Terrassentür & Balkontür: Kosten 2026 mit Einbau ab 900 €
Was kostet eine neue Terrassentür 2026? Dreh-Kipp ab 900 €, Hebe-Schiebe-Tür ab 2.800 € inkl. Einbau. Plus: warum die Steuer hier oft mehr bringt als die BAFA.
Was kostet eine neue Terrassentür inklusive Einbau?
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Hendrik Stotz
31. August 2026
Hendrik ist zertifizierter Energieeffizienz-Experte und bringt durch seinen Bachelor of Engineering und Master of Science tiefe Expertise in den Bereichen Sanierung und Gebäudeenergiesysteme mit sich. Seit fast 7 Jahren beschäftigt er sich angefangen bei Bosch Building Technologies mit Gebäudetechnik und verfolgt mit Reduco die Mission, so viele Eigentümer, Berater und Installateure wie möglich bei der Planung von wirtschaftlich sinnvollen Sanierungen zu unterstützen.

Das Wichtigste in Kürze
- Kosten inklusive Einbau: Eine Dreh-Kipp-Balkontür aus Kunststoff kostet 900–2.400 €, eine Parallel-Schiebe-Kipp-Tür (PSK) 1.800–2.700 €, eine Hebe-Schiebe-Tür (HST) mit 3 m Breite 2.800–6.500 €, eine Glas-Faltwand ab rund 6.000 €.
- Förderung: 15 %, nicht 20 %. Der BAFA-Zuschuss für die Gebäudehülle liegt bei 15 %. Die vielerorts beworbenen 20 % setzen seit dem 21.07.2026 ein förderfähiges Investitionsvolumen von 30.000 € voraus, das eine einzelne Tür nie erreicht.
- U-Wert: Förderfähig sind Balkon- und Terrassentüren mit einem Uw von höchstens 0,95 W/(m²K). Bei einbruchhemmender (RC2) oder barrierearmer Ausführung genügen 1,1. Gesetzlich verlangt das GModG nur 1,3.
- Steuerweg schlägt BAFA: § 35c EStG bringt 20 % über drei Jahre, ohne dass ein Energieberater eingebunden werden muss. Beim BAFA-Weg ist ein Energieeffizienz-Experte zwingend, dessen Eigenanteil von 500–1.500 € den Zuschuss einer Einzeltür auffrisst.
- Einbruchschutz: 49,79 % der Einbrüche in Einfamilienhäuser laufen über Balkon- und Terrassentüren (Kölner Studie 2017). Der Aufpreis für RC2 liegt bei 300–600 € und zählt in der BEG zu den förderfähigen Leistungen der Fenstermaßnahme.
- Ehrlich gerechnet: Über die Heizkosten amortisiert sich eine einzelne Terrassentür nicht. Die tragfähigen Gründe sind Zugluft, klemmende Beschläge, Komfort, Sicherheit und Barrierefreiheit.
Die Terrassentür ist das größte bewegliche Bauteil der Gebäudehülle und zugleich das am stärksten beanspruchte. Sie wird täglich benutzt, trägt je nach System bis zu 400 kg Flügelgewicht und soll trotzdem dicht, warm und einbruchsicher sein. Entsprechend breit ist die Preisspanne: Von 900 € für eine einfache Dreh-Kipp-Balkontür bis 11.000 € für eine 4 m breite Aluminium-Hebe-Schiebe-Tür ist alles realistisch, jeweils inklusive Einbau.
Der Preis hängt dabei weniger am Rahmenmaterial als an der Bauart. Wer die vier Systeme kennt, steuert sein Budget gezielt. Dieser Ratgeber zeigt die Kosten je Bauart und Material, die Nebenkosten, die in fast jedem Angebot fehlen, und den Förderweg, der sich bei einer einzelnen Tür tatsächlich rechnet. Wer ohnehin das ganze Haus angeht, findet die Mengenrechnung im Ratgeber Fenster austauschen: Kosten 2026.
Was kostet eine Terrassentür 2026?
