Solarkataster 2026: Dachpotenzial in 10 Bundesländern prüfen
Nur 10 von 16 Bundesländern haben ein landesweites Solarkataster. Wo Sie Ihr Dach kostenlos prüfen, wie alt die Daten sind und was die Karten verschweigen.
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Hendrik Stotz
29. August 2026
Hendrik ist zertifizierter Energieeffizienz-Experte und bringt durch seinen Bachelor of Engineering und Master of Science tiefe Expertise in den Bereichen Sanierung und Gebäudeenergiesysteme mit sich. Seit fast 7 Jahren beschäftigt er sich angefangen bei Bosch Building Technologies mit Gebäudetechnik und verfolgt mit Reduco die Mission, so viele Eigentümer, Berater und Installateure wie möglich bei der Planung von wirtschaftlich sinnvollen Sanierungen zu unterstützen.

Das Wichtigste in Kürze
- 10 von 16 Bundesländern bieten ein landesweites, gebäudescharfes Solarkataster: Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen. Grundlage ist eine eigene Prüfung aller 16 Landesangebote am 29.08.2026.
- Fünf Länder haben keines: In Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, im Saarland und in Sachsen-Anhalt existieren nur kommunale oder regionale Kataster. Hamburg deckt amtlich nur „einen Teil der Hamburger Stadtfläche" ab.
- Kostenlos und ohne Anmeldung: Alle Landeskataster sind frei zugängliche Angebote von Landesbehörden und Landesenergieagenturen. Für die Abfrage Ihres Daches zahlen Sie nichts.
- „Geeignet" ist eine erstaunlich niedrige Hürde: Berlin stuft Flächen ab 650 kWh/kWp als geeignet ein, Rheinland-Pfalz ab 700 kWh/kWp. Ein Süddach mit 30 Grad Neigung liefert in der Mitte Deutschlands rund 1.023 kWh/kWp. Ein grün markiertes Dach kann also 30 bis 40 % unter dem Optimum liegen.
- Datenalter von 2010 bis 2024: Thüringen arbeitet überwiegend mit Laserscan-Befliegungen aus den Jahren 2010 bis 2014, Rheinland-Pfalz mit Laserscandaten vom Stand März 2024. Neubauten, neue Gauben und gewachsene Bäume fehlen entsprechend lange im Modell.
- Was kein Kataster prüft: Statik, Dachzustand, Denkmalschutz, kommunale Satzungen und Ihr Verbrauchsprofil. Genau daran entscheidet sich aber, ob sich die Anlage am Ende rechnet.
Wer wissen will, ob das eigene Dach für Photovoltaik taugt, stößt schnell auf das Stichwort Solarkataster: eine amtliche Karte, die jedes Gebäude einfärbt und den möglichen Stromertrag ausweist. Die Abfrage dauert zwei Minuten und kostet nichts. Der Haken liegt eine Ebene früher: Ein bundesweit einheitliches Solarkataster gibt es nicht. Jedes Bundesland entscheidet selbst, ob es eines betreibt, mit welchen Daten es rechnet und welche Farbe was bedeutet. Nach meiner Prüfung aller 16 Landesangebote am 29. August 2026 haben 10 Länder ein landesweites, gebäudescharfes Kataster, Hamburg deckt nur einen Teil des Stadtgebiets ab, in fünf Ländern bleiben nur kommunale Angebote.
Dieser Ratgeber ist die vollständige Landkarte dazu, plus die Lese-Anleitung, die in den Portalen selbst meist fehlt: welche Zahl Sie überhaupt vergleichen können, wie alt die Daten in Ihrem Land sind und an welchen sieben Punkten jedes Kataster systematisch aufhört. Ob Ihr Dach technisch trägt, klärt danach der 7-Punkte-Check für die Dacheignung; die Ertrags- und Wirtschaftlichkeitsrechnung für Ihre Adresse liefert der PV-Ertragsrechner.
Welches Bundesland hat ein Solarkataster? Die Übersicht
Die Tabelle fasst den Stand vom 29. August 2026 zusammen. Entscheidend ist die vierte Spalte: „gebäudescharf landesweit" heißt, dass Sie Ihre Adresse eingeben und Ihr konkretes Dach eingefärbt sehen. Aggregierte Potenzialkarten für Landkreise und Gemeinden zählen nicht dazu, weil sie für Ihre Entscheidung nichts hergeben.
