Reduco
Ratgeber15 Min. Lesezeit

Photovoltaik Flachdach 2026: Aufständerung, Kosten & Ertrag

PV aufs Flachdach 2026: Aufständerung 10–20°, Ballast statt Bohren, 1.200–1.800 €/kWp. So planen Sie Ost-West für 15–18 kWp pro 100 m².

Aufgeständerte Photovoltaik-Module in Ost-West-Ausrichtung auf einem Flachdach

Das Wichtigste in Kürze

  • Aufständerung kostet Aufpreis: Die Montage schlägt auf dem Flachdach mit rund 212 €/kWp zu Buche gegenüber ca. 141 €/kWp auf dem Schrägdach – also etwa 50 % teurer. Eine schlüsselfertige 10-kWp-Flachdachanlage liegt 2026 typisch bei 1.200–1.800 €/kWp (13.000–19.000 € mit Ballastsystem).
  • Flacher Neigungswinkel: Optimal sind 10–15° bei Süd bzw. nur ~10° bei Ost-West – deutlich flacher als das theoretische Süd-Optimum von 30–35°, um Eigenverschattung und Reihenabstand klein zu halten (Faustregel: Reihenabstand = 3 × Aufbauhöhe).
  • Ost-West packt mehr aufs Dach: Ost-West flach (10–15°) erreicht rund 85–90 % des Süd-Ertrags pro kWp, lässt aber ca. 50 % mehr Leistung auf dieselbe Fläche packen (15–18 statt 10–12 kWp pro 100 m²) und hebt den Eigenverbrauch auf ~35–42 %.
  • Zusatzlast prüfen: Eine ballastierte Anlage bringt meist 20–35 kg/m² aufs Dach (Module ~10–11 kg/m², Unterkonstruktion 1,4–3,0 kg/m², Ballast 6–19 kg/m²) – die Dachstatik muss diese Reserve nachweislich tragen.
  • Ballast statt Bohren: Betonplatten oder Kies halten die Module ohne Dachdurchdringung und schonen die Bitumen-/Kunststoffabdichtung; verschraubte Systeme halten höhere Windlasten, brauchen aber fachgerecht abgedichtete Durchdringungen.
  • Steuer & Vergütung 2026: PV bleibt beim 0 % Mehrwertsteuer (Nullsteuersatz § 12 Abs. 3 UStG) bis 30 kWp; die Teileinspeisevergütung bis 10 kWp liegt seit 1.2.2026 bei 7,78 ct/kWh (ab 1.8.2026 voraussichtlich 7,71 ct/kWh).

Was kostet eine Solaranlage inklusive Montage?

Erhalten Sie kostenlos und unverbindlich bis zu 5 Angebote von geprüften Fachbetrieben aus Ihrer Region.

100 % kostenlos & unverbindlich · In 2 Minuten angefragt

Ein Flachdach ist für Photovoltaik ein Glücksfall – und eine eigene Baustelle zugleich. Anders als auf dem Schrägdach liegen die Module nicht einfach parallel zur Dachfläche, sondern werden aufgeständert: auf ein Gestell gesetzt, das Neigung und Ausrichtung frei bestimmt. Das kostet Aufpreis (im Schnitt 212 €/kWp Montage statt 141 €/kWp auf dem Schrägdach), eröffnet aber eine Freiheit, die kein Ziegeldach bietet – Sie wählen selbst, ob Sie auf maximalen Ertrag pro Modul (Süd) oder auf maximale Flächenausnutzung und hohen Eigenverbrauch (Ost-West) optimieren. Wie viele Kilowattpeak am Ende sinnvoll sind, klären Sie in der Dimensionierung Ihrer PV-Anlage; wie viel eine flache Ost-West-Belegung wirtschaftlich bringt, zeigt der Ratgeber zur Ost-West-Ausrichtung. Eine erste, unverbindliche Ertrags- und Wirtschaftlichkeitsschätzung für Ihr konkretes Dach liefert Ihnen in wenigen Minuten der Photovoltaik-Rechner.