Die folgende Tabelle zeigt Komplettpreise inklusive Lieferung und Montage in eine vorhandene Öffnung, ohne bauliche Änderungen an Sturz oder Boden.
| Bauart | Typische Größe | Kunststoff | Holz / Holz-Alu | Aluminium |
|---|---|---|---|---|
| Dreh-Kipp-Balkontür, 1-flügelig | 90–100 × 200–220 cm | 900–2.400 € | 1.600–3.200 € / 2.200–4.000 € | 1.800–3.500 € |
| PSK (Parallel-Schiebe-Kipp), 2-teilig | 200 × 210 cm | 1.800–2.700 € | 2.200–3.500 € / 3.000–4.500 € | ab 2.500 € |
| HST (Hebe-Schiebe-Tür), 2-flügelig | 300 × 220 cm | 2.800–6.500 € | 4.500–10.500 € | 5.500–11.000 € |
| Glas-Faltwand, 3–5 Flügel | 300–450 cm Breite | nicht üblich | ab ca. 6.000 € | 6.000–20.000 € |
Quellen: Herstellerangaben, Konfiguratorpreise und Handwerkerangebote, Stand August 2026.
Zwei Dinge fallen an dieser Tabelle auf. Erstens ist der Sprung von der Dreh-Kipp-Tür zur Hebe-Schiebe-Tür größer als jeder Materialsprung: Wer bei gleicher Öffnungsbreite von Kunststoff auf Aluminium wechselt, zahlt grob das Doppelte, wer von Dreh-Kipp auf HST wechselt, schnell das Drei- bis Vierfache. Zweitens sind die Spannen innerhalb einer Zeile riesig. Bei der 3-m-HST aus Kunststoff liegen zwischen einem schlanken Standardelement und einer Ausführung mit Nullschwelle, RC2-Beschlag und elektrischem Antrieb rund 3.700 €.
Als Faustregel gilt der Wert aus dem Fenstertausch: Die Montage macht rund 30 % der Gesamtkosten aus. Bei der Terrassentür liegt sie eher darüber, weil Schwelle, Abdichtung und teils Statik dazukommen.
Warum Elementpreise aus dem Onlineshop in die Irre führen
Nackte Elemente ohne Montage beginnen im Onlinehandel bei rund 91 € für eine Kunststoff-Dreh-Kipp-Tür, Holz ab 350 €, Holz-Alu ab 449 €. Für eine Sanierung sind diese Zahlen wertlos. Sie gelten für die kleinste konfigurierbare Größe, meist mit Zweifachverglasung, und enthalten weder Aufmaß noch Demontage, Montage, Abdichtung oder Entsorgung. Realistische Elementpreise für förderfähige Terrassentüren liegen bei rund 1.100 € (PSK Kunststoff), 2.650 € (HST Kunststoff) und 3.900 € (HST Holz-Alu). Welche Verglasung dabei sinnvoll ist, klärt der Vergleich Dreifach- oder Zweifachverglasung.
Die vier Bauarten und wann welche passt
| Dreh-Kipp | PSK | HST | Glas-Faltwand | |
|---|---|---|---|---|
| Öffnungsart | dreht und kippt nach innen | schiebt parallel, kippt zusätzlich | hebt an und gleitet zur Seite | faltet zur Seite |
| Max. Breite | ca. 1.100 mm je Flügel | 3.500 mm | 6.000 mm | über Flügelzahl skalierbar |
| Max. Flügelgewicht | gering | ca. 200 kg | ca. 400 kg | systemabhängig |
| Schwelle | Standardanschlag | 3–5 cm, barrierefrei nicht möglich | Nullschwelle optional | barrierefreie Bodenschiene möglich |
| Platzbedarf im Raum | Flügel schwenkt ein | keiner | keiner | keiner |
| Kippstellung zum Lüften | ja | ja | nein | nein |
| Preisniveau | € | €€ | €€€ | €€€€ |
Dreh-Kipp: der Standard, solange die Öffnung schmal ist
Die klassische Balkontür ist technisch ein hohes Fenster mit Türgriff. Sie ist die günstigste Lösung, erlaubt Kippstellung zum Lüften und ist im Beschlag unkompliziert. Ihre Grenze ist die Breite: Ab etwa 1,10 m Flügelbreite wird der Hebel auf Band und Rahmen zu groß, der Flügel hängt durch. In kleinen Räumen stört zudem der Schwenkbereich, weil vor der Tür dauerhaft rund ein Quadratmeter frei bleiben muss.