| Bundesland | Angebot | Träger | Gebäudescharf landesweit? | Datenstand |
|---|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | Solardachkataster im Energieatlas BW | LUBW | ja | ALS-Befliegung 2016–2023, ALK-Gebäude 2012 |
| Bayern | nur aggregierte Karten im Energie-Atlas Bayern | Wirtschaftsministerium und Landesamt für Umwelt | nein (Regierungsbezirke, Landkreise, Gemeinden) | 3D-Gebäudemodell |
| Berlin | Solarkataster Berlin | Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe | ja | Karte 11/2025, PV-Potenzial-Layer aus Befliegung 2020 |
| Brandenburg | Solaratlas Brandenburg, Bereich „Mein Dach" | Energie- und Klimaagentur Brandenburg (WFBB) | ja | LoD2-Modell plus bDOM |
| Bremen | Solarkataster Bremen | Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft mit GeoInformation Bremen | ja (Stadt Bremen, Bremerhaven separat) | Fernerkundung, Jahr nicht veröffentlicht |
| Hamburg | Hamburger Solaratlas | BUKEA im Geoportal Hamburg | nur Teilgebiet | keine Angabe |
| Hessen | Solar-Kataster Hessen | LEA LandesEnergieAgentur Hessen | ja | Befliegung 2017–2022, Update 2027 geplant |
| Mecklenburg-Vorpommern | keines landesweit | LEKA MV verweist auf Schwerin und Neubrandenburg | nein | kommunal |
| Niedersachsen | keines | Energieatlas Niedersachsen zeigt nur Wind und Biogas | nein | kommunal |
| Nordrhein-Westfalen | Solarkataster NRW | LANUK | ja | ALKIS-Gebäudestand bis Ende 2022 |
| Rheinland-Pfalz | Solarkataster im Energieatlas RLP | Energieagentur Rheinland-Pfalz | ja | Laserscan Stand 03/2024 |
| Saarland | Solardachkataster für „einige saarländische Kommunen" | Geoportal Saarland, Umweltministerium | nein | Datensatz 07.01.2021 |
| Sachsen | Solarkataster Sachsen im Energieportal | SAENA | ja | Erhebungsjahr nicht veröffentlicht |
| Sachsen-Anhalt | keines landesweit, regional Solarkataster Altmark | Landesenergieagentur LENA; Altmark von einer Bürgerenergiegenossenschaft | nein | Altmark seit 2022 |
| Schleswig-Holstein | Solarkataster Schleswig-Holstein | Land Schleswig-Holstein | ja | Layer-Revision 12/2023 |
| Thüringen | Thüringer Solarrechner | ThEGA und Thüringer Umweltministerium | ja | Befliegung überwiegend 2010–2014, Mitte und Ost bis 2019 |
Eigene Live-Prüfung aller 16 Landesangebote am 29.08.2026. Belege je Land in den folgenden Abschnitten.
Was ein Solarkataster ist und was es kostet
Ein Solarkataster ist eine Karte, in der jede Dachfläche eines Landes rechnerisch bewertet wurde. Das Prinzip ist überall gleich: Aus einer Laserscan-Befliegung entsteht ein Höhenmodell von Gelände und Gebäuden, aus dem Liegenschaftskataster (ALKIS) kommen die Gebäudeumringe, aus Daten des Deutschen Wetterdienstes oder der EU-Datenbank PVGIS die Einstrahlung. Ein Verschattungsmodell zieht ab, was Nachbarhäuser, Bäume und der eigene Dachfirst wegnehmen. Am Ende steht je Teilfläche eine Einstrahlung in kWh/m² pro Jahr, daraus abgeleitet eine mögliche Leistung in kWp und ein Stromertrag in kWh pro Jahr.
Für Sie ist das kostenlos: Alle Landeskataster sind Angebote der Landesverwaltung oder der Landesenergieagentur, ohne Registrierung und ohne Gebühr abrufbar. Sie sind als erster Schritt gedacht, nicht als Planungsdokument. Das schreiben die Betreiber selbst: Die LEA Hessen formuliert, ihre Anwendungen dienten „als erste Annäherung, ersetzen aber nicht die Detailplanung durch eine Fachfirma vor Ort".
Was Sie im Ergebnis sehen, unterscheidet sich stark. Rheinland-Pfalz berechnet je geeigneter Dachfläche „die mögliche zu installierende kWp-Leistung, des entsprechenden potenziellen Stromertrags und der damit einhergehenden CO2-Einsparung in kg pro Jahr". Nordrhein-Westfalen weist stattdessen geeignete Flächengröße, nutzbare Modulfläche, installierbare Leistung und Stromertrag aus. Andere Länder zeigen zunächst nur eine Farbe und öffnen die Zahlen erst per Klick.
Die zehn Länder mit landesweitem Kataster im Detail
Baden-Württemberg: Laserscan aus den Jahren 2016 bis 2023
Das Solardachkataster steckt im Energieatlas BW der LUBW und wird über den Kartenlayer „Potenzial Dach-Photovoltaik" geöffnet. Die Landesanstalt beschreibt die Grundlage präzise: „Die Analyse basiert auf Daten einer flugzeuggestützten Befliegung mit einem Laserscanner (Airborne Laserscanning, ALS) aus den Jahren 2016 bis 2023." Die Messpunktdichte liegt bei mindestens acht Punkten pro Quadratmeter, die Gebäudegrundrisse stammen aus der automatisierten Liegenschaftskarte mit Stand 2012. Der Datensatz „Dach-Photovoltaik (Potenzial)" umfasst laut Metadatenblatt 3.400.000 Flächen, das Aktualisierungsintervall lautet „unregelmäßig".
