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Förderung14 Min. Lesezeit

Photovoltaik-Förderung Thüringen 2026: SolarInvest ist beendet

Thüringen fördert Photovoltaik seit Ende 2022 nicht mehr. Was Ihnen 2026 bleibt: 0 % Mehrwertsteuer, 7,70 ct/kWh Einspeisung und der Zinsvorteil EigenheimPlus.

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Hendrik Stotz

Hendrik Stotz

29. August 2026

Hendrik ist zertifizierter Energieeffizienz-Experte und bringt durch seinen Bachelor of Engineering und Master of Science tiefe Expertise in den Bereichen Sanierung und Gebäudeenergiesysteme mit sich. Seit fast 7 Jahren beschäftigt er sich angefangen bei Bosch Building Technologies mit Gebäudetechnik und verfolgt mit Reduco die Mission, so viele Eigentümer, Berater und Installateure wie möglich bei der Planung von wirtschaftlich sinnvollen Sanierungen zu unterstützen.

Photovoltaikanlage auf dem Dach eines Einfamilienhauses in Thüringen

Das Wichtigste in Kürze

  • Kein Landesprogramm mehr: Die Landesenergieagentur ThEGA schreibt selbst, dass das Thüringer Förderprogramm SolarInvest Ende 2022 eingestellt wurde. Eine landesweite Förderung für private Photovoltaikanlagen oder Batteriespeicher existiert 2026 nicht.
  • Auch kommunal Fehlanzeige: In sieben geprüften Städten (Erfurt, Jena, Weimar, Gera, Gotha, Ilmenau, Eisenach) war zum Stand 29.08.2026 kein eigener Zuschuss für private Aufdachanlagen oder Speicher ausgewiesen.
  • Der einzige finanzielle Landeshebel ist ein Kredit: EigenheimPlus der Thüringer Aufbaubank deckelt den Effektivzins bei 3,89 % (5 Jahre) bis 4,25 % (30 Jahre), Finanzierungsbetrag 5.000–250.000 €. Photovoltaik nennt das Merkblatt allerdings nicht als eigene Maßnahme.
  • Die Förderung kommt vom Bund: 0 % Umsatzsteuer nach § 12 Abs. 3 UStG, Einkommensteuerfreiheit nach § 3 Nr. 72 EStG, 7,70 ct/kWh Einspeisevergütung seit dem 1. August 2026 und der KfW-270-Kredit ab 4,11 % effektiv.
  • Reihenfolge entscheidet: KfW 270 und EigenheimPlus müssen vor Vorhabensbeginn über die Hausbank beantragt werden. Als Beginn gilt laut TAB-Merkblatt der Abschluss von Liefer- und Leistungsverträgen.
  • Kostenlos statt Zuschuss: Der Thüringer Solarrechner von ThEGA und Umweltministerium sowie das Erfurter Solarkataster liefern eine erste Einschätzung für Ihr Dach, ohne dass Sie etwas zahlen.

Wer 2026 in Thüringen nach einem Zuschuss für die eigene Solaranlage sucht, findet keinen. Das ist keine Vermutung, sondern die Aussage der staatlichen Landesenergieagentur selbst: Die ThEGA schreibt auf ihrer Förderseite, dass SolarInvest Ende 2022 eingestellt wurde und es aktuell keine landesweite Förderung für private Photovoltaikanlagen oder Batteriespeicher gibt. Auch die Thüringer Aufbaubank als Landesförderbank führt in ihrem Bereich für Privatpersonen kein Solar- oder Speicherprogramm mehr.

Das klingt zunächst nach einer schlechten Nachricht, ist aber vor allem eine Planungsinformation. Denn die tragenden Förderbausteine für eine private PV-Anlage liegen ohnehin auf Bundesebene: der Nullsteuersatz von 0 %, die Steuerfreiheit der Erträge, die seit dem 1. August 2026 garantierten 7,70 ct/kWh Einspeisevergütung und der KfW-270-Kredit ab 4,11 % effektiv. In Thüringen kommt genau ein Landesbaustein dazu, den kaum ein Solarratgeber erwähnt: das zinsverbilligte Darlehen EigenheimPlus. Dieser Beitrag ordnet ein, was davon Ihre Anlage tatsächlich günstiger macht, was nur so aussieht, und in welcher Reihenfolge Sie vorgehen müssen. Den bundesweiten Rahmen liefert der Förderüberblick Photovoltaik 2026, die Einordnung im Ländervergleich die Übersicht der Landesförderungen.

