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Landesförderung Sanierung: Alle Bundesländer im Überblick 2026

Landesförderung Sanierung 2026: Alle 16 Bundesländer mit Programmen, Förderhöhen und Kombination mit BAFA/KfW. Übersichtstabelle und Praxistipps.

Energetische Sanierung eines Wohngebäudes

Das Wichtigste in Kürze

  • Drei Förderebenen: Bund (BAFA/KfW), Land und Kommune lassen sich kombinieren – alle 16 Bundesländer haben eigene Förderprogramme für die energetische Sanierung.
  • Kumulierungsgrenze: Die Summe aller öffentlichen Fördermittel darf 60 % der förderfähigen Kosten pro Maßnahme nicht übersteigen.
  • Keine Doppelförderung: BEG und der Steuerbonus nach Paragraph 35c EStG schließen sich für dieselbe Maßnahme gegenseitig aus.
  • Reihenfolge zählt: Bundesförderung (BAFA/KfW) immer zuerst beantragen, anschließend Landes- und Kommunalförderung – jeweils vor Maßnahmenbeginn.
  • Spürbarer Effekt: Die Recherche von Landes- und Kommunalförderung kann den Gesamtzuschuss um 30 bis 75 % erhöhen.
  • Beste Programme: Für PV und Speicher ist Thüringen (Solar Invest) am großzügigsten, für Komplettsanierungen Baden-Württemberg (L-Bank Klimaprämie).

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Update (Stand: 14. Juli 2026) – Neue BEG-Förderung nach dem GModG: Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, Bundestag und Bundesrat am 10.07.2026) und der neuen BEG-Förderrichtlinie gelten ab 21. Juli 2026 neue Bundes-Fördersätze: Der Klimageschwindigkeitsbonus für den Heizungstausch sinkt von 20 % auf 16 % (und danach halbjährlich weiter), der Effizienzbonus (5 %) und der Emissionsminderungszuschlag (2.500 €) entfallen, die maximal förderfähigen Kosten der Heizung sinken von 30.000 € auf 28.000 €, und neu ist ein einkommensabhängiger Deckel von bis zu 80 %. Zusätzlich ist der iSFP-Bonus (+5 Pp) an der Gebäudehülle jetzt gedeckelt und greift nur noch bei Vorhaben ab 30.000 €. Die in diesem Artikel beschriebenen Landesförderprogramme sind von der Reform nicht betroffen; die Bundeszahlen sind auf den neuen Stand aktualisiert.

Neben der Bundesförderung über BAFA und KfW bieten viele Bundesländer eigene Förderprogramme für die energetische Sanierung. Diese Landesförderprogramme können in den meisten Fällen mit der Bundesförderung kombiniert werden und erhöhen den Gesamtzuschuss erheblich. In der Praxis werden Landesförderprogramme jedoch häufig übersehen, weil die Informationslage unübersichtlich ist: Programme ändern sich oft, Mittel sind begrenzt, und die Antragsprozesse unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland.

Dieser Ratgeber gibt Ihnen einen strukturierten Überblick über die wichtigsten Landesförderprogramme für energetische Sanierung in allen 16 Bundesländern – mit Förderhöhen, Förderbedingungen und Hinweisen zur Kombination mit Bundesprogrammen. Wir konzentrieren uns auf Programme, die für Wohngebäude relevant sind und mit den BAFA- und KfW-Programmen kumulierbar sind. Einen umfassenden Überblick über alle Bundesförderprogramme finden Sie im Förderüberblick 2026.

Grundprinzip: Wie funktioniert die Kombination von Bundes- und Landesförderung?

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) erlaubt grundsätzlich die Kombination mit Landesförderprogrammen, sofern die Gesamtförderung 60 % der förderfähigen Kosten nicht übersteigt. Diese Kumulierungsgrenze gilt pro Maßnahme und bezieht sich auf die Summe aller öffentlichen Fördermittel.