Berlin: aktuelle Karte, ältere Befliegung
Der Umweltatlas Berlin nennt als Quelle „Solarkataster Berlin 2025, Solarrechner für Berlin" mit dem Bearbeitungsstand November 2025. Konzipiert hat es die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe. Gerechnet wird mit Geodaten aus dem Liegenschaftskataster (ALKIS) und digitalen 3D-Gebäudemodellen (LoD2), die Verschattung basiert auf monatlichen Rasterdaten. Der Bearbeitungsstand der Karte ist aber nicht das Alter der Rohdaten. Für die Kartenebene „Photovoltaik-Potenzial" nennt die Methodenbeschreibung Befliegungsdaten des Jahres 2020; Gebäude, die nach dem Datenerhebungsstand 22.04.2021 errichtet, verändert oder abgerissen wurden, sind „nicht berücksichtigt". Die zugehörige Solarpotenzialanalyse trägt für diese Ebene den Stand 21.03.2022, für die Solarrechner-Ebene den Stand 17.09.2025.
Brandenburg: vier Eignungsklassen und eine klare Ansage
Der Solaratlas der Energie- und Klimaagentur Brandenburg prüft unter „Mein Dach" jedes Gebäude im Land und stuft die Ergebnisse offen in vier Klassen ab: „Gut geeignet 80 % bis 100 %", „Geeignet 60 % bis 80 %", „Bedingt geeignet 40 % bis 60 %" und „Nicht geeignet < 40 %", bezogen auf die nutzbare Jahreseinstrahlung. „Hat ein Gebäude mehrere geeignete Dachflächen, so richtet sich die Eignungsklasse des gesamten Gebäudes nach der Eignung der größten Fläche", heißt es in der Methodik. Datengrundlage sind ALKIS, ein LoD2-Modell, ein bildbasiertes Oberflächenmodell und PVGIS.
Bremen: Stadt und Bremerhaven getrennt
Die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft verweist von ihrer Solarenergie-Seite auf das Solarkataster der Stadt Bremen und nennt ein separates Angebot für Bremerhaven. Bremen legt den Modell-Optimismus zugleich am ehrlichsten offen: Rund 10 Mio. m² Dachfläche gelten als gut oder sehr gut geeignet, rechnerisch etwa 1.500 MW, „allerdings nur theoretisch". Bei praktisch nutzbaren 25 % blieben nach eigener Rechnung der Behörde noch 350 bis 400 MW. Am Netz waren zum Zeitpunkt der Meldung 36 MW.
Hessen: rund 5 Mio. analysierte Dachflächen
Das Solar-Kataster Hessen ist seit September 2016 online, herausgegeben von der LEA LandesEnergieAgentur Hessen im Auftrag des hessischen Wirtschaftsministeriums. Analysiert wurden laut Leitfaden der LEA rund 5 Mio. Dachflächen sowie Freiareale auf 21.115 km², mit einer mittleren Punktdichte von 22 Punkten pro Quadratmeter und einer Lage- und Höhengenauigkeit von etwa 15 cm. Hessen sagt auch offen, wie alt die Daten sind: Die Regionen werden „ungefähr alle 6-7 Jahre" überflogen, die Aufnahmen stammen je nach Region aus den Jahren 2017 bis 2022, die nächste Aktualisierung ist für 2027 geplant.
Nordrhein-Westfalen: bewusst ohne Eignungsklassen
Das Solarkataster NRW stammt vom Landesamt für Natur, Umwelt und Klima (LANUK), das vom Klimaschutzministerium mit der Erstellung beauftragt wurde, und basiert auf landesweiten hochaufgelösten Laserscandaten sowie Strahlungsdaten des Deutschen Wetterdienstes (Datensatzbeschreibung bei Open.NRW). Der Einstieg läuft über solarkataster.nrw.de, das auf die Kartenanwendung des Energieatlas weiterleitet. Ausgewiesen werden geeignete Flächengröße, nutzbare Modulfläche, installierbare Leistung und Stromertrag. Erfasst sind laut FAQ des Energieatlas alle Gebäude, „die bis Ende 2022 in den Karten der Gebäudeumrisse (ALKIS-Daten) eingetragen waren".
Rheinland-Pfalz: die Schwelle steht schwarz auf weiß
Der Energieatlas Rheinland-Pfalz nennt die Eignungsgrenze wörtlich: Ausgewiesen werden Flächen, „die einen spezifischen Stromertrag von 700 kWh/kWp pro Jahr und mehr aufweisen und weniger als 20 % verschattet sind", was ungefähr 857 kWh/(m²a) Einstrahlung entspricht. Geneigte Flächen müssen mindestens 5 m² groß sein, Flachdächer 12,5 m². Die Methodikseite nennt auch die Annahmen: 23 % Modulwirkungsgrad, 5 m² pro kWp, bei Flachdächern gelten 40 % der Fläche als nutzbar. Die Laserscandaten haben den Stand März 2024 und decken über 3,2 Mio. Gebäude ab.