PSK: schmal öffnen, ohne Platz zu verlieren
Die Parallel-Schiebe-Kipp-Tür wird zuerst aus dem Rahmen gedrückt und dann seitlich verschoben. Sie spart den Schwenkbereich, bietet trotzdem eine Kippstellung und kostet je nach Breite rund 20–40 % weniger als eine vergleichbare Hebe-Schiebe-Tür. Der Preis dafür ist die Schwelle. PSK-Systeme brauchen konstruktiv 3–5 cm Anschlag, eine barrierefreie Ausführung ist damit ausgeschlossen. Wer schwellenlos plant, muss die PSK von vornherein streichen.
HST: die große Lösung, wenn Öffnung und Budget stimmen
Hebe-Schiebe-Türen heben den Flügel beim Öffnen an und tragen dadurch deutlich mehr Gewicht. Serienlösungen erreichen Konstruktionsmaße bis 6.000 × 2.700 mm bei Flügelflächen bis 6,5 m² je Element; ein Kunststoffsystem wie die OKNOPLAST HST Motion kommt dabei auf einen Uw bis 0,76 W/(m²K). Das Gewicht wird schnell zum Thema: Ein 3 m breiter Flügel wiegt je nach Aufbau 280–380 kg. Ab rund 400 kg Flügelgewicht oder über 3.500 mm Breite kann ein Statikernachweis nötig werden. Preise nach Breite, jeweils inklusive Einbau:
| Material | 2,40 m | 3,00 m | 4,00 m | Uw-Bereich |
|---|---|---|---|---|
| Kunststoff | 2.200–3.500 € | 2.800–4.500 € | 3.800–5.500 € | 0,76–1,1 |
| Holz-Alu | 3.500–5.500 € | 4.500–7.000 € | 6.000–9.000 € | 0,80–1,2 |
| Aluminium | 4.500–6.500 € | 5.500–8.000 € | 7.000–11.000 € | 0,90–1,4 |
Quellen: Hersteller- und Handwerkerangaben, Stand 2026. Ausführungen mit Nullschwelle, RC2 und Antrieb liegen am oberen Rand.
Der Nachteil der HST wird selten genannt: Sie kennt keine Kippstellung. Gelüftet wird über eine Spaltposition des Beschlags oder ein anderes Fenster im Raum. Wer die Terrassentür bisher als Dauerlüfter genutzt hat, sollte das einplanen.
Glas-Faltwand: maximale Öffnung, maximaler Preis
Faltanlagen geben nahezu die gesamte Öffnung frei und werden über die Flügelzahl beliebig breit. Der Rahmen dafür reicht von rund 3.000 € für kleine Innenraumlösungen bis 20.000 € für große Außenanlagen mit Premiumsystem. Eine typische fünfflügelige Anlage mit 4 × 2,3 m und Isolierglas liegt bei 5.000–9.500 € ohne Montage. Gerahmte Systeme mit Isolierglas kosten 50–80 % mehr als rahmenlose Sommergartenlösungen ohne Wärmeschutz. Einbruchhemmung ist möglich: Glas-Faltwände sind je nach System mit Einbruchhemmung nach RC2 oder RC3 nach DIN EN 1627 lieferbar.
Rahmenmaterial: worauf es wirklich ankommt
Beim Material entscheidet weniger der Dämmwert als die Statik und die Pflege. Kunststoff ist günstig und wartungsarm, braucht bei großen Elementen aber einen umlaufenden Stahlkern und stößt bei Flügelgröße und Farbe an Grenzen. Holz dämmt gut und sieht am besten aus, verlangt aber regelmäßige Pflege, sonst verzieht und reißt es. Aluminium trägt die größten Formate und hält mit bis zu 60 Jahren am längsten, leitet Wärme jedoch stark und muss thermisch getrennt sein, was den Preis treibt. Holz-Alu kombiniert Holzoptik innen mit wetterfester Schale außen, hält 40–50 Jahre und ist die teuerste Variante. Kunststoff mit Alu-Vorsatzschale erreicht bis zu 50 Jahre. Eine ausführliche Materialberatung samt Verglasungsoptionen steht im Ratgeber Fenster kaufen: Kosten und Ausstattung.