Dieser Ratgeber bleibt bewusst beim Flachdach-Spezifikum: Aufständerung, Neigungswinkel, Ballastierung gegen Durchbohren, Dachstatik, Zusatzlast und Abdichtung. Für allgemeine Montagegrundlagen verweise ich auf den Beitrag Solar aufs Dach: Montage und Voraussetzungen, für die reine Kostenstaffelung nach Anlagengröße auf den kWp-Kostenüberblick.

Kosten auf einen Blick: Was das Flachdach mehr kostet

Die wichtigste Zahl zuerst, weil sie oft für Verwirrung sorgt: Eine Flachdachanlage ist nicht doppelt so teuer wie eine Schrägdachanlage – der Aufpreis konzentriert sich auf die Montage und Unterkonstruktion.

Position Schrägdach Flachdach Kommentar
Montagesystem / Aufständerung ca. 141 €/kWp ca. 212 €/kWp rund 50 % teurer, Systemkosten 200–400 €/kWp
Module + Wechselrichter gleich gleich vom Dachtyp unabhängig
Schlüsselfertig gesamt 1.100–1.600 €/kWp 1.200–1.800 €/kWp Aufpreis 15–25 %
10-kWp-Anlage komplett 12.000–16.000 € 13.000–19.000 € inkl. Ballastsystem

Der Montageaufpreis von rund 50 % gegenüber dem Schrägdach klingt viel, relativiert sich aber: Bezogen auf die Gesamtanlage bleibt der Aufschlag bei 15–25 %, weil Module und Wechselrichter – der größte Kostenblock – identisch bleiben. Und ein Teil davon fließt zurück: Auf dem Flachdach wählen Sie die Ausrichtung frei, was bei Ost-West den Eigenverbrauch hebt und damit die Wirtschaftlichkeit verbessert. Wer die reinen Montagekosten im Detail vergleichen will, findet die Aufschlüsselung im Ratgeber PV-Montage: Kosten und Ablauf.

Ein wichtiger Rechenposten fällt 2026 weg: Für Anlagen bis 30 kWp gilt weiterhin der Nullsteuersatz nach § 12 Abs. 3 UStG – 0 % Mehrwertsteuer auf Lieferung und Installation. Bei einer 20.000-€-Anlage sparen Sie so rund 3.800 €. Details dazu im Beitrag zur PV-Steuer 2026.

Aufständerung: das Herzstück der Flachdach-PV

Kostenloser Gebäudecheck

Lohnt sich Solar auf Ihrem Dach?

Berechnen Sie kostenlos Anlagengröße, Ertrag, Autarkie und Amortisation – auf Basis von PVGIS-Daten für Ihr Dach, ohne Anmeldung.

Photovoltaik-Rechner starten →

Auf dem Flachdach entscheidet die Aufständerung über Ertrag, Statik und Abdichtung gleichermaßen. Drei Größen legen Sie hier fest: Ausrichtung, Neigungswinkel und Befestigungsart.

Süd oder Ost-West – die grundsätzliche Weichenstellung

Auf dem Schrägdach gibt das Dach die Ausrichtung vor. Auf dem Flachdach wählen Sie frei – und die Entscheidung ist überraschend folgenreich.

Süd-Aufständerung richtet alle Module nach Süden aus und zielt auf den maximalen Ertrag pro Modul. Der Haken: Zwischen den nach Süden geneigten Reihen muss ein großzügiger Abstand liegen, damit die vordere Reihe die hintere nicht verschattet. Auf dem Flachdach bleibt dadurch viel Fläche ungenutzt – Sie bekommen typisch nur 10–12 kWp pro 100 m² unter.

