Solardachziegel 2026: Kosten, Anbieter & wann sie sich lohnen
Solardachziegel kosten 2026 ca. 400 €/m² bzw. rund 3.333 €/kWp – das Doppelte einer Aufdach-Anlage. Alle Anbieter, Wirkungsgrad und für wen sie sich lohnen.

Das Wichtigste in Kürze
- Preis pro Fläche und Leistung: Solardachziegel kosten beim Marktführer Autarq rund 400 €/m² Dachfläche und damit etwa 3.333 €/kWp brutto – gegenüber einer Standard-Eindeckung von ca. 250 €/m².
- Rund das Doppelte einer Aufdach-Anlage: Aufdach-Photovoltaik liegt 2026 bei etwa 970–1.200 €/kWp; integrierte Indach- und Solardachziegel-Systeme kosten je nach Vergleichsbasis 30–60 % mehr bis hin zu rund dem Doppelten pro kWp.
- Mehr Dachfläche nötig: Kleinformatige Solardachziegel liefern nur etwa 120 Wp/m² (Autarq), Standardmodule dagegen 200–220 Wp/m² – Sie brauchen also deutlich mehr Dachfläche für dieselbe Leistung.
- Geringerer Wirkungsgrad: Der Modulwirkungsgrad kleinformatiger Solardachziegel liegt bei ca. 10–13 %, moderne monokristalline Standardmodule erreichen 20–24 %.
- Lohnt sich vor allem im Sonderfall: Solardachziegel rechnen sich primär bei Neubau, ohnehin fälliger Dacheindeckung oder Denkmalschutz – im intakten Bestandsdach ist Aufdach fast immer die bessere Wahl.
- Förderung identisch: Es gilt dieselbe EEG-Einspeisevergütung wie für jede PV-Anlage – aktuell 7,78 ct/kWh bei Teileinspeisung; einen bauformbezogenen Bonus für Indach gibt es nicht.
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Solardachziegel – auch Solarziegel oder dachintegrierte Photovoltaik genannt – ersetzen die Dacheindeckung durch stromerzeugende Ziegel und verschmelzen optisch mit dem Dach. Der Reiz liegt in der Ästhetik: kein aufgesetztes Modulfeld, sondern eine homogene, fast unsichtbare Fläche. Der Preis dafür ist hoch. Mit rund 400 €/m² bzw. etwa 3.333 €/kWp brutto liegen sie deutlich über einer klassischen Aufdach-Anlage, die 2026 bei 970–1.200 €/kWp startet. Wer nur Strom produzieren will, fährt mit den klassischen Solardach-Kosten von 165 bis 550 €/m² oder den besten Standard-Solarmodulen mit bis zu 24,5 % Wirkungsgrad günstiger und ertragreicher.
Dieser Ratgeber behandelt ausschließlich integrierte Solardachziegel- und Indach-Systeme als Eindeckungsersatz – nicht die klassische Aufdach-PV. Wir zeigen ehrlich, wo der Aufpreis hingeht, warum der Ertrag pro Quadratmeter niedriger ausfällt und für wen sich die Investition trotzdem lohnt. Wenn ohnehin eine Neueindeckung ansteht, lohnt zusätzlich der Blick auf die Frage PV vor oder nach der Dachsanierung.
Solardachziegel vs. Aufdach-Standardmodul im Direktvergleich
Die folgende Tabelle ist der schnellste Einstieg. Sie stellt die kleinformatigen Solardachziegel der klassischen Aufdach-Anlage gegenüber und macht den Kern des Themas sichtbar: Solardachziegel kosten mehr, liefern pro Quadratmeter weniger und brauchen mehr Dachfläche – punkten aber bei Optik und Integration.
