigungen mit projektabhängigen Formaten, Glasaufbauten und Stückzahlen. Solarwatt, ertex solar und Premium Solarglas kalkulieren deshalb je Projekt, und selbst Fachhändler zeigen Preise teils erst nach Anmeldung oder ab Mindestmengen, ein Schweizer Großhändler etwa ab 10 Stück. Holen Sie darum immer mehrere schriftliche Angebote mit identischen Eckdaten ein.

Welche Zulassung brauchen Solarmodule über Kopf?

Über Aufenthaltsbereichen gelten Module als Überkopfverglasung nach DIN 18008 und brauchen eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ) oder eine Einzelfallentscheidung der Bauaufsicht. Das DIBt listet aktuell exakt 25 solcher abZ für PV-Module (Stand: 11. August 2026). Achten Sie im Angebot auf die konkrete Zulassungsnummer, etwa Z-70.3-199 bei Solarwatt oder Z-70.3-255 bei Premium Solarglas.

Sind transparente Solarmodule auch bifazial erhältlich?

Ja. Premium Solarglas bietet die PS-Serie optional bifazial mit rund 80 % Rückseitenleistung an; laut Hersteller sind bis zu 30 % Mehrertrag möglich, etwa über hellen Terrassenböden. Auch das opake Überkopfmodul von Solarwatt nutzt bifaziale Zellen. Rechnen Sie den Aufpreis immer gegen den realen Reflexionsgewinn an Ihrem Standort.

Eignen sich semitransparente Module als Gewächshausdach?

Technisch ja: Mit der DMEGC Greenhouse Series existiert ein Serienmodul mit deutscher Überkopf-abZ speziell für Gewächshäuser. Entscheidend ist die Lichtfrage, denn unter dem Modul kommt je nach Typ nur ein Bruchteil des Tageslichts an. Klären Sie mit gärtnerischem Fachwissen, welche Kulturen das vertragen, bevor Sie die Dachfläche belegen.

Bekomme ich für Strom vom Solar-Terrassendach die Einspeisevergütung?

Ja, es gelten dieselben EEG-Sätze wie für Dachanlagen. Für Inbetriebnahmen vom 01.08.2026 bis 31.01.2027 gibt es bei Teileinspeisung 7,70 ct/kWh bis 10 kWp, bei Volleinspeisung 12,22 ct/kWh. Wirtschaftlich attraktiver ist fast immer der Eigenverbrauch, gerade bei den kleinen Leistungen eines Terrassendachs.

Nächster Schritt: Erst das Gebäude rechnen, dann das Glas bestellen

Ob transparente Module Ihr Projekt tragen oder ein Standarddach mit Lichtband die klügere Lösung ist, entscheidet sich selten am Datenblatt allein, sondern am Zusammenspiel von Dachflächen, Verschattung, Verbrauch und geplanten Sanierungsschritten. Eine digitale Gebäudeanalyse wie die von reduco zeigt vorab, wie viel Photovoltaik Ihr Gebäude insgesamt hergibt und welche Flächen den besten Ertrag je investiertem Euro liefern. Damit gehen Sie mit konkreten Zahlen ins Angebotsgespräch, statt mit einer Wunschliste.

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