Sachsen: Farbe nach Himmelsrichtung
Mit dem sächsischen Solarkataster „kann schnell und einfach geprüft werden, ob die eigene (Dach-)Fläche das Potential für eine Photovoltaikanlage hat", schreibt die Landesseite energie.sachsen.de. Der Zugang läuft über das Energieportal Sachsen, betrieben von der Sächsischen Energieagentur SAENA. Dargestellt wird nach Himmelsrichtung: „In diesem Solarkataster sind geeignete Dächer, je nach Dachausrichtung, in verschiedenen Farben dargestellt." Wichtig ist der Hinweis der SAENA zu weißen Flecken: Ein nicht eingefärbtes Dach kann zu stark verschattet oder zu klein sein, nach der Erhebung der Laserscandaten gebaut worden sein, oder der Eigentümer hat der Darstellung widersprochen.
Schleswig-Holstein: erst ab Zoomstufe 16 sichtbar
Das landesweite Solarkataster Schleswig-Holstein ist unter solarkataster-sh.de erreichbar. Die Stadt Bad Oldesloe beschreibt es so: Das Land vereinfache damit „die Planung und Prüfung der Eignung von Immobilien für Photovoltaikanlagen", Eigentümer könnten „in wenigen Schritten das Solarpotenzial ihrer Dächer ermitteln" (Kommunalseite). Aus der öffentlichen Viewer-Konfiguration ergibt sich ein praktischer Hinweis: Die Layer „Photovoltaik" und „Solarthermie" erscheinen erst ab Zoomstufe 16. Wer zu weit herausgezoomt sucht, sieht nichts. Der Layer „Solarpotenziale Dachseiten" trägt als letzte Revision den 07.12.2023.
Thüringen: der älteste Datenbestand im Bund
Der Thüringer Solarrechner ist ein kostenloses Angebot der Landesenergieagentur ThEGA und des Thüringer Umweltministeriums, herstellerneutral und ausdrücklich auf Thüringen begrenzt: „Für Dächer außerhalb Thüringens kann der Solarrechner keine Aussagen treffen." Mehr als 600.000 Menschen haben ihn nach ThEGA-Angaben genutzt. Beim Datenalter ist Thüringen das Schlusslicht und sagt es selbst: Der Bestand beinhaltet „mehrheitlich Aufnahmen aus den Jahren 2010 bis 2014 mit einer Erfassungsdichte von mindestens 4 Punkten/m²". Nord-, Süd- und Westthüringen wurden von 2010 bis 2013 beflogen, Mittel- und Ostthüringen zwischen 2014 und 2019.
Sechs Länder, in denen die Karte nicht weiterhilft
In Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, im Saarland und in Sachsen-Anhalt gibt es kein landesweites gebäudescharfes Kataster, Hamburg deckt nur einen Teil des Stadtgebiets ab. Viele Ratgeberseiten verlinken hier trotzdem auf Portale, die für das eigene Dach nichts ausgeben.
Bayern erfasst die Potenziale laut Energie-Atlas Bayern „für Regierungsbezirke, Landkreise und Gemeinden", berechnet auf Basis eines 3D-Gebäudemodells. Für die gebäudescharfe Prüfung führt der Atlas kommunale Angebote als Quellen an, etwa das Solarpotenzialkataster des Landkreises München oder das Solarflächenkataster der Stadt Augsburg. Auf derselben Seite steht der wichtigste Satz aus allen 16 Portalen: „Lassen Sie vorab prüfen, ob das Dach die Last der PV-Module tragen kann. Denn: Als Beauftragender sind Sie grundsätzlich für die Statik verantwortlich."
Hamburg beschreibt die Lücke amtlich selbst. Der Solaratlas sei „ein Dachflächenkataster, in dem Dachflächen für einen Teil der Hamburger Stadtfläche aufgenommen und nach Solareignung eingestuft sind" (BUKEA). Liegt Ihr Dach außerhalb des untersuchten Gebiets, gibt es schlicht kein Ergebnis.
Mecklenburg-Vorpommern hat kein Landeskataster. Die Landesenergie- und Klimaschutzagentur LEKA MV stellt auf ihrer Solarkataster-Seite ausschließlich kommunale Lösungen vor, namentlich die Solarpotenzialanalysen der Städte Neubrandenburg und Schwerin.
Niedersachsen ist der klarste Fall. Der amtliche Energieatlas Niedersachsen zeigt ausschließlich „die Standorte der Biogas- und Windenergieanlagen in Niedersachsen", und die zugrunde liegenden Anlagendaten wurden laut Portal „Ende 2013/ Anfang 2014 erhoben". Ein gebäudescharfes Dach-Solarpotenzial ist dort nicht enthalten.