| Merkmal | Solardachziegel (Indach) | Aufdach-Standardmodul |
|---|---|---|
| Leistung pro m² Dachfläche | ca. 120 Wp/m² (Autarq), bis ca. 200 Wp/m² (Nelskamp) | ca. 200–220 Wp/m² Modulfläche |
| Modulwirkungsgrad | ca. 10–13 % (kleinformatig) | ca. 20–24 % |
| Preis pro kWp (brutto) | ca. 3.333 €/kWp (Autarq) | ca. 970–1.200 €/kWp |
| Preis pro m² | ca. 400 €/m² (vs. 250 € Standard-Eindeckung) | meist als €/kWp gerechnet |
| Hinterlüftung | gering (integriert, höhere Modultemperatur) | gut (belüfteter Spalt) |
| Optik | sehr homogen, fast unsichtbar | aufgesetztes Modulfeld sichtbar |
| Verdrahtung | viele Einzelziegel, mehr Verbindungen | wenige große Module |
| Beste Eignung | Neubau, Neueindeckung, Denkmalschutz | intaktes Bestandsdach, Kostenfokus |
Die Preisangaben pro Quadratmeter und Kilowatt-Peak stützen sich auf Herstellerdaten von Autarq; die Wirkungsgrad- und Flächenertragswerte stammen aus den aktuellen Fakten zur Photovoltaik in Deutschland des Fraunhofer ISE. Wer die reinen Modulkennzahlen vertiefen will, findet sie im kompletten Ratgeber zum PV-Anlage kaufen.
Was sind Solardachziegel? Indach gegen Aufdach
Photovoltaik auf dem Dach gibt es in zwei grundverschiedenen Bauformen. Bei der Aufdach-Anlage werden große Module auf einem Schienensystem über der bestehenden Eindeckung montiert. Das Dach bleibt unter den Modulen wasserführend; die Module sind nur Stromerzeuger. Diese Bauform ist die mit Abstand günstigste und ertragreichste.
Bei der dachintegrierten Photovoltaik (Indach) übernehmen die PV-Elemente selbst die Funktion der Eindeckung. Sie ersetzen also Ziegel oder Dachsteine und müssen das Dach gleichzeitig dicht halten und Strom erzeugen. Innerhalb der Indach-Welt unterscheidet man großflächige Indach-Module und die Solardachziegel im Einzelziegel-Format. Solardachziegel sind ein Spezialfall der gebäudeintegrierten Photovoltaik (BIPV): einzelne Ziegel mit kleinen Solarzellen, die wie normale Dachziegel verlegt werden.
Der entscheidende Unterschied: Eine Aufdach-Anlage ist eine reine Zusatzinvestition auf ein intaktes Dach. Solardachziegel dagegen sind nur dann wirtschaftlich sinnvoll, wenn die Eindeckung ohnehin neu gemacht wird – denn dann ersetzen die Ziegelkosten teilweise die ohnehin fälligen Eindeckungskosten. Genau diese Logik entscheidet über die Wirtschaftlichkeit, wie der Kostenabschnitt zeigt.
Technisch ist auch der Montageaufwand verschieden. Eine Aufdach-Anlage wird in der Regel an wenigen Tagen auf das fertige Dach geschraubt, ohne die Dachhaut zu öffnen. Solardachziegel sind dagegen Teil der Eindeckung selbst: Sie werden wie Ziegel verlegt, müssen exakt dicht schließen und erfordern Dachdecker- und Elektrofachwissen in einem Gewerk. Das verlängert die Bauzeit, erhöht den Koordinationsaufwand zwischen Dachdecker und Elektriker und schlägt sich in den höheren Systemkosten nieder. Auch deshalb ist die Bauform vor allem dann attraktiv, wenn ohnehin ein Dachdecker auf dem Dach ist.
Was kosten Solardachziegel? Preise pro m² und pro kWp
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Der wichtigste Trick beim Rechnen mit Solardachziegeln: Man darf nicht den vollen Bruttopreis mit einer Aufdach-Anlage vergleichen, sondern muss die eingesparten Eindeckungskosten gegenrechnen – aber nur, wenn das Dach ohnehin neu eingedeckt wird.
| Position | Wert (Autarq, Beispielwerte) |
|---|---|
| Preis Solardachziegel pro m² | ca. 400 €/m² |
| Standard-Eindeckung pro m² (entfällt) | ca. 250 €/m² |
| Brutto-Systempreis pro kWp | ca. 3.333 €/kWp |
| Netto-Mehrkosten nach Abzug Eindeckung | ca. 1.333 €/kWp |
| Beispiel-Komplettsystem (80 m², 9,6 kWp, inkl. Elektrik + Speicher) | knapp 40.000 € |
Laut Autarq-Magazin liegt der Quadratmeterpreis bei rund 400 €/m² gegenüber etwa 250 €/m² für eine konventionelle Eindeckung. Das ergibt brutto rund 3.333 €/kWp. Rechnet man die ohnehin fälligen Eindeckungskosten heraus, sinkt der reine PV-Mehrpreis auf etwa 1.333 €/kWp – ein Wert, der schon nah an einer Aufdach-Anlage liegt. Diese Rechnung trägt aber nur, wenn die Eindeckung tatsächlich ansteht.