Kumulierungsregeln im Überblick

Kombination Zulässig? Grenze
BEG (BAFA/KfW) + Landesförderung Ja Max. 60 % der förderfähigen Kosten
BEG (BAFA/KfW) + Kommunale Förderung Ja Max. 60 % der förderfähigen Kosten
Landesförderung + Kommunale Förderung Programmabhängig Je nach Landesrichtlinie
BEG + Paragraph 35c EStG (Steuerbonus) Nein Für dieselbe Maßnahme nur eines
Mehrere Bundesprogramme für dieselbe Maßnahme Nein Keine Doppelförderung

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Rechenbeispiel Kumulierung: Eine Fassadendämmung kostet 30.000 EUR. Die BAFA-Förderung beträgt 15 % (4.500 EUR). Die Landesförderung beträgt zusätzlich 10 % (3.000 EUR). Die Gesamtförderung von 7.500 EUR entspricht 25 % der förderfähigen Kosten – weit unter der 60-%-Grenze. Erst wenn die Summe aller Fördermittel 18.000 EUR (= 60 % von 30.000 EUR) übersteigen würde, müsste die Landesförderung gekürzt werden.

Hinweis zum iSFP-Bonus: Seit der neuen BEG-Förderrichtlinie (gültig ab 21. Juli 2026) ist der iSFP-Bonus von 5 Prozentpunkten an der Gebäudehülle gedeckelt: Er wird nur noch bei einer Mindestinvestition ab 30.000 EUR und nur auf die Kosten oberhalb dieser 30.000-EUR-Basis gewährt. Reine Hüllen-Vorhaben bis 30.000 EUR erhalten daher nur noch die Grundförderung von 15 %.

Tipp: Beantragen Sie die Bundesförderung (BAFA/KfW) immer zuerst. Viele Landesförderprogramme setzen eine bewilligte Bundesförderung voraus oder ermäßigen den Zinssatz eines Landeskredits bei Vorlage eines BAFA-Zuwendungsbescheids.

Nordrhein-Westfalen: progres.nrw und NRW.BANK

Nordrhein-Westfalen ist das bevölkerungsreichste Bundesland und bietet eines der umfangreichsten Landesförderprogramme. Alle Beträge, Antragswege und kommunalen Töpfe stehen ausführlich im Detailratgeber zur Förderung energetische Sanierung NRW 2026.

progres.nrw – Klimaschutztechnik

Das Programm progres.nrw (Programm für Rationelle Energieverwendung, Regenerative Energien und Energiesparen) fördert verschiedene Klimaschutzmaßnahmen mit Zuschüssen:

Maßnahme Förderung Max. Zuschuss Kombi mit BEG?
Batteriespeicher (in Kombination mit neuer PV) 150 EUR/kWh Speicherkapazität 75.000 EUR Ja (andere Maßnahme)
Dachbegrünung (in Kombination mit PV) 20 EUR/m2 20.000 EUR Ja
Ladeinfrastruktur (nicht öffentlich) 1.000 EUR/Ladepunkt 10.000 EUR Ja
Geothermie (Erdwärmesonden) 3.000–6.000 EUR pauschal Ja (mit KfW 458)

Hinweis: Das progres.nrw-Programm wurde in den letzten Jahren mehrfach angepasst und Mittel waren zeitweise erschöpft. Prüfen Sie vor Antragstellung die aktuelle Verfügbarkeit auf der Website der Bezirksregierung Arnsberg.

NRW.BANK Förderkredit

Die NRW.BANK bietet zinsgünstige Förderkredite für energetische Sanierungsmaßnahmen an Wohngebäuden:

Merkmal Details
Kreditbetrag Bis 150.000 EUR pro WE
Zinssatz Ab 1,0 % unter Marktzins (variabel)
Laufzeit Bis 30 Jahre
Kombination mit BEG Ja

Bayern: Bayerisches Modernisierungsprogramm

Bayern hat das 10.000-Häuser-Programm, das Zuschüsse für PV-Speicher-Kombinationen bot, 2023 auslaufen lassen. Das Nachfolgeprogramm konzentriert sich auf das Bayerische Modernisierungsprogramm (BayModR) und die BayernLabo-Förderkredite. Warum es in Bayern 2026 keinen Landeszuschuss mehr gibt und welche kommunalen Programme die Lücke füllen, erklärt der Detailratgeber zur Förderung energetische Sanierung Bayern 2026.