Das Saarland betreibt die Fachanwendung „Solardachkataster -Geoportal Saarland-", die laut Metadatensatz des Umweltministeriums eine Übersichtskarte „in einigen saarländischen Kommunen" bietet. Dort heißt es weiter: „Weitere Informationen (Modulfläche, optimaler Stromertrag, empfohlener Modultyp) erhalten Sie bei Ihrer Kommune." Der Datensatz wurde am 07.01.2021 erstellt, das Aktualisierungsintervall lautet „bei Bedarf". Der Regionalverband Saarbrücken hat im Juni 2024 immerhin ein eigenes Kataster veröffentlicht, gefördert zu 70 % aus der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundes.
Sachsen-Anhalt hat ebenfalls kein landesweites Dach-Potenzialkataster. Die Landesenergieagentur LENA verlinkt den Energieatlas Sachsen-Anhalt und ein PV-Berechnungstool, aber keine gebäudescharfe Solarkarte. Als erstes Solarkataster im Land wurde 2022 das regionale „Solarkataster Altmark" einer Bürgerenergiegenossenschaft vorgestellt (Landkreis Stendal).
Die Farbe lesen: warum ein Vergleich über Landesgrenzen wertlos ist
Der häufigste Anwenderfehler: Zwei Bekannte vergleichen ihre Ergebnisse, einer in Brandenburg, einer in Sachsen, beide sehen Grün und schließen auf gleiche Eignung. Das ist nicht vergleichbar, weil die Farbe in jedem Land eine andere Größe codiert.
| Land | Was die Farbe bedeutet | Abstufung |
|---|---|---|
| Brandenburg | Anteil der nutzbaren Jahreseinstrahlung | 4 Klassen von „gut geeignet" bis „nicht geeignet" |
| Hessen | Strahlungsenergie in kWh/m² pro Jahr | Farbskala ab bestimmter Zoomstufe |
| Sachsen | Dachausrichtung | Farbe je Himmelsrichtung, ungeeignet bleibt farblos |
| Berlin | Einstrahlung; Eignung nach Himmelsrichtung, Dachtyp und Fläche | nur als geeignet bewertete Flächen dargestellt |
| Rheinland-Pfalz | nur geeignete Flächen dargestellt | keine Abstufung |
| Nordrhein-Westfalen | keine Eignungsbewertung | keine Abstufung |
Eigene Auswertung der Methodikseiten von Brandenburg, Hessen, Sachsen, Berlin, Rheinland-Pfalz und NRW, alle geprüft am 29.08.2026.
Besonders lehrreich sind die beiden Länder, die bewusst auf jede Abstufung verzichten. Nordrhein-Westfalen begründet das so: „Im Solarkataster NRW wird angenommen, dass alle Flächen grundsätzlich erst einmal für eine Photovoltaik-Nutzung geeignet sind. Eine gute Wirtschaftlichkeit ist heutzutage nämlich immer vom Eigenverbrauch abhängig." Rheinland-Pfalz formuliert es fast identisch: Auf eine weitere Klassifizierung werde verzichtet, „da die Eignung einer Dachfläche stark vom Verbrauchsverhalten der Bewohner/Nutzer des Gebäudes abhängig ist".
Beide sagen damit dasselbe: Ob sich Ihre Anlage lohnt, entscheidet nicht das Dach allein, sondern das Zusammenspiel aus Ertrag und Verbrauch. Das gilt auch für Ausrichtungen, die im Kataster mittelmäßig aussehen. Hessen ordnet ein, dass „auch bei Werten im gelben Bereich ab ca. 900 kWh/m² pro Jahr" ein wirtschaftlicher Betrieb möglich ist, etwa bei einer Ost-West-Ausrichtung der Module.
kWh/kWp: die einzige Zahl, die wirklich vergleichbar ist
Die belastbare Kennzahl ist der spezifische Stromertrag in kWh pro kWp und Jahr. Er ist unabhängig von Dachgröße und Modultyp und beantwortet genau die richtige Frage: Wie viel Strom bringt hier ein Kilowatt installierter Leistung? Berlin und Rheinland-Pfalz nutzen ihn als Eignungskriterium.
Und hier liegt der Punkt, den kein Portal in Fettschrift schreibt: Die amtlichen Eignungsschwellen sind niedrig. In Berlin sind die Kriterien „u.a. eine zur Verfügung stehende Mindestfläche von 7 m² und das Erreichen eines spezifischen Stromertrags von 650 kWh/kWp". Rheinland-Pfalz setzt die Grenze bei 700 kWh/kWp und höchstens 20 % Verschattung. Zum Vergleich liefert 1 kWp auf einem Süddach mit 30 Grad Neigung in der Mitte Deutschlands rund 1.023 kWh im Jahr (PVGIS v5.2, 14 % Systemverluste).
Ein Dach, das die amtliche Schwelle gerade so erreicht, liegt also 30 bis 40 % unter dem, was ein gutes Süddach abwirft. „Geeignet" heißt im Katastersinn nicht „gut", sondern nur „nicht offensichtlich sinnlos". Die Bandbreite nach Ausrichtung und Neigung steht in der Ertragstabelle pro kWp.