Ein vom Hersteller genanntes Beispiel: ein Haus mit 80 m² belegter Fläche und 9,6 kWp inklusive Elektrik und Speicher kommt auf knapp 40.000 €. Zum Vergleich: Eine gleich große Aufdach-Anlage ohne Eindeckungsbezug liegt bei 9,6 kWp und 970–1.200 €/kWp bei etwa 9.300–11.500 € reinen Anlagenkosten (Speicher separat). Die Differenz zeigt den Optik- und Integrationsaufschlag deutlich. Wer ohnehin das Dach neu decken lassen muss – ab 85 €/m², sollte die Mehrkostenrechnung sauber gegenüberstellen.
Pauschal gilt: Aufdach-PV liegt 2026 bei rund 970–1.200 €/kWp (Schrägdach), Indach- und Solardachziegel-Systeme kosten je nach Vergleichsbasis 30–60 % mehr bis hin zu rund dem Doppelten pro kWp. Die früher kursierende Faustregel „dreimal so teuer" trifft in dieser Pauschalität nicht zu.
Wirkungsgrad und Ertrag: die ehrlichen Nachteile
Solardachziegel haben drei systembedingte Nachteile, die man kennen muss, bevor man sich für die Optik entscheidet.
Geringerer Wirkungsgrad. Kleinformatige Solardachziegel wie die von Autarq erreichen laut Fraunhofer ISE einen Modulwirkungsgrad von etwa 10–13 %. Moderne monokristalline Standardmodule liegen bei 20–24 %. Pro Quadratmeter Solarzellenfläche erzeugen die Ziegel also rund halb so viel Strom.
Mehr Dachfläche nötig. Eng damit verbunden ist der Flächenertrag: Standardmodule erreichen ca. 200–220 Wp/m² Modulfläche, kleinformatige Solardachziegel teils nur 120 Wp/m². Wer eine bestimmte Anlagenleistung will, braucht mit Solardachziegeln spürbar mehr Dachfläche. Auf kleinen Dächern kann das die gewünschte kWp-Zahl sogar verhindern.
Schlechtere Hinterlüftung. Aufdach-Module sitzen über einem belüfteten Spalt; Solardachziegel liegen direkt auf der Dachhaut. Die fehlende Kühlung erhöht die Modultemperatur, und höhere Temperaturen senken den Momentanertrag von Silizium-Solarzellen. Hinzu kommen mehr Einzelziegel und damit mehr Steckverbindungen – jede Verbindung ist eine potenzielle Fehlerquelle, und die Fehlersuche im großen Ziegelfeld ist aufwendiger.
Der Stromertrag selbst liegt am Standort Deutschland bei ca. 850–1.100 kWh pro kWp und Jahr je nach Ausrichtung – das gilt grundsätzlich für jede PV-Technik, doch die genannten Nachteile drücken den realen Ertrag von Solardachziegeln am unteren Rand dieser Spanne. Fazit: Wer maximalen Ertrag pro Euro will, ist mit Aufdach klar besser bedient.
Ein konkretes Rechenbeispiel verdeutlicht den Flächeneffekt. Auf einem Dach mit 40 m² nutzbarer Fläche bringen Standardmodule mit 200 Wp/m² rund 8 kWp unter; kleinformatige Solardachziegel mit 120 Wp/m² kommen auf derselben Fläche nur auf etwa 4,8 kWp. Wer dieselbe Leistung erreichen will, braucht also rund 67 Prozent mehr Dachfläche. Auf großen, ungestörten Dachflächen ist das verschmerzbar; auf kleinen, durch Gauben, Kamine und Dachfenster zerklüfteten Dächern kann es die gewünschte Anlagengröße schlicht unmöglich machen. Wichtig ist deshalb, schon in der Planung mit realistischen Flächenwerten zu rechnen und nicht mit der Bruttodachfläche.