Montage und die Kosten, die kaum jemand einplant
Der Elementpreis ist der planbare Teil. Teuer wird, was am Bau dazukommt.
| Position | Kosten |
|---|---|
| Standardmontage HST in vorhandene Öffnung | 500–900 € |
| Einbau Dreh-Kipp-Tür (rund ein Arbeitstag) | 250–350 € |
| Demontage, Entsorgung, Nebenarbeiten im Altbau | 100–300 € |
| Bodenausgleich für die Nullschwelle | 150–500 € |
| Sturzverstärkung | 500–1.500 € |
| Statikergutachten (ab 400 kg oder über 3.500 mm Breite) | 200–600 € |
| Einbruchschutz RC2, Aufpreis | 300–600 € |
| Rollladen inklusive Montage | 480–1.200 € |
| Raffstore-Vorbaukasten | 600–1.200 € |
| Motorisierung, Smart-Home-Antrieb | 800–2.500 € |
| Fenster zur Terrassentür vergrößern, tragende Wand | 2.000–5.000 € |
Quellen: Hersteller- und Handwerkerangaben, Stand 2026. Handwerkerstundensätze liegen bei 40–90 €/h.
Der größte Kostensprung entsteht, wenn aus einem Fenster eine Terrassentür werden soll. In einer tragenden Wand kommen Statiker, Stahlträger und Rohbauarbeiten zusammen, in Summe 2.000–5.000 €. In einer nicht tragenden Wand bleibt der komplette Durchbruch bei 500–1.500 €. Klären Sie diese Frage vor dem Angebotsvergleich, sonst vergleichen Sie zwei völlig verschiedene Bauvorhaben.
Förderung 2026: 15 % vom BAFA oder 20 % über die Steuer?
Beide Wege verlangen technisch dasselbe. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude und die Steuerermäßigung nach § 35c EStG nutzen identische Mindestanforderungen, festgehalten in Anlage 4 der Energetischen Sanierungsmaßnahmen-Verordnung:
| Fall (Wohngebäude) | Maximaler U-Wert |
|---|---|
| Fenster, Balkon- und Terrassentüren | 0,95 W/(m²K) |
| barrierearme oder einbruchhemmende Balkon-/Terrassentüren | 1,1 |
| Sonderverglasung (Schall-, Brand-, Durchschussschutz) | 1,1 |
| Ertüchtigung vorhandener Türen | 1,3 |
| Baudenkmal, mit echten glasteilenden Sprossen | 1,4 bzw. 1,6 |
| Gesetzliche Mindestanforderung (GModG, Anlage 7) | 1,3 |
Die 1,1-Ausnahme, die kaum jemand kennt
Genau bei der Terrassentür sind RC2 und eine niedrige Schwelle die typischen Wünsche. Beide heben die Förderschwelle von 0,95 auf 1,1 an. Als einbruchhemmend gilt dabei die Widerstandsklasse RC2 nach DIN EN 1627 oder besser, ausdrücklich auch ohne Nachweis über die umgebenden Wände. Als barrierearm gilt eine Tür, deren Griff höchstens 1,05 m über dem Fußboden sitzt, die sich mit weniger als 30 N öffnen lässt und deren untere Schwelle 2,0 cm nicht überschreitet. Wer ohnehin sicher und schwellenarm bauen will, bekommt also nebenbei mehr Spielraum beim U-Wert.
Warum die große Schiebetür den U-Wert leichter schafft
Der Rahmen dämmt schlechter als das Glas. Mit steigendem Glasanteil sinkt der Uw des Gesamtbauteils. Eine 3 m breite HST hat einen deutlich höheren Glasanteil als eine 1 m breite Dreh-Kipp-Tür und erreicht 0,95 daher leichter, nicht schwerer. Wichtig für den Nachweis: Deklariert wird nach DIN EN 14351-1 für Standardgrößen, laut technischer FAQ zur BEG 1,23 × 1,48 m beziehungsweise 1,48 × 2,18 m bei Elementen über 2,3 m². Der äquivalente Uw,eq-Wert, mit dem bei großen Südverglasungen gern geworben wird, ist als Nachweiswert nicht zulässig.
Der BAFA-Weg und seine versteckten Kosten
Der Fördersatz für die Gebäudehülle liegt bei 15 %, die förderfähigen Ausgaben sind auf 30.000 € für die erste Wohneinheit gedeckelt. Bauantrag oder Bauanzeige des Gebäudes müssen zum Antragszeitpunkt mindestens fünf Jahre zurückliegen. Der iSFP-Bonus von 5 Prozentpunkten wird seit dem 21.07.2026 erst ab einem förderfähigen Mindestinvestitionsvolumen von 30.000 € gewährt, und er entfällt dann nur auf den Betrag, der dieses Mindestvolumen übersteigt. Für eine einzelne Terrassentür sind die häufig zitierten 20 % damit praktisch unerreichbar.