Förderlage Thüringen 2026 auf einen Blick

Die folgende Tabelle trennt die drei Ebenen, die in Suchergebnissen regelmäßig vermischt werden: Land, Kommune und Bund.

Ebene Programm Status 2026 Was Sie davon haben
Land Thüringen SolarInvest seit Ende 2022 eingestellt nichts, keine Neuanträge
Land Thüringen EigenheimPlus (TAB) offen zinsverbilligtes Darlehen, max. 3,89–4,25 % effektiv
Land Thüringen ThEGA-Servicestelle Solarenergie offen kostenlose Förder- und Erstberatung
Kommunen 7 geprüfte Städte kein PV-Zuschuss Beratung, Solarkataster
Bund Nullsteuersatz § 12 Abs. 3 UStG dauerhaft 0 % Umsatzsteuer auf Anlage und Speicher
Bund Einspeisevergütung EEG offen 7,70 ct/kWh, 20 Jahre garantiert
Bund KfW 270 offen Kredit bis 100 % der Kosten, ab 4,11 % effektiv

Stand: 29.08.2026. Quellen: ThEGA, Thüringer Aufbaubank, Bundesnetzagentur, KfW.

Landesförderung: Warum SolarInvest 2026 nicht mehr hilft

SolarInvest war bis 2022 das Thüringer Programm, über das private Bauherren Zuschüsse für Photovoltaik, Speicher und Solarthermie beantragen konnten. Genau danach suchen viele Eigentümer heute noch, weil Ratgeber und Foren den Programmnamen weitertragen. Die Realität ist eindeutig: Die ThEGA bezeichnet das Programm als eingestellt, und die Thüringer Aufbaubank listet im Bereich für Privatpersonen zum Stand 29.08.2026 kein einziges Programm mit Solar- oder Speicherbezug mehr. Wenn Sie also auf ein Angebot stoßen, das 2026 noch mit SolarInvest wirbt, ist das ein Warnsignal für veraltete Inhalte.

Die ThEGA verweist stattdessen auf die kommunale Ebene und formuliert vorsichtig: In einzelnen Städten und Gemeinden sowie bei einigen Energieversorgern bestünden weiterhin eigene Förderangebote, es lohne sich, dort nachzufragen. Nur nennt die Seite keine einzige konkrete Kommune. Genau diese Lücke schließt der nächste Abschnitt.

Wichtig ist auch, was die Landesenergieagentur zur Bundesebene sagt, denn das deckt sich mit der Lage in allen Bundesländern: Auf Bundesebene gibt es kein allgemeines Zuschussprogramm für die Anschaffung von Photovoltaikanlagen oder Batteriespeichern, und das frühere KfW-Programm 442 für Solarstrom und Elektroautos kann nicht mehr beantragt werden. Ein Hinweis in eigener Sache: Die ThEGA-Seite führt noch die Vergütungssätze für Inbetriebnahmen bis Ende Juli 2026. Seit dem 1. August 2026 gelten niedrigere Werte, die Sie in der Übersicht der Einspeisevergütung 2026 nachlesen.

EigenheimPlus: der übersehene Landeshebel

Die Thüringer Aufbaubank hat für Privatpersonen genau drei Angebote im Programm, und eines davon ist für PV-Interessierte relevant: EigenheimPlus, ein zinsgünstiges Darlehen für den Erwerb und die Modernisierung von selbstgenutztem Wohneigentum in Thüringen. Es ist kein Zuschuss, sondern ein Kredit mit einer Zinsverbilligung der Landesförderbank. Und es ist der einzige Landesbaustein, der eine Investition ins eigene Dach überhaupt berühren kann.

Konditionen und Rahmenbedingungen

Die Eckdaten stammen aus dem Merkblatt der Thüringer Aufbaubank (Dokumentstand TAB-08.26) und dem zugehörigen Konditionentableau mit Zinssätzen gültig ab dem 22. Juli 2026.