Anbieter und Produkte: Autarq, Nelskamp, Tesla
Der Markt für Solardachziegel ist eine Nische mit wenigen Spezialisten. Wir nennen ausschließlich Produkt- und Modellfakten, keine Bewertung von Geschäftspraktiken.
| Produkt | Leistung/Ziegel | Wp/m² | Wirkungsgrad | Garantie |
|---|---|---|---|---|
| Autarq Solardachziegel | 10 Wp | ca. 120 Wp/m² | ca. 10–13 % (Modul) | 25 Jahre Leistung, ≥80 % Restleistung |
| Nelskamp G10 S PV | 121 Wp (XS: 55 Wp) | ca. 200 Wp/m² | 25,2 % (Zelle) | 10 Jahre Produkt, 25 Jahre 80 % |
| Tesla Solar Roof | – | – | – | 2026 faktisch eingestellt (Fokus TSP-420) |
Autarq. Der deutsche Anbieter setzt auf sehr kleine Ziegel mit je 10 Wp, rund 12 Ziegel pro m² und damit etwa 120 Wp/m² Dachfläche. Jeder Ziegel wiegt 700–800 g, die Zusatzlast gegenüber einer Standard-Eindeckung liegt bei ca. 10 kg/m². Autarq gibt 25 Jahre Leistungsgarantie mit mindestens 80 % Restleistung nach 25 Jahren und maximal rund 0,5 % Leistungsverlust pro Jahr an. Die Technik ist mit mehreren gängigen Ziegelmodellen kompatibel: Skarpnes Ovati, Jacobi-Walther Stylist-PV und CREATON PV-AUTARQ. Alle Werte stammen aus den Produktangaben von Autarq.
Nelskamp. Der Ziegelhersteller Nelskamp verfolgt mit dem G10 S PV einen anderen Ansatz: größere Elemente mit 121 Wp pro Ziegel (XS-Version 55 Wp), nur ca. 5 m² Dachfläche je kWp und damit rund 200 Wp/m² – also fast doppelt so viel Flächenertrag wie der kleinteilige Autarq-Ziegel. Der Zellwirkungsgrad liegt laut Nelskamp-Produktdaten bei 25,2 %, die Produktgarantie bei 10 Jahren, die Leistungsgarantie bei 90 % nach 10 und 80 % nach 25 Jahren. Größere Elemente bedeuten weniger Einzelteile und weniger Verdrahtung als beim kleinformatigen Ziegel.
Tesla Solar Roof. Das 2016 angekündigte Tesla Solar Roof galt lange als Vorzeigeprodukt für integrierte PV. Laut Branchenberichten hat Tesla das Solar Roof 2026 faktisch eingestellt und konzentriert sich stattdessen auf das neue Standardmodul TSP-420 (420 Wp, ca. 20,5 % Wirkungsgrad). In Deutschland war das Solar Roof ohnehin nie regulär bestellbar; die ausgewiesenen Stückzahlen blieben weit hinter den Ankündigungen zurück. Für deutsche Bauherren ist das Solar Roof damit keine praktikable Option.
Wann sich Solardachziegel lohnen – und wovon wir abraten
Solardachziegel sind ein Nischenprodukt mit klarem Anwendungsfeld. Sie lohnen sich in drei Konstellationen:
- Neubau: Wird das Dach ohnehin neu gedeckt, fallen Eindeckungskosten an, die die Solardachziegel teilweise ersetzen. Der reine PV-Mehrpreis sinkt dann auf ca. 1.333 €/kWp.
- Anstehende Dachsanierung: Dieselbe Logik gilt, wenn eine alte Eindeckung ohnehin erneuert werden muss. Hier lohnt der direkte Vergleich der Mehrkosten gegenüber neuer Eindeckung plus Aufdach-PV.
- Denkmalschutz oder hohe Optikansprüche: Wenn Aufdach-Module baurechtlich oder gestalterisch ausgeschlossen sind, sind integrierte Lösungen oft der einzige Weg zu Solarstrom.
Laut Autarq zum Thema Photovoltaik und Denkmalschutz empfehlen sich Indach-Systeme und Solardachziegel primär dann, wenn ohnehin eine komplette Neueindeckung ansteht oder Denkmal- bzw. Optikgründe Aufdach ausschließen.
Ein vierter, oft übersehener Punkt ist das Neubaurecht: In vielen Bundesländern gilt inzwischen eine Solarpflicht für Neubauten. Diese Pflicht schreibt jedoch in der Regel keine bestimmte Bauform vor – eine einfache Aufdach-Anlage erfüllt sie fast immer. Solardachziegel sind also kein Mittel, um eine Solarpflicht günstiger zu erfüllen, sondern eine bewusste Mehrinvestition in die Optik.