Dazu kommt eine Pflicht, die den Zuschuss auffrisst: Für Anträge zur Gebäudehülle muss ein Energieeffizienz-Experte eingebunden werden. Dessen Baubegleitung wird zwar zu 50 % gefördert, der Eigenanteil liegt aber bei rund 500–1.500 €. Und der Antrag muss vor Vorhabenbeginn gestellt werden, wobei bereits ein Liefer- oder Leistungsvertrag mit auflösender oder aufschiebender Bedingung der Förderzusage vorliegen muss.
Der Steuerweg nach § 35c EStG
§ 35c EStG nennt die "Erneuerung der Fenster oder Außentüren" ausdrücklich als begünstigte Maßnahme. Die Ermäßigung beträgt im Jahr des Abschlusses und im Folgejahr je 7 %, im dritten Jahr 6 %, zusammen also 20 %, gedeckelt auf 40.000 € je Objekt. Voraussetzung sind ein über zehn Jahre altes, ausschließlich selbst bewohntes Gebäude, eine Rechnung in deutscher Sprache mit Fachunternehmerbescheinigung nach amtlichem Muster und die Zahlung per Überweisung. Barzahlung schließt die Förderung aus. Beide Wege lassen sich für dieselbe Maßnahme nicht kombinieren.
| BAFA (BEG Einzelmaßnahmen) | § 35c EStG | |
|---|---|---|
| Satz | 15 % (20 % erst ab 30.000 € Investition) | 20 %, verteilt auf 3 Jahre |
| Antrag | vor Vertragsabschluss, Experte zwingend | kein Vorabantrag nötig |
| Zusatzkosten | 500–1.500 € Eigenanteil Energieberater | keine |
| Auszahlung | Zuschuss nach Verwendungsnachweis | über drei Steuererklärungen |
| Deckel | 30.000 € förderfähige Kosten (1. WE) | 40.000 € Ermäßigung je Objekt |
Drei Rechenbeispiele machen den Unterschied greifbar. Eine Dreh-Kipp-Balkontür für 1.600 € bringt über die BAFA 240 € Zuschuss, denen 500–1.500 € Eigenanteil für den Energieberater gegenüberstehen; über § 35c sind es 320 € ohne Zusatzkosten. Eine 3-m-HST für 5.000 € bringt 750 € vom BAFA gegenüber 1.000 € Steuerermäßigung. Erst beim kompletten Fenstertausch inklusive zweier Terrassentüren für 24.000 € wird der BAFA-Weg interessant: 3.600 € Zuschuss, netto also rund 2.100–3.100 €, gegenüber 4.800 € über die Steuer. Der Zuschussweg lohnt vor allem, wenn ohnehin ein Energieberater im Haus ist oder ein Ergänzungskredit genutzt werden soll. Die Detailregeln zur Fensterförderung stehen im Ratgeber Fenster tauschen: Kosten und Förderung.
Die 10-Prozent-Regel: oft gilt gar keine gesetzliche Pflicht
Viele Eigentümer glauben, sie müssten beim Tausch zwingend den gesetzlichen Wert von 1,3 einhalten. § 36 des GModG nimmt davon jedoch Änderungen aus, die "nicht mehr als 10 Prozent der gesamten Fläche der jeweiligen Bauteilgruppe des Gebäudes betreffen". Bei einem Einfamilienhaus mit rund 25 m² Fenster- und Fenstertürfläche liegt eine 2,2 m² große Balkontür bei etwa 9 % und damit häufig unter dieser Bagatellgrenze. Die Förderung verlangt 0,95 trotzdem. Rechtlich zulässig ist also mehr, als förderfähig ist.
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Einbruchschutz: fast jeder zweite Einbruch läuft über dieses Bauteil
Die Kölner Studie 2017 der Polizei Köln und Leverkusen hat den Modus Operandi bei Wohnungseinbrüchen ausgewertet. Bei Einfamilienhäusern entfielen 49,79 % der Angriffe auf Fenstertüren, also Balkon- und Terrassentüren, weitere 27,37 % auf Fenster. Zusammen gelten Fenster und Fenstertüren mit rund 78 % als größte Schwachstelle. Häufigster Weg ist das Aufhebeln auf der Öffnungsseite mit 47,39 %, gefolgt vom Aufhebeln oben oder unten mit 14,17 %. Über gekippte Fenster und Fenstertüren gelangten 9,17 % der Täter ins Haus, eingeschlagen wurde die Scheibe nur in 6,69 % der Fälle.