Merkmal Regelung
Antragsberechtigt nur natürliche Personen
Fördergegenstand Erwerb und/oder Modernisierung selbstgenutzten Wohneigentums (Bestand)
Finanzierungsbetrag mind. 5.000 €, max. 250.000 €
Auszahlung 100 %
Laufzeiten 5, 10, 20 oder 30 Jahre, davon bis zu 1 Jahr tilgungsfrei
Max. Sollzins / Effektivzins, 5 Jahre 3,82 % / 3,89 %
Max. Sollzins / Effektivzins, 10 Jahre 4,02 % / 4,10 %
Max. Sollzins / Effektivzins, 20 Jahre 4,12 % / 4,20 %
Max. Sollzins / Effektivzins, 30 Jahre 4,17 % / 4,25 %
Bereitstellungsprovision 0,10 % pro Monat ab Zusage plus 6 Monate
Vergabe ausschließlich über ein Finanzierungsinstitut Ihrer Wahl

Quelle: Thüringer Aufbaubank, Merkblatt TAB-08.26 und Konditionentableau vom 22.07.2026.

Das Programm ist ausdrücklich auf Bestandsimmobilien begrenzt, Neubauten fallen damit heraus. Ausdrücklich nicht finanziert werden zudem Immobilien außerhalb Thüringens, Objekte ohne überwiegend wohnwirtschaftliche Nutzung, Umschuldungen und die Nachfinanzierung bereits begonnener Vorhaben. Wer sein Haus ohnehin gerade kauft oder saniert, hat hier also einen Landesbaustein, den es in vielen anderen Bundesländern in dieser Form nicht gibt.

Was EigenheimPlus ausdrücklich nicht ist

An dieser Stelle ist Ehrlichkeit wichtiger als eine schöne Überschrift. Weder die Programmseite noch das Merkblatt nennen Photovoltaik, Solar, Heizung oder energetische Sanierung als förderfähige Maßnahme. Gefördert wird pauschal die Modernisierung und Sanierung von selbstgenutztem Wohneigentum. Daraus folgt: EigenheimPlus ist kein Photovoltaik-Förderprogramm. Ob eine reine PV-Investition als Modernisierungsmaßnahme durchgeht, klären Sie vorab mit Ihrem Finanzierungsinstitut, bevor Sie irgendetwas unterschreiben.

Der ehrliche Anwendungsfall sieht deshalb so aus: Sie kaufen oder modernisieren ein Bestandsgebäude in Thüringen und nehmen die Solaranlage als Teil dieser Finanzierung mit. Der Zinsvergleich lohnt dabei tatsächlich, allerdings nur, wenn man die Werte richtig liest. Der KfW-270-Kredit startet bei 4,11 % effektiv und kann bis 10,87 % gehen, weil der Zins bonitätsabhängig gestaffelt ist. EigenheimPlus deckelt den Effektivzins dagegen bei 3,89 % für fünf Jahre bis 4,25 % für dreißig Jahre. Das ist ein Vergleich von Bestwert gegen Höchstwert und keine allgemeine Aussage darüber, welches Programm günstiger ist. Wie sich beide Wege gegen einen normalen Bankkredit schlagen, rechnet der Ratgeber Photovoltaik-Finanzierung 2026 durch.

Kommunale Programme: sieben Städte im Check

Die ThEGA rät, bei der eigenen Kommune nachzufragen. Genau das habe ich für die sieben größten und meistgesuchten Thüringer Städte getan. Das Ergebnis ist eindeutig und wird in kaum einem Ratgeber so klar benannt: Keine dieser Städte weist 2026 einen eigenen Zuschuss für private Aufdach-Photovoltaik oder Batteriespeicher aus.

Stadt Eigenes PV-Programm Was es stattdessen gibt Quelle, Stand 29.08.2026
Erfurt nein kostenloses Solarkataster im Geoportal erfurt.de
Jena nein kostenfreie Energieberatung, Klimaschutzagentur seit 2025 klima.jena.de
Weimar nein Verweis auf Bundesprogramme, kostenfreie Beratung stadt.weimar.de
Gera nein kommunales Klimaschutzmanagement gera.de
Gotha nein nur kommunale Eigenprojekte gotha.de
Ilmenau nein Klimakonzept im Aufbau ilmenau.de
Eisenach nein, PV steht nicht in der Maßnahmenliste Fassadenprogramm: 30 %, max. 10.000 € eisenach.de

Eigene Prüfung der offiziellen Stadtseiten am 29.08.2026. Kommunale Programme ändern sich kurzfristig.