Zweiter Fallstrick: Die Modellannahmen sind nicht einheitlich und oft nicht einmal veröffentlicht. Rheinland-Pfalz legt sie offen und rechnet mit 23 % Modulwirkungsgrad, 5 m² pro kWp und 40 % nutzbarer Fläche beim Flachdach. Berlin nennt in der Methodenbeschreibung keine vergleichbaren Kennwerte, sondern verweist auf die Abschlussdokumentation der Potenzialanalyse. Dieselbe Dachfläche kann deshalb in zwei Ländern unterschiedliche kWp- und kWh-Werte ergeben, ohne dass sich am Dach etwas geändert hätte. Den sauberen Rechenweg von der Fläche zur Leistung zeigt der Beitrag Dachfläche in kWp umrechnen.
Wie alt sind die Daten in Ihrem Land?
Ein Solarkataster ist immer ein Foto der Vergangenheit. Zwischen Befliegung und Abfrage können mehr als zehn Jahre liegen. Alles Spätere fehlt: der Anbau, die neue Gaube, das Dachfenster, der Baum über dem First und im Zweifel Ihr ganzes Haus.
| Land | Datengrundlage | Stand |
|---|---|---|
| Thüringen | Laserscan-Befliegung | überwiegend 2010–2014, Mitte und Ost bis 2019 |
| Baden-Württemberg | ALS-Befliegung, ALK-Gebäude | 2016–2023, Gebäude 2012 |
| Hessen | Laserscan-Befliegung | 2017–2022, Update für 2027 geplant |
| Berlin | Befliegungsdaten, Datenerhebungsstand 22.04.2021 | 2020, Karte zuletzt 11/2025 bearbeitet |
| Nordrhein-Westfalen | ALKIS-Gebäudestand | bis Ende 2022 |
| Schleswig-Holstein | Layer-Revision Solarpotenziale | 07.12.2023 |
| Rheinland-Pfalz | Laserscandaten | März 2024 |
Angaben der jeweiligen Betreiber, abgerufen am 29.08.2026. Für Sachsen und Bremen ist kein Erhebungsjahr veröffentlicht.
Die Betreiber sagen die Folge offen. NRW schreibt, später eingetragene Gebäude hätten „leider nicht berücksichtigt" werden können. Rheinland-Pfalz formuliert: „Nach dem Erfassungsdatum der Laserscandaten neu errichtete Gebäude sind noch nicht im Kataster dargestellt und berechnet worden." Wenn Ihr Haus fehlt, ist das kein Hinweis auf ein schlechtes Dach, sondern auf ein junges Haus.
Wo das Kataster aufhört und was der Fachbetrieb prüfen muss
Die sieben folgenden Punkte sind keine Kritik: Die Betreiber benennen sie selbst. Sie sind der Grund, warum eine grüne Fläche noch kein Projekt ist.
- Statik und Dachzustand. Kein Kataster prüft die Tragfähigkeit. Berlin schreibt, die Informationen ersetzten „nicht die weiterhin erforderliche fachliche Begutachtung des Einzelobjekts vor einer Detailplanung und Bau einer Solaranlage, hinsichtlich weiterer Parameter wie z. B. die Statik des Daches oder Elektroinstallation". Baden-Württemberg nennt Eindeckung sowie Schnee- und Windlasten; Bremen rechnet damit, dass „aus statischen oder anderen baulichen Gründen" praktisch nur rund ein Viertel des theoretischen Potenzials nutzbar ist. Was zu rechnen ist, behandelt der Beitrag zu Dachstatik und Dachlast.
- Denkmalschutz und kommunale Satzungen. Brandenburg benennt beides direkt: „Denkmalschutzauflagen sowie Einschränkungen durch kommunale Satzungen" seien in der Analyse nicht betrachtet worden. Was bei geschützten Gebäuden gilt, klärt der Ratgeber zu Photovoltaik und Denkmalschutz.
- Ihr Verbrauchsprofil. NRW und Rheinland-Pfalz begründen damit sogar den Verzicht auf Eignungsklassen. Thüringen rechnet den Eigenverbrauch mit „Standardlastprofilen, die auf gemittelten Daten der Übertragungsnetzbetreiber beruhen", also nicht mit Ihrem realen Lastgang.
- Dachaufbauten und Details. Brandenburg weist zum LoD2-Modell darauf hin: „Dachaufbauten wie Kamine, Antennen oder Dachfenster sind in dem Datensatz nicht enthalten." Berlin hält fest, dass bereits mit PV-Anlagen belegte Dachflächen „in der Karte nicht differenziert dargestellt" werden.
- Aktuelle Verschattung. Die Modelle rechnen mit dem Baumbestand zum Zeitpunkt der Befliegung; Rheinland-Pfalz toleriert dabei pauschal alles unter 20 % Verschattung. Was Teilverschattung konkret kostet, steht im Beitrag zur Verschattung von Photovoltaikanlagen.