BayernLabo – Bayerisches Wohnungsbauprogramm

Merkmal Details
Kreditbetrag Bis 100.000 EUR pro WE (Bestandssanierung)
Zinssatz Vergünstigt (einkommensabhängig)
Tilgungszuschuss Bis 10 % bei energetischer Sanierung
Kombination mit BEG Ja
Voraussetzung Einkommensgrenzen (Sozialwohnungsbau-nahe Einkommensgrenzen)

Bayerisches Modernisierungsprogramm (BayModR)

Maßnahme Förderung Voraussetzung
Energetische Modernisierung Mietwohnungen Zinsgünstiger Kredit + Zuschuss Einkommensgrenzen Mieter, Mietpreisbindung
Barrierefreier Umbau + Energetische Sanierung Kombi-Förderung Mindeststandard KfW-Effizienzhaus 85

Tipp: Bayern fördert energetische Sanierung primär über zinsgünstige Kredite mit Einkommensbindung. Für Eigentümer ohne Einkommensgrenzen-Problematik bleibt die Bundesförderung (BAFA/KfW) der Hauptförderweg. Prüfen Sie jedoch kommunale Programme – viele bayerische Städte (München, Nürnberg, Augsburg) bieten eigene Zuschüsse.

Baden-Württemberg: L-Bank Wohnen mit Klimaprämie

Baden-Württemberg bietet über die L-Bank ein attraktives Förderprogramm, das einen zinsgünstigen Kredit mit einer Klimaprämie (Tilgungszuschuss) kombiniert. Den aktuellen Stand der L-Bank-Konditionen und der kommunalen Programme von Stuttgart bis Mannheim finden Sie im Detailratgeber zur Förderung energetische Sanierung Baden-Württemberg 2026.

L-Bank Wohnen mit Klimaprämie

Merkmal Details
Kreditbetrag Bis 100.000 EUR pro WE
Zinssatz Ab 0,5 % unter Marktzins
Klimaprämie (Tilgungszuschuss) 5 % (KfW-EH 85) bis 15 % (KfW-EH 40) des Kreditbetrags
Zusatzprämie erneuerbare Energien +2.500 EUR bei Einbau Wärmepumpe/PV
Kombination mit BEG Ja (Bundesförderung + L-Bank-Kredit)
Einkommensgrenzen Keine (offen für alle Eigentümer)

Bewertung: Das L-Bank-Programm ist besonders attraktiv, weil es keine Einkommensgrenzen hat und die Klimaprämie einen echten Zuschusscharakter hat. Bei einer Komplettsanierung zum Effizienzhaus 55 mit einem Kredit von 100.000 EUR beträgt die Klimaprämie 10.000 EUR – zusätzlich zur KfW-261-Förderung.

Landesförderung BW für PV-Pflicht-Fälle

Baden-Württemberg hat als erstes Bundesland eine Solarpflicht bei Dachsanierung eingeführt (seit 2023). Für Eigentümer, die der Solarpflicht nachkommen, gibt es keine separate Landesförderung – die Pflicht wird als zumutbar angesehen. Die Bundesförderung (Einspeisevergütung, 0 % MwSt) steht jedoch uneingeschränkt zur Verfügung. Wer neu plant, sollte dabei das geplante 50-Prozent-Einspeiselimit für Photovoltaik im Blick behalten, weil es die verwertbare Einspeisemenge betrifft.

Niedersachsen: Förderung Energie und Klimaschutz

Niedersachsen fördert energetische Sanierung über die NBank und verschiedene Landesprogramme. Wie die NBank-Programme einzuordnen sind und welche kommunalen Zuschüsse etwa über proKlima Hannover dazukommen, zeigt der Detailratgeber zur Förderung energetische Sanierung Niedersachsen 2026.

NBank – Energetische Förderung

Programm Was wird gefördert Förderung Kombi mit BEG?
Modernisierung von Mietwohnungen Energetische Sanierung von Mietwohnungen Zinsgünstiger Kredit, bis 1.400 EUR/m2 Ja
Förderung Batteriespeicher Speicher ab 5 kWh (mit PV) Bis 500 EUR/kWh, max. 3.000 EUR Ja
Förderung Wallbox Ladeinfrastruktur mit PV Bis 500 EUR/Ladepunkt Ja

Tipp: Die niedersächsische Speicherförderung ist eine der attraktivsten in Deutschland und kann mit der Einspeisevergütung und dem KfW-270-Kredit kombiniert werden. Bei einem 10-kWh-Speicher sind das bis zu 3.000 EUR Zuschuss vom Land – zusätzlich zur Bundesförderung. Einen bundesweiten Überblick, welche Länder Batteriespeicher 2026 wie fördern, gibt der Ratgeber zur Stromspeicher-Förderung 2026 nach Bundesländern.