In Erfurt gibt es statt Geld ein Werkzeug: ein kostenloses Solarkataster im städtischen Geoportal, das die Sonneneinstrahlung für jedes Dach im Stadtgebiet darstellt. Die Stadt schränkt allerdings selbst ein, dass sich aus dem Kataster nicht bestimmen lässt, ob ein Dach tatsächlich für Solarenergie geeignet ist. Es ist eine unverbindliche Erstinformation, kein Ersatz für die Vor-Ort-Prüfung.

In Jena liegt der Schwerpunkt auf Beratung. Das städtische Klimaportal nennt die 2025 gegründete Klimaschutzagentur Jena mit kostenfreier Beratung zu energetischer Sanierung und erneuerbaren Technologien, die kostenfreie Energieberatung der Verbraucherzentrale Thüringen sowie den Stromspar-Check für einkommensschwache Haushalte, bei dem neben der Vor-Ort-Beratung Energiespargeräte im Wert von bis zu 70 € gestellt werden. Ein Wärmepumpen-Check des örtlichen Energieversorgers kostet 150 €. Eine städtische PV-Förderung ist dort nicht ausgewiesen. Auch bei den großen Thüringer Stadtwerken war zum Stand 29.08.2026 kein Zuschussprogramm für private Dachanlagen ausgewiesen.

Die häufigste Verwechslung: das Eisenacher Fassadenprogramm

Eisenach ist der interessanteste Fall, weil er regelmäßig falsch verstanden wird. Die Stadt hat tatsächlich ein kommunales Förderprogramm für private Baumaßnahmen, und es klingt in Suchergebnissen wie eine Sanierungsförderung, die auch Solartechnik einschließen könnte. Gefördert werden aber ausschließlich Fassaden und Außenanlagen: Dacheindeckung und Dachentwässerung, historische Fassadenelemente, Tore, Außentüren und Fenster, Fassaden- und Dachbegrünung sowie Hofflächen und Entsiegelung. Die Wörter Photovoltaik, Solar oder Solaranlage kommen auf der Programmseite an keiner Stelle vor. Die Maßnahmenliste ist abschließend, eine Dachanlage ist damit nicht förderfähig.

Die Konditionen sind trotzdem wissenswert, falls Sie ohnehin am Haus arbeiten: 30 % der zuwendungsfähigen Ausgaben, maximal 10.000 €, Antragsfrist ist der 30. November des Jahres vor der Umsetzung. Die Stadt stellt zudem klar, dass ein Anspruch auf Förderung nicht besteht. Wer Dacharbeiten und PV-Montage koordiniert plant, sollte diese Frist kennen, darf sie aber nicht mit einer Solarförderung verwechseln.

Bundesebene: Hier liegt die eigentliche Förderung

Weil das Land nichts beisteuert, entscheidet die Bundesebene über die Wirtschaftlichkeit Ihrer Anlage. Drei Bausteine sind relevant, und alle drei greifen in Thüringen genauso wie überall sonst.

Nullsteuersatz: 0 % Umsatzsteuer

Auf Lieferung und Installation von Photovoltaikanlagen einschließlich Speicher fällt seit Januar 2023 keine Umsatzsteuer an (§ 12 Abs. 3 UStG). Der angebotene Bruttopreis ist damit gleich dem Nettopreis. Die im Gesetz genannten 30 kW (peak) sind dabei eine Vermutungsregel und keine Obergrenze: Auf Wohngebäuden ist der Nullsteuersatz auch oberhalb dieser Schwelle anwendbar. Bei einer typischen 10-kWp-Anlage mit Speicher für rund 18.000 € ist das der mit Abstand größte Einzelvorteil, den Sie ohne jeden Antrag bekommen. Die steuerlichen Details vertieft der Ratgeber Photovoltaik und Steuern 2026, unter anderem die Einkommensteuerfreiheit der Erträge nach § 3 Nr. 72 EStG.