- Lücken durch Widerspruch. In Sachsen können Grundstückseigentümer „der Eignungsdarstellung ihrer Gebäude im Solarkataster widersprechen"; ihr Dach bleibt dann farblos. Ein weißes Dach in der Karte bedeutet deshalb nicht automatisch „ungeeignet".
- Kein Angebot und keine Preisaussage. Kein Landeskataster nennt einen verbindlichen Preis. Baden-Württemberg formuliert es stellvertretend: „Das Solardachkataster ersetzt keine individuelle Betrachtung und Beratung vor Ort." Thüringen empfiehlt ausdrücklich, „sich drei Angebote einzuholen".
Ein achter Punkt kommt hinzu, den kein Kataster kennen kann: das Alter Ihrer Dacheindeckung. Steht ohnehin eine Neueindeckung an, gehört die Reihenfolge geplant, wie im Beitrag Photovoltaik vor der Dachsanierung beschrieben.
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Kein Kataster im eigenen Land? PVGIS funktioniert überall
In den sechs Ländern ohne vollständige Abdeckung bleibt eine Option, die überall funktioniert: PVGIS der Europäischen Kommission. Das Werkzeug ist frei zugänglich, deckt ganz Europa ab und simuliert den Jahresertrag nach Adresse, Neigung, Ausrichtung und Systemverlusten. Es ist damit die einzige Lösung, die in allen 16 Bundesländern greift.
Der Unterschied ist wichtig: PVGIS kennt Ihr Dach nicht. Es rechnet die Einstrahlung für Ihre Koordinate und wendet darauf die Parameter an, die Sie eintragen. Neigung, Ausrichtung und Verschattung müssen Sie selbst abschätzen. Dafür sind zwei Standorte direkt vergleichbar, weil überall dieselbe Methodik greift. Daher stammt auch der Referenzwert von 1.023 kWh/kWp.
Als zweite Hilfslinie taugt das Nord-Süd-Gefälle der Globalstrahlung. Die LEA Hessen beziffert es mit rund 970 kWh/m² pro Jahr in Hamburg und rund 1.170 kWh/m² pro Jahr in München. Schon innerhalb Hessens liegen zwischen Nord und Süd etwa 15 %: Eine Anlage in Kassel erzeugt rund 10 % weniger als eine baugleiche in Offenbach.
In fünf Schritten vom Kataster zum belastbaren Angebot
- Kataster abfragen. Adresse eingeben, Dachfläche anklicken, Zahlen notieren: Modulfläche in m², installierbare Leistung in kWp, Stromertrag in kWh pro Jahr und, falls angegeben, den spezifischen Ertrag in kWh/kWp.
- Datenstand prüfen. Vergleichen Sie das Ergebnis mit der Datenalter-Tabelle oben. Fehlt Ihr Haus oder fehlen Gauben und Dachfenster, ist der Wert eine Näherung mit bekanntem Fehler.
- Gegenrechnen. Setzen Sie den spezifischen Ertrag ins Verhältnis zu den 1.023 kWh/kWp eines guten Süddachs. Alles unter 800 kWh/kWp braucht eine Begründung über den Eigenverbrauch.
- Verbrauch dazunehmen. Erst aus Ertrag und Jahresverbrauch entsteht eine Wirtschaftlichkeitsrechnung. Die Auslegungslogik liefert der Ratgeber PV-Anlage planen und dimensionieren, den Kostenrahmen der Überblick Photovoltaik-Kosten 2026 und die Größenstaffel die Kostentabelle nach kWp.
- Vor Ort prüfen lassen. Statik, Eindeckung, Zählerschrank und Kabelweg sieht niemand aus der Luft. Welche Fragen dazugehören, steht in der Checkliste für den Vor-Ort-Termin; den Angebotsvergleich danach zeigt Photovoltaik-Angebote vergleichen.
Der Blick auf die Förderlage gehört ebenfalls in diese Reihenfolge, und zwar vor der Auftragsvergabe: Die Bausteine auf Bundes- und Landesebene fasst der Überblick Förderung Photovoltaik 2026 zusammen. Wo eine Solarpflicht greift, ist die Anlage bei bestimmten Anlässen ohnehin vorgeschrieben; den Stand je Land liefert der Beitrag zur Solarpflicht 2026 nach Bundesländern.
Häufige Fragen (FAQ)
Was ist ein Solarkataster und was kostet die Abfrage?
Ein Solarkataster ist eine amtliche Karte, in der die Dachflächen eines Gebiets rechnerisch auf ihre Solareignung untersucht wurden. Grundlage sind Laserscan-Befliegungen, Gebäudeumringe aus dem Liegenschaftskataster und Strahlungsdaten. Die Abfrage ist bei allen Landesangeboten kostenlos und ohne Registrierung möglich, weil die Kataster von Landesbehörden oder Landesenergieagenturen betrieben werden.