Ost-West-Aufständerung setzt die Module im flachen Zeltdach-Prinzip Rücken an Rücken – eine Reihe nach Osten, eine nach Westen geneigt. Weil die Module flach liegen und sich gegenseitig weniger verschatten, passt deutlich mehr Leistung aufs Dach: 15–18 kWp pro 100 m², also bis zu 50 % mehr Kapazität. Pro Kilowattpeak liefert Ost-West flach rund 85–90 % des Süd-Ertrags, dafür verteilt sich die Erzeugung gleichmäßiger über den Tag (Morgen-Ost, Abend-West) und hebt den Eigenverbrauch auf 35–42 %. Die wirtschaftliche Detailrechnung dazu steht im Ratgeber Photovoltaik Ost-West-Ausrichtung.

Kriterium Süd (aufgeständert) Ost-West (aufgeständert)
Neigungswinkel 10–15° ~10°
Ertrag pro kWp 100 % (Referenz) 85–90 %
Leistung pro 100 m² 10–12 kWp 15–18 kWp
Eigenverbrauch eher niedriger, Mittagsspitze 35–42 %, gleichmäßiger
Ideal bei knapper Dachfläche, Einspeise-Fokus großer Fläche, Eigenverbrauch-Fokus

Faustregel: Ist die Dachfläche knapp und zählt der maximale Ertrag pro Modul, bleibt Süd sinnvoll. Ist Fläche reichlich vorhanden und wollen Sie möglichst viel Solarstrom selbst verbrauchen, ist Ost-West auf dem Flachdach fast immer die bessere Wahl.

Der optimale Neigungswinkel: flacher, als man denkt

Intuitiv würde man die Module steil stellen – das theoretische Ertragsoptimum in Deutschland liegt bei 30–35° Neigung nach Süden. Auf dem Flachdach ist das aber meist der falsche Weg. Je steiler die Aufständerung, desto größer die Aufbauhöhe – und desto mehr Reihenabstand braucht es gegen die gegenseitige Verschattung. Steile Module fressen also Fläche.

Deshalb setzt man auf dem Flachdach flach an: 10–15° bei Süd, rund 10° bei Ost-West. Der Ertragsverlust hält sich in Grenzen – bei einer Neigung zwischen 0 und 20° werden noch etwa 90 % des Maximalertrags erreicht. Der Gewinn an belegbarer Fläche überwiegt diesen kleinen Verlust deutlich. Ein weiterer Vorteil flacher Winkel: geringere Windlast und damit weniger Ballast.

Reihenabstand: die Faustregel gegen Eigenverschattung

Wie viel Abstand die Modulreihen brauchen, lässt sich einfach abschätzen. Es gilt die Faustregel Reihenabstand = 3 × Aufbauhöhe, wobei sich die Aufbauhöhe H aus Modullänge L × Sinus des Neigungswinkels α ergibt:

RA = 3 × (L × sin α)

Ein Rechenbeispiel: Ein modernes Modul ist knapp 1,80 m lang. Bei 12° Neigung beträgt die Aufbauhöhe rund 0,37 m, der empfohlene Reihenabstand also etwa 1,1 m von Reihenmitte zu Reihenmitte – bezogen auf die reine Lücke zwischen den Reihen sind es je nach Rechenweise rund 70 cm. Bei 30° wäre die Aufbauhöhe mehr als doppelt so groß, der Abstand entsprechend größer – und die belegbare Fläche schrumpft. Genau deshalb ist die flache Aufständerung auf dem Flachdach so verbreitet.

Ballastierung oder Durchdringung: Befestigung ohne Leck

Die heikelste Frage auf dem Flachdach lautet: Wie hält das Gestell, ohne dass es in die Abdichtung schneidet? Es gibt zwei grundsätzliche Wege.