Hessen: WI-Bank Förderung

Hessen bietet über die Wirtschafts- und Infrastrukturbank (WI-Bank) Förderprogramme für energetische Sanierung. Welche WI-Bank-Bausteine für Vermieter und Eigenheimbesitzer in Frage kommen und wie der Frankfurter Klimabonus dazupasst, erläutert der Detailratgeber zur Förderung energetische Sanierung Hessen 2026.

WI-Bank – Energetische Förderung Wohngebäude

Programm Förderung Voraussetzung
Hessisches Energiegesetz – Förderung Erneuerbare Wärme Zuschuss bis 4.000 EUR für Wärmepumpe (Neubau) Nur Neubau
Förderkredit energetische Sanierung Zinsgünstiger Kredit Kombination mit BEG möglich
Kommunale Klimaschutzförderung (durchgeleitet) Variabel Je nach Kommune

Hessen hat ein vergleichsweise überschaubares Landesförderprogramm für die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden. Der Fokus liegt auf kommunalen Programmen – insbesondere Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt bieten eigene Zuschüsse.

Schleswig-Holstein: IB.SH Förderung

Schleswig-Holstein fördert über die Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH).

IB.SH – Klimaschutz für Bürgerinnen und Bürger

Maßnahme Förderung Max. Zuschuss
Energetische Sanierung Wohngebäude Zinsgünstiger Kredit Bis 150.000 EUR/WE
PV + Speicher Zuschuss (variabel) Programmabhängig
Heizungstausch (ergänzend zu KfW 458) Zuschuss Programmabhängig
Dachbegrünung (in Kombination mit PV) Zuschuss Programmabhängig

Sachsen: SAB Förderung

Sachsen bietet über die Sächsische Aufbaubank (SAB) mehrere Förderprogramme. Welche SAB-Darlehen mit Tilgungszuschuss sich für Ihr Vorhaben lohnen und worin sich Dresden und Leipzig kommunal unterscheiden, zeigt der Detailratgeber zur Förderung energetische Sanierung Sachsen 2026.

SAB – Energetische Sanierung

Programm Was wird gefördert Förderung
Energetische Sanierung Mietwohnungen Sanierung zum Effizienzhaus Zinsgünstiger Kredit + Zuschuss
SAB Speicherförderung Batteriespeicher Bis 1.600 EUR pauschal
Sanierung Denkmal Energetische Sanierung denkmalgeschützter Gebäude Erhöhter Zuschuss

Thüringen: Solar Invest und Landeskredit

Thüringen bietet über die Thüringer Aufbaubank eines der großzügigsten Landesprogramme für PV und Speicher.

Solar Invest

Maßnahme Förderung Max. Zuschuss
PV-Anlage (Privathaushalte) Bis 900 EUR/kWp 9.000 EUR (10 kWp)
Batteriespeicher Bis 300 EUR/kWh 3.000 EUR (10 kWh)
PV + Speicher Kombination Kombiniert Bis 12.000 EUR
Steckersolargeräte (Balkonkraftwerke) Bis 200 EUR pauschal 200 EUR

Bewertung: Solar Invest ist eines der attraktivsten Landesprogramme in Deutschland. Allerdings sind die Mittel regelmäßig erschöpft und es gibt Wartezeiten. Prüfen Sie die aktuelle Verfügbarkeit vor Antragstellung.

Weitere Bundesländer im Überblick

Die folgenden Bundesländer haben weniger umfangreiche oder stärker spezialisierte Landesförderprogramme. Für die beiden Stadtstaaten lohnt der Blick in die Detailratgeber: In Berlin laufen das Solar-Zuschussprogramm SolarPLUS und die IBB-Kredite, ausführlich erklärt unter Förderung energetische Sanierung Berlin 2026; Hamburg fördert über die IFB Wärmepumpe, Dämmung und Gründach mit eigenen Zuschüssen, wie der Ratgeber zur Förderung energetische Sanierung Hamburg 2026 zeigt.

Gesamtübersicht Landesförderung 2026

Bundesland Hauptprogramm Schwerpunkt Kombi mit BEG
Nordrhein-Westfalen progres.nrw, NRW.BANK Speicher, Dachbegrünung, Kredite Ja
Bayern BayModR, BayernLabo Kredite (einkommensgebunden) Ja
Baden-Württemberg L-Bank Klimaprämie Kredit + Tilgungszuschuss Ja
Niedersachsen NBank Speicher, Mietwohnungen Ja
Hessen WI-Bank Kredite, kommunale Durchleitung Ja
Schleswig-Holstein IB.SH Kredite, PV-Speicher Ja
Sachsen SAB Speicher, Denkmal Ja
Thüringen Solar Invest PV + Speicher (Zuschuss) Ja
Berlin IBB, SolarPLUS Speicher, PV-Beratung Ja
Brandenburg ILB Kredite, Mietwohnungen Ja
Bremen BAB Kredite Ja
Hamburg IFB Speicher, Gründächer Ja
Mecklenburg-Vorpommern LFI-MV Kredite Ja
Rheinland-Pfalz ISB Kredite Ja
Saarland SIKB Kredite Ja
Sachsen-Anhalt IB Sachsen-Anhalt Kredite, STARK III (Bildungsbauten) Ja