Einspeisevergütung: 7,70 ct/kWh

Für Strom, den Sie nicht selbst verbrauchen, zahlt der Netzbetreiber eine feste Vergütung, garantiert für 20 Jahre ab Inbetriebnahme. Für die Teileinspeisung bis 10 kWp liegt sie seit dem 1. August 2026 bei 7,70 ct/kWh und gilt für Inbetriebnahmen bis 31.01.2027. Volleinspeiser erhalten 12,22 ct/kWh. Relevant ist der Blick nach vorn: Nach dem Kabinettsentwurf zur EEG-Novelle vom 29.07.2026 soll die feste Einspeisevergütung für Neuanlagen entfallen und durch eine befristete Übergangszahlung von rechnerisch 5,20 ct/kWh über 36 Monate ersetzt werden. Das ist noch kein geltendes Recht, aber der Grund, warum der Termin der Inbetriebnahme derzeit wichtiger ist als jede Suche nach einem Landeszuschuss. Die Abwägung führt der Beitrag PV-Anlage 2026 oder 2027 kaufen aus.

KfW 270: Kredit statt Zuschuss

Einen bundesweiten Investitionszuschuss für Photovoltaik gibt es nicht. Der zentrale Bundesweg ist das Programm 270 der KfW: ein zinsgünstiger Kredit über bis zu 100 % der Kosten, Laufzeiten von 5 bis 30 Jahren, ab 4,11 % effektiv bei bester Bonität und maximal 10,87 %, Zinssätze gültig ab dem 24.08.2026. Beantragt wird er nicht bei der KfW selbst, sondern vor der Auftragsvergabe über Ihre Hausbank. Eine vollständige Einordnung liefert der Ratgeber KfW-Förderung für Photovoltaik 2026.

Antragsweg: Was zuerst passieren muss

In Thüringen gibt es zwar keinen Zuschuss, aber zwei Kreditwege, und beide sind an eine harte Reihenfolge gebunden. Wer sie missachtet, verliert den Zinsvorteil vollständig, ohne dass sich das später heilen lässt.

Das Merkblatt der Thüringer Aufbaubank ist hier ungewöhnlich präzise. Der Antrag ist vor Beginn des Vorhabens bei einem Finanzierungsinstitut Ihrer Wahl zu stellen. Als Beginn eines Vorhabens gilt der Abschluss von Liefer- und Leistungsverträgen sowie beim Erwerb der Abschluss des notariellen Kaufvertrags. Ausdrücklich gelten Planungs- und Beratungsleistungen nicht als Vorhabensbeginn. Übersetzt in Ihren Ablauf heißt das: Angebote einholen, Beratung nutzen, Planung beauftragen ist unschädlich. Die Unterschrift unter den Liefer- und Montagevertrag mit dem Solarteur ist der Punkt, ab dem es zu spät ist.

Für den KfW-270-Kredit gilt dieselbe Logik: Antrag vor Vorhabensbeginn über die Hausbank. In der Praxis bedeutet das eine Vorlaufzeit von mehreren Wochen, weil die Bank das Vorhaben prüft, bevor die Zusage steht. Planen Sie diese Zeit ein, statt sie am Ende gegen einen günstigen Liefertermin einzutauschen. Warum diese Reihenfolge bei nahezu allen Förderprogrammen identisch ist und welche Ausnahmen es gibt, erklärt der Beitrag Förderantrag vor Vorhabenbeginn.

Eine sinnvolle Reihenfolge für Thüringen sieht damit so aus: erst das Dachpotenzial klären, dann zwei bis drei Angebote einholen und vergleichen, dann die Finanzierung mit der Hausbank festzurren, und erst danach unterschreiben. Wie Sie ein Angebot fachlich prüfen, zeigt die Checkliste Photovoltaik-Angebot prüfen; für den direkten Vergleich mehrerer Angebote hilft die Anleitung Photovoltaik-Angebote vergleichen.