Ballastierte Systeme – ohne Dachdurchdringung

Bei der ballastierten Montage steht das Aufständerungssystem lose auf dem Dach und wird allein durch Gewicht gegen Wind gesichert – meist mit Betonplatten oder Kies. Der große Vorteil: Es wird nicht in die Dachhaut gebohrt. Die Bitumen- oder Kunststoffabdichtung bleibt unversehrt, es gibt keine potenziellen Leckstellen, und Gewährleistungsfragen mit dem Dachdecker entfallen weitgehend. Für die meisten intakten Flachdächer ist Ballastierung die bevorzugte Lösung.

Wie viel Ballast nötig ist, hängt stark von der Windlast ab – dem eigentlichen Treiber der Gewichtsfrage. Windzone, Dach- und Attikahöhe, Neigung und die Beschaffenheit der Dachhaut spielen hinein; im Norden kann die Windangriffsfläche bis rund 85 kg/m² erreichen. Wichtig: An Rändern und Ecken des Dachs greift der Wind stärker an – dort wird mehr Ballast gefordert als in der Dachmitte. Ein seriöser Fachbetrieb weist die Ballastverteilung rechnerisch nach, statt pauschal zu beschweren.

Verschraubte Systeme – für hohe Windlasten

Verschraubte Systeme werden fest mit der Dachkonstruktion verbunden. Sie halten höhere Windlasten und kommen mit weniger Zusatzgewicht aus – wichtig bei statisch knappen Dächern. Der Preis dafür: Jede Verschraubung ist eine Durchdringung der Dachhaut, die fachgerecht abgedichtet werden muss. Diese Arbeit gehört zwingend in die Hand eines Dachdeckers, nicht des Solarteurs allein – sonst drohen Undichtigkeiten und Streit über die Gewährleistung. Verschraubte Lösungen sind daher eher die Ausnahme: bei sehr exponierten Lagen, hohen Gebäuden oder wenn die Statik keinen Ballast verträgt.

Merkmal Ballastiert Verschraubt
Dachdurchdringung keine ja, muss abgedichtet werden
Zusatzgewicht höher (Ballast 6–19 kg/m²) geringer
Windlast-Reserve begrenzt hoch
Abdichtungsrisiko minimal vorhanden (Dachdecker nötig)
Typischer Einsatz Standardfall, intakte Dächer exponierte/hohe Gebäude, knappe Statik

Dachstatik und Zusatzlast: die kritische Prüfung

Bevor irgendein Modul aufs Dach kommt, muss eine Frage beantwortet sein: Trägt das Dach die zusätzliche Last überhaupt? Das ist beim Flachdach heikler als beim Schrägdach, weil hier zusätzlich Schneelasten flächig liegen bleiben und der Ballast dazukommt.

Eine ballastierte Flachdachanlage bringt meist 20–35 kg/m² zusätzliche Flächenlast aufs Dach. Die setzt sich so zusammen:

Komponente Flächenlast
Module ~10–11 kg/m²
Unterkonstruktion 1,4–3,0 kg/m²
Ballast (Beton/Kies) 6–19 kg/m²
Summe ca. 20–35 kg/m²

Diese Reserve muss die Dachstatik nachweislich tragen – zusätzlich zu Schnee- und Windlasten. Bei Neubauten liegen die Statikunterlagen meist vor; bei älteren Gebäuden oder unklarer Datenlage sollte ein Statiker oder der Fachbetrieb die Tragfähigkeit prüfen oder neu berechnen. Wird gespart und die Reserve fehlt, drohen im schlimmsten Fall Verformungen der Dachkonstruktion. Diese Prüfung ist kein bürokratischer Selbstzweck, sondern die Grundlage jeder seriösen Flachdach-Planung.

Was kostet eine Solaranlage inklusive Montage?

Erhalten Sie kostenlos und unverbindlich bis zu 5 Angebote von geprüften Fachbetrieben aus Ihrer Region.

Jetzt Preise vergleichen

100 % kostenlos & unverbindlich · In 2 Minuten angefragt

Abdichtung und Bitumen: das Dach muss die Anlage überleben

Die Photovoltaikanlage steht 20 Jahre und länger auf Ihrem Dach – entsprechend wichtig ist der Zustand der darunterliegenden Abdichtung. Zwei Punkte sind entscheidend.