Tipp: Die Förderdatenbank des BMWK (foerderdatenbank.de) ist die zuverlässigste Quelle für aktuelle Landesförderprogramme. Filtern Sie nach Bundesland, Förderbereich "Energieeffizienz" und Förderart "Zuschuss" oder "Kredit", um passende Programme zu finden.

Kommunale Förderprogramme: Die dritte Ebene

Neben Bund und Land bieten zahlreiche Kommunen eigene Förderprogramme. Diese sind oft als pauschale Zuschüsse gestaltet und können mit Bundes- und Landesförderung kombiniert werden (Kumulierungsgrenze 60 % beachten).

Beispiele kommunaler Förderung 2026

Stadt Programm Förderung Maßnahmen
München Förderprogramm Klimaneutral Bis 40 % der Mehrkosten Dämmung, Fenster, Heizung, PV-Speicher
Frankfurt am Main Energetische Sanierung Bis 50 EUR/m2 Dämmfläche Gebäudehülle
Köln Klimafreundliches Wohnen Zuschüsse variabel Speicher, Gründach, Sanierung
Stuttgart Energiesparprogramm Bis 30 EUR/m2 Dämmfläche + 3.000 EUR Heizung Gebäudehülle, Heizung
Hamburg IFB Energetische Modernisierung Bis 30 EUR/m2 + Boni Gebäudehülle, Anlagentechnik
Düsseldorf Klimafreundliches Wohnen Zuschüsse variabel Speicher, PV, Sanierung
Nürnberg Energieeffizienz-Programm Pauschalzuschüsse PV-Speicher, Dachbegrünung
Freiburg Förderprogramm Klimafreundlich Wohnen Zuschüsse variabel Sanierung, PV, Speicher

Kommunale Programme ändern sich häufig. Die Angaben dienen als Orientierung. Prüfen Sie die aktuelle Verfügbarkeit bei Ihrer Kommune.

So finden Sie kommunale Förderprogramme

  1. BMWK-Förderdatenbank (foerderdatenbank.de): Filtern nach PLZ und Förderbereich.
  2. Website Ihrer Kommune: Suchbegriffe "Förderprogramm Energie" oder "Klimaschutz Zuschuss".
  3. Lokale Energieagentur: Viele Kreise und Städte haben lokale Energieagenturen, die kostenlose Beratung anbieten.
  4. Energieberater: Ein in der dena-Expertenliste gelisteter Energieberater kennt in der Regel die lokalen Förderprogramme und berücksichtigt sie in der Förderberatung.

Praxisbeispiel: Maximale Förderung durch Kombination

Das folgende Beispiel zeigt, wie die Kombination von Bundes-, Landes- und Kommunalförderung die Eigenkosten einer Sanierung drastisch senken kann.

Szenario: Fassadendämmung in München

Position Betrag
Kosten Fassadendämmung (EFH, WDVS, 160 m2) 28.000 EUR
Bundesförderung: BAFA BEG EM (15 % Grundförderung) 4.200 EUR
Kommunale Förderung: München Klimaneutral (geschätzt 15 %) 4.200 EUR
Gesamtförderung 8.400 EUR
Förderquote 30 %
Eigenanteil 19.600 EUR
Zusätzlich: BAFA-Zuschuss Fachplanung (50 % von 2.500 EUR) 1.250 EUR
Zusätzlich: KfW-Ergänzungskredit (358/359) für Eigenanteil Zinsgünstig bis 120.000 EUR

Ohne die kommunale Förderung läge die Förderquote bei nur 15 % (4.200 EUR). Die Recherche kommunaler Programme hat den Zuschuss in diesem Beispiel verdoppelt. Da das Vorhaben unter 30.000 EUR liegt, greift der iSFP-Bonus nach der neuen BEG-Förderrichtlinie nicht mehr – umso wichtiger sind Landes- und Kommunalprogramme.