Wovon wir abraten: Solardachziegel auf ein intaktes Bestandsdach mit funktionierender Eindeckung zu setzen, ist wirtschaftlich kaum vertretbar. Sie zahlen dann den vollen Bruttopreis von ca. 3.333 €/kWp, ohne Eindeckungskosten gegenrechnen zu können, und nehmen zusätzlich den geringeren Ertrag in Kauf. In diesem Fall ist eine Aufdach-Anlage fast immer die richtige Wahl. Wer rein gestalterische Gründe hat, aber das Dach nicht antasten will, sollte auch die Fassaden-Photovoltaik als gestalterische Alternative prüfen.
Denkmalschutz und Recht
Bei denkmalgeschützten Gebäuden ist die untere Denkmalschutzbehörde einzubeziehen, bevor PV aufs Dach kommt. Genau hier spielen Solardachziegel und farblich angepasste, integrierte Module ihre Stärke aus: Sie verändern das Erscheinungsbild weniger als ein aufgesetztes Modulfeld und sind dadurch eher genehmigungsfähig.
Die rechtliche Ausgangslage hat sich zugunsten der Photovoltaik verschoben. Nach § 2 EEG 2023 liegen Errichtung und Betrieb von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien im überragenden öffentlichen Interesse und dienen der öffentlichen Sicherheit; sie sind in Schutzgüterabwägungen – also auch im Denkmalschutz – vorrangig zu berücksichtigen, bis eine nahezu treibhausgasneutrale Stromerzeugung erreicht ist. Das stärkt die Position von Eigentümern, ersetzt aber keine Einzelfallgenehmigung. Details und Verfahren erläutert unser Beitrag zur energetischen Sanierung denkmalgeschützter Immobilien.
Förderung und Einspeisevergütung
Für Solardachziegel gilt dieselbe Förderkulisse wie für jede andere PV-Anlage – einen bauformbezogenen Bonus für Indach-Systeme gibt es nicht. Maßgeblich ist die EEG-Einspeisevergütung.
| Vergütungsart (Inbetriebnahme 01.02.–31.07.2026, bis 10 kWp) | Satz | Laufzeit |
|---|---|---|
| Teileinspeisung | 7,78 ct/kWh | 20 Jahre fest |
| Volleinspeisung | 12,34 ct/kWh | 20 Jahre fest |
Diese Sätze nennt die Bundesnetzagentur für die EEG-Förderung. Wichtig ist der Zeitpunkt: Die nächste Absenkung erfolgt zum 1. August 2026 (§ 49 EEG 2023). Wer die aktuell höheren Sätze sichern will, sollte die Inbetriebnahme nicht unnötig verschieben. Details zu den Stufen erläutert unser Beitrag zur aktuellen Einspeisevergütung ab 7,78 ct/kWh.
Da Solardachziegel teurer sind, amortisiert sich die Anlage bei gleichem Vergütungssatz langsamer als eine Aufdach-Anlage. Der Optik- und Integrationsaufschlag muss also entweder durch eingesparte Eindeckungskosten oder durch den persönlichen Wert der Optik gerechtfertigt sein. Eine Übersicht der reinen Kosten bietet der Beitrag zu den Photovoltaik-Kosten pro kWp 2026.
Neben der Einspeisevergütung kann für die übergeordnete Dachsanierung selbst eine separate Förderung greifen, etwa über zinsgünstige KfW-Kredite im Rahmen energetischer Sanierungsmaßnahmen. Diese Mittel betreffen jedoch die Dämmung und Eindeckung, nicht die Photovoltaik als solche – beides muss sauber getrennt betrachtet werden. Für die PV-Komponente bleibt es bei der EEG-Vergütung und dem Nullsteuersatz, der den Kauf privater Anlagen seit 2023 von der Mehrwertsteuer befreit und auch für integrierte Systeme gilt. Der eigentliche Hebel für die Wirtschaftlichkeit von Solardachziegeln ist und bleibt aber der Eigenverbrauch: Jede selbst genutzte Kilowattstunde ist mehr wert als die Einspeisevergütung, weil sie teuren Netzstrom ersetzt.