Bundesweit zählte die Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 82.920 Fälle von Wohnungseinbruchdiebstahl, ein Plus von 5,7 % gegenüber dem Vorjahr. Die gute Nachricht steckt in derselben Statistik: 44,9 % der Einbrüche scheiterten im Versuch. Technik wirkt. Die polizeiliche Kriminalprävention empfiehlt für Neu- und Umbauten geprüfte einbruchhemmende Bauteile nach DIN EN 1627ff ab Widerstandsklasse RC 2, für die Nachrüstung Produkte nach DIN 18104.
Wirtschaftlich ist das die einfachste Entscheidung des ganzen Projekts. RC2 kostet 300–600 € Aufpreis, zählt in der BEG zu den förderfähigen Leistungen der Fenstermaßnahme und hebt zusätzlich die U-Wert-Hürde auf 1,1. Mitgefördert werden auch Pilzkopfverriegelungen, drehgehemmte Fenstergriffe und Sicherheitsverglasung; empfohlen wird einbruchhemmendes Glas ab P4A nach EN 356. Einen reinen Einbruchschutz-Zuschuss gibt es nicht mehr, den früheren Investitionszuschuss 455-E führt die KfW nicht länger. Geblieben ist der KfW-Kredit 159 "Altersgerecht Umbauen" mit bis zu 50.000 € je Wohneinheit. Achten Sie auf den Zuschnitt: Er deckt Nachrüstsysteme wie Pilzkopfverriegelungen, Bandseitensicherungen und abschließbare Griffe sowie einbruchhemmende Türen ab, den Austausch kompletter Fenster und Fenstertüren dagegen nicht. Diesen wertet die KfW als energetische Maßnahme und finanziert ihn ausschließlich über den Wohngebäude-Kredit 261; alternativ bleibt der BAFA-Zuschuss.
Barrierefrei ohne Feuchteschaden: die Sache mit der Schwelle
Förderrechtlich gilt eine Balkon- oder Terrassentür als barrierearm, wenn die untere Schwelle 2,0 cm nicht überschreitet. Baurechtlich ist das noch keine Barrierefreiheit: Die DIN 18040 lässt untere Türanschläge grundsätzlich nicht zu, die 2-cm-Regel ist die Ausnahme für den Fall, dass eine Schwelle technisch unvermeidbar ist. Wirklich barrierefrei ist nur die niveaugleiche Ausführung.
Genau dort beginnt das bauphysikalische Problem. Nach DIN 18533 soll die Abdichtung regulär 15 cm über der Oberkante des Belags hochgeführt werden. Im unmittelbaren Türbereich darf sie auf 5 cm reduziert werden, dann aber nur mit zusätzlicher Entwässerung oder gleichwertiger Schutzmaßnahme. Nullschwellensysteme arbeiten deshalb mit Magnet- oder Absenkdichtungen plus Rinne und Drainage davor. Wer die Rinne spart, verlagert das Risiko in eine Ebene unter Belag und Estrich, in der eine spätere Sanierung ungleich teurer wird als die Rinne heute.
So läuft der Austausch ab
- Bestandsaufnahme und Bauart festlegen. Breite, Platz im Raum, gewünschte Schwelle und Statik entscheiden über Dreh-Kipp, PSK, HST oder Faltanlage.
- Nur beim BAFA-Weg: Energieeffizienz-Experten beauftragen und die technische Projektbeschreibung erstellen lassen.
- Angebote einholen, bei Förderabsicht den Vertrag mit auflösender oder aufschiebender Bedingung der Förderzusage schließen.
- Antrag stellen, bevor das Vorhaben beginnt. Ein bereits unterschriebener regulärer Auftrag beendet die Förderung.
- Aufmaß durch den Fachbetrieb. Die lichte Breite wird an mindestens drei Stellen gemessen, der kleinste Wert zählt, dazu kommen 10–20 mm Einbauluft. Lassen Sie das den Betrieb machen, dann haftet er auch.