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Speicherförderung in Thüringen

Auch für Batteriespeicher gibt es in Thüringen kein Landesprogramm. Die ThEGA nennt Speicher ausdrücklich in derselben Absage wie die Photovoltaikanlage selbst. Was bleibt, ist der Nullsteuersatz, der beim gemeinsamen Kauf mit der PV-Anlage auch für den Speicher gilt, sowie die Möglichkeit, ihn über KfW 270 mitzufinanzieren. Bei Marktpreisen von 270–420 € pro Kilowattstunde nutzbarer Kapazität sind die eingesparten 19 % Umsatzsteuer der wirksamste Hebel, den Sie haben. Welche Länder und Kommunen bundesweit noch Speicherzuschüsse zahlen, listet der Ratgeber Stromspeicher-Förderung 2026 nach Bundesländern auf. Wir führen diese Programme bewusst dort und nicht hier, damit die Angaben an einer Stelle aktuell bleiben.

Solarpflicht: Thüringen verpflichtet Eigenheime nicht

Thüringen gehört zu den Bundesländern ohne Solarpflicht für private Wohngebäude. Wer hier baut oder das Dach saniert, entscheidet sich also freiwillig für eine Anlage, und zwar aus wirtschaftlichen Gründen und nicht wegen einer Vorgabe. Weil sich die Landesregelungen laufend ändern und mehrere Bundesländer bereits Pflichten eingeführt haben, pflegen wir den Stand aller sechzehn Länder zentral in der Übersicht Solarpflicht 2026 nach Bundesländern. Prüfen Sie dort vor Baubeginn, ob sich die Lage geändert hat.

Kostenlose Werkzeuge statt Zuschuss

Was Thüringen anstelle von Geld anbietet, ist nicht wertlos. Der Thüringer Solarrechner ist ein kostenloses Angebot der Landesenergieagentur ThEGA und des Thüringer Umweltministeriums. Er berechnet Erträge, Kosten und Amortisationszeit unter Berücksichtigung von Dachgröße, Neigung, Ausrichtung und Verschattung und kann den künftigen Bedarf einer Wärmepumpe oder eines Elektroautos einrechnen. Die Grenzen benennt das Land selbst: Für Dächer außerhalb Thüringens trifft der Rechner keine Aussagen, und Gebäude, die nach den Laserscan-Befliegungen von 2010 bis 2019 entstanden sind, können fehlen.

Dazu kommt die Servicestelle Solarenergie der ThEGA, die ausdrücklich eine Förderberatung für Photovoltaik- und Solarthermieanlagen anbietet, inklusive Erstberatung und Potenzialanalyse. Zusammen mit EigenheimPlus ist das der zweite belegbare landesseitige Baustein für Privatpersonen in Thüringen, und der einzige, der Sie nichts außer Zeit kostet. Wie Sie Katasterdaten und Simulationen richtig interpretieren und wo ihre Aussagekraft endet, erklärt der Beitrag Solarkataster und Solarpotenzial prüfen. Was eine Anlage in der jeweiligen Größenklasse kostet, finden Sie in der Übersicht Solaranlage-Kosten nach Größe und im Kostenratgeber Photovoltaik Kosten 2026.

Häufige Fragen (FAQ)

Gibt es 2026 eine Photovoltaik-Förderung vom Land Thüringen?

Nein. Die Landesenergieagentur ThEGA stellt auf ihrer Förderseite selbst fest, dass es aktuell keine landesweite Förderung für private Photovoltaikanlagen oder Batteriespeicher gibt. Auch die Thüringer Aufbaubank führt für Privatpersonen kein Solarprogramm. Der einzige Landesbaustein ist das zinsverbilligte Darlehen EigenheimPlus, das aber kein PV-Programm ist.

Was ist mit SolarInvest passiert und kann ich das Programm noch beantragen?

SolarInvest wurde laut ThEGA Ende 2022 eingestellt. Neuanträge sind nicht mehr möglich, und bei der Thüringer Aufbaubank existiert keine Programmseite mehr dazu. Wenn ein Anbieter oder Ratgeber 2026 noch mit SolarInvest wirbt, ist das ein Hinweis auf veraltete Inhalte.

Was bringt EigenheimPlus, wenn ich mein Haus samt Solaranlage modernisiere?