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Häufige Fragen (FAQ)
Was kosten Solardachziegel pro Quadratmeter?
Beim Anbieter Autarq liegen Solardachziegel bei rund 400 €/m² Dachfläche, gegenüber etwa 250 €/m² für eine konventionelle Eindeckung. Umgerechnet entspricht das brutto rund 3.333 €/kWp. Rechnet man ohnehin fällige Eindeckungskosten gegen, sinkt der reine PV-Mehrpreis auf etwa 1.333 €/kWp.
Wie viel teurer sind Solardachziegel als normale Solarmodule?
Eine Aufdach-Anlage kostet 2026 rund 970–1.200 €/kWp. Solardachziegel- und Indach-Systeme liegen je nach Vergleichsbasis 30–60 % darüber, bei voller Bruttorechnung sogar bei rund dem Doppelten pro kWp. Die früher genannte Faustregel „dreimal so teuer" trifft in dieser Pauschalität nicht zu.
Haben Solardachziegel einen schlechteren Wirkungsgrad als Standardmodule?
Ja. Kleinformatige Solardachziegel erreichen laut Fraunhofer ISE einen Modulwirkungsgrad von ca. 10–13 %, moderne monokristalline Standardmodule 20–24 %. Hinzu kommt die schlechtere Hinterlüftung, die die Modultemperatur erhöht und den Momentanertrag senkt.
Für wen lohnen sich Solardachziegel überhaupt?
Vor allem bei Neubau, einer ohnehin anstehenden Dachsanierung oder bei Denkmalschutz und hohen Optikansprüchen. In diesen Fällen ersetzen die Ziegel teilweise die Eindeckungskosten oder sind die einzige genehmigungsfähige Lösung. Auf ein intaktes Bestandsdach gehört dagegen eine günstigere Aufdach-Anlage.
Sind Solardachziegel bei Denkmalschutz erlaubt?
Häufig ja, weil integrierte Lösungen das Erscheinungsbild weniger verändern als aufgesetzte Module. Erforderlich bleibt die Genehmigung der unteren Denkmalschutzbehörde. § 2 EEG 2023 stärkt die Position der Eigentümer, da erneuerbare Energien im überragenden öffentlichen Interesse liegen und in Abwägungen vorrangig zu berücksichtigen sind.
Welche Hersteller von Solardachziegeln gibt es (Autarq, Nelskamp, Tesla)?
Im deutschen Markt sind vor allem Autarq (10 Wp/Ziegel, ca. 120 Wp/m², kompatibel mit Skarpnes-, Jacobi-Walther- und CREATON-Ziegeln) und Nelskamp (G10 S PV, 121 Wp/Ziegel, ca. 200 Wp/m², 25,2 % Zellwirkungsgrad) relevant. Das Tesla Solar Roof war in Deutschland nie regulär erhältlich.
Gibt es das Tesla Solar Roof in Deutschland noch zu kaufen?
Nein. Das Produkt war in Deutschland nie regulär bestellbar, und laut Branchenberichten hat Tesla das Solar Roof 2026 faktisch eingestellt und konzentriert sich auf das Standardmodul TSP-420. Die tatsächlich verbauten Stückzahlen blieben zudem weit hinter den ursprünglichen Ankündigungen zurück.
Wie lange halten Solardachziegel und was passiert bei einem Defekt?
Autarq gibt 25 Jahre Leistungsgarantie mit mindestens 80 % Restleistung nach 25 Jahren und maximal rund 0,5 % Leistungsverlust pro Jahr an; Nelskamp 10 Jahre Produkt- und 25 Jahre Leistungsgarantie (80 %). Da ein Solardach aus vielen Einzelziegeln und Steckverbindungen besteht, ist die Fehlersuche bei einem Defekt aufwendiger als bei wenigen großen Aufdach-Modulen.
Gibt es Förderung oder Einspeisevergütung für Solardachziegel?
Es gilt dieselbe EEG-Einspeisevergütung wie für jede PV-Anlage: 7,78 ct/kWh bei Teileinspeisung bzw. 12,34 ct/kWh bei Volleinspeisung (Inbetriebnahme bis 31.07.2026, bis 10 kWp), 20 Jahre fest. Einen bauformbezogenen Zusatzbonus für Indach oder Solardachziegel gibt es nicht; die nächste Absenkung erfolgt zum 1. August 2026.
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