Zustand vor der Montage. Die Bitumen- oder Kunststoffbahn muss intakt und nicht am Ende ihrer Lebensdauer sein. Eine PV-Anlage über einer alten, bald sanierungsreifen Abdichtung ist ein teurer Fehler: Ein späterer Rückbau der Module, um die Dachhaut zu erneuern, ist aufwändig und kostspielig. Ist die Abdichtung in die Jahre gekommen, lohnt es sich fast immer, sie vor der Installation zu sanieren – auch wenn das die Anfangsinvestition erhöht.

Schutz während des Betriebs. Unter den ballastierten Füßen werden Bautenschutzmatten verlegt. Sie verteilen die Punktlast der Gestellfüße, verhindern das Durchdrücken der Ballaststeine in weiche Bitumenbahnen und schützen die Abdichtung vor Scheuern durch minimale thermische Bewegungen des Gestells. Bei verschraubten Systemen kommt es zusätzlich auf die fachgerechte Abdichtung jeder einzelnen Durchdringung an – hier trennt sich seriöse von nachlässiger Arbeit.

Ertrag: Was Ihr Flachdach realistisch liefert

Der spezifische Ertrag hängt in Deutschland vor allem von Standort und Ausrichtung ab. Im Bundesdurchschnitt liegt er bei rund 950–1.000 kWh/kWp pro Jahr – im Norden eher bei 900, im sonnenreichen Süden bis über 1.160 kWh/kWp.

Für die Flachdach-Planung übersetzt sich das so:

  • Süd, flach aufgeständert (10–15°): nahe am Standort-Optimum, rund 950–1.000 kWh/kWp (bundesweit).
  • Ost-West, flach (10°): rund 85–90 % davon pro kWp, also etwa 810–900 kWh/kWp – dafür deutlich mehr installierte Leistung pro Fläche.

Ein Beispiel für 100 m² nutzbare Dachfläche:

  • Süd: 11 kWp × ~975 kWh/kWp ≈ 10.700 kWh/Jahr
  • Ost-West: 16 kWp × ~870 kWh/kWp ≈ 13.900 kWh/Jahr

Die Ost-West-Belegung erzeugt in diesem Rechenbeispiel absolut mehr Strom – bei besserem Eigenverbrauchsprofil. Das ist der Grund, warum Ost-West auf großen Flachdächern so oft gewinnt. Eine belastbare Ertrags- und Eigenverbrauchsschätzung für Ihr eigenes Dach – inklusive Ausrichtung und Verschattung – bekommen Sie unkompliziert über den Photovoltaik-Rechner.

Einspeisevergütung 2026: Was der Reststrom bringt

Was Sie nicht selbst verbrauchen, speisen Sie ein. Die Sätze werden bei Inbetriebnahme für 20 Jahre festgeschrieben. Seit dem 1.2.2026 gilt für Teileinspeiser bis 10 kWp eine Vergütung von 7,78 ct/kWh; zum 1.8.2026 sinkt sie voraussichtlich auf 7,71 ct/kWh. Volleinspeiser erhalten mehr (rund 12,34 ct/kWh), verzichten dafür aber auf den Eigenverbrauch.

Für die meisten Ein- und Zweifamilienhäuser rechnet sich die Teileinspeisung mit hohem Eigenverbrauch besser als die Volleinspeisung – und genau hier spielt die Ost-West-Ausrichtung ihre Stärke aus, weil sie das Eigenverbrauchsprofil verbreitert. Die aktuellen Sätze und den Absenkungsmechanismus finden Sie im Detail im Ratgeber Einspeisevergütung 2026.