EigenheimPlus ist ein zinsverbilligtes Darlehen über 5.000–250.000 € mit 100 % Auszahlung und Laufzeiten von 5 bis 30 Jahren. Der Effektivzins ist bei 3,89 % (5 Jahre) bis 4,25 % (30 Jahre) gedeckelt. Photovoltaik wird im Merkblatt nicht als Maßnahme genannt, gefördert wird pauschal die Modernisierung selbstgenutzten Wohneigentums. Ob Ihre Anlage darunter fällt, klären Sie vorab mit dem Finanzierungsinstitut.

Gibt es in Erfurt oder Jena einen Zuschuss für eine Solaranlage?

Auf den geprüften offiziellen Seiten beider Städte war zum 29.08.2026 kein kommunaler Zuschuss für private Photovoltaik oder Speicher ausgewiesen. Erfurt bietet stattdessen ein kostenloses Solarkataster im Geoportal, Jena kostenfreie Beratungsangebote über die Klimaschutzagentur und die Verbraucherzentrale Thüringen.

Welche Förderung bleibt mir in Thüringen ohne Landesprogramm überhaupt?

Drei Bausteine des Bundes: der Nullsteuersatz von 0 % Umsatzsteuer nach § 12 Abs. 3 UStG, die Einkommensteuerfreiheit der Erträge nach § 3 Nr. 72 EStG und die Einspeisevergütung von 7,70 ct/kWh über 20 Jahre. Dazu kommt der KfW-270-Kredit ab 4,11 % effektiv. Zusammen ist das deutlich mehr wert als die meisten Landeszuschüsse anderer Bundesländer.

Muss ich den Antrag stellen, bevor ich den Solarteur beauftrage?

Ja, bei beiden Kreditwegen. Das TAB-Merkblatt definiert den Vorhabensbeginn als Abschluss von Liefer- und Leistungsverträgen beziehungsweise des notariellen Kaufvertrags. Planungs- und Beratungsleistungen gelten nicht als Beginn. Für KfW 270 gilt ebenfalls: Antrag vor Auftragsvergabe über die Hausbank.

Gilt in Thüringen eine Solarpflicht für mein Einfamilienhaus?

Thüringen gehört zu den Bundesländern ohne Solarpflicht für private Wohngebäude. Eine Anlage ist damit eine freiwillige Investitionsentscheidung. Den aktuellen Stand aller Bundesländer pflegen wir in der Übersicht zur Solarpflicht 2026.

Wie finde ich heraus, ob sich mein Dach in Thüringen für Photovoltaik eignet?

Der Thüringer Solarrechner von ThEGA und Umweltministerium berechnet kostenlos Ertrag, Kosten und Amortisation für Ihr Dach und berücksichtigt Größe, Neigung, Ausrichtung und Verschattung. In Erfurt kommt das städtische Solarkataster hinzu. Beide Werkzeuge liefern eine Erstinformation, ersetzen aber keine Prüfung vor Ort, weil Dachzustand, Statik und Zählerschrank nicht abgebildet sind.

Gibt es in Thüringen eine Extra-Förderung für den Batteriespeicher?

Nein, weder auf Landes- noch auf kommunaler Ebene war zum 29.08.2026 ein Speicherzuschuss ausgewiesen. Der Speicher profitiert aber vom Nullsteuersatz, wenn er zusammen mit der PV-Anlage gekauft wird, und lässt sich über KfW 270 mitfinanzieren.

Nächster Schritt: Was sich auf Ihrem Dach in Thüringen rechnet

Ohne Landeszuschuss entscheidet sich die Wirtschaftlichkeit Ihrer Anlage an drei Stellen: an der richtigen Anlagengröße für Ihren Verbrauch, am Angebotspreis und am Termin der Inbetriebnahme. Die Zahlen in diesem Beitrag sind belegte Rahmenwerte mit Stand 29. August 2026, keine gebäudespezifische Zusage. Kommunale Programme können sich zudem kurzfristig ändern, fragen Sie deshalb vor der Auftragsvergabe kurz bei Ihrer Stadt oder Gemeinde nach. Mit reduco analysieren Sie Ihr Gebäude in wenigen Minuten und erhalten eine datenbasierte Einschätzung, welche Anlagengröße, welcher Speicher und welcher Eigenverbrauch für Ihr Haus wirtschaftlich sinnvoll sind. Eine erste Ertragsschätzung liefert der PV-Rechner, einen Überblick über passende Programme der Fördermittel-Check.

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