In welchen Bundesländern gibt es ein landesweites Kataster?
Nach eigener Prüfung am 29.08.2026 in zehn Ländern: Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen. Hamburg deckt nur einen Teil des Stadtgebiets ab. In Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, im Saarland und in Sachsen-Anhalt gibt es nur kommunale oder regionale Angebote.
Warum ist mein Haus im Solarkataster nicht zu sehen?
Der häufigste Grund ist das Datenalter. NRW erfasst Gebäude, die bis Ende 2022 in ALKIS eingetragen waren, Rheinland-Pfalz weist darauf hin, dass nach dem Erfassungsdatum errichtete Gebäude nicht dargestellt sind. Berlin berücksichtigt Änderungen nach dem Datenerhebungsstand 22.04.2021 nicht. Auch ein Widerspruch des Eigentümers gegen die Darstellung ist möglich, etwa in Sachsen. Ein fehlendes oder weißes Dach ist also kein Eignungsurteil.
Was bedeuten kWp, kWh pro Jahr und kWh/kWp im Kataster?
kWp ist die installierbare Leistung, also wie viel Modulleistung auf die Fläche passt. kWh pro Jahr ist der daraus modellierte Stromertrag. kWh/kWp ist der spezifische Ertrag und die einzige Größe, die zwischen Dächern und Ländern vergleichbar ist, weil sie von Dachgröße und Modultyp unabhängig ist. Berlin und Rheinland-Pfalz nutzen genau diesen Wert als Eignungskriterium.
Ab wann gilt ein Dach im Kataster als geeignet?
Berlin nennt als Kriterien unter anderem eine Mindestfläche von 7 m² und einen spezifischen Stromertrag von 650 kWh/kWp. Rheinland-Pfalz verlangt 700 kWh/kWp und weniger als 20 % Verschattung, bei mindestens 5 m² geneigter Fläche oder 12,5 m² Flachdach. Beide Schwellen liegen deutlich unter den rund 1.023 kWh/kWp eines guten Süddachs.
Prüft das Solarkataster die Statik meines Daches?
Nein, und das schreiben die Betreiber selbst. Berlin hält fest, dass eine technische Eignung nicht zugesichert wird und es der Prüfung des Einzelfalls bedarf, etwa hinsichtlich der Statik des Daches. Baden-Württemberg nennt Eindeckung sowie Schnee- und Windlasten als zusätzliche Einflussgrößen, Bayern schreibt: „Als Beauftragender sind Sie grundsätzlich für die Statik verantwortlich."
Wie genau sind die Ertragswerte aus dem Kataster?
Sie sind Näherungswerte, keine Prognosen. Baden-Württemberg formuliert wörtlich, die Ergebnisse seien „als Näherungswerte zu verstehen" und könnten von der später installierten Anlage abweichen. Hinzu kommen unterschiedliche Modellannahmen: Rheinland-Pfalz rechnet offen mit 23 % Modulwirkungsgrad und 5 m² pro kWp, andere Länder veröffentlichen ihre Kennwerte gar nicht. Eine belastbare Trefferquote gegenüber real gemessenen Erträgen veröffentlicht keine der Stellen.
Was mache ich, wenn mein Bundesland kein Kataster hat?
Nutzen Sie zuerst kommunale Angebote, auf die die Landesagenturen verweisen, etwa in Schwerin, Neubrandenburg, Augsburg, im Landkreis München, im Regionalverband Saarbrücken oder in der Altmark. Als Fallback funktioniert PVGIS der Europäischen Kommission in ganz Europa und liefert eine Ertragssimulation nach Adresse, Neigung und Ausrichtung. Verschattung und Dachdetails müssen Sie dabei selbst einschätzen.
Reicht das Solarkataster als Grundlage für ein Angebot?
Nein. Es ist eine Vorauswahl, kein Planungsdokument. Die LEA Hessen schreibt, die Anwendungen dienten als erste Annäherung und ersetzten nicht die Detailplanung durch eine Fachfirma vor Ort. Brandenburg formuliert, die Ergebnisse ersetzten nicht die Beurteilung durch Fachunternehmen. Thüringen schreibt: „Es ist empfehlenswert, sich drei Angebote einzuholen."
Nächster Schritt: vom Kartenwert zur belastbaren Zahl für Ihr Dach
Das Solarkataster beantwortet genau eine Frage: ob auf Ihrem Dach genug Sonne ankommt. Es sagt nicht, wie groß die Anlage sein sollte, wie viel Strom Sie selbst verbrauchen und nach wie vielen Jahren sich die Investition trägt. Diese drei Größen entscheiden über die Wirtschaftlichkeit, und sie hängen an Ihrem Gebäude und Ihrem Verbrauch, nicht an einer Farbe in der Karte. Mit reduco analysieren Sie Ihr Haus in wenigen Minuten und erhalten eine datenbasierte Einschätzung zu Anlagengröße, Ertrag und Amortisation, die Sie direkt gegen das Katasterergebnis halten können.
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