Wovon ich abrate

Ein paar Fehler sehe ich beim Flachdach immer wieder – sie kosten entweder Geld oder das Dach:

  • Steil aufständern, um Ertrag zu maximieren. Auf dem Flachdach kostet Steilheit Fläche. Wer 30° wählt, verschenkt oft mehr durch Reihenabstand, als er pro Modul gewinnt. Flach (10–15°) ist fast immer wirtschaftlicher.
  • Ballast pauschal verteilen. Ballast gehört gerechnet, nicht geschätzt. An Rändern und Ecken braucht es mehr, in der Mitte weniger. Pauschale Beschwerung ist entweder unsicher (zu wenig am Rand) oder überlastet unnötig die Statik.
  • Selbst ins Bitumen bohren. Verschraubte Durchdringungen ohne fachgerechte Dachdecker-Abdichtung sind die häufigste Ursache für spätere Undichtigkeiten. Wenn verschraubt werden muss, dann vom Fachbetrieb mit Dachdecker.
  • Über eine alte Abdichtung montieren. Eine PV-Anlage konserviert das Problem für 20 Jahre. Ist die Bitumenbahn am Ende, erst sanieren, dann montieren.
  • Die Statik überspringen. Ohne Tragfähigkeitsnachweis keine Montage. Das ist nicht verhandelbar.

Wer diese Punkte beachtet, für den ist das Flachdach eine der dankbarsten PV-Flächen überhaupt – mit einer Ausrichtungsfreiheit, die kein Schrägdach bietet.

Häufige Fragen (FAQ)

Welcher Neigungswinkel ist auf dem Flachdach optimal?

Auf dem Flachdach werden Module flach aufgeständert: bei Süd-Ausrichtung meist 10–15°, bei Ost-West rund 10°. Das theoretische Ertragsoptimum liegt zwar bei 30–35°, doch flachere Winkel reduzieren die Eigenverschattung und den nötigen Reihenabstand – so passt mehr Leistung aufs Dach. Bei 0–20° werden noch etwa 90 % des Maximalertrags erreicht.

Ost-West oder Süd auf dem Flachdach – was bringt mehr?

Pro kWp liefert eine flache Ost-West-Anlage (10–15°) rund 85–90 % des Süd-Ertrags. Dafür lässt sich die Fläche dichter belegen: statt etwa 10–12 kWp passen rund 15–18 kWp pro 100 m² aufs Dach, weil der Reihenabstand kleiner ist. Ost-West erzeugt zudem gleichmäßiger über den Tag und hebt den Eigenverbrauch auf 35–42 %. Süd bleibt sinnvoll, wenn die Dachfläche knapp ist und maximaler Ertrag pro Modul zählt.

Was kostet eine PV-Anlage auf dem Flachdach 2026?

Eine schlüsselfertige Flachdachanlage liegt 2026 typisch bei 1.200–1.800 €/kWp, eine 10-kWp-Anlage mit Ballastsystem also bei rund 13.000–19.000 €. Das Montagesystem allein kostet 200–400 €/kWp – im Schnitt etwa 212 €/kWp gegenüber ca. 141 €/kWp auf dem Schrägdach. Der Aufpreis von 15–25 % wird teils durch die freie Ausrichtungswahl und den höheren Eigenverbrauch ausgeglichen.

Muss ich mein Flachdach durchbohren oder reicht Ballast?

In den meisten Fällen reicht Ballast: Betonplatten oder Kies halten die aufgeständerten Module allein durch ihr Gewicht, ganz ohne Dachdurchdringung. Das schont Bitumen- und Kunststoffabdichtungen und ist bei empfindlichen Dachhäuten die bevorzugte Lösung. Verschraubte Systeme sichern höhere Windlasten, erfordern aber fachgerecht abgedichtete Durchdringungen – diese sollte ein Dachdecker ausführen, um Undichtigkeiten und Gewährleistungsprobleme zu vermeiden.

Wie viel Zusatzlast bringt eine Flachdach-PV-Anlage aufs Dach?