Wichtig: Reihenfolge der Antragstellung

Bei der Kombination mehrerer Förderprogramme ist die Reihenfolge entscheidend:

  1. BAFA/KfW-Antrag zuerst (vor Auftragserteilung)
  2. Landesförderantrag (Zeitpunkt je nach Programm – oft vor oder kurz nach Auftragserteilung)
  3. Kommunaler Förderantrag (Zeitpunkt je nach Programm)

Tipp: Informieren Sie sich über alle drei Förderebenen, bevor Sie den ersten Antrag stellen. Einige Landesund Kommunalprogramme erfordern die Antragstellung vor Maßnahmenbeginn. Wenn Sie den BAFA-Antrag stellen und dann erst das Kommunalprogramm entdecken, kann es zu spät sein.

Häufige Fragen

Kann ich Landesförderung auch ohne Bundesförderung beantragen?

In den meisten Fällen ja. Die meisten Landesförderprogramme setzen keine Bundesförderung voraus. Einige Programme (z. B. bestimmte NRW.BANK-Kredite) bieten jedoch bessere Konditionen, wenn eine Bundesförderung vorliegt. Die Kombination ist fast immer vorteilhafter als die alleinige Nutzung eines Programms.

Wie finde ich heraus, ob mein Bundesland gerade Fördermittel hat?

Landesförderprogramme sind oft budgetiert und werden gestoppt, wenn die Mittel erschöpft sind. Die zuverlässigste Information erhalten Sie direkt beim jeweiligen Fördermittelgeber (Landesförderbank) oder über die BMWK-Förderdatenbank. Viele Landesförderbanken veröffentlichen auf ihrer Website den aktuellen Status ihrer Programme. Planen Sie mit der Landesförderung als "Bonus", nicht als kalkulierte Grundlage.

Gibt es eine maximale Gesamtförderung?

Ja. Die Kumulierungsgrenze der BEG beträgt 60 % der förderfähigen Kosten. Das bedeutet: Die Summe aus Bundesförderung, Landesförderung und kommunaler Förderung darf 60 % der anerkannten förderfähigen Kosten nicht übersteigen. Wird diese Grenze überschritten, wird die zuletzt gewährte Förderung entsprechend gekürzt. In der Praxis wird diese Grenze bei Einzelmaßnahmen selten erreicht – sie wird erst bei Komplettsanierungen mit mehreren Förderquellen relevant.

Welches Bundesland hat die beste Förderung?

Eine pauschale Antwort ist nicht möglich, da die Programme je nach Maßnahmenart, Gebäudetyp und persönlicher Situation unterschiedlich attraktiv sind. Für PV und Speicher ist Thüringen (Solar Invest) derzeit am großzügigsten. Für Komplettsanierungen bietet Baden-Württemberg (L-Bank Klimaprämie) ein attraktives Gesamtpaket. Für einzelne Maßnahmen an der Gebäudehülle sind kommunale Programme oft entscheidender als Landesprogramme.

Muss mein Energieberater die Landesförderung beantragen?

Nein. Die Antragstellung für Landesförderprogramme erfolgt in der Regel durch den Eigentümer selbst. Ein guter Energieberater weist Sie jedoch auf verfügbare Landesprogramme hin und unterstützt bei der Antragstellung, insbesondere wenn technische Nachweise erforderlich sind. Fragen Sie Ihren Energieberater aktiv nach Landesund Kommunalförderung.

Gibt es Landesförderung für den Heizungstausch?

Einige Bundesländer bieten ergänzende Förderung zum Heizungstausch, die mit der KfW-458-Förderung kombiniert werden kann. Beispiele: Nordrhein-Westfalen fördert Geothermie-Sonden über progres.nrw, Baden-Württemberg bietet eine Zusatzprämie für erneuerbare Wärme über die L-Bank. Die Bundesförderung (KfW 458) bleibt jedoch der mit Abstand größte Förderposten beim Heizungstausch.

Nächste Schritte: Alle Fördermöglichkeiten für Ihr Gebäude ermitteln

Die Recherche nach Landesund Kommunalförderung kostet Zeit, kann aber den Gesamtzuschuss um 30 bis 75 % erhöhen. Mit reduco identifizieren Sie automatisch passende Förderprogramme auf allen drei Ebenen – Bund, Land und Kommune – und berechnen die optimale Förderkombination für Ihre geplante Sanierungsmaßnahme.

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