- Produktion und Lieferung. Kunststoff liegt meist bei 1–7 Wochen, Holz und Aluminium bei bis zu 12 Wochen; Sonderelemente und große HST werden gesondert terminiert.
- Ausbau und Einbau. Eine Balkontür tauschen zwei Monteure in etwa 3–4 Stunden, eine HST braucht einen Tag, mit baulichen Anpassungen 2–3 Tage. Dazu gehören zwingend die Dämmung der Einbaufuge, der luftdichte Anschluss innen und der schlagregendichte Anschluss außen.
- Nachweise sichern. Herstellernachweis zum Uw, Fachunternehmerbescheinigung, Rechnung und Überweisungsbeleg. Ohne diese Unterlagen scheitert jeder Förderweg.
Planen Sie insgesamt zwei bis drei Monate von der ersten Anfrage bis zum Einbau ein.
Wovon ich abrate
- Vom BAFA-Antrag für eine einzelne Tür. Bei 1.600–5.000 € Auftragswert liegt der Zuschuss bei 240–750 €, der Eigenanteil für den Pflicht-Energieberater aber bei 500–1.500 €. Rechnerisch bleibt oft nichts übrig. Der Steuerweg ist hier fast immer besser.
- Von der Nullschwelle ohne Rinne. Schwellenlos ist ein echter Gewinn, aber nur mit Entwässerung und sauberem Abdichtungsanschluss. Ohne beides ist der Feuchteschaden eine Frage der Zeit.
- Von der PSK, wenn Barrierefreiheit das Ziel ist. Die 3–5 cm Schwelle sind konstruktiv, nicht verhandelbar. Wer schwellenlos will, braucht eine HST oder eine Faltanlage.
- Vom Vergleich reiner Elementpreise. Ein Angebot ohne Demontage, Entsorgung, Fugendämmung und Anschluss an die Terrassenabdichtung ist nicht günstiger, sondern unvollständig.
- Vom Selbstaufmaß. Ein um 15 mm zu groß bestelltes Element ist Sondermüll. Das Aufmaß gehört zur Leistung des Betriebs, der auch montiert.
- Von der Amortisationsrechnung als Kaufargument. Eine einzelne Terrassentür spart je nach Ausgangszustand grob 40–250 € Heizkosten im Jahr. Das trägt die Investition in 20–30 Jahren nicht. Kaufen Sie wegen Zugluft, Bedienbarkeit, Sicherheit und Komfort.
Häufige Fragen (FAQ)
Was kostet eine neue Terrassentür inklusive Einbau?
Je nach Bauart zwischen 900 € und 11.000 €. Eine Dreh-Kipp-Balkontür aus Kunststoff liegt bei 900–2.400 €, eine PSK bei 1.800–2.700 €, eine Hebe-Schiebe-Tür mit 3 m Breite bei 2.800–6.500 € und eine Glas-Faltwand ab rund 6.000 €. Aluminium kostet je Bauart etwa das Doppelte von Kunststoff. Die Montage macht rund 30 % der Gesamtkosten aus.
Was kostet eine Hebe-Schiebetür mit 3 Metern Breite?
Inklusive Einbau in eine vorhandene Öffnung 2.800–4.500 € in Kunststoff, 4.500–7.000 € in Holz-Alu und 5.500–8.000 € in Aluminium. Ausführungen mit Nullschwelle, RC2-Beschlag und elektrischem Antrieb liegen deutlich darüber, für Kunststoff sind dann bis zu 6.500 € realistisch. Ab rund 400 kg Flügelgewicht kann ein Statikergutachten für 200–600 € dazukommen.
PSK oder Hebe-Schiebe-Tür: Was ist der Unterschied?
Die PSK drückt den Flügel aus dem Rahmen und schiebt ihn parallel zur Seite, die HST hebt ihn an. Daraus folgt alles Weitere: Die PSK trägt rund 200 kg und maximal 3.500 mm Breite, die HST rund 400 kg und bis 6.000 mm. Die PSK kann kippen, die HST nicht. Dafür ist bei der PSK eine 3–5 cm hohe Schwelle konstruktiv nötig, während die HST optional mit Nullschwelle lieferbar ist. Preislich liegt die PSK je nach Breite rund 20–40 % darunter.
Wird der Austausch einer Terrassentür 2026 gefördert?