Eine ballastierte Anlage bringt meist 20–35 kg/m² zusätzliche Flächenlast: Module rund 10–11 kg/m², Unterkonstruktion 1,4–3,0 kg/m² und Ballast 6–19 kg/m². Die genaue Ballastmenge hängt von Windzone, Dach- und Attikahöhe, Neigung und Dachhaut ab; an Rändern und Ecken wird mehr Gewicht gefordert. Vor der Montage sollte die Tragfähigkeit über die Statikunterlagen geprüft oder neu berechnet werden.

Wie groß muss der Reihenabstand zwischen den Modulreihen sein?

Als Faustregel gilt: Reihenabstand = 3 × Aufbauhöhe. Die Aufbauhöhe ergibt sich aus Modullänge × Sinus des Neigungswinkels. Bei 12° und einem knapp 1,80 m langen Modul sind das rund 70 cm Lücke zwischen den Reihen. Je steiler die Aufständerung, desto größer der nötige Abstand gegen gegenseitige Verschattung – ein weiterer Grund für flache Winkel auf dem Flachdach.

Muss die Dachabdichtung vor der PV-Montage erneuert werden?

Nicht zwingend, aber die Bitumen- oder Kunststoffbahn sollte intakt und nicht am Ende ihrer Lebensdauer sein, da die Anlage 20+ Jahre darauf steht. Unter ballastierten Füßen werden Bautenschutzmatten verlegt, um die Abdichtung vor Punktlast und Scheuern zu schützen. Ist die Abdichtung alt, lohnt es sich, sie vor der Installation zu sanieren – ein späterer Rückbau der Module ist aufwändig.

Lohnt sich Photovoltaik auf dem Flachdach überhaupt?

Ja: Das Flachdach erlaubt freie Ausrichtung und Neigung, was bei Ost-West einen hohen Eigenverbrauch und eine dichte Flächenbelegung ermöglicht. Bei durchschnittlich 950–1.000 kWh/kWp Jahresertrag in Deutschland, 0 % Mehrwertsteuer bis 30 kWp und einer Teileinspeisevergütung von 7,78 ct/kWh (Stand 2026) amortisiert sich eine gut geplante Anlage meist in rund 10–14 Jahren. Der Montageaufpreis gegenüber dem Schrägdach wird durch die Ausrichtungsfreiheit teilweise ausgeglichen.

Nächster Schritt: Was Ihr Flachdach wirklich hergibt

Ob sich für Ihr Flachdach eher eine flache Ost-West-Belegung mit hohem Eigenverbrauch oder eine klassische Süd-Ausrichtung lohnt, hängt von Dachgröße, Statik, Windzone, Verschattung und Ihrem Stromverbrauchsprofil ab – pauschale Empfehlungen ersetzen keine gebäudespezifische Rechnung. Einen schnellen, unverbindlichen Einstieg bietet der Photovoltaik-Rechner: Er schätzt Ertrag, Eigenverbrauch und Wirtschaftlichkeit für Ihr Dach in wenigen Minuten. Wer tiefer einsteigen will, analysiert mit der kostenlosen Gebäudeanalyse von reduco das gesamte Gebäude datenbasiert – inklusive Dimensionierung, Wirtschaftlichkeit und passender Ausrichtung für Ihr konkretes Flachdach.

photovoltaiksolarflachdachaufständerungertrag

Angebot für Ihre Solaranlage erhalten

Erhalten Sie kostenlos und unverbindlich Angebote für Ihre PV-Anlage von geprüften Fachbetrieben.

  • 100 % kostenlos & unverbindlich
  • Bis zu 5 Angebote von geprüften Fachbetrieben aus Ihrer Region
  • Durch Vergleich bis zu 30 % sparen

Lieber erst selbst rechnen? Lohnt sich Solar auf Ihrem Dach?

Photovoltaik-Rechner starten

Kostenlose Gebäudechecks

Datenbasiert für Ihr Gebäude – kostenlos und ohne Anmeldung.

Verwandte Artikel