Ja, über zwei Wege. Die BAFA bezuschusst Fenster, Balkon- und Terrassentüren mit 15 % der förderfähigen Ausgaben, maximal 30.000 € bei der ersten Wohneinheit; der iSFP-Bonus auf 20 % greift seit dem 21.07.2026 erst ab 30.000 € Investitionsvolumen. Alternativ bringt § 35c EStG 20 % Steuerermäßigung über drei Jahre. Beide Wege sind für dieselbe Maßnahme nicht kombinierbar.
Welchen U-Wert muss eine Terrassentür für die Förderung erreichen?
Der Uw-Wert des gesamten Bauteils darf höchstens 0,95 W/(m²K) betragen. Ist die Tür einbruchhemmend nach RC2 oder barrierearm ausgeführt, genügen 1,1. Dieselben Werte gelten für den Steuerbonus nach § 35c EStG. Die gesetzliche Anforderung beim reinen Austausch liegt dagegen nur bei 1,3, greift dank der 10-Prozent-Bagatellregel bei einer einzelnen Tür aber oft gar nicht.
Lohnt sich der BAFA-Zuschuss oder der Steuerbonus?
Bei einer einzelnen Tür fast immer der Steuerbonus. 15 % von 5.000 € sind 750 €, davon geht der Eigenanteil für den zwingenden Energieeffizienz-Experten von 500–1.500 € ab. § 35c bringt bei denselben 5.000 € volle 1.000 € ohne Zusatzkosten und ohne Antragsfrist. Der BAFA-Weg lohnt erst, wenn die Tür Teil eines größeren Hüllenpakets ist oder ohnehin ein Energieberater eingebunden wird.
Brauche ich RC2-Einbruchschutz an der Terrassentür?
Aus Sicht der Zahlen ja. Fast die Hälfte aller Einbrüche in Einfamilienhäuser läuft über Balkon- und Terrassentüren, und die häufigste Methode ist schlichtes Aufhebeln. Der Aufpreis für RC2 liegt bei 300–600 €, gehört in der BEG zu den förderfähigen Leistungen der Fenstermaßnahme und lockert zugleich die U-Wert-Anforderung auf 1,1. Sinnvoll ergänzt wird er durch abschließbare Griffe und Verglasung ab P4A.
Kann eine Terrassentür schwellenlos sein?
Ja, aber nur als Hebe-Schiebe-Tür oder Faltanlage; PSK-Systeme brauchen konstruktiv 3–5 cm. Förderrechtlich gilt eine Schwelle bis 2,0 cm als barrierearm, wirklich barrierefrei nach DIN 18040 ist nur die niveaugleiche Ausführung. Voraussetzung ist ein sauberes Abdichtungsdetail mit Rinne oder Drainage, weil die Abdichtung im Türbereich nur auf 5 cm hochgeführt wird. Rechnen Sie mit 150–500 € für den Bodenausgleich.
Wie lange dauert der Austausch?
Der Einbau selbst ist schnell: Zwei Monteure tauschen eine Balkontür in 3–4 Stunden, eine Hebe-Schiebe-Tür in einem Tag, bei baulichen Anpassungen in 2–3 Tagen. Der Zeitfresser ist die Fertigung. Kunststoffelemente brauchen 1–7 Wochen, Holz und Aluminium bis zu 12 Wochen. Planen Sie vom ersten Angebot bis zum Einbau zwei bis drei Monate ein, bei Förderantrag eher mehr.
Nächster Schritt: Welche Lösung passt zu Ihrem Haus?
Ob sich bei Ihnen die günstige Dreh-Kipp-Tür, die platzsparende PSK oder die große Hebe-Schiebe-Tür mit Nullschwelle rechnet, hängt an Öffnungsbreite, Statik, Terrassenaufbau und den übrigen Sanierungsplänen. Genauso individuell ist die Förderfrage: Wer ohnehin Fenster, Haustür und Fassade angeht, kommt über den Zuschussweg weiter, wer nur eine Tür tauscht, über die Steuer. Liegt die Terrasse an einer stark befahrenen Straße, lohnt zusätzlich der Blick auf Schallschutzfenster und ihre Kosten. Mit reduco analysieren Sie Ihr Gebäude in wenigen Minuten und sehen datenbasiert, welche Maßnahmen an Fenstern, Türen und Hülle sich in welcher Reihenfolge rechnen, inklusive Förderberechnung und konkreter Kosten-Nutzen-Einordnung.
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